Neue Reihe: Kleine und große Superlative
SYLT. Der nördlichste Punkt Deutschlands befindet sich am Ellenbogen (Sölring: Alemböög), dem nördlichsten Teil der nordfriesischen Insel Sylt, die zu Schleswig-Holstein gehört. Der Ellenbogen ragt als 330 bis 1200 Meter breite Landzunge, als langgestreckte Halbinsel in die Nordsee. Knapp vier Kilometer nordöstlich des Ellenbogens befindet sich jenseits vom Lister Tief die dänische Nachbarinsel Rømø. Der nördlichste Punkt der Halbinsel, der auf dem Westellenbogen nordöstlich des Leuchtturms List-West liegt, ist die nördlichste Landesstelle Deutschlands. Vorbei am Leuchtturm List-West erreicht man nach einer kurzen Strecke einen kleinen Parkplatz. Von dort weist ein Schild zum nördlichsten Punkt in Richtung Dünen. Wenn man diese durchquert hat, findet sich in Strandnähe ein weiterer Wegweiser, Von dort geht es noch etwa 300 Meter am Stand entlang und man erreicht den markierten nördlichsten Punkt Deutschlands. In diesen Januartagen ist er fast so leer wie der Nordpol. Er bietet einen wunderschönen Blick auf die Nordsee, den Strand und die Dünen. Und wer sich vom nördlichsten Punkt noch ein paar Meter in Richtung Meer bewegt, befindet sich sogar noch weiter nördlich als der ausgewiesene nördlichste Punkt. Der Ellenbogen liegt als nördlichster Teil Sylts nördlich von List, der nördlichsten Ortschaft Deutschlands. Wegen dieser Gegebenheit ist List Mitglied im Zipfelbund. Der Zipfelbund ist ein Zusammenschluss der nördlichst gelegenen Gemeinde Deutschlands, List auf Sylt, der westlichst gelegenen Gemeinde Selfkant (Nordrhein-Westfalen), des Marktes Oberstdorf (Bayern) im äußersten Süden und der Stadt Görlitz (Sachsen) am östlichen Rand. Mit dem Begriff „Zipfel“ wird ein aus dem Territorium eines Landes herausragendes Gebiet bezeichnet.
