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StartFrankfurt am MainBörsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 11.März 2023

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 11.März 2023

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FRANKFURT/MAIN.

Sorgen bezüglich der Gesundheit des US-Finanzsektors haben die europäischen Börsen am Freitag stark belastet. Probleme der amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB) hatten die Nervosität angefacht. Diese ist ein Finanzierer kleiner und mittlerer Tech- und Biotech-Unternehmen. Technologiefirmen leiden besonders unter den derzeit hohen Zinsen, weil sich dadurch ihre Refinanzierung erschwert. Vor diesem Hintergrund sackten Bankaktien europaweit ab.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) fiel um 1,32 Prozent auf 4229,53 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 1,52 Prozent.

Der Pariser Leitindex CAC 40 verlor am Freitag 1,30 Prozent auf 7220,67 Punkte. Der britische FTSE 100 litt besonders unter der Schwäche der Finanzwerte und büßte 1,67 Prozent auf 7748,35 Zähler ein.

Joachim Klement, leitender Stratege der Investmentbank Liberum Capital, sprach von wachsenden Ängsten vor einer Kreditklemme – auch wenn er nicht davon ausgeht, dass die Situation der SVB eine unmittelbare Bedrohung für das europäische Bankensystem darstellt. Notleidende Kredite dürften im laufenden Jahr zwar zunehmen, aber die Reserven der Banken in Europa und den USA seien ausreichend, um mögliche Probleme aufzufangen.

Analystin Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown schrieb: „Die leichte Panik, die den Finanzsektor erfasst hat, lässt sich nur schwer abschütteln, obwohl der aktuelle US-Arbeitsmarktbericht auf eine Abkühlung des Lohnwachstums hindeutet.“ Die Sorge bezüglich der Zinssätze verunsichere nach wie vor die Anleger, die durch die hohen Kursverluste des kleinen US-Tech-Kreditinstituts SVB aufgeschreckt worden seien.

Unter den Einzelsektoren verzeichneten Banken- und Finanzwerte die höchsten Verluste. Am EuroStoxx-Ende knickten die Papiere von ING (ING Group) um 4,6 Prozent ein.

Noch scheine die Silicon Valley Bank ein Einzelfall zu sein, betonte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Aber wie groß die Ansteckungsgefahren unter Banken sind, das haben frühere Krisen gezeigt. Deshalb reagieren Anlegerinnen und Anleger so sensibel auf die Nachrichten aus Kalifornien.“

Die Nachrichten zur SVB kamen zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Silicon Valley Bank benötigte zur Abfederung von Verlusten aus dem Portfolio eine Milliardenkapitalerhöhung, die aber nicht zustande kam. Am Freitag wurde die Silicon Valley Bank von der kalifornischen Behörde für Finanzschutz und Innovation geschlossen, zudem wurde ein Konkursverwalter eingesetzt. Die Krise am Markt für Digitalwährungen hatte zuvor mit dem US-Finanzkonzern Silvergate Capital ein Schwergewicht der Branche in die Knie gezwungen.

Auch fast alle anderen Branchen verzeichneten Verluste. Lediglich der Versorger-Sektor schaffte ein geringfügiges Plus. Er ist nun für die Analysten der Bank Credit Suisse die bevorzugte defensive Branche. Versorgungsunternehmen böten im Sektorvergleich hervorragende Fundamentaldaten mit einem soliden freien Barmittelzufluss und einer besseren Ertragsdynamik, wobei die Versorger auch von den längerfristigen Treibern für den Übergang zu sauberer Energie profitieren dürften.

Quelle: finanzen.net


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