HANNOVER. Eine Einbruchsserie rund um den Fiedelerplatz beunruhigt die Döhrener. 14 Taten oder zumindest Einbruchsversuche soll es in jüngster Zeit gegeben haben. Die SPD-Fraktion griff nun die Sorgen der Geschäftsleute in einer Anfrage in der März-Sitzung des Bezirksrates Döhren-Wülfel gestern Abend (12. März) im Freizeitheim Döhren auf. „Wie erklärt sich die Stadt diese außerordentliche Zunahme von Einbruchsdiebstählen bzw. deren Versuch in einem relativ kurzen Zeitraum? Was können Stadt und Polizei tun, um Döhren wieder sicherer zu machen?“ fragte SPD-Bezirksratsherr Rainer Zitzke.
Die Antwort aus der Verwaltung ist beruhigend. Danach teile die Polizei mit, dass eine Auswertung der polizeilich angezeigten Einbrüche und Einbruchversuche in
Gewerbeobjekten rund um den Fiedeler Platz und die angrenzenden Straßen in
Hannover-Döhren für die vergangenen 14 Monate keine außerordentliche Steigerung
der Fallzahlen zeigen. „Durchschnittlich kommt es zu etwa zwei Einbrüchen beziehungsweise Einbruchversuchen pro Monat. Die Fallzahlen unterliegen jedoch monatlichen Schwankungen, wodurch zeitweise der Eindruck einer Zunahme entstehen kann, obwohl objektiv keine tatsächliche Steigerung vorliegt“, sagte Stadtbezirksmanager Sven Berger. Hinweise darauf, dass die Taten im Bereich des Fiedelerplatzes durch eine strukturierte oder organisierte Tätergruppierung begangen wurden, liegen danach derzeit nicht vor. „Sofern sich ein Kriminalitätsschwerpunkt abzeichnet, würden aber lageangepasst sowohl offene als auch verdeckte polizeiliche Maßnahmen durchgeführt.
Für Rainer Zitzke war die Anfrage der Einstand in die Bezirksratsarbeit. Der pensionierte Kriminalbeamte rückte für Antje Kellner in die Ortsvertretung nach, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Mandat zurückgegeben hatte. Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob begrüße das neue Bezirksratsmitglied mit einem Blumenstrauß.
Weshalb fehlen immer noch Wartehäuschen an den Bushaltestellen „Am Mittelfelde“ in Wülfel, wollte die CDU wissen. Gabi Jakob: „Der in diesem Jahr besonders kalte und witterungsreiche Winter hat erneut deutlich gemacht, wie unzureichend die Ausstattung der Haltestellen Am Mittelfelde ist. Wartende Fahrgäste waren über längere Zeit Kälte, Wind und Niederschlägen schutzlos ausgesetzt.“
Dazu gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Meldung: „Der Ausbau der Haltestelle mit Fahrtrichtung Laatzen ist vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung aufgrund des noch ausstehenden Förderbescheids noch in diesem Jahr beginnend vorgesehen. Zum Ausbauvorhaben gehört ein Witterungsschutzdach und ergänzend der barrierefreie Ausbau des Fußgängerüberweges mit einem Zebrastreifen. Der Beginn der Bauarbeiten ist noch vorbehaltlich der erforderlichen Finanzierung für 2026 vorgesehen“, hieß es in der Antwort.
Für die Gegenrichtung musste Verwaltungssprecherin Annina Janz die Ortspolitiker allerdings vertrösten. „Der Ausbau von Bushaltestellen erfolgt mit Fördermitteln gemäß dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierunggesetz – Die für die
Durchführung dieses Gesetzes zuständige Zuwendungsbehörde verfügt in ihren Förderbescheiden für den geförderten Ausbau von Bushaltestellen eine Zweckmittelbindung von 20 Jahren, die erst
nach Abrechnung der jeweiligen Baumaßnahme beginnend wirksam wird. Daher sind Änderungen von bestehenden Bushaltestellen, die bereits schon einmal mit Fördermitteln ausgebaut worden sind, erst wieder nach mehr als 20 Jahren förderunschädlich möglich. Andernfalls sind bereits erhaltene Fördergeld wieder zurückzuzahlen. Für die Bushaltestelle Am Mittelfelde mit Fahrtrichtung Misburg besteht noch eine Zweckmittelbindung bis 2032. Eine förderunschädliche Veränderung dieser Haltestellenposition ist damit erst nach 2032 möglich.“
Einstimmig wurden daneben zwei gemeinsame Anträge von SPD und CDU von dem Gremium beschlossen. Danach wird die Stadt Hannover aufgefordert, „zeitnah eine personelle Übergangsregelung für die Begegnungsstätte Mittelfeld zu finden, die zumindest die Vermittlung der Räume auch an Dritte sicherstellt.“ In einem weiteren gemeinsamen Antrag geht es um die Verkehrssicherheit an der Ampelanlage vor dem Kindergarten Waldheim. Der Bezirksrat forderte die Stadtverwaltung auf, die Grünphase für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verlängern sowie eine Haltelinie für den Radverkehr vor der Ampel aufzutragen eine mögliche Anpassung oder Verlegung der Radwegführung im Bereich der zu prüfen. Natascha Erdmann von der CDU begründete den Vorstoß: „Besonders zu Bring- und Abholzeiten kommt es dort regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Die Grün-phase für Fußgänger ist sehr kurz, sodass insbesondere kleinere Kinder Schwierigkeiten haben, die Straße rechtzeitig zu überqueren. Gleichzeitig verläuft der Fahrradweg direkt an der Ampel, sodass Fahrräder und E-Bikes teilweise mit hoher Geschwindigkeit an wartenden oder querenden Kindern vorbeifahren. In den vergangenen Monaten kam es mehrfach zu Beinaheunfällen.“
Ebenfalls einmütig beschloss das Gremium einen Antrag der Grünen zur Wilkenburger Straße. Die Mittelinsel auf der Wilkenburger Straße in Verlängerung des Wülfeler Maschweges auf Höhe des Geländes des Verbands Hannoverscher Schützenvereine soll danach baldmöglichst grunderneuert werden, sodass ein gefahrloser Übergang für Fußgänger und Radfahrer möglich ist. Außerdem wüscht der Bezirksrat, dass auf der Straße Fahrradpiktogramme aufgetragen werden, die darauf hinweisen, dass auf diesem Abschnitt Radfahren erlaubt ist. Alternativ könnten aber auch ausreichend breite Rad- und Fußwege gebaut werden. Ob der Bezirksrat dies allerdings alles fordern kann, ist fraglich. Denn bei der Wilkenburger Straße handelt es sich um eine Kreisstraße, für die die Region Hannover zuständig ist.
