HANNOVER. In der Südstädter Galerie für Fotografie (GAF) ist ab heute Abend eine Serie beeindruckender S/W-Fotografien zu bewundern. In seinem sehr kontrastreichen Bildstil zeigt der 1977 geborener Toby Binder den Alltag von Jugendlichen im immer noch zwischen Royalisten und Republikaner, Protestanten und Katholiken zerrissenen Belfast. Der Nordirlandkonflikt ist vielerorts allgegenwärtig. Dank seines sehr oft verwendeten Weitwinkelobjektes ist der Fotograf mit seinen Aufnahmen gefühlt mittendrin im Geschehen.
Die in der „Eisfabrik“ (Seilerstraße 15d) beheimatete Fotogalerie zeigt noch bis 16. August – unter dem Titel »Wee Muckers – Jugend in Belfast« den, wie es in der Ankündigung heißt, „Alltag junger Menschen zwischen Konflikt, Brexit und Hoffnung.“ Kuratiert wurde die Bilderschau von Florian Müller. Müller lehrt seit 2015 an der Hochschule Hannover im Bereich des dokumentarfotografischen Erzählens.
Mit der neuen Fotoausstellung ist wieder ein bekannter und oft ausgezeichneter Fotograf in Hannover vertreten. Internationale Anerkennung erhielt Toby Binder mit »Wee Muckers – Youth of Belfast«, einer fotografischen Langzeitstudie über das Aufwachsen junger Menschen im Spannungsfeld der nordirischen Konfliktgeschichte. Seine Arbeiten wurden unter anderem mit dem Felix Schoeller Photography Award, dem Philip Jones Griffiths Award sowie Preisen der Sony World Photography Awards ausgezeichnet.
Der Künstler war bei der Vernissage persönlich anwesend und stellte sich im Anschluss an die Laudatio noch den Fragen aus dem Publikum. Unter anderem erzählte Binder, dass rund dreiviertel der in der GAF gezeigten Aufnahmen analog entstanden sind. Vielleicht ist auch darauf zum Teil der starke Eindruck, den die Bilder machen, zurückzuführen.
Die Fotoausstellung ist Donnerstags bis Sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Florian Müller, Kurator der Ausstellung, (links) im Gespräch mit Toby Binder (rechts)