40.000 Helene Fischer-Fans erleben ein Mega-Konzert in der Heinz von Heiden Arena
HANNOVER.
Als sich am Dienstagabend, 7. Juli 2026, die Lichter in der Heinz von Heiden Arena langsam verdunkeln, liegt eine besondere Spannung über dem Stadion. Mehr als 40.000 Besucher blicken erwartungsvoll auf eine Bühne, die bereits vor Konzertbeginn deutlich macht, dass dieser Abend weit mehr werden soll als ein gewöhnliches Open-Air-Konzert. Mit ihrer 360°-Tournee feiert Helene Fischer ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum – und Hannover gehört zu den Stationen einer Produktion, die in jeder Hinsicht neue Maßstäbe setzt.
Schon beim Betreten des Stadions fällt der Blick auf das monumentale Bühnenbild. Anders als bei klassischen Konzertproduktionen befindet sich die Bühne zentral im Stadion und ermöglicht den Zuschauern rundherum einen nahezu gleichwertigen Blick auf das Geschehen. Die gesamte Konstruktion ragt bis zu 24,6 Meter in die Höhe und bringt beeindruckende 288 Tonnen auf die Waage. Bereits diese Zahlen verdeutlichen den enormen technischen Aufwand, der hinter der Jubiläumstour steckt.
Doch Zahlen allein erzählen nur einen kleinen Teil der Geschichte. Erst mit Beginn der Show wird deutlich, welche Präzision, Kreativität und logistische Meisterleistung hinter diesem Konzert stehen.
Bereits Tage vor dem Konzert herrscht rund um die Heinz von Heiden Arena Hochbetrieb. Insgesamt 48 Produktionstrucks, ergänzt durch 34 Bühnentrucks, bringen das umfangreiche Material nach Hannover. Hinzu kommen 13 Nightliner-Busse, mit denen Künstler, Musiker und Crew unterwegs sind.
Rund 150 Techniker arbeiten Hand in Hand daran, Licht-, Ton-, Video- und Bühnentechnik innerhalb weniger Tage aufzubauen. Unterstützt werden sie von 20 Tänzerinnen und Tänzern, zahlreichen Musikern sowie Spezialisten für Automation, Rigging, Pyrotechnik und Sicherheit.
Allein die Einbauten der Dachkonstruktion bringen ein Gewicht von über 115 Tonnen auf die Traversen der Arena. Insgesamt 246 Kettenzüge bewegen und sichern die zahlreichen technischen Komponenten während des Auf- und Abbaus.
Dass Besucher von diesem gewaltigen Aufwand später kaum etwas bemerken, spricht für die Professionalität aller Beteiligten.
Das Herzstück der Jubiläumstour bildet die vollständig neu entwickelte 360°-Bühne.
Während klassische Stadionproduktionen überwiegend nach vorne ausgerichtet sind, befindet sich Helene Fischer mitten im Publikum. Dadurch entstehen ständig wechselnde Blickwinkel. Durch die drehbaren Bühnenelemente und die sich permanent bewegenden Plattformen wirkt das Konzert aus nahezu jeder Perspektive lebendig.Besonders beeindruckend ist die ausgefeilte Bühnentechnik.
Vier gigantische 15 Meter lange Boom-Arme bewegen Bühnenteile scheinbar schwerelos durch das Stadion. Mehrere Bühnenlifte ermöglichen überraschende Auftritte aus unterschiedlichen Ebenen.
Hinzu kommt ein zentraler Lift mit einer Tragkraft von sieben Tonnen, auf dem komplette Bühnenelemente während der Show angehoben oder abgesenkt werden können.
Ein weiteres technisches Highlight bildet eine automatisierte Plattform, die sich gleichzeitig über die Bühne bewegt und dabei kontinuierlich rotiert. Dadurch entstehen immer neue Perspektiven sowohl für das Publikum als auch für die zahlreichen Kameras.
Schon wenige Minuten nach Konzertbeginn wird deutlich, welchen Stellenwert die Videotechnik innerhalb der Produktion besitzt.
Insgesamt 840 LED-Panels bilden eine Bildfläche von rund 780 Quadratmetern.
