HANNOVER. Antrag erfolgreich: Im Mai 2025 forderte der Bezirksrat Döhren-Wülfel auf Antrag der SPD-Fraktion die Stadt auf, für mehr Verkehrssicherheit auf die Fahrbahn der Eupener Straße (Seelhorst) und einigen Straßen im Vitalquartier (Mittelfeld) das Verkehrszeichen 274.1 (Tempo 30) aufzumalen. Damit sollen Autofahrer an die dort geltende Höchstgeschwindigkeit erinnern werden. Die Stadtverwaltung kommt diesen Antrag nach. In einer Mitteilung an den Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel heißt es jetzt: „Die 30-Markierungen im Bereich des Vitalquartiers (Paderborner Straße und Hannelore-Kunze-Straße) wurden bereits ausgeführt. Die Umsetzung der 30-Markierungen in der Eupener Straße erfolgt in Kürze.“
Vor 15 Jahren: Tödliche Katstrophe in Duisburg
Tote und Massenanfall von Verletzten bei der Loveparade 2010
DUISBURG. Der Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg ist seit 15 Jahren ein Ort der Trauer, des Gedenkens und des Erinnerns an die Loveparadekatastrophe. 15 Jahre nach dem schrecklichen Ereignis im Jahr 2010 in Duisburg löst sich nun die Opferstiftung auf. Bernhard Ludwig, Notfallseelsorger und Feuerwehrmann erklärte, dass es verständlich sei, dass die Arbeit der Stiftung jetzt endet: „15 Jahre sind eine lange Zeit“, so Ludwig „konkret können wir mit der Stiftung nichts mehr für die Menschen tun.” Die Stadt Duisburg will jetzt die Gedenkveranstaltungen weiterführen. Die Loveparadekatastrophe war eines der größten Unglücke, die das Ruhrgebiet heimsuchte. Beim Ausbruch einer Massenpanik in einer Unterführung auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände der Loveparade 2010 gab es 21 Tote und mehr als 650 Verletzte.
Menschenmenge auf dem Veranstaltungsgelände – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2010
Zu dem Unglück kam es, weil, so stellte es ein Gericht fest, „bei Planung und Genehmigung der Veranstaltung erhebliche Fehler gemacht wurden“. Dafür konnte allerdings vor Gericht niemand zur Verantwortung gezogen werden. Fast drei Jahre dauerte der Prozess. Es gab zehn Angeklagte jedoch keiner von ihnen wurde verurteilt. In den 1990er- und 2000er-Jahren war die Loveparade wohl das angesagteste Techno-Event der Welt. Zur Loveparade sollen 1999 etwa 1,5 Millionen Menschen gekommen sein. In Berlin als kleine Tanz-Parade entstanden, wurde die Parade zu einem Massenspektakeld das durch die Straßen Berlins zog. Im Jahr 2010 zog das Event nach Duisburg um, wo es beschränkt auf dem umzäunten Gelände des alten Güterbahnhofs stattfand.
Menschenmenge auf dem Veranstaltungsgelände – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2010
Die Veranstaltung begann offiziell um 12 Uhr. Schon am frühen Mittag strömte eine riesige Menschenmenge vom Duisburger Bahnhof zum Veranstaltungsgelände. Die Veranstalter hatten nur einen zentralen Eingang vorgesehen: Über einen Tunnel wurden die BesucherInnen von zwei Seiten zu einer Rampe geführt, über die sie auf die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs mit den Bühnen kommen sollten. Das Unglück ereignete sich dann im unteren Bereich der östlichen Hauptrampe im Zugangsbereich wo es zu einem Gedränge, zu Wellenbewegungen und massiven Drucksituationen und Panik unter den Besucherinnen und Besuchern kam.
Loveparadekatastrophe 2010 in Duisburg – Einsatzkräfte des Malteserhilfsdienstes – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2010
Bald steigt wieder die große Seeparty rund um den Maschsee
HANNOVER. Die Maschsee-Leuchttürme stehen schon. Das Maschseefest wirft seine Schatten voraus. Am Nordufer und an Teilen des Rudolf-von-Bennigsen-Ufer sind die Aufbauarbeiten für die Buden und Stände bereits gestartet. Am 30. Juli um 18 Uhr geht die Seesause mit der traditionellen Eröffnungsparade am Nordufer dann richtig los. 19 Tage lang können dann die Hannoveraner und ihre Gäste rund um den beliebten See bei hoffentlich gutem Wetter den Sommer und ihr Lieblingsgewässer feiern. Viel Musik und viel Kulinarisches sind angesagt. Das ganze Programm ist unter https://www.hannover.de/Veranstaltungskalender/Maschseefest im Internet zu finden.
