HANNOVER. Eine neue Sonderausstellung im Landesmuseum Hannover wirft ihre Schatten voraus. Ende dieses Jahres dürfte wohl über dem Museum eine schwarze Piratenflagge wehen. Denn die für Ende November angekündigte archäologische Sonderausstellung wird sich den Freibeutern der Meere widmen.
Es soll eine Schau „jenseits von Hollywood, Eryl Flynn und Johnny Depp“ werden, verspricht Dr. Florian Klimscha, Kurator der archäologischen Sammlung des Museums. „Wir zeigen zum ersten Mal archäologische Funde von Originalpiratenschauplätzen die zum Teil bis in die Bronzezeit zurückgehen“, berichtet er. Unter anderem finden sich Ausgrabungsstücke von der Sibetsburg in Wilhelmshaven. Die einstige ostfriesische Häuptlingsburg diente lange Zeit den „Vitalienbrüdern“ (zu denen der Legende nach auch Klaus Störtebeker gehört haben soll) als Schlupfwinkel und war mit mehreren Wällen und Wassergräben gesichert. 1433 machte dann eine große Streitmacht der Hanse dem Piratennest ein Ende. „Hochkarätige Leihgaben, die teils erstmals in Deutschland zu sehen sind, lassen die Welt der Piraten lebendig werden“, heißt es im dazugehörigen Flyer. Neben Funde aus dem deutschen Raum geht es dabei auch in die weite Welt hinaus. 1702 sank das Piratenschiff Speaker vor Mauritius. Archäologen fanden das Wrack und daraus geborgene Funde wie Waffenreste und Münzen kommen ebenfalls nach Hannover. Ab 27. November kann die Piratenschau geentert werden.
Im Frühling taucht das Landesmuseum aber erst einmal auf. Ab 24. April 2026 wird unter dem Titel „Aufgetaucht“ der Maler Philipp Klein im Kreis der Impressionisten vorgestellt. Gemeinsam mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim widmet sich das Landesmuseum Hannover umfassend dem Werk des früh verstorbenen Malers Philipp Klein. Rund 100 Arbeiten – viele davon über Jahrzehnte in privaten Sammlungen verborgen – machen sein Gespür für Licht, Farbe und Bewegung neu sichtbar und verorten ihn im Umfeld von Künstlern wie Lovis Corinth, Max Liebermann und Paula Modersohn-Becker. Prof. Dr. Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums: „Zwei Werke des Malers werden erstmals in Hannover gezeigt.“
Das Ausstellungsjahr beginnt allerdings mit einer Fortsetzung aus 2025. Noch bis zum 1. März 2026 läuft die Ausstellung „Verwandlung der Welt – Meisterblätter von Hendrick Goltzius“. Rund 80 Arbeiten des niederländischen Kupferstechers zeigen die außergewöhnliche Bandbreite eines Künstlers, der mit stilistischer Virtuosität und thematischer Vielfalt zu den prägenden Figuren seiner Zeit zählt.
Die Vorstellung des Jahresprogramms des Landesmuseums begann mit einem Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate. Es war ein Erfolg für das neue Konzept der Museumswelten. Direktorin Lembke: „Wir haben mit exakt 180.000 Besuchern eine Punktlandung gemacht.“ So startet dann das Landesmuseum selbstbewusst ins neue Jahr 2026. Der Kurs, Kultur und Unterhaltung miteinander zu verbinden, soll dabei weiterverfolgt werden.
Allerdings musste das Museum nach zehn Jahren seine Eintrittspreise anpassen. Eine normale Tageskarte für Erwachsene kostet nun 10 Euro. Wobei nicht alles teurer wird. Für Kinder von 6 bis 17 Jahren wurde der Eintritt sogar gesenkt. Pressesprecher Dennis von Wildenradt: „Die Anpassung hat für Besucher und Besucherinnen auch Vorteile. Künftig sind alle Sonderausstellungen im Eintritt enthalten und der Eintritt für Kinder wird reduziert. Soziale Angebote bleiben bestehen, darunter der freie Eintritt freitags ab 14 Uhr in die Sammlungen – Sonderausstellungen sind davon weiterhin ausgenommen – sowie günstige Angebote für Schulklassen und familienfreundliche Tarife.“