Mit fast 9,8 Millionen Pixeln entstehen gestochen scharfe Bilder, Animationen und Livekameras, die selbst auf den entferntesten Tribünenplätzen jedes Detail sichtbar machen.
Mal erscheinen abstrakte Grafiken, anschließend weite Landschaften, dann wieder riesige Nahaufnahmen der Sängerin. Farben, Formen und Bewegungen greifen dabei die jeweilige Stimmung der einzelnen Titel auf.Gerade bei den ruhigeren Liedern entfalten diese Projektionen eine enorme Wirkung.
Nicht weniger beeindruckend präsentiert sich die Lichttechnik. Über 1.200 Scheinwerfer sorgen für nahezu unendliche Gestaltungsmöglichkeiten.Die Lichtsteuerung umfasst 281 Universen – ein Wert, der verdeutlicht, welche Datenmengen während jeder Sekunde des Konzerts verarbeitet werden müssen.
Mal tauchen warme Goldtöne die Bühne in angenehmes Licht, wenig später wechseln intensive Blau- und Rottöne mit blitzschnellen Bewegungen der Moving Lights. Die Scheinwerfer beschränken sich dabei nicht auf die Bühne selbst.Große Teile des Publikums werden bewusst in das Lichtkonzept integriert. Dadurch entsteht das Gefühl, selbst Teil der Inszenierung zu sein.
Auch die Spezialeffekte tragen maßgeblich zur Wirkung der Jubiläumsshow bei.Immer wieder steigen meterhohe Flammen in den Nachthimmel über Hannover.
Insgesamt kommen 36 Flammeneffekte zum Einsatz. Dazu gesellen sich 30 Stadium Shot Extreme sowie weitere 20 Stadium Blaster, die unter anderem rund 200 Kilogramm Konfetti über das Publikum verteilen.Hinzu kommen etwa 1.000 pyrotechnische Effekte, die sorgfältig mit Musik, Licht und Videoprojektionen synchronisiert werden.
Gerade in den großen Finalmomenten entwickelt sich daraus ein beeindruckendes Gesamterlebnis.
Ein emotionaler Auftakt
Mit „Jetzt oder Nie“ beginnt Helene Fischer den Konzertabend. Bereits die ersten Minuten zeigen, wie eng Musik, Tanz und Bühnentechnik miteinander verzahnt wurden.
Helene Fischer präsentiert sich dabei ausgesprochen präsent und spielfreudig. Immer wieder sucht sie den direkten Kontakt zum Publikum auf allen Seiten der Arena.
Bereits beim zweiten Titel „Unser Tag“ wird lautstark mitgesungen. Spätestens bei „Genau dieses Gefühl“ verwandelt sich das Stadion endgültig in einen riesigen Chor.
Die Sängerin bedankt sich mehrfach für die langjährige Unterstützung ihrer Fans und erinnert daran, dass inzwischen zwei Jahrzehnte seit ihrem Durchbruch vergangen sind. Gerade diese persönliche Nähe gehört seit vielen Jahren zu ihren großen Stärken.
Mit „Flieger“ folgt einer der bekanntesten Titel ihrer Karriere. Passend zum Song wird die Bühne erneut komplett verändert.
Licht, Videoanimationen und die beweglichen Bühnenelemente erzeugen den Eindruck permanenter Bewegung. Die Zuschauer begleiten den Refrain lautstark und sorgen für eine eindrucksvolle Atmosphäre. Schon jetzt zeigt sich, dass diese Tour nicht ausschließlich von ihrer aufwendigen Technik lebt.
Vielmehr bildet die Technik die Bühne für die eigentliche Hauptdarstellerin – die Musik.
Anschließend beginnt ein umfangreiches Medley mit zahlreichen Klassikern ihrer Karriere.
„Hundert Prozent“, „Mitten im Paradies“, „Die Hölle morgen früh“ , „Von hier bis Unendlich“, „Ich will immer wieder … dieses Fieber spür’n“
Kaum erklingen die ersten Takte, singen zehntausende Besucher jede Textzeile mit. Dabei gelingt Helene Fischer der Spagat zwischen nostalgischem Rückblick und moderner Showproduktion bemerkenswert überzeugend.
