HANNOVER. Am ersten Adventswochenende 2025 zerstörte ein verheerendes Großfeuer weite Teile der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld. Seither ist das Schulgebäude nicht mehr nutzbar, die Schüler werden derzeit am Kronsberg in den Räumen der Käthe-Paulus-Schule unterrichtet. Doch da wird der Platz eng, weil diese Schule ab dem kommenden Schuljahr selbst weitere Kinder aus ihrem Einzugsbereich aufnehmen muss. Jetzt präsentierte die Stadt Hannover eine Übergangslösung. In rund 500 Meter Luftlinie von der Beuthener Straße soll auf der anderen Seite der Eisenbahnlinie an der Erytroplestraße in Wülfel ein neues Schulgebäude in Modulbauweise entstehen.
Das Grundstück steht bereits im Eigentum der Landeshauptstadt. Bislang war hier der Neubau der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Wülfel und eine Sporthalle geplant. An dem Domizil für die Ortswehr Wülfel wird weiter festgehalten. Statt einer Sporthalle wird auf dem restlichen Grundstücksteil aber nur eine Übergangsschule entstehen.
Die Stadtverwaltung will das Projekt im Eilverfahren auf den Weg bringen. „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen den Kindern der Grundschule Beuthener Straße so schnell wie möglich wieder einen verlässlichen, wohnortnahen Lernort bieten – und gleichzeitig Planungssicherheit für Eltern, Schulen und Lehrkräfte schaffen“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay in einer Pressemitteilung der Stadt. Das neue Schulgebäude soll ausreichend Platz, auch für Ganztagsangebote bieten und über eine Mensa verfügen.
Eine Sporthalle wird es in Wülfel aber nicht geben. Denn die Sportstätten an der Beuthener Straße haben den Brand unbeschadet überstanden. Zum Sportunterricht müssen die Schulkinder nun wieder zurück zu ihrer alten Halle.
Die Pläne sind taufrisch. Wie hoch die Ausgaben das Stadtsäckel belasten wird, kann niemand derzeit genau sagen. Die Stadt schätzt, dass das Projekt 25 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Dafür sollen auch nach der Wiederherstellung der Schule an der Beuthener Straße die Räume für mindestens 15 Jahre weiter für schulische Zwecke genutzt werden, „als Ausweichstandort auch für weitere sanierungsbedürftige Schulen“, so Stadtbaurat Thomas Vielhaber.
Der Einzug in die neue Ersatzschule ist für Sommer 2027 geplant. Weil aber die Käthe-Paulus-Schule eine „aufwachsende“ Schule ist und schon nach den Sommerferien diesen Jahres selbst weiter Kinder aufnimmt, wird der vierte Jahrgang der GS Beuthener Straße an die Grundschule Kronsberg verlagert.
An dem durch Brand zerstörten Schulgebäude in Mittelfeld haben die Abrissarbeiten bereits begonnen. Durch den Brand und das Löschwasser wurden Aula, Hauptflur und Sanitärbereiche schwer beschädigt. Die Stadt baut allerdings nicht wieder die alten Strukturen auf. Da ohnehin eine Gebäudesanierung geplant war, werden diese Pläne nun vorgezogen und das Schulgebäude von Grund auf erneuert und sogar erweitert. Diese Arbeiten, so schätzt die Stadt, werden
voraussichtlich bis mindestens 2031 andauern.
Und falls der Ersatzbau an der Erytroplestraße doch nicht bis zum Sommer 2027 fertig werden sollte? Dafür gibt es bei der Stadt einen weiteren Notfallplan. In einer solchen Situation würden dann an der Beuthener Straße übergangsweise doch wieder in die vom Feuer verschonten alten Klassenräume ziehen, erreichbar über einen provisorischen Flur und mit Toilettencontainer vor der Tür.
