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Heute vor 270 Jahren wurde Johann Anton Leisewitz in Hannover geboren

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© Fotos: Lothar Schulz 2022 – Grabstein von Johann Anton Leisewitz auf dem Martinifriedhof in Braunschweig  © Fotos: Lothar Schulz 2022 – Grabstein von Johann Anton Leisewitz auf dem Martinifriedhof in Braunschweig

HANNOVER. Heute genau vor 270 Jahren, am 09. Mai 1752, wurde in Hannover Johann Anton Leisewitz geboren. Sein Geburtshaus in der Calenberger Straße in der Calenberger Neustadt ist nicht mehr erhalten. An dem Haus, das jetzt an dieser Stelle steht, ist eine Stadttafel (Tafel Nr. 57) angebracht, die an den Juristen und Schriftsteller als führenden Dichter der Goethezeit erinnert. Als Sohn eines Weinhändlers besuchte er nach Kindheitsjahren in Celle in Hannover das Gymnasium. Im Jahr 1770 begann er an der Universität in Göttingen ein Studium der Rechtswissenschaft, das er Ostern 1774 erfolgreich abschloß. Während seiner Studienzeit schloß er Bekanntschaft mit Bürger, Hölty, Boie und anderen Mitgliedern des Göttinger Hains, in den er am 2.7.1774, an Klopstocks Geburtstag, aufgenommen wurde. Nach dem Advokatenexamen ließ er sich Ende Oktober 1774 in Hannover als Anwalt nieder. Im Sommer dieses Jahres entstand sein Trauerspiel „Julius von Tarent“. Als „Julius von Tarent“ 1776 anonym erschien, soll Lessing das Trauerspiel zunächst für ein Werk Goethes gehalten haben. 1775/76 verbrachte Leisewitz im Literatenkreis des »Braunschweiger Parnaß«, zu dem auch Lessing zählte. Ende 1777 erhielt er eine gering entlohnte Anstellung bei einer Kreditanstalt in Braunschweig. Sondierungen um besser bezahlte Dienste führten ihn 1780 an die Höfe von Meiningen, Gotha und Weimar, wo er Goethe, Wieland und Herder kennenlernte. 1786 wurde er Erzieher des Braunschweiger Erbprinzen Karl Georg August, 1790 Hofrat, 1791 Kanonikus, 1801 Geheimer Justizrat, schließlich 1805 Präsident des Sanitätskollegiums. Seine letzten Lebensjahre standen ganz im Zeichen einer Reform des braunschweigischen Armenwesens. Gestorben ist Leisewitz am 10.09.1806 in Braunschweig und ist dort auf dem Martinifriedhof begraben. Nach eben diesem Johann Anton Leisewitz ist die Leisewitzstraße in Hannovers Zooviertel benannt. Ihren jetzigen Namen trägt die Straße seit 1903. Zuvor hieß sie Fabrikstraße. Sie ist die Fortsetzung der Kirchwender Straße und mündet in die Plathnerstraße. In der Plathnerstraße befindet sich eine der bekanntesten Immobilien Hannovers: das Haus von Altkanzler Gerhard Schröder. Dieser wiederum war des öfteren Gast in dem nahegelegenen Leisewitzstübchen der Kultadresse im Zooviertel in der Leisewitzstraße. Auch andere Politiker sollen hier ein- und ausgegangen sein. Das Leisewitzstübchen ist jedoch zwischenzeitlich insolvent und sein Weiterbetrieb steht in den Sternen.


© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Die Leisewitzstraße im Zooviertel

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Auf dem Martinifriedhof in Braunschweig

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Grabstein von Johann Anton Leisewitz

© Foto: Lothar Schulz 2022 – Grabstein von Johann Anton Leisewitz

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