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Wirtschafts-News aus Hannover vom 20.Dezember 2016

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Wirtschafts-News aus Hannover vom 20.Dezember 2016 Börsen-und Wirtschafts-News aus Hannover (C) Ulrich Stamm
Wirtschafts-News aus Hannover vom 20.Dezember 2016

Die Norddeutsche Landesbank informiert:

 

Marktdaten

Bund-Future: 163,23 (+1,11)Bobl-Future: 133,44 (+0,35)10-J Bund Rendite: 0,25 (-0,07)10-J US-Rendite: 2,57 (-0,03)Eonia: -0,354 (0)iTraxx Europe: 71 (-1)iTraxx Crossover: 290 (-3)Gold: 1.134 (0)ÖL/BFO: 54 (0)Xetra-Dax: 11.427 (+43)STOXX50E: 3.258 (-1)Dow: 19.883 (+46)Nikkei: 19.495 (+149)Euro in USD: 1,0383 (-0,0068)Euro in GBP: 0,8384 (+0,0010)Euro in CHF: 1,0683 (-0,0048)USD in Yen: 117,85 (-0,05)

 

Marktumfeld

Analyst: Bernd Krampen (+49 511 361 9472)Am gestrigen Abend ereignete sich in Berlin ein mutmaßlicher terroristischer Anschlag mit einem Lastwagen auf einem Weihnachtsmarkt, bei dem es Tote und Verletzte gab. Bis zum heutigen Morgen sind die Umstände noch nicht vollständig geklärt. Man wird noch abwarten müssen. Am gestrigen Handelstag stand natürlich der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus der Marktteilnehmer. Mit 111,0 Punkten (nach 110,4 Punkten) kam es bei dem wohl wichtigsten deutschen Frühindikator zu einem erfreulichen Anstieg – der sogar etwas höher als gedacht ausfiel. Dabei zogen beide Komponenten an: Während die ifo-Geschäftsbeurteilung auf 116,6 nach 115,6 Punkten zulegen konnte, ergab sich bei den ifo-Geschäftserwartungen ein marginaler Anstieg auf 105,6 nach 105,5 Punkten. Damit kann man von einem vorweihnachtlich versöhnlichen Ausblick auf die deutsche Konjunktur sprechen. Allerdings hatten die bereits verfügbaren deutschen Indikatoren wie vom Sentix, ZEW und Markit PMI in diese Richtung gezeigt. Somit weist der derzeit auf dem Tisch liegende Datenkranz unmissverständlich auf eine ausgesprochen robuste Verfassung der deutschen Wirtschaft hin und macht Hoffnung auf einen guten Start ins neue Jahr. Macht man sich noch einmal bewusst, wovon die letzten sechs Monat geprägt waren – Referendum für einen Brexit, Wahl von Donald Trump als zukünftiger US-Präsident und Votum der Italiener gegen die Verfassungsreform mit anschließendem Rücktritt von Matteo Renzi – kann man schon mal kurz verwundert die Augen reiben! Aber bisher waren sind die Aussichten von einer expansiveren US-Fiskalpolitik schon etwas euphorisierend! Kann das in den kommenden Wochen und Monaten so weitergehen? Wir wollen jedenfalls hinter dem massiven Anziehen insbesondere der US-Renditen ein großes Fragezeichen setzen, da wir uns von Wunderkräften, die derzeit ja offenbar dem nächsten US-Präsidenten nachgesagt werden, nicht so viel versprechen: Zunächst einmal kann der zukünftige Finanzminister Steven Mnuchin den Dollar auch nur einmal ausgeben! Natürlich wird allein der Optimismus Flügel verleihen können, aber Berge versetzen wohl kaum!

Renten

Analyst: Thomas Scholz (+49 511 361 4710)Die bevorstehenden Feiertage wirken sich offensichtlich auch auf die Nachfrage des dominierenden Spielers an den Corporate Bond Märkten aus: Die gestern  von der EZB veröffentlichten Zahlen zum CSPP zeigten mit EUR 698 Mio. die schwächsten wöchentlichen Ankäufe seit Beginn des Programms. Das Gesamtvolumen der Ankäufe liegt nun bei EUR 50,6 Mrd. Wir erwarten, dass die Ankäufe in dieser Woche noch einmal zurückgehen, während in der Weihnachtswoche keinerlei Ankäufe getätigt werden. Der dann sehr illiquide Markt soll nicht größeren Verzerrungen unterworfen werden, als ohnehin schon. Im neuen Jahr werden die Ankäufe wieder deutlich zulegen, sodass das Gesamtvolumen bei einer möglichen Beendigung des Programms im Dezember 2017 bei ca. EUR 153 Mrd. liegen könnte. Eine interessante Entwicklung vollzog sich auch an den Märkten für Kreditausfallderivate (CDS). Der iTraxx Xover (75 Unternehmen ohne Investmentgrade Rating) handelt bei rund 290bp und ist damit auf Jahrestiefststand. Auch der Spread zu seinem Pendant für Unternehmen mit Investmentgrade-Rating hat sein bisher niedrigstes Niveau aus April dieses Jahres mit rund 219bp unterschritten. Vor allem im Dezember lässt sich eine deutliche Outperformance der schwächer gerateten Unternehmen feststellen. Auch die Kurse der Anleihen staatlicher Emittenten verbuchten Kursgewinne, wobei insbesondere die Länder Kerneuropas profitierten; so sank die Rendite von 10-jährigen Bunds um rund 7bp und die französischen Pendants um rund 5bp. Auch die Rendite der niederländischen Bonds aus dem identischen Laufzeitenbereich ging um rund 6bp zurück.

Devisen

Analyst: Bernd Krampen (+49 511 361 9472)Ein solider Anstieg beim deutschen ifo-Geschäftsklimaindex sorgte gestern Vormittag erwartungsgemäß für keine signifikanten Ausschläge auf dem Devisenmarkt: Der Euro in US-Dollar erhielt keinen Rückenwind. Viele neue Impulse von Indikatoren dürften auch in den kommenden Tagen nicht mehr zu verzeichnen sein, da der Datenkalender recht leer ist. Die volatilen US-Durables am Donnerstag dürften die Märkte auch kaum tangieren.

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