Die Medleys machen gleichzeitig deutlich, wie viele erfolgreiche Titel sich in zwanzig Jahren Bühnenkarriere angesammelt haben. Schon nach diesem ersten Konzertabschnitt steht fest, dass Hannover einen außergewöhnlichen Konzertabend erlebt.
Lateinamerikanische Rhythmen sorgen für ausgelassene Stimmung
Nach den ersten großen Hits schlägt das Konzert einen neuen musikalischen Bogen. Mit „Schau mal herein“ und „Mit keinem andern“ verändert sich die Atmosphäre spürbar. Die aufwendige Bühnentechnik tritt für einen Moment etwas in den Hintergrund und macht Platz für das Zusammenspiel aus Musik, Tanz und direkter Publikumsinteraktion.
Nahtlos geht die Show in das Latin-Medley über. Bereits bei den ersten Takten von „Havana“ wird deutlich, wie vielseitig Helene Fischer ihre Konzertabende gestaltet. Lateinamerikanische Rhythmen, farbenfrohe Projektionen und aufwendig choreografierte Tanzeinlagen verleihen diesem Abschnitt eine sommerliche Leichtigkeit. Mit „Marathon“, „Nur mit dir“, „Vamos a Marte“, „Liebe ist ein Tanz“, „Viva La Vida“ und „Dein Rhythmus“ entwickelt sich eine musikalische Reise, bei der die Zuschauer von ihren Sitzplätzen aufstehen und den Takt mitklatschen.
Passend zu den südlichen Klängen dominieren warme Farben auf den riesigen LED-Flächen. Orange-, Rot- und Gelbtöne wechseln sich mitbunten Farben und dynamischen Animationen ab. Die Tänzerinnen und Tänzer nutzen nahezu jeden Quadratmeter der Bühne und sorgen gemeinsam mit Helene Fischer für ein nahezu pausenloses Bewegungsspektakel.
Während viele Konzertproduktionen Tänzer ausschließlich auf der eigentlichen Bühne einsetzen, nutzt die 360°-Produktion sämtliche Ebenen der Konstruktion. Plattformen heben sich in die Höhe, einzelne Bühnenelemente fahren auseinander und eröffnen immer neue Spielflächen. Dadurch verändert sich das Bühnenbild nahezu ununterbrochen.
Besonders eindrucksvoll wirkt das Zusammenspiel der beweglichen Plattformen mit den vier 15 Meter langen Boom-Armen. Aus Sicht des Publikums scheinen einzelne Bühnenteile nahezu schwerelos durch die Arena zu schweben. Trotz der enormen Dimensionen erfolgen sämtliche Bewegungen ruhig und millimetergenau. Dass dabei mehrere Tonnen schwere Konstruktionen bewegt werden, lässt sich für die Zuschauer kaum erahnen.
Gerade diese Präzision macht den Reiz der gesamten Produktion aus. Technik drängt sich nie in den Vordergrund, sondern unterstützt die Musik und die Geschichten, die jedes einzelne Lied erzählt.
Nach den temperamentvollen Rhythmen folgt bewusst ein ruhigerer Konzertabschnitt. „Fehlerfrei“, „Warum“ und „Null auf 100“ zeigen Helene Fischer von einer nachdenklicheren Seite. Ihre Stimme steht nun deutlich stärker im Mittelpunkt. Die Band begleitet sie zurückhaltend, während die Lichtregie auf sanfte Farben und reduzierte Bewegungen setzt.
In diesen Momenten wird deutlich, weshalb Helene Fischer seit zwei Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum zählt. Neben den großen Showelementen überzeugt sie vor allem durch ihre stimmliche Sicherheit und ihre Fähigkeit, unterschiedliche musikalische Stilrichtungen glaubwürdig miteinander zu verbinden.
Auffällig ist die große Altersvielfalt unter den Konzertbesuchern. Junge Familien, Jugendliche, langjährige Fans und ältere Besucher feiern gemeinsam einen Abend voller Erinnerungen und neuer Eindrücke. Genau diese Mischung prägt seit Jahren die Konzerte von Helene Fischer.
