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Phosphorreste am Silbersee gefunden

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Silbersee Langenhagen © Carl-Marcus Müller Silbersee Langenhagen

LANGENHAGEN. Wie die Stadt Langenhagen informiert soll man am Silbersee und an dessen Ufern gesammelte Gegenstände nicht in Jacken- oder Hosentaschen stecken.Die Stadt Langenhagen stellt Hinweisschilder zu falschen Bernsteinen am Silbersee auf. Sie informiert damit über Phosphorreste, die wie Bernstein aussehen und sich im Silbersee befinden können.

Auf dem Gelände des Silbersees befand sich bis zu den 1950er Jahren ein Truppenübungsplatz. Dort wurden während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges unter anderem Kampfmittel erprobt und entsorgt. Die Stadt hat die Uferbereiche und das Flachwasser des Silbersees in den Jahren 2015 bis 2016 gründlich untersucht und aufwendige Bodensondierungen durchgeführt. Während dieser Sondierungen wurde auch Phosphor im See gefunden. Insgesamt wurden knapp elf Tonnen Kampfmittel und deren Reste geborgen und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt.

Wie ein tragischer Vorfall vom Sonntag zeigt, kann offenbar trotz aller Aufwände und Mühen nicht ausgeschlossen werden, dass noch Munitionsreste im Tiefwasser des Sees liegen, aus denen nach längerer Zeit Phosphor austreten kann. Solange die Überreste auf dem Boden des Sees liegen, sind sie relativ ungefährlich. Sobald Phosphor aber in den Uferbereich gelangt und trocknet, kann sich die Chemikalie selbst entzünden. Bei Hautkontakt führt Phosphor zu schweren Verletzungen. Die bei der Verbrennung entstehenden Dämpfe sind giftig.

Phosphor ähnelt stark Bernstein. Die beiden Materialien auseinander zu halten, ist kaum möglich. Ein solches Stück fand offenbar ein neunjähriges Mädchen, das zusammen mit seiner Mutter am Sonntag an den Silbersee gekommen war. Es fand im südlichen Bereich des Sees im Wasser gelbliche Gegenstände. Diese steckte es sich in die Tasche, wo sie sich nach kurzer Zeit entzündeten. Das Mädchen erlitt schwere Verbrennungen am Oberschenkel sowie an einer Hand, als es die Gegenstände aus der Tasche zog. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht und dort versorgt.

Die Stadt Langenhagen bedauert den tragischen Vorfall. Sie mahnt nach diesem Vorfall zur Vorsicht. Im Wasser oder am Uferbereich gesammelte Gegenstände sollten auf keinen Fall in Jacken- oder Hosentaschen gesteckt werden. „Besser ist es, sie liegen zu lassen und im Verdachtsfall die Polizei zu informieren“, sagt Boris Ehrhardt, Leiter des Bereichs Ordnung und Sicherheit. Den See jetzt zu sperren, hält er nach den derzeitigen Informationen nicht für erforderlich. „Die Experten der Stadt und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes werden die Lage jetzt aber neu bewerten und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen“, führt Ehrhardt fort.

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