Bestattet wurde der ehemalige Bundespräsident auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
BERLIN. Am 16. Januar 1931 wurde Johannes Rau als drittes Kind der Eheleute Ewald Rau und Helene Rau, geb. Hartmann in Wuppertal geboren. Von 1969 bis 1970 war er Oberbürgermeister in seiner Geburtsstadt und wurde anschließend Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. Von 1978 bis 1998 war er dann der sechste Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1977 bis 1998 war er auch Landesvorsitzender der SPD. Bei der Bundestagswahl 1987 war er Kanzlerkandidat der SPD gewesen, unterlag jedoch dem seinerzeit amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Mai 1998 trat er als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück und im selben Jahr auch als Landesvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 1994 nominierte die SPD Johannes Rau erstmals als ihren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Er unterlag aber im dritten Wahlgang dem Kandidaten der CDU, Roman Herzog. Seit der Bundestagswahl 1998 hatte Rot-Grün eine Mehrheit im Bundestag und Rau wurde im November 1998 von der SPD erneut als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Am 23. Mai 1999 wählte ihn die Bundesversammlung im zweiten Wahlgang zum achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.

Ehrengrab für den ehemaligen (achten) Bundespräsidenten der BRD Johannes Rau auf dem
Dorotheenstädtischen Friedhof – © Fotos: Lothar Schulz 2022
Seine Amtszeit als Bundespräsident endete am 30. Juni 2004. Am Vortag war er mit einem Großen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedet worden. Auch religiöse Motive spielten in seinem politischen Wirken eine Rolle. Von 1965 bis 1999 gehörte Johannes Rau der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland an und war stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung. Auch dem Deutschen Evangelischen Kirchentag war Rau eng verbunden: von 1966 bis 1974 war er Mitglied in dessen Präsidium und nahm auch danach regelmäßig am Kirchentag in offizieller Funktion und als Privatmann teil. Eines seiner bekanntesten Zitate lautete „Versöhnen statt spalten“. So wurde Johannes Rau von vielen als moralische Instanz, die stets auf gesellschaftlichen Ausgleich bedacht war, gesehen.

Rau Ehrengrab – © Foto: Lothar Schulz 2022
Rau war in vielen Ehrenämtern tätig und übernahm zahlreiche Schirmherrschaften. Johannes Rau starb am 27. Januar 2006 in Berlin im Kreise seiner Familie. Die Beisetzung erfolgte am 7. Februar (anschließend an einen Trauerstaatsakt) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin im engsten Familien- und Freundeskreis. Am heutigen Dienstag (27.01) soll anläßlich des 20. Todestages von Johannes Rau
um 11:00 Uhr eine Kranzniederlegeung an seinem Grab erfolgen.

Rau Ehrengrab – Grabstein- © Foto: Lothar Schulz 2022
