Auf Wunsch des Oberbürgermeisters wird am Donnerstag nicht über diese Vorlage abgestimmt.
HANNOVER. Am kommenden Donnerstagabend, den 5. Februar, tagt der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel wieder ab 18 Uhr im Freizeitheim Döhren. Auf der Tagesordnung dabei ein brisantes Thema: die Stadtverwaltung wollte ihre Pläne für eine Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Standort der ehemaligen Radrennbahn Wülfel absegnen lassen. Wie zu vernehmen war, wäre wohl aber mit starkem Gegenwind aus den Reihen der Ortspolitiker zu rechnen gewesen. Doch nun wurde genau dieser Punkt wieder von der Tagesordnung gestrichen.
„Wir möchten Sie nun darüber informieren, dass die Verwaltung daher auf Wunsch des Oberbürgermeisters entschieden hat, die Drucksache zu TOP 4.1. (Bebauungsplan Nr. 1944 – Wilkenburger Straße / Wülfeler Maschweg, Nr. 2663/2025) von der Tagesordnung der Sitzung am 05.02.2026 zu nehmen“, heißt es in einem jetzt verschickten Rundschreiben aus dem Rathaus an die Bezirksratsmitglieder. Der offizielle Grund: Der Oberbürgermeister möchte erst auf der Einwohnerversammlung am 9. Februar im Freizeitheim Döhren das Thema behandeln. Voraussichtlich kann der Bezirksrat deshalb frühestens in der März-Sitzung über den vorgeschlagenen Bebauungsplan diskutieren.
Etwas seltsam mutet die Begründung aus dem Rathaus allerdings schon an. Denn der Bebauungsplanentwurf war bereits von der Verwalung auf die Tagesordnung der Dezembersitzung der Bezirksrates gesetzt und zur Abstimmung gestellt worden und damit vor der ursprünglich für Anfang Januar geplanten Einwohnerversammlung. Zwar war mit einem „Ziehen der Vorlage in eine Fraktion“ durchaus zurechnen (wie es dann auch gekommen ist), sicher war das indes nicht.
Die Straßenbahnschienen kommen am Südschnellweg wieder in Mittellage
HANNOVER. Die Sanierung des Südschnellweges bring erneut auch Behinderungen für die Fahrgäste der Stadtbahn mit. Derzeit werden Schienen und Oberleitung der Stadtbahnlinien 1, 2 und 8 an der Kreuzung Hildesheimer Straße / Südschnellweg wieder in Mittellage gebracht. Die große Kurve entfällt zukünftig.
Wegen der Schienenarbeiten kann in Döhren und Waldhausen derzeit keine Stadtbahn fahren. Die Linien 1,2 und 8 enden am Altenbekener Damm bzw. an der Haltestelle Bothmerstraße. Die Lücke wird mit Bussen des Schienenersatzverkehrs überbrückt. Die Üstra bittet, deshalb längere Fahrzeiten einzuplanen. Bis Mittwoch, 4. Februar 2026, 03:00 Uhr sollen die Arbeiten andauern. Danach werden die Stadtbahnen hoffentlich wieder normal verkehren.
Die Straßenbahnschienen kommen am Südschnellweg wieder in Mittellage
v.l.: Autor Markus Thielemann, Maria Hesse, Tatjana Hattig und Christan Recha
HANNOVER. Trotz Schnee und Matsch kamen heute Abend (30. Januar) viele Gäste in die Räume des Quartierstreff in der Borgentrickstraße in Döhren. Der Schriftsteller Markus Thielemann las hier aus seinem zweiten Roman „Von Norden rollt ein Donner“. Eingeladen hatte dazu die Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld zusammen mit Quartierskoordinatorin Tatjana Hattig.
Nach der Lesung gab es starken Beifall, und natürlich musste der Autor im Anschluss eine ganze Reihe von Büchern signieren, die an einem Büchertisch an diesem Abend zum Kauf bereit lagen. Anschließend konnte Maria Hesse, Vorsitzende der Kulturinitiative, endlich dem Gast als kleines Dankeschön neben einem Blumenstrauß auch ein paar Andenken an Döhren überreichen. Damit wurde dann auch endgültig klargestellt, dass die Lesung nicht, wie Thielemann anfangs fälschlich meinte, in der Südstadt, sondern im ältesten Stadtteil der Landeshauptstadt stattfand.
Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Hannover Pur“. „Hier sollen Bücher von hannoverschen Autoren vorgestellt werden“, beschreibt Christian Recha von der Kulturinitiative. Autor Markus Thielemann wurde zwar in Ludwigsburg geboren und wuchs in Winsen und Nienburg auf; heute lebt er aber in der hannoverschen Nordstadt.
„Von Norden rollt ein Donner“ ist der zweite Roman des 1992 geborenen Schriftstellers. Er spielt in der Südheide. Der „Donner“ im Titel bezieht sich dabei nicht auf ein Unwetter von Oben, sondern auf das Krachen von Panzermunition. Das Testgelände eines Rüstungsbetriebes liegt in der Nähe des Handlungsortes, ebenso wie ein Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Inhaltlich geht es in dem Werk um die Rückkehr des Wolfes, die damit verbundenen Konflikte und das Leben einer Schäferfamilie. „Zwei Jahre“, so berichtet Thielemann auf eine entsprechende Nachfrage, habe er an den Roman gearbeitet. Seine in Kritiken als „Anti-Heimatroman“ bezeichnete Erzählung wurde im Juli 2024 vom NDR zum „Buch des Monats“ erklärt und landete danach auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024.
Gibt es ein drittes Buch von Markus Thielemann? Der Autor nickte bei der Frage. Aber mehr wollte er dann nicht verraten. Es bleibt spannend.
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An einem Büchertisch gab es die zwei bisher erschienenen Werke von Markus Thielemann
Markus Thielemann liest aus seinem Roman
Maria Hesse bedankt sich bei dem Autor im Namen der Kulturinitiative und des Quartierstreff
Maria Hesse bedankt sich bei dem Autor im Namen der Kulturinitiative und des Quartierstreff
SYLT. Der nördlichste Punkt Deutschlands befindet sich am Ellenbogen (Sölring: Alemböög), dem nördlichsten Teil der nordfriesischen Insel Sylt, die zu Schleswig-Holstein gehört. Der Ellenbogen ragt als 330 bis 1200 Meter breite Landzunge, als langgestreckte Halbinsel in die Nordsee. Knapp vier Kilometer nordöstlich des Ellenbogens befindet sich jenseits vom Lister Tief die dänische Nachbarinsel Rømø. Der nördlichste Punkt der Halbinsel, der auf dem Westellenbogen nordöstlich des Leuchtturms List-West liegt, ist die nördlichste Landesstelle Deutschlands. Vorbei am Leuchtturm List-West erreicht man nach einer kurzen Strecke einen kleinen Parkplatz. Von dort weist ein Schild zum nördlichsten Punkt in Richtung Dünen. Wenn man diese durchquert hat, findet sich in Strandnähe ein weiterer Wegweiser, Von dort geht es noch etwa 300 Meter am Stand entlang und man erreicht den markierten nördlichsten Punkt Deutschlands. In diesen Januartagen ist er fast so leer wie der Nordpol. Er bietet einen wunderschönen Blick auf die Nordsee, den Strand und die Dünen. Und wer sich vom nördlichsten Punkt noch ein paar Meter in Richtung Meer bewegt, befindet sich sogar noch weiter nördlich als der ausgewiesene nördlichste Punkt. Der Ellenbogen liegt als nördlichster Teil Sylts nördlich von List, der nördlichsten Ortschaft Deutschlands. Wegen dieser Gegebenheit ist List Mitglied im Zipfelbund. Der Zipfelbund ist ein Zusammenschluss der nördlichst gelegenen Gemeinde Deutschlands, List auf Sylt, der westlichst gelegenen Gemeinde Selfkant (Nordrhein-Westfalen), des Marktes Oberstdorf (Bayern) im äußersten Süden und der Stadt Görlitz (Sachsen) am östlichen Rand. Mit dem Begriff „Zipfel“ wird ein aus dem Territorium eines Landes herausragendes Gebiet bezeichnet.
