12.3 C
Hannover
Donnerstag, April 30, 2026

Aktuelle lokale Nachrichten und regionale News aus Kultur, Sport, Wirtschaft, Politik und Unterhaltung.

Start Blog

Hannover feiert Jubiläum: Vor 75 Jahre lockte im Stadtpark die 1. Bundesgartenschau

Bundespräsident Theodor Heuss und Ehefrau Elly Heuss-Knapp (Foto: Presseservice der LH Hannover)
Bundespräsident Theodor Heuss und Ehefrau Elly Heuss-Knapp (Foto: Presseservice der LH Hannover)

HANNOVER. Am 28. April 1951 herrschte große Aufregung in Hannover: Bundespräsident Theodor Heuss reiste nach Hannover. Seine Ehefrau Elly Heuss-Knapp war seinerzeit Schirmherrin der 1. Bundesdeutschen Gartenschau und die fand in Hannover statt. Der Bundespräsident und die damalige deutsche Firstlady wollten deshalb zur Eröffnung dabei sein.

Jetzt feiert die niedersächsische Landeshaupt Hannover das 75. Jubiläum dieser Gartenschau.  Auf 21 Hektar mit insgesamt 12 Hallenschauen begeisterte damals der Stadtpark auf beiden Seiten der Clausewitzstraße die Besucher: mit Freilandschauen, Mustergärten, Informationen zu Natur- und Vogelschutz, Gastronomie und den heute noch erhaltenen Partien von Stauden-, Wasser und Rosengarten.  „Mit dieser 1. Bundesgartenschau hat Hannover einen Grundstein gelegt für die Entwicklungen und die Beachtung des Wirtschaftsfaktors Gartenbau in Deutschland. Sie wurde Vorbild für nachfolgende Gartenschauen und zeigte, wie städtische Entwicklungen durch attraktive Grünflächen befördert werden“, heißt es dazu in einer Presseinformation der Stadt Hannover. Die Stadt hebt darin hervor, dass „heute, 75 Jahre später, …- der Stadtpark in seinem Kernbereich mit rund sechs Hektar Fläche ein historisches Kleinod, ein Gartendenkmal ersten Ranges und immer noch ein bedeutendes Schmuckstück Hannovers über 700-jähriger Gartenkultur (ist).“

Im Jubiläumsjahr erwartet die Besucher danach ein vielfältiges Programm aus Kultur, Musik, Mitmachaktionen, Führungen und Veranstaltungen für Jung und Alt. Der Stadtpark soll Bühne für Erinnerungen, neue Eindrücke und gemeinsame Erlebnisse im Freien werden.

Auf der Seite www.hannover.de/stadtpark-jubiläum sind alle Informationen rund um das 75-jährige Jubiläum zu finden. 

Nach dem Jubiläumsprogramm wird auch endlich das schon lange vermisste Rosencafé wieder seine Pforten öffnen. Für den 1. Mai 2026 ist dieses Ereignis der erste Programmpunkt im Jubiläumskalender.

Evakuierungsübung im Miniatur Wunderland in Hamburg

Evakuierungsübungen gehören im Hamburger Miniatur Wunderland in der Speicherstadt zum Sicherheitskonzept und werden zweimal im Jahr durchgeführt
Evakuierungsübungen gehören im Hamburger Miniatur Wunderland in der Speicherstadt zum Sicherheitskonzept und werden zweimal im Jahr durchgeführt - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Große Ansammlung von Feuerwehrfahrzeugen in der Speicherstadt


HAMBURG. Augenscheinlich wird Sicherheit im Miniatur Wunderland groß geschrieben. Das Wunderland verfügt über ein eigenes, sehr besonderes und durchdachtes Sicherheitskonzept, in welches fast das ganzes Team eingebunden ist. Dieses Team wird regelmäßig geschult. Aber keine noch so gute Schulung kann den „Ernstfall“ abbilden, daher werden zusätzlich regelmäßige Evakuierungsübungen veranstaltet.
Zweimal im Jahr wird mit einer aufwändigen Evakuierungsübung der Ernstfall geprobt um im Falle eines Falles die Sicherheit der BesucherInnen des Wunderlandes zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Feuerwehr fand am Dienstagabend (21.04.) wieder eine solche Übung statt. Um das Übungsszenario möglichst realistisch zu gestalten, ist es wichtig mit „echten“ Besucherinnen und Besuchern zu üben, welche die Abläufe im Evakuierungsfall noch nicht kennen. Da solche Übungen den normalen Betrieb schon sehr stören können, werden diese Übungen als Sondertermine angesetzt. Vom Wunderland wurde dazu folgendes Angebot gemacht: „Wer am 21.04.2026 ab 19:00 Uhr ca. 2 bis 3 Stunden Zeit und Lust hat, uns bei einer solchen Übung (2 bis 3 Durchläufe) zu unterstützen, den laden wir recht herzlich dazu ein, sich das Wunderland „fast ungestört“, aber dafür kostenlos anzusehen. Wir freuen uns über ganz viele verschiedene Besucher:innen – es können gerne alle dabei sein, es gibt kein Ausschlusskriterium. Von Familie mit Kinderwagen bis Rollstuhlfahrer:in.“ Diese Gelegenheit zu einem kostenfreien Besuch des Wunderlandes wurde von vielen Menschen gern wahrgenommen. Außerdem waren Angehörige verschiedener Hamburger Jugenfeuerwehren als „echte“ BesucherInnen in die Übung eingebunden.