Alpenverein ehrte seine Jubilare
HANNOVER. Die Sektion Hannover des Deutschen Alpenvereins ehrte kürzlich seine Jubilare. Bei Kaffee und Kuchen in der Kletterhalle „Griffreich“ an der Peiner Straße (Döhren) gab es Urkunden und Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft. Zuvor konnte – wer wollte – bei einem kleinen Rundgang die historischen Relikte des Stadtteils Döhren erkunden. Die Jubilare, die sich hier zu einem Foto zusammengefunden haben, sind Dr. Eberhard Meissner, Wolfgang Kamp, Hans-Georg Friedrich, Christian Stelter, Mathias Oehlke, Andreas Schreck, Heinrich Heeren, Benjamin Schmidt, Stefan Warzecha. Ganz links im Bild steht Lena Burandt, die 3. Vorsitzende der hannoverschen Sektion.
Mitglieder des Bezirksrates Döhren-Wülfel besuchten den Alpenverein
HANNOVER. Ein bedeutendes Angebot für Klettersportler findet sich in der Peiner Straße im hannoverschen Stadtteil Döhren: Die Kletterhalle Griffreich. Hier hat die Sektion Hannover des Deutschen Alpenvereins ihren Sitz. Mitglieder des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel besuchten heute (17. Juli) die Kletterhalle, um sich vor Ort über diesen wichtigen hannoverschen Verein in ihrem Bezirk zu informieren.
Jens Gröger und Felix Küpper (1. Vorsitzender und 2. Vorsitzende der Sektion) berichteten den Ortspolitiker über die Vereinsarbeit und die sportlichen Angebote zum Klettern. Bei einer Führung durch das Haus wagte sich spontan Sarah Röttger (Fraktionschefin bei den Grünen) in die Höhe und erklomm im Boulderbereich sogar einige Klettersteine. „Es ist toll, dass wir den Alpenverein bei uns im Stadtbezirk haben“, hieß es dann auch aus den Reihen der Bürgervertreter..
Übrigens: das kleine Bistro der Kletterhalle ist für alle geöffnet. Man muss weder Mitglied im Alpenverein sein noch klettern, um hier eine Tasse Kaffee, ein anderes Getränk oder eine kleine Stärkung für den Magen zu genießen.
Die Straße als Bühne für den Fotografen – neue Ausstellung in der GAF
HANNOVER. Die Überraschung kam zu Schluss. Als Laudator Ulrich Rüter, Kunst- und Fotografiehistoriker aus Hamburg, heute Abend (16. Juli) die neue Fotoausstellung in der GAF für eröffnet erklärt hatte, ließ der eben durch die Rede geehrte Fotograf Achim Sperber eine Schubkarre mit einer blauten Mülltüte hereinbringen, Zweimal zog er seine Runde durch die Galerie für Fotografie (GAF), dann schnitt er die Tüte auf. Herauspurzelten unzählige alte Diapositive in Papprähmchen, schichteten sich zu einem Bilderberg auf. Teile des Lebenswerkes des inzwischen 75jährigen Fotografen Sperber. „Greifen Sie zu!“ er den Gästen der Vernissage zu. „Jeder darf sich heute ein Dia mitnehmen.
Über eine halbe Million Fotos hat Achim Sperber im Laufe seines über 50jährigen Schaffens auf den Film gebannt. Nur ein ganz kleiner, dafür aber ein umso eindrucksvoller Ausschnitt aus seinem Fotoarchiv wird nun in der GAF (Eisfabrik, Seilerstraße 15d) gezeigt.
Thema ist die Steetfotografie. „Als Straßenfotograf ist man Jäger und Sammler“, sagte Ulrich Rüter, als er in die Ausstellung einführte. Er sparte auch nicht mit der kritischen Anmerkung, dass die Kunst der Streetfotografie heute angesichts des „Rechts am eigenen Bild“ nicht mehr ganz so unproblematisch ausgeübt werden kann, wie früher einmal.