Viele ihrer Lieder begleiten ihre Fans bereits seit zwei Jahrzehnten. Andere Titel sprechen ein jüngeres Publikum an und zeigen die musikalische Weiterentwicklung der Künstlerin. Dadurch entsteht ein Konzertprogramm, das sowohl langjährige Wegbegleiter als auch neue Fans anspricht.
Immer wieder bedankt sich Helene Fischer für die Treue ihres Publikums. Ihre Ansprachen wirken dabei persönlich und authentisch. Sie erinnert an den gemeinsamen Weg der vergangenen zwanzig Jahre und macht deutlich, dass dieser Konzertabend für sie selbst eine besondere Bedeutung besitzt.
Mit dem anschließenden African Medley nimmt die Show erneut Fahrt auf. „Wir zwei“, „Regenbogenfarben“, „Wir werden eins“ und schließlich „Atemlos durch die Nacht“ verwandeln die Heinz von Heiden Arena endgültig in eine riesige Open-Air-Party.
Besonders bei „Atemlos durch die Nacht“ gibt es im Publikum kein Halten mehr. Kaum ein Besucher bleibt sitzen. Das gesamte Stadion singt den Refrain mit, während unzählige Lichtstrahlen den Nachthimmel über Hannover durchziehen.
Passend dazu sorgen Flammenwerfer und pyrotechnische Effekte für zusätzliche Akzente. Dennoch wirkt die Inszenierung nie überladen. Musik, Licht, Video und Spezialeffekte greifen harmonisch ineinander und unterstützen sich gegenseitig.
Beeindruckend ist vor allem, wie selbstverständlich die riesige Technik während des gesamten Konzertabends funktioniert. Kein Übergang wirkt hektisch, keine Umbaupause unterbricht den musikalischen Fluss. Hinter den Kulissen arbeiten mehr als 150 Techniker hochkonzentriert daran, dass jeder Effekt exakt zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst wird.
Ob fahrbare Plattformen, rotierende Bühnenelemente, Bühnenlifte oder die komplexe Lichtsteuerung – sämtliche Abläufe erscheinen aus Sicht des Publikums nahezu mühelos. Gerade diese Perfektion macht den Unterschied zwischen einer großen Konzertproduktion und einer außergewöhnlichen Stadioninszenierung aus.
Zwanzig Jahre nach ihrem Durchbruch blickt Helene Fischer auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Zahlreiche Auszeichnungen, ausverkaufte Tourneen und Millionen verkaufter Tonträger sprechen für sich. Das Jubiläumskonzert in Hannover zeigt eindrucksvoll, dass sie sich auf diesen Erfolgen nicht ausruht.
Stattdessen präsentiert sie eine moderne, technisch aufwendige und gleichzeitig sehr persönliche Show, die musikalische Qualität und spektakuläre Inszenierung miteinander verbindet. Die 360°-Bühne ermöglicht dabei eine neue Nähe zum Publikum und macht den Konzertabend für viele Besucher zu einem besonderen Erlebnis.
Mit dem energiegeladenen Finale aus „Blitz“, „Herzbeben“, „Achterbahn“, „Heute Nacht“ und dem abschließenden „Phänomen“ endet ein Konzert, das seinem Anspruch als Jubiläumsshow in jeder Hinsicht gerecht wird. Noch lange nach dem letzten Ton begleiten Konfetti, Lichteffekte und begeisterter Applaus die Besucher auf ihrem Heimweg.
Nach mehr als zweieinhalb Stunden endet ein Konzertabend, der Hannover in Erinnerung bleiben dürfte. Mit einer außergewöhnlichen 360°-Produktion, beeindruckender Technik, perfekt abgestimmten Choreografien und einem abwechslungsreichen Programm feiert Helene Fischer gemeinsam mit ihren Fans ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Hannover erlebt dabei eine Show, die nicht allein durch ihre Dimensionen überzeugt, sondern vor allem durch ihre gelungene Verbindung aus musikalischer Qualität, persönlicher Nähe und aufwendiger Inszenierung. Die lang anhaltenden Ovationen des Publikums sprechen am Ende für sich.