Biker-Treffen und Ausfahrt zum Saisonauftakt in Lübeck

DSC 0001
Saisonauftakt für Biker in Lübeck mit Motorradgottesdienst in St. Marien und Ausfahrt Richtung Herzogtum Lauenburg – hier: vor dem Holstentor - © Foto: Lothar Schulz 2026

Segen für MotorradfahrerInnen in St. Marien und Ausfahrt


LÜBECK. Am letzten Sonntag (19. April) trafen sich in Lübeck MotoradfahrerInnen zum Saisonauftakt der diesjährigen Motorradsaison und Motorradgottesdienst in der St. Marien-Kirche. Der Motorradgottesdienst wird seit 1988 jedes Jahr zur Saisoneröffnung in St. Marien gefeiert. Nach dem von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (ACM) und Pastor Oliver Okun (Pastor in der Lübecker Laurentius-Kirchengemeinde) organisierten Gottesdienst unter dem Motto:„Nicht auf der Strecke bleiben!“ und Erteilung des Segens für die Saison startete die Ausfahrt von mehreren hundert Bikern vom Marktplatz am Lübecker Rathaus. Vorbei am Holstentor sollte die Fahrt dann in Richtung Herzogtum Lauenburg gehen.


Louafi-Ausstellung: Ein Garten zwischen den Kulturen

Anstoß auf die Ausstellung: Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und Kamel Louafi
Anstoß auf die Ausstellung: Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und Kamel Louafi

HANNOVER. Der Titel klingt spannend: „Orient trifft Okzident – so nah und so fern, Faszination der Choreografie der Landschaft“ “. Unter diesem Motto lädt jetzt eine Ausstellung in den Bürgersaal des Neuen Rathauses Hannover ein, um das Lebenswerk Kamel Louafis des „Gartenkünstlers“ (Bürgermeister Thomas Hermann) zu würdigen.

Kamel Louafi ist in Hannover kein Unbekannter. Als junger Landschaftsarchitekt war er erster Sieger und durfte seinerzeit die „Gärten im Wandel“ zur Expo 2000 gestalten. Auch der heutige Tramplatz – bzw. nunmehr Platz der Menschenrechte – geht auf die Entwürfe des Deutschalgeriers zurück.

Die Wanderausstellung gibt einen umfassenden Einblick in mehr als 35 Jahre Landschaftsarchitektur in Europa, im Orient und in Algerien. Zu sehen sind realisierte Parks, Gärten und Plätze ebenso wie Wettbewerbsentwürfe und nicht umgesetzte Projekte. Zeichnungen, Skizzen und Fotografien werden ergänzt durch künstlerische Installationen, die Louafis charakteristische Verbindung von orientalischen und okzidentalen Gestaltungselementen sichtbar machen. Nach Algerien, Stuttgart und Berlin machte der Rückblick auf das Schaffen von Louafi nun in Hannover Halt, bevor die Ausstellung dann noch Richtung Paris und Granada reist.

„Wenn die Welt ein Garten wäre, gäbe es keinen Krieg“, formuliert Kamel Louafi sein Leitmotiv. Ein Gedanke, der angesichts globaler Herausforderungen aktueller kaum sein könnte – und der in Hannover nun auf eindrucksvolle Weise sichtbar wird.

„Ich freue mich sehr, dass wir diese beeindruckende Ausstellung in Hannover zeigen können. Sie verbindet auf besondere Weise Kulturen und Gestaltungstraditionen – und passt damit hervorragend zu unserer Stadt der Gärten. Die Arbeiten von Kamel Louafi zeigen, wie grüne Räume Brücken schlagen und Menschen verbinden können. Genau dafür steht Hannover“, meint Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Hermann eröffnete sie am heutigen Sonnabendnachmittag (25. April) die neue Schau im Rathaus. Alt-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg war ebenfalls gekommen und richtete ein besonderes persönliches Grußwort an den Gartenkünstler.

Der Besuch der Ausstellung ist vom 25. April bis 17. Mai zu den Öffnungszeiten des Bürgersaals im Neuen Rathaus möglich. Der Eintritt, auch zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms, ist kostenlos.

Ein vielfältiges Begleitprogramm lädt dazu ein, Gartenkunst, Stadtgrün und kulturelle Perspektiven aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben. Führungen, Vorträge, Diskussionen und Exkursionen greifen zentrale Themen der Ausstellung auf und schaffen Raum für Austausch und neue Perspektiven. Das Begleitprogramm:

Diskussionsabend und Ausstellung

Vielfalt der Gärten

Wie Menschen unterschiedlicher Herkunft in (Klein-)Gartenanlagen der Stadt zusammentreffen. Spannende Impulsvorträge und anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel.

Mittwoch, 29. April, 18 Uhr, Bürgersaal

Keine Anmeldung erforderlich.

