44 Wohnungen evakuiert
ROSTOCK. Ein Fußgänger hatte am Freitagmorgen (23.10.) einen Riss an der Strebe im oberen Bereich des Auslegers des historischen Krans bemerkt. Er informierte den Trägerverein, der den blau-gelben Hellingkran als technisches Denkmal betreibt und ihn für Events und Hochzeiten vermietet. Der Schiffbaukran war 1976 beim VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig gebaut und an der Warnow errichtet worden. Mit dem Kran wurden bis 1991 Schiffsbauteile mit bis zu 40 Tonnen Gewicht gehoben. Der Kran mit der technischen Bezeichnung „Neptun PWK B 40“ hat eine Bauhöhe von 65 Metern. Bis 2024 war der Kran auf dem Gelände der ehemaligen Werft für rund zwei Millionen Euro umgebaut worden. Neu eingebaut wurde ein Aufzug, der den Weg über die 136 Stufen der außen liegenden Wendeltreppe erspart. Der ehemalige Maschinenraum im Kran bietet Platz für Veranstaltungen mit etwa 30 bis 40 Gästen. Außerdem wurden eine Hochzeitssuite inklusive Bett mit Sondermaßen, ein Bad, eine Toilette und eine kleine Küche eingebaut. Der Kran ist fixiert und der Ausleger kann nicht mehr geschwenkt werden. Beides erschwert jetzt die Sicherungsarbeiten. Wie die Rostocker Stadtverwaltung mitteilte, kann der Kran voraussichtlich erst von Mittwoch an gesichert werden. Derzeit seien die notwendigen Arbeiten aufgrund des starken Windes nicht möglich. Am Montag sollen drei Spezialkräne anrollen und aufgebaut werden. Mit ihrer Hilfe sollen Teile des Auslegers demontiert werden. Wegen des Risses an einer Strebe besteht weiter die Gefahr, dass dieser Ausleger herabzustürzen könnte. Mit Drohnenkameras wird der Zustand des beschädigten Bauteils regelmäßig überprüft und dokumentiert. Bei einem Absturz des Auslegers wären Anwohner gefährdet. Bereits am Freitag waren 44 Wohnungen und die Räume einer Tagespflege des Hauses unter dem Kranausleger evakuiert worden. Die etwa 100 BewohnerInnen und Geschäftsleute sind nach Angaben der Stadt anderweitig untergekommen. Voraussichtlich werden sie erst am 2. November nach Abschluss der Sicherungsarbeiten in ihre Wohnungen und Büros zurückkehren können.