HANNOVER. Wo findet man die wohl älteste Kübelpflanze der Welt? Man findet sie in Hannover-Herrenhausen. Dort steht sie von Anfang Juni bis Anfang Oktober in ihrem Kübel vor dem Orangerie-Gebäude. Bei der Pflanze handelt es sich um einen Granatapfelbaum (Punica granatum). Unter dem Schild am Kübel mit der Bezeichnung der Pflanze gibt es ein weiteres Schild mit folgender Erkäuterung: “Die älteste Kübelpflanze der Welt: Dieser Granatapfelbaum kam 1653 von Venedig nach Herrenhausen.” Der strauchig wachsende Granatapfelbaum erreicht an Naturstandorten eine Höhe von etwa drei bis fünf Metern. Er kann mehrere hundert Jahre alt werden. Die seit Jahrtausenden im Mittelmeerraum kultivierte Pflanze hat ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete vom westlichen bis mittleren Asien. Etwa alle fünf Jahre wird die Pflanze in Herrenhausen mit maschineller Hilfe aus dem Kübel gehoben und mit frischer Erde versorgt. Dem knorrigen Stamm des Granatapfelbaums vor der Orangerie sieht man sein Greisenalter durchaus an, aber bis heute trägt er Blätter und Blüten. Es handelt sich bei der Kübelpflanze in Herrenhausen um eine Sorte mit gefüllten Blüten (als gefüllt gelten Blüten, wenn sich im Zentrum der Blüte zusätzliche ineinander verschachtelte Blütenblätter befinden. Die Staubgefäße sind verkümmert) – eine Besonderheit bei historischen Exemplaren –. Da die gefüllten Blüten also praktisch steril sind, wird man auf saftige Granatäpfel verzichten müssen. Der symbolträchtige Granatapfel steht in Mythologie und Religionen für Leben und Fruchtbarkeit.
Höhepunkt des hannoverschen Schützenfestes ist der große Ausmarsch am Sonntag
HANNOVER. Hannover war heute Vormittag (5. Juli) schon früh auf den Beinen: Um zehn Uhr gab der amtierende Präsident des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine e. V. , Andreas Schnelle, am Neuen Rathaus der Stadt das Startzeichen. Mehr als 150 Schützenvereine sowie befreundete Verbände und Gruppen zogen im Doublierschritt zusammen mit 90 Spielmannszügen sowie zahlreichen Festwagen durch die Innenstadt de Leinemetropole. Zuvor lobten Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und der Niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies in kurzen Ansprachen die bunte Veranstaltung. Der Schützenumzug ist alljährlich eine der Höhepunkte des hannoverschen Schützenfestes.
Ministerpräsident Lies war zum ersten Mal dabei, genoss sichtlich das Ereignis. Die zu marschierende Strecke belief sich nur auf dreieinhalb Kilometer, doch der ganze Zug hatte einer Gesamtlänge von 10 Kilometer. Am Straßenrand verfolgten zehntausende Hannoveraner fröhlich den Schützenausmarsch. Bis auf ein paar vereinzelte Regentropfen blieb es zudem trocken.
Selbst das Mütterzentrum Döhren machte mit und zeigte die neue Fahrradrikscha, mit der im Stadtteil Döhren gehbehinderte Menschen ehrenamtlich von A nach B transportiert werden.
Höhepunkt des hannoverschen Schützenfestes ist der große Ausmarsch am Sonntag
Höhepunkt des hannoverschen Schützenfestes ist der große Ausmarsch am Sonntag
HANNOVER. Am letzten Donnerstag (02.07.) wurde das Kleine Fest im Großen Garten in Herrenhausen eröffnet. Unter dem Motto „Schön hier“ hat der erst im Oktober 2025 eingesetzte Künstlerische Leiter Detlef Simon (Entertainer, Zauberkünstler, Moderator, Kabarettist – bekannt als DESiMO) das Kleine Fest behutsam neu konzipiert und ein Programm zusammengestellt, das den traditionsbewussten Fans des Kleinen Fests ebenso entgegenkommt wie denen, die gespannt auf Neues sind.
