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Solidaritätskundgebung vor der Gilde-Brauerei in Hannover

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Solidaritätskundgebung für die von Kündigung bedrohten 63 Mitarbeiter*innen der Gilde-Baruerei © Bernd Günther Solidaritätskundgebung für die von Kündigung bedrohten 63 Mitarbeiter*innen der Gilde-Baruerei © Bernd Günther

HANNOVER (PM/red.). Rund 200 Teilnehmer, zum großen Teil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gilde-Brauerei Hannover, sowie mehrere Gewerkschafter und Politiker haben am Samstag (24.10.2020) vor dem Gelände der Gilde-Brauerei in der Südstadt von Hannover eine Solidaritätskundgebung abgehalten. 

Viel Kritik müssen sich die Veranwortlichen der Gilde-Brauerei, einem alten Traditionsunternehmen aus Hannover, von den Rednern anhören. Unter anderem zeigte auch der hannoversche Oberbürgermeister Belit Onay kein Verständnis für die Maßnahmen und machte dieses vor den Versammlungsteilnehmern deutlich. Die Gewerkschaft NGG spricht von einer gezielten Betriebszerschlagung und kritisierte hart auch den Umgang mit dem erst kürzlich gewählten Betriebsrat.

Hintergrund für den Unmut ist unter anderem, dass die Fass- und Flaschenabfüllgesellschaft Hannover GmbH sowie die Leine Logistik GmbH, als zwei der drei im November 2019 abgespaltenen Betriebsteile der Gilde Brauerei, zum 01.10.2020 Insolvenzanträge gestellt haben. 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern droht nun der Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Lena Melcher von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststättenRegion Hannover eröffnete die Solidaritätskundgebung © Bernd Günther

Die beiden von den Insolvenzverfahren betroffenen Betriebe wurden erst im Herbst 2019 als 100-prozentige Töchter der TCB-Konzernmutter gegründet und mit zuvor bei der Gilde Brauerei GmbH Beschäftigten bestückt. Die Spaltung wurde von den Gilde-Geschäftsführern Mike Gärtner und Karsten Uhlmann, die zugleich Geschäftsführer der TCB-Konzernmutter sind, während einer sich zuspitzenden Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten umgesetzt, die bis heute nicht beendet ist. Offiziell begründete die Arbeitgeberseite die Betriebsspaltung mit einer damit einhergehenden Produktivitäts- und Effizienzsteigerung. Die NGG hatte die Betriebszerschlagung kritisiert und als Angriff auf gewerkschaftliche Mitbestimmungsstrukturen gedeutet. „Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass dieses Spaltungskonzept nicht funktionieren wird. Die Insolvenzanträge sehen wir auch als Folge von konzerninternen Volumenverlagerungen. Die Vorgehensweise liegt weiterhin auf der Hand: Spalte und Herrsche!“, erklärt Lena Melcher von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. „Es ist höchste Zeit, dass die Herren Uhlmann und Gärtner ein Mindestmaß an Anstand und Verantwortungsbewusstsein zeigen. Sie können doch nicht einfach zuschauen, wie zwei Gilde-Betriebe in den Ruin getrieben werden – insbesondere in dieser aktuellen Zeit, in der viele andere Arbeitgeber gemeinsam mit ihren Beschäftigten um den Fortbestand ihrer Betriebe kämpfen.“

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