StartNiedersachsenÄrzte-Warnstreik erwartet hohe Beteiligung aus Niedersachsen

Ärzte-Warnstreik erwartet hohe Beteiligung aus Niedersachsen

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Streikaufruf des Marburger Bundes Niedersachsen

HANNOVER.

Um Bewegung in die stockenden Tarifverhandlungen zu bringen, ruft der Marburger Bund Niedersachsen seine Mitglieder für den morgigen Dienstag zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen auf. In Niedersachsen sind rund 50 kommunale Krankenhäuser sowie ausgewählte Häuser der Konzerne Asklepios und Helios vom Warnstreik betroffen.  

Ärzt*innen aller Regionen treffen sich zur zentralen Kundgebung des Marburger Bundes in Hamburg. Im Vorfeld zeichnet sich eine hohe Streikbereitschaft ab. Lokale Auftakte sind in Hannover und Lüneburg geplant, in Oldenburg versammeln sich Ärzt*innen am Vormittag.   

„Mit dem Warnstreik wollen wir ein deutliches Signal senden, dass wir die Blockadehaltung der VKA nicht länger tolerieren! Die VKA ignoriert die berechtigten Forderungen der Ärzteschaft ohne Gegenvorschlag und zeigt kein Interesse an einer konstruktiven Tarifeinigung mit dem Marburger Bund“, kritisiert Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Deshalb gehen wir am 21. März auf die Straße!“  

Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 fordert der Marburger Bund für die kommunalen Kliniken einen Ausgleich der seit der letzten Entgelterhöhung im Oktober 2021 aufgelaufenen Preissteigerungen sowie eine lineare Erhöhung der Gehälter um 2,5 Prozent. Auch in den Tarifverhandlungen mit den Konzernen Asklepios und Helios haben die Ärzt*innen bislang – sofern überhaupt – lediglich inakzeptable Angebote auf ihre Forderungen erhalten. 

„Der Frust ist groß! Das spiegelt sich auch in der Resonanz unserer Mitglieder auf unseren Streikaufruf wider. Unsere Ärzt*innen kämpfen täglich dafür, ihre Patient*innen bestmöglich medizinisch zu versorgen – trotz des eklatanten Personalmangels und oftmals sehr belastenden Arbeitsbedingungen, die sich unter Corona noch verschärft haben. Eine angemessene Vergütung, die die Preissteigerungen berücksichtigt, ist auch ein Zeichen der Wertschätzung”, betont Andreas Hammerschmidt, zweiter Vorsitzender des niedersächsischen Landesverbandes. „Im Fall der privaten Konzerne, die nicht zuletzt dank ihrer Ärzt*innen stabile Umsätze und Renditen erzielen, wirkt das Verhandlungsgebaren schlichtweg respektlos.“ 

Nach Bedarf schließt die Ärztegewerkschaft mit den einzelnen Krankenhäusern Notdienstvereinbarungen, um die medizinische Versorgung der Patient*innen am 21. März zu gewährleisten.  

Die Tarifverhandlungen betreffen in Niedersachsen mehrere Tausend Mitglieder des Marburger Bundes. Bundesweit gelten die Tarifverträge für rund 60 000 angestellte Ärzt*innen. Eine weitere Warnstreik-Kundgebung für die Ärzt*innen aus dem südlicheren Teil Deutschlands ist für den 30. März in München geplant.


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