Das Kriegsschiff der Royal Navy machte an der Überseebrücke fest
HAMBURG. Am Freitag (23.01.) ist das britische Kriegsschiff „HMS St Albans“ (F 83) im Hamburger Hafen eingelaufen und hat an der Überseebrücke direkt neben dem Liegeplatz des Museumsschiffs Cap San Diego festgemacht. Die HMS St Albans ist das 16. und letzte Schiff der sogenannten Duke-Klasse (Type-23-Fregatten) der britischen Marine. Das Schiff ist 133 Meter lang und 16 Meter breit. Nach vielen Modernisierungen zählt die Fregatte heute zu den modernsten Kriegsschiffen. In seinen 23 Dienstjahren hat es an Rettungsaktionen, Piratenbekämpfung und Drogenschmuggel-Einsätzen teilgenommen. Am Sonnabendvormittag (24.01.) konnte die HMS St Albans beim sogenannten Open Ship (Tag der offenen Tür an Bord) besichtigt werden. Übrigens HMS oder auch H.M.S. bedeutet His Majesty’s Ship und ist ein Präfix vor Schiffsnamen, das die Royal Navy für ihre im Dienst befindlichen Kriegsschiffe verwendet.
Bestattet wurde der ehemalige Bundespräsident auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
BERLIN. Am 16. Januar 1931 wurde Johannes Rau als drittes Kind der Eheleute Ewald Rau und Helene Rau, geb. Hartmann in Wuppertal geboren. Von 1969 bis 1970 war er Oberbürgermeister in seiner Geburtsstadt und wurde anschließend Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. Von 1978 bis 1998 war er dann der sechste Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1977 bis 1998 war er auch Landesvorsitzender der SPD. Bei der Bundestagswahl 1987 war er Kanzlerkandidat der SPD gewesen, unterlag jedoch dem seinerzeit amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Mai 1998 trat er als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück und im selben Jahr auch als Landesvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 1994 nominierte die SPD Johannes Rau erstmals als ihren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Er unterlag aber im dritten Wahlgang dem Kandidaten der CDU, Roman Herzog. Seit der Bundestagswahl 1998 hatte Rot-Grün eine Mehrheit im Bundestag und Rau wurde im November 1998 von der SPD erneut als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Am 23. Mai 1999 wählte ihn die Bundesversammlung im zweiten Wahlgang zum achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
Seine Amtszeit als Bundespräsident endete am 30. Juni 2004. Am Vortag war er mit einem Großen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedet worden. Auch religiöse Motive spielten in seinem politischen Wirken eine Rolle. Von 1965 bis 1999 gehörte Johannes Rau der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland an und war stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung. Auch dem Deutschen Evangelischen Kirchentag war Rau eng verbunden: von 1966 bis 1974 war er Mitglied in dessen Präsidium und nahm auch danach regelmäßig am Kirchentag in offizieller Funktion und als Privatmann teil. Eines seiner bekanntesten Zitate lautete „Versöhnen statt spalten“. So wurde Johannes Rau von vielen als moralische Instanz, die stets auf gesellschaftlichen Ausgleich bedacht war, gesehen.
Rau war in vielen Ehrenämtern tätig und übernahm zahlreiche Schirmherrschaften. Johannes Rau starb am 27. Januar 2006 in Berlin im Kreise seiner Familie. Die Beisetzung erfolgte am 7. Februar (anschließend an einen Trauerstaatsakt) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin im engsten Familien- und Freundeskreis. Am heutigen Dienstag (27.01) soll anläßlich des 20. Todestages von Johannes Rau um 11:00 Uhr eine Kranzniederlegeung an seinem Grab erfolgen.
„Hamburg Declaration„-Meilenstein für Europas Energiewende
HAMBURG.
Vom 25. bis 26. Januar 2026 fand in Hamburg der dritte internationale Nordsee-Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs sowie der Energieministerinnen und Energieminister statt. Eingeladen waren neben Deutschland auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen sowie erstmals Island und die NATO. Ziel des Gipfels war der grenzüberschreitende Ausbau der Offshore-Windenergie, der Wasserstoffwirtschaft und der Aufbau einer leistungsfähigen und vernetzten Offshore-Infrastruktur im gesamten Nordseeraum.
