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Hildesheim gedachte Opfern des Nationalsozialismus

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Hildesheim gedachte Opfern des Nationalsozialismus Oberbürgermeister Dr,. Ingo Meyer erinnerte in seiner Rede an die Opfer des Holocaust. (C) Stadt Hildesheim

HILDESHEIM. Am 29. Januar wurde auf Einladung der Stadt Hildesheim im Historischen Rathaus der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Den Gedenktag hatte die Stabsstelle Kultur und Stiftungen der Stadt Hildesheim in enger Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim im Rahmen des Projekts „Vernetztes Erinnern“ vorbereitet. Am 27. Januar wird seit 1996 bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Mit Rücksicht auf den jüdischen Sabbat fand die Veranstaltung in diesem Jahr am 29. Januar statt.


Das Violoncello-Ensemble der Musikschule Hildesheim sorgte für den musikalischen Rahmen. (C) Stadt Hildesheim

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer erinnerte in seiner Rede an die Schrecken des Holocaust: „Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung von Auschwitz. Den Ort, der wie kein anderer für den millionenfachen Genozid und damit für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte steht. Die Erinnerung an die Opfer dieses totalitären und brutalen Regimes können wir auf unterschiedlichem Wege bewahren: In allererster Linie dadurch, dass wir die Geschehnisse der Geschichte nicht verschweigen oder gar mit dem Verweis auf eine Verjährung relativieren, sondern wir uns immer wieder dieser Schandtaten bewusst werden, darüber sprechen und auf die Spuren dieses Unrechts aufmerksam machen.“

Doch das sei nur ein Weg, den zum Beispiel das Projekt „Vernetztes Erinnern“ beschreite. Man könne der Opfer darüber hinaus gedenken, indem ihre persönlichen Geschichten erzählt würden wie die von Gustav Fränkel, Renata

Berg und Eduard Berg. Das tat im weiteren Verlauf der Gedenkstunde Dr. Hartmut Häger gemeinsam mit Schülerinnen der Marienschule, die den Vortrag mit szenischen Darstellungen ergänzten. „Einen weiteren Beitrag gegen das

Vergessen können wir außerdem leisten, wenn wir den Opfern nicht nur Namen, sondern ganz bewusst auch Gesichter geben. Genau das tut der Künstler Manfred Bockelmann. Seine Zeichnungen sind aktuell in der Rathaushalle zu sehen und zeigen die jüngsten Opfer des NS-Regimes. Bockelmann möchte die Kinder so vor dem Vergessen bewahren. Diese eindrucksvollen Zeichnungen tragen aber erst recht dazu bei, dass wir heute mit Bedrücken, aber auch mit Entsetzen und mit Scham auf das blicken, was Menschen anderen Menschen angetan haben.

Und umso mehr wird deutlich: Diese Verbrechen dürfen niemals vergessen. werden“, so Dr. Meyer.

Nach der Rede des Oberbürgermeisters sprach Jos Holder, Bürgermeisterin von Hildesheim englischer Partnerstadt Weston-super-Mare, ein Grußwort – ganz im Zeichen der Freundschaft und Völkerverständigung. Anschließend führten Markus Roloff und Klaus Schäfer vom Projekt „Vernetztes Erinnern“ in das Thema ein. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung gestaltete das Violoncello-Ensemble der Musikschule Hildesheim unter der Leitung von Martin Fritz.

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