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10 Jahre KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg

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10 Jahre KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und der Neuland Wohnungsgesellschaft Wolfsburg. (C) Stadt Wolfsburg
10 Jahre KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg

Rauminstallation der Künstlerin Schirin Kretschmann

 

Die KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg ist ein einmaliges Gemeinschaftsprojekt von Städtischer Galerie Wolfsburg und Deutscher Bahn in einem Bahnhof. Seit nunmehr 10 Jahren werden internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, im Wartebereich des Hauptbahnhofs zu arbeiten. Die interessanten Ergebnisse dokumentiert die Publikation „10 Jahre KUNST-STATION“.

Mit der Präsentation des Kataloges wurde auch eine neue Ausstellung eröffnet, dieses Mal von der Schirin Kretschmann. Die Künstlerin entwickelte eigens zum Jubiläum eine malerisch-installative Raumarbeit, die den Wartebereich in der Bahnhofshalle in ein warmes, goldgelbes Licht taucht, das eine elementare körperliche Erfahrungen hervorruft, zugleich ein weites Feld individueller Assoziationen eröffnet und womöglich auch gewisse Sehnsüchte auf Reisen zu exotischen Destinationen weckt.

Durch den Einsatz eines sehr spezifischen Farbtons, der sich in einem aufwändigen, mehrstufigen Prozess des Spachtelns, Schleifens und Farbauftrags auf einer hochglänzenden Oberfläche entfaltet, findet eine einmalige Verschränkung von Alltagswelt, technischer Produktion, künstlerischem Schaffen und der Architektur des Hauptbahnhofs Wolfsburg statt. Bewusste Aussparungen innerhalb dieser Raumarbeit dokumentieren unterschiedliche Materialzustände des Herstellungsprozesses und legen dabei nicht nur die Entstehung dieses temporären Kunstwerkes offen. Die von Schirin Kretschmann vor Ort definierten Flächen verweisen in feinsinniger Weise auf die nun 10-jährige Geschichte dieser Kunst-Station und die Entstehungsgeschichte des Wolfsburger Bahnhofs als Ort des Verweilens, des Aufbruchs und des Transits.

So fasst die Künstlerin ihren Ansatz zusammen: „Die Setzung der Streifen bei Buren lässt Widerstände, Gegensätze aber auch Zusammenhänge hervortreten. Ästhetische Raumerfahrung wird zu einer körperlichen Erfahrung, die es unmöglich macht, das ästhetische Objekt als autonomes Gefüge zu sehen, das die externen Gegebenheiten aus sich und seiner Beobachtung ausschließt.“

Schirin Kretschmann (*1980 in Karlsruhe, lebt und arbeitet in Berlin) studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, am Centro Nacional de las Artes Mexico City und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Kunstmuseum Stuttgart, im Bündner Kunstmuseum Chur, im Kunsthaus Baselland, in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie im öffentlichen Raum gezeigt. Zu ihren künstlerischen und kuratorischen Forschungsprojekten gehören „Präparat Bergsturz“ (Hochschule der Künste Bern), „six memos for the next...“ (Magazin4, Bregenzer Kunstverein) und die künstlerisch-wissenschaftliche Promotion „Nomadic Competences“ (Bauhaus Universität Weimar). Im Jahr 2015 ist sie Stipendiatin der BS Projects der HBK Braunschweig und des Landes Niedersachsen.

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