Deutschland war Gastgeber dieses richtungsweisenden Treffens. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung gemeinsamer europäischer Lösungen in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten. Mit dem Gipfel sei ein klares Signal für eine souveräne, resiliente und nachhaltige Energiezukunft gesetzt worden. Besonders im Fokus standen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Offshore-Ausbauziele bis 2050, die Förderung grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte sowie die Schaffung robuster Lieferketten und Sicherheitsstandards.
Ein zentrales Ergebnis des Gipfels war die Unterzeichnung der Hamburg Declaration durch die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder. Darin bekennen sich die Unterzeichner zur Transformation der Nordsee zur weltweit größten sauberen Energieerzeugungsregion. Bis 2050 sollen 300 GW Offshore-Windkraft aufgebaut werden – 100 GW davon in grenzüberschreitender Kooperation. Die Staats- und Regierungschefs unterstrichen, dass dieses Ziel ambitioniert, aber erreichbar sei, wenn politische Entschlossenheit, industrielle Investitionen und gesellschaftliche Akzeptanz Hand in Hand gehen.
Die Deklaration betont die Dringlichkeit gemeinsamer Sicherheitsstrategien zum Schutz der Offshore-Infrastruktur vor physischen, hybriden und Cyber-Bedrohungen. NATO und EU sollen künftig enger in die Sicherung der maritimen Energieanlagen eingebunden werden. Auch der verstärkte Informationsaustausch zwischen zivilen, militärischen und privaten Akteuren wurde vereinbart.
Die Herausforderungen durch gestiegene Projektkosten, Inflation und Lieferkettenprobleme wurden offen benannt. Die beteiligten Regierungen erklärten ihre Bereitschaft, Hindernisse beim Genehmigungsprozess abzubauen, private Investitionen zu erleichtern und einen stabilen Ausschreibungsrahmen zu schaffen. Ein gemeinsames Finanzierungsinstrument für grenzüberschreitende Projekte – das sogenannte Offshore Financing Framework (OFF) – soll entwickelt werden. Die EU-Kommission und die Europäische Investitionsbank werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Einen besonderen Höhepunkt des Gipfels stellte die bilaterale Vereinbarung zwischen Deutschland und Dänemark zur Investition in die Bornholm Energy Island dar. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und der dänische Energieminister Lars Aagaard unterzeichneten im Beisein von Bundeskanzler Merz und der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen das erste grenzüberschreitende Projekt seiner Art. Die künstliche Energieinsel soll eine zusätzliche Offshore-Windkapazität von 3 GW schaffen und damit etwa 3 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Die Infrastruktur verbindet das deutsche und dänische Netz miteinander und gilt als strategisches Leuchtturmprojekt für die europäische Energiesicherheit.
Bornholm Energy Island ist Teil der EU-weiten Initiative zur Schaffung von acht sogenannten „Energieautobahnen“ und erhält eine Förderung von 645 Millionen Euro aus der Connecting Europe Facility. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam durch die Netzbetreiber 50Hertz (Deutschland) und Energinet (Dänemark). Die Finanzierung des Projekts wird zwischen beiden Ländern entsprechend der Stromflüsse aufgeteilt – ein Novum in der europäischen Energiepolitik.
Neben der Windenergie war auch die Wasserstoffwirtschaft ein zentrales Thema. Die Gipfelteilnehmer vereinbarten eine intensivere Zusammenarbeit beim Aufbau von Infrastruktur zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von grünem Wasserstoff im Nordseeraum. Damit sollen Industrie und Verkehr dekarbonisiert sowie neue Märkte für europäische Technologieunternehmen erschlossen werden. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sollen praxisnah weiterentwickelt werden, um Investitionen zu beschleunigen.
Die Hamburg Declaration sieht zudem die Förderung beruflicher Weiterbildung und Fachkräftesicherung vor. Der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften für Offshore-Wind, Wasserstofftechnik und Netzbetrieb wird als Herausforderung für alle Mitgliedstaaten erkannt. Gemeinsame Ausbildungsstandards und der grenzüberschreitende Austausch von Know-how sollen helfen, diese Lücke zu schließen.
Die Unterzeichner betonten die Bedeutung koordinierter Raumplanung, die neben dem Ausbau der Energieinfrastruktur auch den Schutz der maritimen Ökosysteme berücksichtigen soll. Ziel sei ein nachhaltiger, naturverträglicher Ausbau der Nordsee als Energieraum, der sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Interessen wahrt.
