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Vor 320 Jahren – Einweihung der ersten Evangelisch-reformierten Kirche in Hannover

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Nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut vom Architekten Dieter Oesterlen


HANNOVER. Im Deutschland des 16 Jahrhunderts bestimmten meistens die jeweiligen Landesherren welche Konfession in ihrem Land gelten sollte (cuius regio, eius religio – lateinisch für wessen Land(esherrschaft), dessen Religion). Die römisch-katholische Lehre wurde vielerorts durch die Lehren der Reformation ersetzt. Neben der lutherischen Kirche entwickelte sich auch eine evangelisch-reformierte Kirche. Diese geht zurück auf die Reformation in der Schweiz, vor allem in Zürich und Genf. In Zürich war es zunächst Ulrich Zwingli (1484 – 1531), der aufgrund von Missständen eine Reform der Kirche begann. Seine große reformatorische Entdeckung war, zunächst ganz unabhängig von Luther, die Autorität der Bibel. Seine Reformation zog in der deutschsprachigen Schweiz große Kreise. Für die weltweite reformierte Bewegung waren dann die Stadt Genf und der aus Frankreich geflohene Reformator Johannes Calvin (1509 – 1564) wichtig. Aus Frankreich flohen im 16. und 17. Jahrhundert reformierte Christen, die in ihrem Land verfolgt wurden: die Hugenotten. An mehren Orten Deutschlands, u. a. in Hannover, wurden sie aufgenommen und gründeten dort eigene Gemeinden. Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Hannover entstand im Jahre 1819 aus dem Zusammenschluss einer hugenottischen Gemeinde und einer deutschen reformierten Gemeinde (gegründet im Jahre 1703). Der erste Kirchenbau wurde maßgeblich von der späteren Kurfürstin Sophie unterstützt und 1705 (am 20.11.1705) eingeweiht. Wegen Baufälligkeit wurde fast 200 Jahre später ein Neubau nötig. Nach einem Entwurf des Königlichen Baurats Prof. Hubert Stier entstand von 1896 bis 1898 der neue Kirchenbau. Im Oktober 1943 wurde das Kirchengebäude in einer Bombennacht fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau begann 1948 und wurde nach mehreren Phasen erst im Jahre 1963 abgeschlossen. Der Bau glich, da die Umfassungsmauern erhalten geblieben waren, dem Neubau des 19. Jahrhunderts. Dabei wurde – auch mit Rücksicht auf die Baustatik – auf den Turmhelm verzichtet. Das Innere der Kirche wurde nach den Plänen von Prof. Dieter Oesterlen gänzlich neu gestaltet. Im Kirchturm hängt ein dreistimmiges Glockengeläut. Die große und die kleine Glocke wurden 1897 von der Radlerschen Glockengießerei in Hildesheim gegossen und waren ein Geschenk der englischen Königin Victoria. Die mittlere Glocke wurde 1966 in der Glocken- und Kunstgießerei Rincker (Sinn/Hessen) als Ersatz für eine im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken beschlagnahmte Glocke gegossen. Die Kirche befindet sich in der Calenberger Neustadt an der Lavesallee gegenüber vom Niedersächsischen Landesarchiv Hannover und vom Landesinnenministerium am Waterlooplatz sowie dem Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers in der Brandstraße. Heute gehören der ev.-ref. Kirchengemeinde Hannover ca. 4.900 Gemeindeglieder an. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf ca. 5.700 Quadratkilometer. Dazu gehören die Stadt und Region Hannover und die Landkreise Nienburg und Diepholz.

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