Bei seiner 40. Ausgabe präsentiert sich das Kleine Fest so bunt und vielfältig wie eh und je. Mit dabei sind mehr als hundert nationale und internationale KünstlerInnen. Für die BesucherInnen ist für jede/n was dabei: für Varieté-, Clown- und Zirkusfreundinnen und -freunde, für Familien, für die, die sich anregen lassen möchten, für stilleren Genuss, für Traditionsbewusste, für Freundinnen und Freunde von Live-Musik und für alle, die gerne aktiv mitmachen. Präsentiert werden auch Neuentdeckungen 2026 und natürlich dürfen auch die verschiedensten WalkActs nicht fehlen.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay betont die Kontinuität des Kleinen Fests als festen Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt. An den zwei Gastronomie-Standorten im Garten erwartet die BesucherInnen ein breit gefächertes Angebot, das von unkomplizierten Festival-Klassikern wie Bratwurst im Brötchen oder Hot Dogs bis zu anspruchsvolleren Gerichten reicht. Wie immer dürfen sich auch alle Gäste selbst versorgen und an den Tagen des Kleinen Fests einen Bollerwagen für den Transport der eigenen Picknick-Ausstattung mit in den Großen Garten nehmen.
Der Künstlerische Leiter DESiMO ist ein Fan der Überraschungen, die das Kleine Fest bietet: „Eigentlich finde ich – ebenso wie viele andere langjährige Gäste des Kleinen Fests –, dass sich der besondere Charme am besten entfaltet, wenn man sich einfach treiben lässt und auf die Überraschungen einlässt. Recht hat er – und man wird feststellen: „Schön hier!“
Internationaler Pop-Glanz auf der Wolfsburger Lagunenbühne begeistert Tausende Fans
WOLFSBURG.
Mit einem Auftritt des britischen Popstars Rita Ora ist am Freitagabend (03.07.2026) das diesjährige Sommerfestival der Autostadt in Wolfsburg eröffnet worden. Auf der Lagunenbühne sorgte die Sängerin vor mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern für einen stimmungsvollen Auftakt der sechswöchigen Open-Air-Konzertreihe, die auch in diesem Jahr zahlreiche nationale und internationale Künstler nach Wolfsburg bringt. Rita Ora absolvierte damit zugleich ihr einziges Deutschlandkonzert im Jahr 2026.
Schon mit ihrem Erscheinen wurde die britische Künstlerin lautstark vom Publikum empfangen. Unterstützt von einer professionellen Liveband präsentierte sie ein energiegeladenes Programm aus Dance-Pop, modernen Clubbeats und gefühlvollen Balladen. Mit ihrer charismatischen Bühnenpräsenz und der direkten Ansprache des Publikums gelang es Rita Ora, von Beginn an eine enge Verbindung zu den Fans aufzubauen. Mit weltweit Milliarden Streams und zahlreichen Chartplatzierungen hat sich die 35jährige nicht nur als Sängerin, sondern auch als Songwriterin, Schauspielerin und TV-Persönlichkeit einen Namen gemacht.
Zu den Höhepunkten des Abends gehörten ihre internationalen Hits wie „Your Song“, „Roc The Life“ und „I Will Never Let You Down“ und “Anywhere”, die von den Zuschauerinnen und Zuschauern begeistert mitgesungen wurden. Zwischen den Titeln nahm sich Rita Ora immer wieder Zeit für ihre Fans. Im Graben gab sie sich sehr publikumsnah und erfüllte viele Selfie- und Autogrammwünsche.
Die beeindruckende Kulisse der Lagunenbühne, die Stimmung mit der untergehende Abendsonne und die hervorragende Organisation verliehen dem Konzert zusätzlichen Glanz. Mit ihrem Mix aus eingängigen Popsongs, kraftvollen Dance-Hymnen und emotionalen Momenten setzte Rita Ora einen gelungenen Startpunkt für das Sommerfestival 2026 und hinterließ ein Publikum, das den Abend mit lang anhaltendem Applaus verabschiedete.