Mit dem Nordsee-Gipfel 2026 wurde ein weiterer Meilenstein in der europäischen Energiekooperation gesetzt. Die Erklärung sendet ein starkes Signal der Einigkeit, der Investitionsbereitschaft und des politischen Willens, die Nordsee als gemeinsames Kraftzentrum Europas zu etablieren. Die nächste Überprüfung der Fortschritte ist für Anfang 2027 geplant.
HANNOVER. Glückwunsch an die zwei Kronenkraniche im Erlebniszoo Hannover. Ihre Art wurde nun zum „Zootier des Jahres“ gewählt. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des hannoverschen Zoos hervor. Die Zoologische Gesellschaft für Arten – und Populationsschutz wählte den Vogel mit seiner eleganten Erscheinung, um auf die wachsende Bedrohung des Vogels und seines Lebensraumes aufmerksam zu machen.
Der Kronenkranich lebt in den Feuchtgebieten und Grasländern Südost-Afrikas. Er erreicht 100 bis 110 cm Kopfhöhe bei bis zu 200 cm Flügelspannweite und ernährt sich u.a. von Amphibien und Insekten. Auf der „Roten Liste“ wird das Tier als „stark gefährdet“ geführt. Weil Feuchtgebiete in landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewandelt werden, zudem durch den Klimawandel einige Landstriche immer trockener werden, gibt es immer weniger Plätze zum Brüten. Auch der Mensch stört zusehends den Vogel.
HANNOVER. Photography“ – also das Fotografiestudium mit journalistischem Schwerpunkt an der Hochschule Hannover – werden die Abschlussarbeiten der Absolventen in der Galerie für Fotografie (GAF) in der Seilerstraße (Südstädter Eisfabrik) ausgestellt. Seit der Vernissage gestern Abend (21. Januar) sind nun die Arbeiten der 16 fertigen Bachelor-Fotografen (und natürlich auch Fotografinnen) hier zu sehen.
Lassen wir die GAF selbst aus ihrer Ankündigung zu Worte kommen:
„Die 16 Bachelorarbeiten … zeigen Themen von individueller Lebensgestaltung über Umwelt- und Arbeitsfragen bis hin zu politischen, sozialen und historischen Prozessen. Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, wie Landschaften, Städte und Kulturen sich verändern und wie Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit visuell erzählt werden können. Präzise und sensibel fotografieren und filmen die Absolvent:innen Menschen, Orte und Ereignisse und hinterfragen bestehende Narrative auf subtile, aber eindringliche Weise.
So zeigt «While we are still here» von Aaron Leithäuser die Bewohner:innen des Wohnprojekts »Lebenstraum Lebensgemeinschaft Jahnishausen« und fragt nach Selbstbestimmung im Alter, während »Zwischen Innen und Außen« von Joshua Lennart Hummel die Bedeutung von Arbeit für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen beleuchtet. Stefan Nieland dokumentiert in »Megaincendio« die Folgen des verheerenden Großbrandes in ValparaÃso, Chile, und Moritz Schorpp verhandelt in »The Melody of a Fallen Tree« Herkunft, Erinnerung und Verlust in seiner Heimatregion Schwarzwald. Mit »Fluch der Algen – algues maudites« thematisiert Emilie Herbst die ökologische und gesundheitliche Bedrohung durch die massive Ausbreitung von Grünalgen an den Küsten der Bretagne. »Spiridons Erben« von Timo Jaworr porträtiert die außergewöhnliche Disziplin von Läufer:innen des 100 Marathon Clubs, während Felix Posner in »Stage of Inclusion« Einblicke in die Ausbildung von Schauspielstudierenden mit geistiger Behinderung gibt. In »Democracy Dies in Daylight« untersucht Rafael Heygster die Selbstinszenierung und das Erstarken rechter Bewegungen in Deutschland. Lorenz Alois Huter hinterfragt in »Kitzbühel – a Rigid Gaze?