Themenabend

EXPO Park e.V. + EXPOSEEUM – Bildungscampus Expo Plaza

Rund um die EXPO Plaza haben sich in den letzten Jahren sieben verschiedene Bildungseinrichtungen angesiedelt. Es findet ein Austausch dazu statt, um Synergien zu schaffen. Organisation: Stefan Schlutter, Geschäftsführer des Expo Park Vereins.

Mittwoch, 6. Mai, 18 Uhr, Bürgersaal

Anmeldung unter: info@text-buero.net

Vortrag und Ausstellung

Die Stadt der Gartenkultur

Rückblicke auf das Jubiläumsjahr „700 Jahre Gartenkultur Hannover“ mit Einladung zum Austausch und Besuch der Ausstellung, moderiert von Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel.

Donnerstag, 7. Mai, 18 Uhr, Bürgersaal

Keine Anmeldung erforderlich.

Friedhofsführung

Der letzte Garten – Räume der Stille

Freitag, 8. Mai, 15 Uhr

Stadtfriedhof Ricklingen (ab Haupteingang)

Anmeldung unter: umweltkommunikation@hannover-stadt.de

Diskussionsabend über Louafis Hannover-Projekte

Welfengarten, Operngärten, Platz der Menschenrechte

Studierende und Dozierende der Landschaftsarchitektur / Leibniz-Universität sprechen mit Kamel Louafi über dessen Hannover-Projekte und seinen landschaftsarchitektonischen Ansatz. Vorab Exkursion für Studierende. Der Diskussionsabend ist öffentlich, Gäste sind gern gesehen. Moderation: Prof. Dr.-Ing. Martin Prominski, Institut für Freiraumentwicklung, Leibniz Universität Hannover

Freitag, 8. Mai, 17.30 – 19 Uhr, Bürgersaal.

Keine Anmeldung erforderlich.

Biker-Treffen zum Saisonauftakt in Lübeck

DSC 0001
Eröffnung der diesjährigen Motorradsaison in Lübeck mit Motorradgottesdienstes in St. Marien - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Segen für MotorradfahrerInnen in St. Marien


LÜBECK. Am Sonntag, 19. April 2026, startete um 12:00 Uhr der Saisonauftakt für die diesjährige Motorradsaison in Lübeck. Bereits ab 10:00 Uhr sammelten sich die verschiedensten Motorräder auf dem Marktplatz am Lübecker Rathaus. Es mögen wohl etwa 500 bis 600 MotorradfahrerInnen gewesen sein, die hier ihre Fahrzeuge abstellten. Damit bot sich die Gelegenheit, die Motorräder zu bestaunen und mit deren Besitzerinnen und Besitzern ins Gespräch zu kommen. „Nicht auf der Strecke bleiben!“ lautete das Motto des Motorradgottesdienstes in St. Marien: „Es gibt viel Musik, schöne Lieder, ein ‚Zündschlüssel-Gebet‘ und natürlich den Segen für die Saison – verbunden mit den lila Segensbändern.“ hatte Martina Wutzke von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer (ACM) im voraus verlauten lassen. Danach war eine Ausfahrt in Richtung Herzogtum Lauenburg geplant.

Döhrener Stadtbücherei schließt im Sommer und entsteht als Pop-up-Bibliothek neu

In die ehemaligen Rossmann-Räume zieht übergangsweise die Döhrener Stadtbücherei
In die ehemaligen Rossmann-Räume zieht übergangsweise die Döhrener Stadtbücherei

HANNOVER. Weil der Fußboden in der Stadtbücherei Döhren an der Peiner Straße erneuert werden muss, schließt die Bibliothek im Sommer von Juni bis Mitte September 2026 . Doch die Döhrener müssen nicht ohne Lesestoff bleiben. Wie jetzt der Bezirksrat Döhren-Wülfel informiert wurde, gibt es nur wenige Meter entfernt eine Übergangsbücherei. In den leerstehen Räumen der ehemaligen Rossmann-Filiale an der Ecke Peiner Straße / Hildesheimer Straße entsteht während der Sanierungsarbeiten eine sogenannte Pop-up-Bibliothek.

„Neben der erforderlichen Asbestsanierung werden die historischen Regalanlagen aus den 1950er Jahren aufgearbeitet; hinzu kommen weitere Modernisierungsmaßnahmen wie Malerarbeiten, anteilige Neumöblierung und zusätzliche Stromanschlüsse. Ziel ist es, den Standort baulich zu ertüchtigen und zugleich funktional und gestalterisch weiterzuentwickeln“, heißt es in der Mitteilunga n die Ortspolitier und weiter: „Für die Zeit der Schließung ist es geplant, in einem leerstehenden Ladenlokal in rund 500 Metern Entfernung einen temporären Ausweichstandort einzurichten. Die ehemalige Rossmann-Fläche wird der Stadtbibliothek Hannover dankenswerterweise von EDEKA mietfrei zur Verfügung gestellt. Geplant ist dort eine Pop-up-Bibliothek auf Zeit mit einem reduzierten, bewusst anders gedachtem Interimsangebot von ausgewählten Medien vor allem für Kinder, mit der Möglichkeit zu Ausleihe und Rückgabe sowie mit einzelnen Veranstaltungs- und Mitmachformaten. Das bisherige Konzept sieht neben Kinder- und Familienmedien, Taschenbücher, ausgewählte Hörmedien, DVDs, Tonies und Zeitungen vor sowie Formate wie Bilderbuchkino, Kamishibai, Bastelaktionen und Spielangebote.“