Bilder aus New York, Shanghai, Hamburg, London, Berlin, Dubai und Havanna sind zu sehen. Im Fokus der Bilder stehen dabei die Menschen, die die Bühne Straße bespielen. Zum Teil humorvoll, doch immer mit dem notwendigen Respekt fotografiert. „Echte Typen sind darunter, wie die Dame mit dem extravaganten Hairdo und der Schmetterlingsbrille auf einer Parkbank in London. Mode spielt eine Rolle, sie lässt eine Einordnung zu – in eine Zeit oder in eine bestimmte Stadt. Bei aller Anteilnahme spielt auch der Humor eine große Rolle, manchmal bis zum Galgenhumor – wenn sich um Beispiel die Wege eines Mannes mit Krückstock und eines Mannes mit Gehhilfe vor einem New Yorker Schuhgeschäft kreuzen. Oder wenn der Arbeiter mit dem Kehrbesen durch den Wüstensand rund um die neuerbauten Wolkenkratzer Dubais läuft – ein moderner Sisyphos“, heißt es dazu in der Ankündigung der Fotoausstellung.
Achim Sperber studierte Fotografie an der berühmten Folkwangschule Essen bei Otto Steinert und Willy Fleckhaus. Seit seinem Abschluss 1977 arbeitete Sperber für Zeitschriften und Magazine, darunter Geo, Merian und Stern. Mehr als zwanzig Bildbände über Regionen, Länder und Kontinente hat er fotografiert und veröffentlicht.
Die Fotografien von Achim Sperber sind noch bis zum 17. August 2025, Do.-So. von 12 bis 18 Uhr, in der GAF zu sehen.
Kellerbrand in der Elmstraße im Stadtteil Sahlkamp
Feuer konnte schnell gelöscht werden – keine Verletzten
HANNOVER. Um 12:15 Uhr an diesem Mittwochmittag erreichte die Regionsleitstelle Hannover über den Notruf 112 die Meldung über eine Rauchentwicklung im Aufzugschacht eines Mehrfamilienhauses in der Elmstraße im Stadtteil Sahlkamp. Als die daraufhin alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr den Gebäudekomplex in der Elmstraße erreichten, stellten sie fest, dass sich im Treppenraum Rauch über den Aufzugschacht ausbreitete. Auf Grund dieser Feststellung wurde zunächst ein Brand im Aufzugschacht vermutet. Die weitere Erkundung ergab jedoch, dass die Ursache der Verrauchung im Treppenraum ein Brandereignis im Keller gewesen ist. Die daraufhin eingeleitete Brandbekämpfung zeigte schnell Wirkung, sodass um 12:58 Uhr „Feuer aus“ gemeldet werden konnte. Im Vorraum eines Kellers hatte Gerümpel gebrannt und der Brandrauch hatte sich großflächig im Keller ausgebreitet und war auch in den Aufzugschacht gezogen. Um die Verrauchung im Keller und im Aufzugschacht zu beseitigen und den Brandrauch aus dem Gebäude zu blasen, setzten die Brandbekämpfer Hochleistungslüfter ein. Im Anschluss an die Belüftungsmaßnahmen konnten die HausbewohnerInnen in ihre Wohnungen zurückkehren. Verletzt wurde niemand. Hinsichtlich der Brandursache und zur Höhe des etwaigen Sachschadens konnte die Feuerwehr keine Angaben machen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit 15 Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften vor Ort.
Katie Melua – ein musikalischer Genuss beim Sommerfestival 2025 in Wolfsburg
5000 Fans erleben einen einmaligen Konzertabend in der Autostadt Wolfbsurg.
WOLFSBURG.
Katie Melua, die georgisch-britische Singer-Songwriterin, betrat am Sonntag Abend (13.Juli 2025) um 20 Uhr in einem raffiniert geschnittenen weißen, langen Kleid die Lagunenbühne in der Autostadt in Wolfsburg und wurde von den knapp 5.000 Zuschauern mit tosendem Applaus empfangen.
Mit über elf Millionen Alben‑Verkäufen und 56 Platinauszeichnungen zählt sie zu den erfolgreichsten britischen Künstlerinnen. Ihre Musik verbindet Blues, Jazz, Folk – getragen von ihrem samtigen Mezzo‑Sopran und einer zurückhaltenden, aber charmanten Bühnenpräsenz. Seit ihrem Durchbruch 2003 mit „The Closest Thing To Crazy“ berührt sie ihr Publikum mit Tiefe, Gefühl und Intimität.
Das Publikum, teils auf den umliegenden Hügeln sitzend, teils stehend, lauschte aufmerksam, während eine sanfte Brise wehte und die Abendsonne mit ihren letzten Strahlen die Bühne in ein tolles Licht tauchte. Sie begann ihr Konzert mit „A Love Like That“ und „English Manner“. Zwischen den Songs teilte sie dem Publikum ihre Freude darüber mit, dass sie in diesem Jahr wieder eingeladen wurde, obwohl sie letztes Jahr leider absagen musste. Für „Nine Million Bicycles“ wurde die 40jährige mit frenetischem Applaus gefeiert. Jeder Song erhielt die nötige Aufmerksamkeit durch akzentuierte Arrangements mit akustischer Gitarre, Piano, Bass und reduzierten Drums.
