BAD NENNDORF. Resolut wies die ältere Dame ihre Begleiterin zu recht. „Das ist eine LandesGARTENschau, nicht eine LandesBLUMENschau“, sagte sie, es gebe also keinen Grund, sich über zu wenig Blumen zu beschweren. Allerdings war jene angesprochene Frau nicht die einzige an diesem Tag, die etwas enttäuscht eher ein Blumen- und Blütenmeer erwartet hatte. Doch auch wenn die niedersäschsische Landesgartenschau in Bad Nenndorf nicht der Insel Mainau oder dem niederländischen Keukenhof in Sachen Blumenfelder nacheifert, ein Spaziergang durch den umgestalteten und erweiterten Kurpark lohnt sich. Beeindruckend ist etwa die Süntelbuchen-Allee (auf den letzten Metern wäre eine bessere Ausschilderung wünschenswert) oder der weite Blick ins Schaumburger Land vom Panoramaweg.
Die Anzeigetafel am Eingang an der Kurpromenade verkündete heute noch „90 Tage“. Die diesjährige Landesgartenschau in Bad Nenndorf hat die Halbzeit erreicht.Noch bis zum 18. Oktober blüht das Staatsbad am Deister (mehr oder weniger) auf und auf den Bühnen wird Programm nicht nur für Gartenfreunde geboten, Selbst eine Open-Air-Kirche ein Stück weit hinter dem Schlösschen (1806 im Auftrage des Kurfürsten Wilhelm 1. von Hessen als Sommerresidenz erbaut) bietet einen Platz für die innere Einkehr.
Immer wieder ein Fotomotiv: Die „Alltagsmenschen“ der Künstlerinnen Laura und Christel Lechner. Diese überlebensgroße Betonskulpturen sind ein beliebtes Fotomotiv, um in ihrer Gesellschaft den Partner oder die Partnerin bzw. seine Freunde und Bekannte abzulichten.
Die Tageskarte kostet für Erwachsene 24 Euro. Es gibt aber verschiedene Ermäßigungen, außerdem Karten für Jugendliche und Kinder sowie Gruppentickets und Dauerkarten.