Die Stadt Hannover sieht das ganze auch als Experiment an. „Die Pop-up-Bibliothek überbrückt nicht nur die Schließzeit, sondern wird für Döhren, aber auch für die Stadtbibliothek Hannover als Gesamtsystem ein Erprobungsraum sein. Nicht alles wird in dieser Phase in gleicher Qualität und Verlässlichkeit wie am Stammstandort möglich sein. Einzelne Ideen werden funktionieren, andere vielleicht nicht. Genau das gehört zum Konzept: Ausprobieren, Lernen, Nachjustieren. … Unter dem Leitmotiv „Umblättern im Kopf“ verbindet dieser die bauliche und organisatorische Weiterentwicklung des Systems mit dem Anspruch, Bibliotheken zugänglicher, zeitgemäßer und stärker im Alltag der Stadtgesellschaft zu verankern: flexibel, sichtbar und offen für neue Wege.“

Nach Abschluss dieser sogenannten Pop-Up-Phase sollen die gemachten Erfahrungen ausgewertet und geprüft werden, „welche Elemente sich bewährt haben, wo Grenzen des Formats sichtbar wurden und welche Erkenntnisse für zukünftige temporäre, kooperative oder experimentelle Angebote in Hannover ggf. modifiziert genutzt werden können.“

Geplant: Feier zum 50. Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür im Döhrener Turm

Der Döhrener Turm ist im Herbst besonders schön anzuschauen. Noch allerdings stört die grüne Haube.
Der Döhrener Turm ist im Herbst besonders schön anzuschauen. Noch allerdings stört die grüne Haube.

HANNOVER. Nach wie vor ist der Döhrener Turm mit einer grünen Plane geschmückt. Wie es mit den geplanten Sanierungsarbeiten weitergeht, ist noch nicht bekannt. Pläne dazu sollen noch intern innerhalb der Stadtverwaltung in der Abstimmung sein.

Immerhin darf der Verein der Freunde des Döhrener Turms den alten Wehrturm der hannoverschen Landwehr wieder nutzen. Denn die Fenster in der Turmstube wurden von der Folie befreit und geltend damit wieder als „Fluchtweg“.

Wie zu erfahren war, planen die Freunde des Döhrener Turms zur Feier des 50. Jubiläum der Innensanierung und -restaurierung einen Tag der offenen Tür. Der Turm wurde 1975 dank einer Privatinitiative von Christel Wiedemann im Innenbereich grundlegend saniert und so vor dem Verfall gerettet. Vor nun rund 50 Jahren, am 19. Juni 1976, waren die Bauarbeiten abgeschlossen und seither konnte das historische Baudenkmal wieder genutzt werden.

Sonderausstellung im Landesmuseum: Der Maler Philipp Klein und seine Werke sind aus dem Vergessen aufgetaucht

Mit dieser Anzeige suchte der Maler Klein vor über 100 Jahren seine Modelle
Mit dieser Anzeige suchte der Maler Klein vor über 100 Jahren seine Modelle

HANNOVER. Die Anzeige versprach Diskretion. Gesucht wurde eine „schlanke, junge Dame mit eleganten Toiletten zu Kostumesitzungen“. Der Maler Philipp Klein hielt so vor über hundert Jahren Ausschau nach neuen Modellen für seine Bilder. Mit einem vergrößerten Abdruck dieser Annonce beginnt im Landesmuseum der Ausflug zu Philipp Klein im Kreis der Impressionisten. Und es musste, wie Kleins Aktdarstellungen zeigen, auch nicht unbedingt bei Kostümsitzungen bleiben.

Von seinen Zeitgenossen gefeiert, von der Nachwelt nahezu vergessen: Das Werk des 1907 im Alter von nur 36 Jahren früh verstorbenen Malers Philipp Klein wartet darauf, wiederentdeckt zu werden. Das Niedersächsische Landesmuseum: „Der Mannheimer Autodidakt begeisterte schon zu Lebzeiten mit seinem unverkennbaren Gefühl für Licht und Farbe. In seinen atmosphärischen Momentaufnahmen scheint die Welt im flirrenden Wechselspiel von Helligkeit und Bewegung aufzugehen.“

Wiederentdeckt wurde der heute nahezu unbekannte Maler vom Reiss-Engelholm-Museum in Mannheim. Ein einziges Gemälde befand sich dort in der Sammlung. Eva-Maria-Günther, Direktorin der rem gGmbH Stiftungsmuseen Mannheim: „Klein wurde 1871 in der Nähe des heutigen Museums geboren.“ Weil der Künstler aus der Stadt am Rhein und Neckar stammt, wurde das Interesse des Museums geweckt. Inzwischen konnte aus den Beständen des Niedersächsischen Landesmuseums und mit vielen Leihgaben aus dem Privatbesitz die große umfangreiche Sonderschau mit 55 Werken von Klein selbst und weiteren Bildern von Künstlern aus seinem Umfeld zusammengetragen werden. Nach Mannheim ist diese prächtige Schau nun ab Freitag, 24. April, für rund ein halbes Jahr in Hannover zu sehen. Weil Klein damit aus dem Dunkel des Vergessens gerissen wird, lautet der Titel dann auch „Aufgetaucht“. Dazu passend das Bild auf den Werbeplakatenn für die Sonderschau: 1899 malte Klein mit Öl auf der Leinwand einem Mann beim Bade, der gerade prustend aus dem Wasser auftaucht. Dargestellt ist übrigens ein berühmtet Kollege von Klein, der Maler Lovis Corinth.