Großer Andrang im Tropenhaus des Berggartens in Herrenhausen
HANNOVER. Im Tropenhaus des Berggartens in Herrenhausen gab am gestrigen Donnerstag (02.07.) ein sehr seltenes botanisches Ereignis zu bestaunen. Zum dritten Mal kam hier eine Titanenwurz zur Blüte. Dabei handelt es sich um Nachwuchs der von Hand bestäubten Pflanze, die 2014 erstmalig im Berggarten geblüht hat. Die tropische (auf Sumatra heimische) Pflanze mit dem botanischen Namen Amorphophallus titanum bildet nur alle paar Jahre einen Blütenstand. Die größte Blume der Welt wird bis zu drei Meter hoch. Das Aufblühen einer Titanenwurz ist nur von kurzer Dauer. In der Regel öffnet der Blütenstand am Nachmittag und beginnt meist bereits am nächsten Tag zu welken. Es sollen aber auch schon Blütenstände für zwei Tage geöffnet gewesen sein. Der Blütenstand verströmt am ersten Tag einen starken Aasgeruch. Zeitgleich zur Geruchsentwicklung erhitzt sich der Spadix (Kolben) auf circa 36° Grad Celsius, was die Diffusion der Duftstoffe erleichtert. Am Naturstandort werden damit Aas-Käfer und Fliegen angelockt. Auf der Suche nach einem Eiablageplatz kriechen diese Insekten in die Tiefe des Blütenstands und führen so die Bestäubung der Pflanze durch. Die Knospe der Pflanze wird täglich gemessen – am 24. Juni ragte sie schon 122 Zentimeter in die Höhe. Ihre Vorgängerin hatte 2021 insgesamt eine Höhe von 200 Zentimeter erreicht. Der aktuelle Weltrekord einer Titanenwurz: Der wissenschaftlich dokumentierte Blütenstand erreichte am 21. Juni 2013 in den Botanischen Gärten Bonn eine Höhe von 320 cm. Anlässlich des Aufblühens der Titanenwurz hatte der Berggarten am Donnerstag eine Sonderöffnung bis 23 Uhr ermöglicht. Zahlreiche Menschen auch aus der weiteren Umgebung wollten sich das seltene Naturschauspiel nicht entgehen lassen, so dass sich am Zugang zum Tropenhaus eine lange Menschenschlange bildete.
HOLLE. Die altägyptischen Pharaonen wurden in mächtigen Pyramiden zur letzten Ruhe gebettet. Doch um eine Grabpyramide zu sehen, muss man nicht unbedingt an den Nil reisen. Auch ein hannoverscher Graf ließ für sich und seine Familie ein Mausoleum in Form eines Pyramide errichten. „Ewig ist die Fortschreitung zur Vollkommenheit, wenngleich am Grabe die Spur vor dem Auge verschwindet“, war einst am Eingang zu lesen.
Im kleinen Ortsteil Derneburg der eher ländlichen Gemeinde Holle im Hildesheimischen können historisch Interessierte eine unerwartete Entdeckung machen. Wer den rund zweieinhalb Kilometer langen Laves-Kulturpfad rund um das Schloss Derneburg entlang pilgert, stößt plötzlich auf ein geheimnisvolles Bauwerk. Eine fast elf Meter hohe Pyramide. Kein Pharao liegt hier, aber immerhin ein Graf. Genauer: Graf Ernst zu Münster.
Dieser Ernst zu Münster vertrat die Interessen des hannoverschen Kurfürsten und englischen Königs auf den Wiener Kongress. Bei der Neuordnung Deutschlands erreichte er, dass das Fürstentum zum Königreich erhoben wurde und sich das Gebiet des Stifts Hildesheim einverleiben konnte. Als Dank erhielt der Diplomat von seinem König das ehemalige Kloster Derneburg als Geschenk. Er ließ nicht nur das alte Kloster zu einem Schloss umbauen, sondern wollte auch ein Mausoleum in Form eine Pyramide für sich und seine Familie.
Kein Geringerer als der damalige hannoversche Stararchitekt Georg Ludwig Friedrich Laves erhielt 1839 (Todesjahr des Grafen) den Auftrag zum Bau der Anlage. „Als Student hat Laves Zeichnungen ägyptischer Bauwerke und Plastiken auf aufs Genaueste kopieren müssen. Sicherlich waren ihm die Radierungen Piranesis vom alten Rom bekannt und damit auch die im Jahre 12. v. Chr. erbaute Cestius-Pyramide, die ihm als Vorbild gedient haben mag“, heißt es dazu auf der Webseite der Gemeinde Holle.
