Frontfrau der Gruppe Silly – eine der außergewöhnlichsten deutschen Rocksängerinnen
BERLIN. Heute vor 30 Jahren, am 22. Juli 1996, starb Tamara Danz, Sängerin sowie Kopf und Herz der Band Silly. Geboren wurde sie am 14. Dezember 1952 in Winne (heute zu Breitungen/Werra, Landkreis Schmalkalden-Meiningen). In Münchehofe, einem Ortsteil von Hoppegarten, hat sie zusammen mit ihren Eltern einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Im Jahr 1978 stieß Tamara Danz zur Band Familie Silly, die sich 1980 in Silly umbenannte. Mit ihren Kollegen von Silly probte sie in einer ausgebauten Scheune in Müchehofe.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe APRÈS CHURCH las der Musikexperte Wolfgang Martin im Jahr 2023 im KunstHof in Köpenick aus seinem Buch „Paradiesvögel fängt man nicht ein – Hommage an Tamara Danz‟ – © Foto: Lothar Schulz 2023
Die Frontfrau der Gruppe Silly avancierte zu einer der namhaftesten Rocksängerinnen der DDR und wurde international bekannt. Sie war der größte Rockstar der DDR – und eine der außergewöhnlichsten Sängerinnen der deutschsprachigen Musik. Danz wurde 1981, 1983, 1985 und 1986 von Kritikern der DDR-Musikszene zur „Besten Rocksängerin des Jahres“ gewählt. Im Jahr 1981 holte sie Ritchie Barton zu Silly, mit dem sie auch zusammenlebte. Zu dieser Zeit gab Silly 150 Konzerte im Jahr. 1986 war Danz Sängerin der Allstar-Band Gitarreros, wo sie Uwe Hassbecker kennenlernte, den sie auch zu Silly holte. Tamara, die widerspenstig-schillernde Rock.Ikone, ließ sich weder von Parteifunktionären im Osten noch von Plattenlabels im Westen vereinnahmen und verstand es auch sonst ihren Kopf durchzusetzen. Zu den bekanntesten Silly-Songs zählen wohl Mont Klamott (1983) und Bataillon d’Amour (1986). Im Jahr 1995 wurde bei Tamara Danz Brustkrebs diagnostiziert. Im März 1996 heiratete sie ihren Bandkollegen Uwe Hassbecker.
Veranstaltung im Jahr 2023 im KunstHof in Köpenick anlässlich des Todestages von Tamara Danz – © Foto: Lothar Schulz 2023
Sie starb im Juli 1996 und wurde auf dem Friedhof in Münchehofe beerdigt. Ihr früher Tod – mit 43 Jahren – machte sie zur Legende. Sie wurde als Rock-Idol, als die ostdeutsche Antwort auf Janis Joplin, Tina Turner oder Patty Smith bezeichnet. Toni Krahl, Musiker der Band City erklärte zur Bedeutung von Danz:
„Es gab weit und breit keine andere Rocksängerin, die ihr das Wasser reichen konnte – nicht mal ansatzweise. Sie war in der DDR konkurrenzlos.“
Büchertisch –
Im KunstHof in Köpenick las der Musikexperte Wolfgang Martin im Jahr 2023 aus seinem Buch „Paradiesvögel fängt man nicht ein – Hommage an Tamara Danz‟ – © Foto: Lothar Schulz 2023