Viele der ausgestellten Gemälde gehören dem Landesmuseum. „Wir haben die weltweit bedeutendste Sammlung des impressionistischen Künstlers“, berichtet Museumsdirektorin Prof. Dr. Katja Lembke. „Mit dieser Ausstellung taucht nicht nur der zu Unrecht in Vergessenheit geratene Maler Philipp Klein auf, denn das Titelbild zeigt seinen berühmten Kollegen Lovis Corinth beim Baden. Innovationsfreude prägte Kleins Werke auch bei der Darstellung von Frauen zwischen Bieder-Bürgerlich und Femme fatale. Wir freuen uns sehr über diese temporäre Bereicherung unserer Sammlung deutscher Impressionisten, die sicher viele Besucherinnen und Besucher in unser Haus ziehen wird.“

Oliver Rasper vom Vorstand der NORD/LB Kulturstiftung, die diese Sonderausstellung in Hannover fördert, fand den Begriff „Sonnenlicht-Malerei“ besonders passend für Philipp Klein. „In den Räumen ist es dunkel, in den Bildern leuchtet die Sonne.“

Kuratorin der Bilderschau ist Leonie Appl. Sie erzählt, viele Werke seit über 100 Jahren zum ersten Male nun wieder öffentlich zu sehen sind. Appl: „Das Werk Philipp Kleins steckt voller Überraschungen, die sich erst bei dem genauen Betrachten erschließen. Kleins Frauenbilder sind dabei besonders hervorzuheben: Die Frauen zeigen und entziehen sich zugleich in einem Spiel, das sie mitgestalten und dem sie doch ausgesetzt sind. In vielen von Kleins Frauenbildern offenbart sich bei näherem Hinsehen eine Spannungsebene und ein geheimnisvoller Funke.“

Der Besuch der Ausstellung, die noch bis zum 25. Oktober läuft, ist im regulären Museumseintritt inbegriffen. Der Katalog dazu ist im Nünnerich-Asmus Verlag & Media erschienen und für 25 € im Museumsshop sowie im Buchhandel erhältlich.

Bundeskanzler Merz und Präsident Lula da Silva setzen in Hannover auf engere Partnerschaft

Militaerische Ehren Schloss Herrenhausen US 2026 04 19 84
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

HannoverMesse 2026: Staatsbesuch mit wirtschaftlichem Gewicht

Hannover stand am 19. und 20. April 2026 im Zeichen eines Besuchs, der weit über das protokollarische Geschehen hinausreichte. Mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva kam nicht nur das Staatsoberhaupt des diesjährigen Partnerlandes der Hannover Messe in die niedersächsische Landeshauptstadt. Der Besuch verband internationale Wirtschaftspolitik, klassische Diplomatie, Industrieinteressen und symbolträchtige Auftritte an zentralen Orten Hannovers. Im Mittelpunkt standen der Empfang am Schloss Herrenhausen, die feierliche Eröffnung der Hannover Messe im Hannover Congress Centrum, der Messebesuch mit einem ungewöhnlichen Verlauf, ein weiterer Termin in Herrenhausen sowie die 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen mit anschließender Pressekonferenz. 

Militaerische Ehren Schloss Herrenhausen US 2026 04 19 73
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Bereits der Auftakt machte deutlich, welchen Stellenwert Berlin und Brasília diesem Treffen beimaßen. Bundeskanzler Friedrich Merz empfing Präsident Lula da Silva am Sonntagnachmittag auf Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren. Nach Angaben der Bundesregierung begann der Besuch dort mit einem bilateralen Gespräch, in dem internationale Themen sowie die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien im Mittelpunkt standen. Das Ambiente von Herrenhausen verlieh dem Termin zusätzliche Symbolkraft: Historische Kulisse, staatliches Zeremoniell und der Anspruch, eine strategische Partnerschaft sichtbar zu machen, trafen hier in verdichteter Form zusammen. 

Militaerische Ehren Schloss Herrenhausen US 2026 04 19 102
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Auch die Begleitung durch die Ehefrauen erhielt öffentliche Aufmerksamkeit. Bilddokumentationen zeigen Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam mit seiner Frau Charlotte Merz sowie Präsident Lula da Silva mit seiner Frau Rosângela „Janja“ da Silva in Hannover. Damit wurde der Staatsbesuch auch im repräsentativen Rahmen als Begegnung auf höchster politischer Ebene inszeniert. Für die Stadt Hannover bedeutete dies eine internationale Bühne, wie sie sonst nur selten in dieser Dichte entsteht. 

