Hochrangige NATO-Militärs bei Empfang im Alten Rathaus
HANNOVER. Im Zeitraum vom 8. Januar bis zum 26. März führt die NATO die umfangreichste gemeinsame Verlegungsübung mit der Bezeichnung „Steadfast Dart 2026“ in Deutschland durch. Im Rahmen dieser Übung fand am am Donnerstag (19.02.) ein Empfang mit etwa 250 hochrangigen NATO-Militärs und politischen Repräsentanten im Alten Rathaus von Hannover statt. Details zum Empfang drangen nur spärlich an die Öffentlichkeit. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Innenministerin Daniela Behrens und Oberbürgermeister Belit Onay sollten wohl bei dem Treffen Reden halten. Nach Informationen der Walsroder Zeitung soll zu dem Treffen der deutsche Vier-Sterne-General Ingo Gerhartz geladen haben. Für diese Veranstaltung galt eine der höchsten Sicherheitsstufen in Hannover. Am 19. Februar von 11 bis 24 Uhr wurden im Innenstadtbereich mehrere Straßen gesperrt und Halteverbotszonen eingerichtet und auch der Opernplatz und der Schützenplatz waren betroffen. Der Bereich um das Alte Rathaus und die Marktkirche herum war weiträumig von starken Kräften der Landespolizei und von Militärpolizei abgesperrt. Durchgänge für FußgängerInnen waren aber freigehalten. Gleichwohl kritisierten insbesondere Geschäftsleute aus der Innenstadt. dass sie keine offiziellen Informationen zu den Straßensperrungen bekommen hatten. „Ich mache den Job jetzt schon seit 18 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, erklärte der Sprecher der City Gemeinschaft Hannover, Martin Prenzler und beklagte diese „Nullkommunikation“. Für ihn bleibe die Frage, was hinter dem Treffen stecke. Wenn es am Ende nur um ein „Schnittchenessen“ im Rathaus gehe, bezweifele er, dass es den Aufwand wert sei. Und der Aufwand war schon beträchtlich. Wie seinerzeit beim Besuch von US-Präsident Obama wurden sogar Gully-Deckel versiegelt. Auf den Dächern rund um das Alte Rathaus hatten Scharfschützen der Polizei Stellung bezogen und Menschen die Fotos machten, mussten damit rechnen immer wieder von den zahlreichen Polizeikräften Peronenkontollen unterzogen zu werden. „Die mehrwöchige Planung des polizeilichen Einsatzes stellte unter vielerlei Gesichtspunkten eine besondere Herausforderung dar“, sagte Polizeidirektor Tobias Giesbert im Nachgang zu dem Event. „Neben den üblichen, aufwendigen Sicherheitsanforderungen bei derartigen Veranstaltungen erforderte insbesondere die temporär abstrakt erhöhte Gefahr durch Spionage oder hybride Bedrohungen die Anwendung neuartiger und spezieller polizeilicher Taktiken und Einsatzmittel“ erklärte er.
