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SCHÄTZE FÜR DEN KAISER - MEISTERWERKE CHINESISCHER KUNST (1368-1911)

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SCHÄTZE FÜR DEN KAISER - MEISTERWERKE CHINESISCHER KUNST (1368-1911) Taschenuhr (C) RPM
SCHÄTZE FÜR DEN KAISER - MEISTERWERKE CHINESISCHER KUNST (1368-1911)

 

Vom 21. November 2015 bis 4. Dezember 2016 zeigt die Sonderausstellung „Schätze für den Kaiser – Meisterwerke chinesischer Kunst (1368 – 1911)“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) in einzigartiger Weise annähernd 300 Objekte, die ausschließlich aus den kaiserlichen Manufakturen stammen. Sie geben einen faszinierenden Einblick in die vielfältigen Aspekte chinesischer Kunst. Heute wurde die Schau im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

„Wir freuen uns sehr und sind stolz, dass wir als erstes Museum überhaupt diese kostbaren und wunderschönen Leihgaben in Verbindung mit unseren eigenen Stücken zeigen können Möglich war dies nur mit Hilfe von Fördermitteln der EU und des Landes Niedersachsen,“ betonte Museumsdirektorin Prof. Dr. Regine Schulz. Im ersten Teil der neuen Schau veranschaulichen farbenprächtige Kunstwerke aus zwei Privatsammlungen, die noch nie in einer Ausstellung zu sehen waren, die Welt der großen Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie. „Wir stellen hier fünf Themenbereiche als Gemächer im kaiserlichen Palast dar und machen gleichzeitig den Austausch zwischen China und Europa deutlich, der in der Zeit der Ming- und Qing-Kaiser einen Höhepunkt erlebte“ erklärte Co-Kurator Jing Li, ein international renommierter Experte für antike chinesische Kunst aus Beijing, das Ausstellungskonzept. Kostbare Metall- und Lackarbeiten standen einst in der Thronhalle des kaiserlichen Palastes, Objekte religiöser Kunst schmückten den Tempelraum. Der kaiserliche Esstisch war gedeckt mit kostbaren Porzellanen wie denen aus der weltberühmten Sammlung Ohlmer des RPM. Weitere Raumkonstruktionen führen in ein Gelehrtenzimmer und in das Privatgemach des Kaisers. „Es war uns wichtig, die Objekte in Installationen zu präsentieren, die die Umgebung nachempfinden, in der die Objekte tatsächlich einmal ihren Platz hatten,“ beschrieb Ausstellungsdesignerin Stephanie Monteiro Kisslinger das Gestaltungskonzept.   Zu den Highlights zählen in diesem ersten Ausstellungsbereich u. a. ein Paar kupferne Löwen in Cloisonné-Emailtechnik aus der Qing-Dynastie (1644 – 1911), die durch ihre Größe von annähernd 40 Zentimetern und die hochfeine Ausarbeitung bestechen. Sie gehörten einst der weltberühmten Opernsängerin Maria Callas. Ähnliche Objekte finden sich heute im Palastmuseum in Beijing.   Ein Einblick in die seit langem bestehenden Austauschbeziehungen zwischen China, die z. B. durch eine Kollektion ungewöhnlicher Taschenuhren illustriert werden, rundet diesen Ausstellungsbereich ab.Im zweiten Teil der neuen Schau präsentiert sich die neueröffnete Dauerausstellung des Museums mit rund 150 Exponaten. Sie gibt zunächst einen Einblick in das Alte China: Hier erfährt der Besucher mehr über Gesellschaft und Religion, begehrte Materialien und Techniken (z. B. Jade- und Lackarbeiten) sowie Musikinstrumente. Herausragend in diesem Bereich ist u. a. eine runde Dose aus geschnitztem Rotlack. Sie wurde bereits Anfang des 15. Jahrhunderts für den Ming-Kaiser Xuande (Regierungszeit 1425 – 1435) hergestellt, was eine aus sechs Schriftzeichen bestehende Marke aus Goldlack auf dem Boden der Dose erkennen lässt.    Zum Abschluss gewährt die Ausstellung einen Blick in die Sammlung Ohlmer des RPM mit rund 100 ein- und mehrfarbige Porzellanen aus den kaiserlich-chinesischen Manufakturen – darunter weltweit einzigartige Stücke wie zwei blauweiße Kerzenleuchter aus dem Jahr 1740. Faszinierende Farben, Formen und Dekore veranschaulichen eindrucksvoll die chinesische Kunst der Porzellanherstellung vom frühen 15. bis späten 19. Jahrhundert.   Das RPM besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen chinesischen Porzellans in Europa. Schon ab 1880 dem Museum von Ernst Ohlmer gestiftet (1847 – 1927), umfasst der Bestand heute mehr als 300 Objekte. In Betheln bei Hildesheim geboren, verbrachte er den größten Teil seines Lebens als Fotograf und später als hoher Beamter der chinesischen Seezollbehörden in China, wo er in Peking, Guangzhou und Qingdao stationiert war. Begleitet wird die Ausstellung von einer Reihe museumspädagogischer Angebote für Kindergärten, Schulen und Erwachsene sowie einem Rahmenprogramm mit öffentlichen Führungen, Vorträgen und Familientagen.

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