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StartFrankfurt am MainHeute vor 110 Jahren starb der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer

Heute vor 110 Jahren starb der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer


Alzheimer beschrieb eine nach ihm benannte Demenzerkrankung

FRANKFURT/MAIN. Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 als ältester Sohn aus der zweiten Ehe des Notars Eduard Alzheimer und seiner Frau Barbara Theresia geb. Busch, einer Schwester der 1862 verstorbenen ersten Ehefrau Eva-Maria geb. Busch in Marktbreit geboren (Marktbreit am Main ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen in Bayern). Er besuchte die Schule in Marktbreit das nachmalige Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg.Alzheimer studierte Medizin an der Universität Würzburg, unterbrochen von einem Zwischenaufenthalt an der Universität Tübingen. Seine 1887 unter Albert von Koelliker am Anatomischen Institut in Würzburg fertiggestellte Dissertation befasst sich mit der Histologie und Funktion der Ohrenschmalzdrüsen. Im Jahr 1888 schloss er das Studium mit der Note „sehr gut“ ab und erhielt seine Approbation. Im selben Jahr bewarb sich Alzheimer erfolgreich als Assistenzarzt bei der von dem Psychiater Heinrich Hoffmann – der auch als Autor der Struwwelpeter-Geschichten bekannt ist – gegründeten Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt am Main. Mit vereinten Kräften führten der Leiter der Anstalt, Emil Sioli, sein Oberarzt Franz Nissl und Alzheimer eine neue Behandlungsmethode für Geisteskranke ein, die sie als No restraint bezeichneten und deren wesentliches Merkmal das Vermeiden von Zwangsjacken, Zwangsfütterungen und anderen Zwangsmitteln war. Stattdessen wurde in großen Wachsälen die Bettbehandlung der Kranken eingeführt, später die Therapie besonders unruhiger Patienten durch wärmende Dauerbäder, deren Wassertemperatur vom Personal überwacht wurde. Einigen Patienten wurde gestattet, sich im Park der Klinik frei zu bewegen, andere wurden sogar zu Ausflügen in die Umgebung mitgenommen. Im November 1901 begegnete er jener Patientin, deren Beschreibung ihn später zum Namensgeber der Alzheimer-Krankheit machen sollte. Diese Demenzpatientin, Auguste Deter, verstarb im Jahr 1906.Alzheimer der inzwischen in München wirkte, ließ sich die Krankenakte und das Gehirn nach München senden und untersuchte das Gehirn. Im November berichtete er in einem Fachvortrag über die auffälligen Veränderungen im Gehirn der Patientin. Im folgenden Jahr veröffentlichte er einen Beitrag über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde in der Allgemeinen Zeitschrift für Psychiatrie. Als Alois Alzheimer 1911 das Gehirn seines verstorbenen Patienten Johann F. untersuchte, fand er auch hier auffällige Veränderungen. Diese werden heute als „plaque-only“-Variante der Demenz bezeichnet.Alzheimers letzte Lebensstation war Breslau. 1912 übernahm er die Nachfolge Karl Bonhoeffers als ordentlicher Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität und Direktor der „Königlich Psychiatrischen und Nervenklinik“.

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Inschrift auf dem Grabstein des Alzheimer-Grabes – © Foto: Lothar Schulz 2025

Im Jahr 1915 kam es zu einem rapiden Verfall seiner Gesundheit. Im Alter von nur 51 Jahren starb Alois Alzheimer am 19. Dezember 1915 in Breslau im Kreis seiner Familie. Vier Tage später wurde er auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main neben seiner Frau Cecile Alzheimer beigesetzt, die im Februar 1901 verstorben war.

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Alzheimer-Grab auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main – © Foto: Lothar Schulz 2025

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