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Heute vor zehn Jahren starb Manfred Krug

Schauspieler, Sänger und Schriftsteller – ein Star in Ost und West



STAHNSDORF. Manfred Krug wurde am 8. Februar 1937, an einem Rosenmontag, in Duisburg als erstes Kind der Eheleute Rudolf und Alma Krug geboren. Krugs Vater zog 1949 nach seiner Scheidung mit dem Sohn von Duisburg in die gerade gegründete DDR nach Leipzig. Manfred Krug absolvierte eine Lehre zum Stahlschmelzer im Stahl- und Walzwerk in Brandenburg an der Havel. Ein Spritzer flüssigen Stahls hinterließ eine markante Narbe auf seiner Stirn. Während dieser Zeit machte er an der Abendschule das Abitur. Danach begann er ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, das er jedoch abbrechen musste. Im Jahr 1955 wurde er für 250 Mark Monatsgage als Eleve beim Berliner Ensemble engagiert, bei dem er bis 1957 blieb. Ab 1957 trat Krug im Kino und Fernsehen der DDR in Rollen von Halbstarken und Ganoven auf. In dem DEFA-Märchenfilm König Drosselbart (1965) war er in der Titelrolle zu sehen. Zu seiner Bekanntheit trug insbesondere auch seine Rolle als draufgängerischer Brigadeleiter im Film “Spur der Steine” bei. Der Film wurde im Jahr 1966 nach nur drei Tagen aus den Kinos genommen und in der DDR verboten. Er durfte in der DDR erst während der Wendezeit 1989 wieder gezeigt werden. In der DDR war Krug auch als Jazz-Sänger populär. Ende 1976 hatte Krug das Protestschreiben gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnet. Infolgedessen bekam er keine Rollenangebote mehr, was einem Berufsverbot gleichkam. Das Ministerium für Staatssicherheit eröffnete Anfang Dezember 1976 einen sogenannten Operativ-Vorgang gegen Krug. Am 19. April 1977 stellte dieser einen Ausreiseantrag, der schließlich genehmigt wurde und er Ost-Berlin am 20. Juni 1977 verlassen konnte. In seinem privaten Umfeld wurde er bis zur Ausreise und auch noch in West-Berlin von der Staatssicherheit beschattet.

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Grabsteine von Ottilie und Manfred Krug mit Autogrammen – Manfred Krug war ab 1963 mit Ottilie Krug
verheiratet – © Foto: Lothar Schulz 2026
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Grabstein von Manfred Krug mit Autogramm – © Foto: Lothar Schulz 2026


Krug wohnte nach seiner Ausreise im Westteil der Stadt in Berlin-Schöneberg. In der Bundesrepublik setzte er seine Karriere nahtlos fort. In einer seiner ersten Rollen war er von 1977 bis 1992 als Fernfahrer Franz Meersdonk in der ARD-Serie “Auf Achse” zu sehen. Große Popularität erlangte Krug in der Rolle des eigenwilligen Rechtsanwalts Robert Liebling in der Fernsehserie Liebling Kreuzberg. Beliebt war er auch als Kommissar Paul Stoever an der Seite von Charles Brauer als Peter Brockmöller im Tatort des NDR. Diesen verkörperte er von 1984 bis 2001 41-mal, womit Krug zeitweise der „dienstälteste“ Tatortkommissar war und 2008 in einer Umfrage zusammen mit Brauer zum zweitbeliebtesten nach Götz George gewählt wurde. In späteren Tatort-Folgen wurde es zum Ritual, dass Stoever und Brockmöller eine Gesangseinlage darboten. Nach seinem letzten Tatort im Jahr 2001 zog Krug sich aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück. Manfred Krug war auch als Schriftsteller tätig. Seine Biografien Abgehauen (1996) und Mein schönes Leben (2005) wurden zu Bestsellern. Krug lebte zuletzt in Berlin-Charlottenburg.

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Mauer am Eingang zum Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf (Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark) – © Foto: Lothar Schulz 2026

Am 21. Oktober 2016 starb Manfred Krug im Alter von 79 Jahren im Kreise seiner Familie an einer Lungenentzündung. Beigesetzt wurde er am 3. November auf dem Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf (Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark).

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Grabstein von Manfred Krug mit Autogramm – © Foto: Lothar Schulz 2026






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