« touristische Bildwelten seiner Heimatstadt, während Lasse Branding in »The Atlas of Evidence: Visual Perspectives of the ICTY« Fotografien als juristische Beweisstücke und historische Zeitzeugnisse analysiert. Simon Eymann macht in »Jurtopia« alternative Lebensformen mittels Virtual Reality erfahrbar. »Songs of the Taiga« von Nora Schwarz thematisiert das stille Verschwinden borealer Urwälder in Schweden, Alex Martin untersucht in »UTOPIA« die Geschichte und den möglichen Niedergang der ungarischen Industrie- und Planstadt Dunaújváros, Andreas Briese richtet in »Fettes Land« den Blick auf die Schwarzerde der Hildesheimer Börde, während Martin Albermann in »Wo Marx nie war« den Wandel der Stadt Chemnitz zwischen Aufbruch und Stillstand beschreibt. In »Arbeit an der Pause« schließlich beobachtet Martin Ly kurze, oft übersehene Momente der Erholung im Arbeitsalltag.“
Die Bilderschau ist bis zum 01. Februar 2026 täglich von 12 bis 20 Uhr zu sehen. Anschrift: Eisfabrik
Hier an der Erythropelstraße soll eine neue Feuerwache entstehen – und nun auch das Ausweichquartier für die Grundschule Beuthener Straße
HANNOVER. Im Ratssaal des Neuen Rathaus von Hannover herrschte heute Nachmittag (21. Januar) ungewohnte Einmütigkeit. In einer gemeinsamen Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel sowie des Bau- und des Finanzausschusses des Rates wurde jeweils einstimmig grünes Licht für die Notfallpläne der Verwaltung zur Grundschule Beuthener Straße gegeben. Und alle Redner bedankten sich bei der Stadtverwaltung für die schnelle Reaktion. Am ersten Adventswochenende hat ein Brand die Aula, die Sanitäranlagen und den Verbindungstrakt zu den Klassenräumen zerstört. Seitdem ist das Schulgebäude für den Unterricht nicht mehr nutzbar.
Die Stadt nimmt nun den Brand zum Anlass, die ohnehin geplante Sanierung der Grundschule vorzuziehen. Bis die Um- und Erweiterungsbauarbeiten in Mittelfeld in ein paar Jahren aber abgeschlossen sind, bedarf es einer Übergangslösung. Dies im Rathaus erarbeiteten Pläne fanden Zustimmung quer durch alle Parteien und Fraktionen. Die Redner bedankten sich bei der Verwaltung für die schnelle Problemlösung.
Über die jetzt diskutierten Vorschläge der Verwaltung wurde bereits berichtet. In der Beschlussdrucksache heißt es u.a., in einem ersten Schritt konnten die Schüler und Lehrer der Grundschule Beuthener Straße schon kurz nach dem Brandereignis von der Käthe-Paulus-Schule des benachbarten Stadtteils aufgenommen werden. Diese Schule wächst allerdings derzeit auf, so dass die Flächen der neu gebauten Schule in den kommenden Schuljahren vollständig belegt sein werden. Die Grundschule Beuthener Straße kann deshalb nur mit den Jahrgängen 1-3 für ein weiteres Schuljahr in der Käthe-Paulus-Schule bleiben, während im Schuljahr 2026/27 der 4. Jahrgang in der GS Kronsberg beschult werden muss. Ein Bustransfer stellt in dieser Zeit den Schülertransport zum Kronsberg sicher. Mit Beginn des Schuljahres 2027/28 muss daher ein Interimsstandort auf dem städtischen Grundstück Erythropelstraße entwickelt werden. Das Grundstück Erythropelstraße liegt rund 500 m Luftlinie und ca. 10 Minuten Fußweg von der Grundschule Beuthener Straße entfernt.
In Modulbauweise sollen hier die Räume für vierzügige Grundschule geschaffen werden. Kosten rund 25 Millionen Euro. Demnächst soll als erster Schritt mit der Sanierung des belasteten Erdbodens auf der Fläche begonnen werden. Eigentlich ist das Grundstück für den Neubau der Feuerwache der Ortswehr Wülfel vorgesehen. Dieses Vorhaben, so verspricht die Stadt, werde aber weiterhin umgesetzt. Es sei genügend Platz vorhanden.
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Wegen eines Brandschadens derzeit nicht nutzbar: Grundschule Beuthener Straße
Mitglieder des Bezirksrates Döhren-Wülfel - nicht alle Anwesenden sind auf dem Foto – bei der Sondersitzung im Ratssaal am Maschpark