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Signifikanter Anteil der Virusmutation am Infektionsgeschehen

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Symbolbild Quelle: Pixabay Symbolbild

Region Hannover (pm).

Infektionen mit der britischen Virusmutation B1.1.7 sind in der Region Hannover keine Einzelfälle mehr. Das ist das Ergebnis eines Screenings von Proben aus der vorletzten Woche auf mögliche Mutationen hin. Von ursprünglich 100 positiven Proben mit ausreichend hoher Viruslast konnten 74 so präpariert werden, dass die vertiefte Analyse möglich war. In 32 Fällen wurde die britische Virusmutationen B1.1.7 identifiziert werden, in zwei weiteren Fällen andere Mutationen, die jetzt näher untersucht werden müssen. „Wir müssen also annehmen, dass sich der Anteil der Mutationen deutlich im zweistelligen Prozentbereich bewegt“, sagt Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region Hannover. Bislang sind 137 Fälle mit dem Virus B 1.1.7 in digitalen System der Region Hannover erfasst.

„Solange noch nicht alle Labore in der Lage sind, auch kurzfristig einen relevanten Teil der Proben auf Mutationen zu untersuchen, und wir daher nicht wissen, bei wem eine mutierte Virusvariante vorliegt, müssen wir unsere Gesamtstrategie anpassen“, erklärt Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen. So werde die Region Hannover die reguläre Quarantänezeit für alle K1-Kontakte ab sofort auf 14 Tage hochsetzen. Ein Freitesten durch einen Schnelltest nach zehn Tagen sei dann bis auf weiteres nicht mehr möglich. „Wenn wir bessere Analysemöglichkeiten haben, können wir differenzierter vorgehen“, sagt Kranz. „Aber im Moment können wir bei keinem Fall ausschließen, dass es sich um eine Mutation handelt.“

Für Schulen gilt ab sofort: Sobald eine Infektion an einer Schule festgestellt wird, wird für alle Kontaktpersonen ersten Grades (K1) eine PCR-Testung organisiert, um mögliche Ansteckungen auszuschließen. Positiv vorliegende Befunde werden, soweit möglich, auf eine eventuelle Mutation überprüft. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, bis wir mehr über die tatsächlichen Risiken wissen, die die neuen Virusformen mit sich bringen“, betont Hermenau. Erste Erfahrungen machen indes Hoffnung: „Wir haben in einer Grundschule, in der ein Kind mit der britischen Virusmutation infiziert ist, alle K1-Kontakte getestet. Nur ein Fall war positiv und dabei handelte es sich um einen privaten Kontakt, sodass wir nicht von einer Ansteckung in der Schule ausgehen“, berichtet Marlene Graf, ärztliche Leiterin des Gesundheitsamts. „Möglicherweise ist zumindest die britische Variante weniger infektiös als das bisher angenommen wird.“ Solange darüber keine Klarheit herrsche, werde das Gesundheitsamt aber in Bezug auf die mutierten Varianten besondere Vorsicht walten lassen.

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