Eroeffnung Hannover Messe HCC US 2026 04 19 194
Eröffnung der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Am Abend verlagerte sich das Geschehen ins Hannover Congress Centrum. Dort wurde die Hannover Messe 2026 offiziell eröffnet. Die Deutsche Messe hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass Lula da Silva die Eröffnungsfeier gemeinsam mit Bundeskanzler Merz bestreiten werde. Die Messe zählt in diesem Jahr offiziell zur 79. Ausgabe, steht unter dem Motto „Think Tech Forward“ und fokussiert technologischen Fortschritt, digitale Transformation und Anwendungen künstlicher Intelligenz. Nach Angaben der Bundesregierung nehmen rund 4.000 internationale Unternehmen teil, die mehr als 14.000 Produkte und Lösungen präsentieren. Brasilien ist 2026 Partnerland der Industriemesse, nachdem es bereits 1980 als erstes Partnerland dieser Veranstaltung aufgetreten war. 

Eroeffnung Hannover Messe HCC US 2026 04 19 215
Eröffnung der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Die Eröffnung war deshalb mehr als ein festlicher Pflichttermin. Sie markierte den politischen Rahmen für die deutsch-brasilianische Agenda der folgenden Stunden. Bundeskanzler Merz betonte bei der Messeeröffnung den Anspruch, Deutschland in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen als wettbewerbsfähiges Industrieland zu behaupten. Zugleich hob er die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit hervor. In seinem Statement am brasilianischen Zentralstand sprach er von einem „ermutigenden Zeichen in schwierigen Zeiten“, wenn Märkte geöffnet und Erfahrungen ausgetauscht würden. Brasilien sei, so Merz, ein „eindrucksvolles Land“. Die Messe wurde damit auch zur Bühne für eine politische Botschaft: Europa und Südamerika wollen gerade in geopolitisch angespannten Zeiten an einer multilateralen Ordnung, an Handel und an industrieller Kooperation festhalten. 

Eroeffnung Hannover Messe HCC US 2026 04 19 222
Eröffnung der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Lula wiederum nutzte seinen Auftritt, um Brasilien als wirtschaftlich starkes, technologisch anschlussfähiges und zugleich rohstoffreiches Land zu positionieren. Reuters berichtete, dass er Brasiliens Bedeutung als verlässlichen Lieferanten unter anderem für kritische Mineralien hervorhob. Gleichzeitig machte der Präsident deutlich, dass Brasilien nicht lediglich als Rohstoffquelle für andere Volkswirtschaften auftreten wolle. Vielmehr gehe es um Technologie, Wertschöpfung im eigenen Land und eine partnerschaftliche industrielle Entwicklung. Genau darin lag eine der Kernbotschaften dieses Hannover-Besuchs: Brasilien versteht sich nicht mehr nur als Absatzmarkt oder Rohstofflieferant, sondern als selbstbewusster Akteur in einer künftigen industriellen und ökologischen Transformation. 

Eroeffnungsrundgang Hannover Messe US 2026 04 20 110
Eröffnungsrundgang der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Am Montagmorgen öffnete die Hannover Messe für das Publikum. Geplant war ein gemeinsamer Rundgang des Kanzlers und des brasilianischen Präsidenten über das Messegelände, einschließlich des Auftritts am brasilianischen Zentralstand. Der gemeinsame Auftakt fand dort auch statt. Bundeskanzler Merz eröffnete zusammen mit Lula den brasilianischen Stand und würdigte die Partnerschaft beider Länder ausdrücklich. Gerade an diesem Ort verdichteten sich Wirtschaftsinteressen und politische Symbolik: Brasilien präsentierte sich als Partnerland, Deutschland als zentrale Industrienation Europas, beide Seiten verbunden durch die Erwartung, Handel, Investitionen und Technologietransfer auszubauen. 

Eroeffnungsrundgang Hannover Messe US 2026 04 20 14
Eröffnungsrundgang der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Doch der weitere Ablauf verlief anders als ursprünglich vorgesehen. Nach dem Auftakt am Brasilien-Stand setzten Merz und Lula ihren Messebesuch nicht gemeinsam, sondern in getrennten Rundgängen fort. Mehrere Medien berichteten, dass dies für Verwunderung sorgte, weil der traditionelle Kanzler-Rundgang auf der Hannover Messe üblicherweise gemeinsam absolviert wird.

Eroeffnungsrundgang Hannover Messe US 2026 04 20 145
Eröffnungsrundgang der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

ZDFheute sprach von Terminproblemen als Hintergrund, während aus Regierungskreisen laut regionaler Berichterstattung von einem einvernehmlichen Vorgehen die Rede war. Fest steht: Der symbolisch wichtige gemeinsame Rundgang endete früh, und beide Politiker gingen anschließend getrennte Wege über das Gelände. Ein gemeinsames Abschlussstatement fand nach den Berichten nicht statt. 

Eroeffnungsrundgang Hannover Messe US 2026 04 20 108
Eröffnungsrundgang der HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Politisch schadete dieser ungewöhnliche Ablauf dem Besuch jedoch nicht erkennbar. Im Gegenteil: Die eigentliche Substanz des Treffens lag weniger in der Bildsprache des Messerundgangs als in den darauf folgenden Regierungskonsultationen.