Der Abend war ein schlichtes, aber tiefgehendes Hörerlebnis. Zwischen musikalischem Genuss und intimer Nähe entstand eine Atmosphäre, die lange nachhallt. Auch in Wolfsburg bewies Katie Melua, dass weniger manchmal mehr ist – musikalisch, emotional und stimmlich ein ganz klarer Glücksmoment, der in einem langen Schlussapplaus endete.
Herzlichen Dank, Katie, für diesen unvergesslich stillen Sommerabend in der Autostadt!
100 Jahre Rolltreppen in Deutschland
„Rechts stehen, links gehen“
HANNOVER/ESSEN. Vor genau 100 Jahren wurde im Kölner Kaufhaus Tietz wohl die erste Rolltreppe Deutschlands in Betrieb genommen so
berichtete tagesschau.de am gestrigen Freitag (11.07.). Für viele Kaufhausbesucher war sie damals eine echte Sensation. Heute sind Rolltreppen (fachsprachlich Fahrtreppen) nichts Ungewöhnliches und aus dem öffentlichen Leben kaum wegzudenken. Der US-amerikanische Eisenbahn-Ingenieur Jesse W. Reno hatte die „umlaufende Plattform“ bereits Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Rolltreppen galten als Symbol der Moderne. Seitdem werden sie in den verschiedensten Bereichen genutzt. Damit Menschen, die es eilig haben, zügig vorankommen, gilt auf Rolltreppen die (leider oft nicht beachtete) Regel „Rechts stehen, links gehen“. Allein in Deutschland soll es
etwa 39.000 Rolltreppen geben. Eine besondere Rolltreppe findet sich auf dem Gelände der Zeche Zollverein am Ruhr-Museum in Essen.
Ruhr Museum – ehemalige Kohlenwäsche auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2024
Sie gilt als die höchste freistehende Fahrtreppe in ganz Deutschland. Die beiden Rolltreppen sind fast 60 Meter lang und bringen die Zollverein-Besucher in anderthalb Minuten auf die 24-Meter-Ebene der Kohlenwäsche (und natürlich auch wieder herunter). Erst im vergangenen Jahr sind die Rolltreppen saniert worden. Zwei Wochen lang haben Monteure Stufen und Handläufe erneuert. Es war die erste Sanierung nach 18 Jahren. Von der orangefarbenen Rolltreppe aus hat man eine gute Aussicht auf das Zollverein-Gelände.
Die Rolltreppen sind fast 60 Meter lang, und haben 558 Stufen – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2024
Doch Rolltreppen können auch gefährlich werden. So fing am 18. November 1987 eine hölzerne Rolltreppe im U-Bahnhof King’s Cross, einem der wichtigsten Großbahnhöfe in London, Feuer. Die verheerende Brandkatastrophe kostete 31 Menschen das Leben.
Auch die Rolltreppe am Ruhrmuseum war erst am 22 Juni diesen Jahres von einem Feuer betroffen (jedoch glücklicherweise nicht mit so dramatischen Folgen wie in London). Jedoch musste das Ruhr Museum auf Zollverein kurz vor Schließung evakuiert werden. Die Brandmeldeanlage hatte ausgelöst und wie die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort feststellten, roch es stark nach Feuer. Offene Flammen waren aber nirgends zu sehen. Mit viel Aufwand, Drehleitern und Kameras konnten die Einsatzkräfte dann einen Schwelbrand an der Rolltreppe zum Museum ausmachen. Ursache für den Schwelbrand soll ein überhitzter Motor gewesen sein.
Höchste freistehende Rolltreppe in Deutschland in Essen am Ruhr Museum auf dem Gelände der Zeche Zollverein – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2024
Trotz solcher, eher seltenen Ereignisse, kann man wohl 100 Jahre nach der Eröffnung der ersten Rolltreppe in Deutschland feststellen: Roll(fahr-)treppen sind eine technische Errungenschaft, auf die kaum jemand mehr verzichten möchte.
Höchste freistehende Rolltreppe in Deutschland in Essen am Ruhr Museum auf dem Gelände der Zeche Zollverein – © Foto/Archiv: Lothar Schulz 2024