HANNOVER. Ein „Lost Place“ mitten in Hannover war Ziel einer Exkursion der Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld. Heute Nachmittag (25. Februar) ging es in Hannovers City in den Untergrund. Genauer: Die rund 20 Personen aus dem Süden Hannovers tauchten unter der U-Bahn-Station Hauptbahnhof ab in die Tiefe und besichtigten den Geisterbahnhof der einst geplanten D-Linie.
Hannover verfügt über zwei ungenutzte U-Bahn-Stationen, an denen noch nie eine Stadtbahn gehalten hat. Für die früher einmal vorgesehene „D-Linie“ wurden sowohl am Steintor als auch am Hauptbahnhof bereits die Haltestationen im Rohbau gefertigt. Doch der Tunnel für diese U-Bahn lässt auf sich warten, entsprechende Pläne für diese Linie verschwanden wieder in der Schublade.
Maria Hesse, die Vorsitzende der Kulturinitiative, konnte für die Führung in die Tiefen von Hannover niemand geringeren als Christian Weske begrüßen. Der Geschäftsführer der hannoverschen Infra – dieser Gesellschaft gehören die Gleise und Stationen der hannoverschen Stadtbahn – führte höchstpersönlich die Schar interessierter Döhrener über kahle Betongänge und hölzerne Behelfstreppen hinab in den Bereich unter dem Raschplatz. Fachkundig berichtete Weske über die Architektur der Stationen und alte und neue Pläne für den Stadtbahnausbau. Wenn die Politik es will, so hieß es, könnten diese U-Bahn-Bahnhöfe relativ schnell hergerichtet werden; es müsste nur der dazugehörige Tunnel noch kommen.
Aus den Gesprächen war herauszuhören: Viele der Gäste aus Döhren-Wülfel, die hier unter Tage gingen, halten eine Tunnelstrecke vom Steintor bis zum Hauptbahnhof und darüber hinaus in die Südstadt auch heute noch für sehr sinnvoll.