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 14
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Diese fanden am Nachmittag erneut im Schloss Herrenhausen statt und bildeten den diplomatischen Kern des Hannover-Besuchs. Dort kamen auf beiden Seiten Ministerinnen und Minister der Kabinette zusammen. Nach Angaben der Bundesregierung standen die Beratungen unter dem Motto „Gemeinsam für inklusives Wachstum, Beschäftigung, Frieden und Sicherheit“.

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 26
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Schon dieser Titel zeigt, wie breit das Themenspektrum angelegt war: Wirtschaft und Industrie einerseits, Außenpolitik, Sicherheitsfragen, Klima, Wissenschaft und soziale Entwicklung andererseits. 

Gruppenfoto Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 16
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

In der anschließenden Pressekonferenz stellten Merz und Lula heraus, dass Deutschland und Brasilien ihre strategische Partnerschaft vertiefen wollen. Bundeskanzler Merz sprach von einer „starken und dynamischen“ Partnerschaft. Beide Länder, so der Kanzler, verbinde das Interesse an einer internationalen Ordnung, in der Verträge und Verabredungen zählen und globale Probleme gemeinsam bewältigt werden können.

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 160
Pressestatement HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Die Bundesregierung ordnete die Konsultationen als Ausdruck enger bilateraler Verbindungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie ein. Damit rückte Hannover für zwei Tage in den Rang eines Ortes internationaler Weichenstellungen. 

Zu den wichtigsten Ergebnissen der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen zählt zunächst die wirtschaftspolitische Verständigung. Beide Regierungen bezeichneten das EU-MERCOSUR-Abkommen als Meilenstein und begrüßten den Beginn seiner vorläufigen Anwendung zum 1. Mai 2026. In der gemeinsamen Erklärung wird ausdrücklich festgehalten, dass eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit Grundlage für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung sei. Zudem wollen beide Seiten die Gespräche über ein Doppelbesteuerungsabkommen intensivieren, um Investitionen zu fördern und die bilateralen Beziehungen zu stärken. Ebenso vereinbarten Deutschland und Brasilien, die Kooperation bei kritischen Rohstoffen weiterzuentwickeln und dabei resilientere, nachhaltigere und strategisch stärker integrierte Wertschöpfungsketten anzustreben. 

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 105
Pressestatement HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft Sicherheit und Verteidigung. In der gemeinsamen Erklärung vereinbarten beide Länder, ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich zu verstärken. Dazu gehört eine Absichtserklärung zur Kooperation bei der Beschaffung von Verteidigungsausrüstung. Hinzu kommt eine Absichtserklärung zur industriellen Zusammenarbeit im Zusammenhang mit Fregatten der Tamandaré-Klasse. Deutschland und Brasilien signalisierten damit, dass ihre Beziehungen nicht mehr ausschließlich wirtschafts- und klimapolitisch gedacht werden, sondern zunehmend auch sicherheitspolitische Komponenten umfassen. Gerade vor dem Hintergrund globaler Spannungen und wachsender Debatten über Resilienz und strategische Souveränität ist dieser Punkt von erheblicher Bedeutung. 

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 121
Pressestatement HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Breiten Raum nahmen auch Zukunftstechnologien ein. Vereinbart wurden unter anderem eine gemeinsame Absichtserklärung zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit im Bereich kritischer strategischer mineralischer Rohstoffe, eine Absichtserklärung über Quantentechnologien, eine gemeinsame Erklärung zur „KI-Partnerschaft für Innovation und Vertrauen“ sowie die Vertiefung des Digitaldialogs. Zudem wurde ein Memorandum zur Förderung von Start-ups, wissensbasierten Unternehmen und Talenten zwischen dem German Accelerator Program und ApexBrasil angekündigt. Das unterstreicht, dass der Besuch in Hannover eng mit der industriellen Zukunftsagenda beider Staaten verbunden war: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Innovation und Fachkräfteentwicklung sollen nicht isoliert, sondern als gemeinsame Handlungsfelder verstanden werden. 

Ebenso auffällig ist die Breite der Klima- und Umweltagenda. Deutschland und Brasilien erklärten, ihre Zusammenarbeit beim Klimaschutz weiter zu vertiefen. In der gemeinsamen Erklärung verweisen beide Seiten auf die Belém-Erklärung zur globalen grünen Industrialisierung im Rahmen der COP30. Genannt werden außerdem die Tropical Forest Forever Facility, die Fortführung des hochrangigen strategischen Dialogs über Klimaschutz und Klimaambition, eine Vertiefung der Klimaforschung, eine Partnerschaft für nachhaltige Mobilität, finanzielle Unterstützung für den brasilianischen Nationalen Klimafonds sowie die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Umweltkriminalität. Reuters berichtete ergänzend unter Berufung auf Brasiliens Entwicklungsbank BNDES, Deutschland werde rund 700 Millionen Euro zu grünen Initiativen beitragen, darunter 500 Millionen Euro für einen Klimafonds und weitere 200 Millionen Euro für nachhaltige Mobilität. Diese Angaben ergänzen die politischen Erklärungen um eine finanzielle Dimension. 

