HANNOVER. Der erste Schritt für den Bau von Wohnungen auf dem ehemaligen Grundstück der historischen Gaststätte Wichmann ist getan. Gestern Abend (11. Mai) billigte der Bezirksrat Döhren-Wülfel in seiner Sitzung im Saal des Freizeitheims Döhren mehrheitlich den von der Stadt vorgelegten Bebauungsplanentwurf mit der Nummer 1926 und stimmte der Veröffentlichung zu.
Nach dem Planentwurf soll auf dem Grundstück Hildesheimer Straße 230 zur Straße hin ein Wohnhaus die Baulücke schließen („geschlossene Bauweise“). Das neue Gebäude muss sich dabei in der Höhe und der Dachhgestaltung an die vorhandenen Häuser links und rechts orientierren und zumindest optisch den Eindruck von zwei Wohnhäuser vermitteln. Die Baulinie darf pro Gebäude ausnahmsweise über eine Länge von sechs Metern für die Ausbildung von Zwerchhäusern um 1,5 Meter in Richtung der Hildesheimer Straße überschritten werden. „Dies dient dazu, die Fassaden entlang der Straße zu gliedern und nimmt ein typisches Gestaltungsmerkmal der angrenzenden Bebauung auf“, heißt es dazu in der Begründung. Im hinteren Bereich des Grundstücks sind nach dem Plan dann mindestens drei Reihenhäuser zulässig.
„Den Plan akzeptiere ich mit Bauschmerzen“, sagte Jens Schade von der SPD. Ihm wäre es lieber gewesen, die Stadt hätte den – ursprünglich auch von den Eigentümern versprochenen – Wiederaufbau der Gaststätte Wichmann im Bebauungsplan vorgeschrieben. Doch die Juristen im Rathaus hatten da abgewinkt. Ihrer Meinung nach wäre das ein zu großer Eingriff in das Eigentum des Grundbesitzers und der Bebauungsplan deshalb rechtlich fehlerhaft gewesen.
Wegen rechtlicher Bedenken verzichteten die Städteplaner dann auch weiter darauf, bestimmte Wohnungstypen bzw. -größen vorzugeben. Das stieß bei der CDU übel auf. „Wir wollen hier keine Einzimmerapartements“, betonte Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob. Deshalb stimmten die Christdemokraten gegen den Planentwurf. Mit „Nein“, votierte auch der Vertreter der PDF und die Einzelvertreterin der Linken enthielt sich. Die übrigen anwesenden Mandatsträger im Bezirksrat hoben ihre Hand dann für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Planentwurf.
Nicht umstritten ist hingegen ein Bauprojekt des Deutschen Rotes Kreuzes auf dem Expo-Gelände. Hier soll nicht nur der neue Hauptsitz mit der zentralen Verwaltung des DRK in der Region Hannover entstehen. Auf den rund 3.700 Quadratmetern wird daneben, so berichtete Anton Verschaeren, Vorstandsvorsitzender des DRK, den Bezirksratsmitgliedern zudem eine Autismusambulanz, eine heilpädagische Frühförderung, eine Tagespflege, ein ambulantes Angebot der Jugend- und Behindertenhilfe, Beratungsstellen und ein öffentlich zugängliches Bistro geben. Das Bistro soll als Inklusionsbetrieb geführt werden.
Auch der Neubau der DRK-Rettungswache am östlichen Ende der Zeißstraße macht Fortschritte. Das bisherige Gelände weiter westlich neben der Wienerstraße befindet sich in Privatbesitz. Was mit diesen Grundstück nach dem Umzug des DRK geschieht, ist noch nicht bekannt. Allerdings deutete Anton Verschaeren an, dass die ebenfalls an der Zeißstraße gelegene Kita „Kinderbahnhof Wunderland“ geschlossen werden könnte.