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 158
Pressestatement HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Auch Wissenschaft und Forschung spielten eine sichtbare Rolle. Die gemeinsame Erklärung nennt die Zusammenarbeit bei Meeresforschung und die Entwicklung der Weltraummission CO2Image. Hinzu kommt ein eher ungewöhnlicher, aber kulturpolitisch bemerkenswerter Punkt: Beide Regierungen begrüßten die Bereitschaft des Landes Baden-Württemberg und des Staatlichen Naturkundemuseums Stuttgart, das Fossil Irritator challengeri im Kontext wissenschaftlicher Kooperation nach Brasilien zu übergeben. Solche Details zeigen, dass der Besuch in Hannover nicht allein von Industrie- und Handelsfragen geprägt war, sondern auch wissenschaftliche, kulturelle und institutionelle Aspekte umfasste. 

In außenpolitischer Hinsicht betonten beide Seiten laut gemeinsamer Erklärung ihre Bindung an Multilateralismus, Völkerrecht und regelbasierten Handel. Deutschland und Brasilien äußerten Sorge über den Krieg in der Ukraine, über die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie über die Beeinträchtigung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Beide sprachen sich für friedliche Lösungen und Diplomatie aus. Zugleich bekräftigten sie ihr Interesse an Reformen der Vereinten Nationen, insbesondere des Sicherheitsrats, um Repräsentativität, Legitimität und Wirksamkeit zu verbessern. Diese Punkte machen deutlich, dass der Hannover-Besuch trotz des messebezogenen Rahmens ausdrücklich auch weltpolitische Relevanz hatte. 

Für Hannover selbst war der Besuch ein Ereignis von doppelter Bedeutung. Zum einen trat die Stadt erneut als internationaler Industriestandort und Gastgeberin der weltweit bedeutendsten Industriemesse ins Blickfeld. Zum anderen wurde sie für zwei Tage zum Ort hochrangiger Regierungsdiplomatie. Herrenhausen und das HCC standen dabei stellvertretend für zwei Seiten derselben Veranstaltung: hier das zeremonielle und diplomatische Hannover, dort das wirtschaftliche und internationale Hannover. Dass der Besuch am Ende durch die gemeinsame Pressekonferenz politisch geschlossen wurde, verlieh dem gesamten Ablauf trotz einzelner Überraschungen auf dem Messegelände eine klare Linie. 

Empfang Brasilien Schloss Herrenhausen US 2026 04 20 58
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover @ Ulrich Stamm

Unterm Strich war der Besuch von Präsident Lula da Silva in Hannover weit mehr als ein protokollarischer Auftakt zur Hannover Messe. Der Empfang mit militärischen Ehren am Schloss Herrenhausen, die Eröffnung im HCC, der symbolisch wichtige Auftritt am brasilianischen Zentralstand, der ungewöhnlich getrennte Messe-Rundgang und die anschließenden Regierungskonsultationen zeichneten das Bild einer Beziehung, die sich sichtbar verdichtet.

Militaerische Ehren Schloss Herrenhausen US 2026 04 19 144
HANNOVERMESSE 2026: Besuch des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien, S.E. Herr Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Frau Janja Lula da Silva anlässlich der 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen vom 19. bis 20. April in Hannover © Ulrich Stamm

Deutschland und Brasilien haben in Hannover nicht nur Nähe demonstriert, sondern eine breite Arbeitsagenda formuliert: von Handel und Rohstoffen über Verteidigung und Digitalisierung bis hin zu Klima, Wissenschaft und multilateraler Ordnung. Damit war dieser Besuch nicht nur für die Messe von Bedeutung, sondern auch für die künftige Rolle beider Länder in einer sich verändernden Weltwirtschaft.

Der hannoversche Judo-Club Sakura wählte einen neuen Vorstand

Von links nach rechts: hintere Reihe Matthias Kistmacher, Thomas Müting; vorne: Larissa Chazette, Nina Zachael, Charlotte Franke
Von links nach rechts: hintere Reihe Matthias Kistmacher, Thomas Müting; vorne: Larissa Chazette, Nina Zachael, Charlotte Franke

HANNOVER. Der im hannoverschen Stadtbezirk Döhren-Wülfel beheimatete Judo-Club Sakura hat einen neuen Vorstand. Im Dōjō des Vereins – Trainingsstätte ist die Sporthalle der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule an der Helmstedter Straße – wählten die Mitglieder heute Vormittag (19. April) auf ihrer turnusmäßigen Jahreshauptversammlung eine neue Vereinsführung. Der geschäftsführende Vorstand mit Matthias Kistmacher, als 1. Vorsitzenden und Nina Zachael als 2. Vorsitzende und dem Kassenwart Thomas Müting wurde erwartungsgemäß im Amt bestätigt. Larissa Chazette wählten die Mitglieder zur Schriftführerin und Sozialwartin, Charlotte Franke wurde Jugendwartin.

Zu Beginn der Versammlung zitierte Matthias Kistmacher den österreichischen Sänger Udo Jürgens mit seinem Schlager „Mit 66 Jahren …“. Denn der Kampfsportverein Sakura wurde 1960 im Stadtteil Mittelfeld gegründet und kann in diesem Jahr seinen 66. Geburtstag feiern.