Podiusdiskussion: v. l.: Felix Landerer. Eva Jandl-Jörg, Axel von der Ohe und Luna Jurado.
HANNOVER. Die Kunst trifft Politik. Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat (und hannoverscher Finanz- und Ordnungsdezernent) Axel von der Ohe traf sich heute am späten Nachmittag (30. Juni)in der Eisfabrik an der Südstädter Seilerstraße mit Kunstschaffenden. In einer Podiumstalk mit mit Eva Jandl-Jörg (Direktorin MUSEUM Wilhelm BUSCH), Luna Jurado (Geschäftsführerin Kulturzentrum Faust) und Felix Landerer (Tänzer und Choreograph LANDERER&COMPANY) wurde der Frage nachgegangen, welche Bedeutung „die Kultur für unsere Stadt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie“ hat.
Die drei Kulturschaffenden vereinte insbesondere ein Wunsch: „Mehr Planungssicherheit bei der städtischen Förderung“. Dem stimmte von der Ohe zu. „Mehr Beständigkeit ist eine politische Entscheidung, die man treffen sollte.“ Außerdem räumte er ein: „Im Rückblick waren Kürzungen in der Kulturförderung ein Fehler.“
Bevor die Podiumsdiskussion startete, hatte Axel von der Ohe und seine Gäste Gelegenheit, einen Ausschnitt aus dem Stück „KARŌSHI“ im Theater in der EISFABRIK zu sehen. Tänzerisch wurde darin Burnout, gesellschaftlichen Druck, ständige Verantwortung und Leistungszwang thematisiert.
Axel von der Ohe begrüßt seine Gäste Axel von der Ohe und Luna Jurado.
In Waldhausen wurde ein neuer Stolperstein für Hedwig Mahlstedt verlegt
HANNOVER. Die Stolpersteine für Kurt Schwitters und seinen Sohn haben Gesellschaft bekommen. Heute Vormittag (30. Juni) wurde vor dem Haus Waldhausenstraße 5 ein weiterer dieser goldglänzenden Gedenksteine im Gehwegpflaster versenkt. Er erinnert an Hedwig Mahlstedt, geb. Bodenheim.
Hedwig wurde am 9. Juli 1876 in Hannover als Tochter des jüdischen Fabrikanten Benjamin Bodenstein geboren. Sie heiratete später den aus einer nichtjüdischen Familie stammenden Karl Mahlstedt. Im April 1837 zog das Ehepaar in eine Wohnung im Erdgeschoss einer Villa in Waldhausen ein. Das Gebäude gehörte der Mutter des bekannten Künstlers Kurt Schwitters. Hier in der Waldhausenstraße Nummer 5 hatte Schwitters seinen ersten „Merz-Bau“ – eine raumfüllende begehbare Plastik – erschaffen. Weil die Nazis seine Kunst als „entartet“ einstuften, war er schon im Januar 1937 nach Norwegen emigriert. Hedwig Mahlstedt und Kurt Schwitters dürften sich also wohl nicht mehr begegnet sein.
In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 zerstörten Bomben die Schwittersvilla in Waldhausen. Das Ehepaar Mahlstedt wurde obdachlos. „Als wir beiden da saßen“, schrieb später Hedwig Mahlstedt, „unter einem großen Tür- oder Fensterrahmen, Carls Kopf auf meinen Schoß und rings herum alles kochte, bebte, zischte und brannte, haben wir gebetet, sofort getötet zu werden, aber nicht lebendig verschüttet oder langsam verbrannt.“ Das Ehepaar überlebte den Bombenangriff, doch Karl Mahlstedt war schwer erkrankt. Als er im Dezember 1943 starb, verlor Hedwig den Schutz ihrer „Mischehe“. Auf bislang unbekannten Weg wurde Hedwig Mahlstedt zuerst in ein „Judenhaus“ nach Berlin gebracht und am 5. September 1944 dann nach Theresienstadt deportiert. Wenigen Wochen später starb sie dort am 5. November 1944.
Initiiert hatte den neuen Stolperstein Uwe Plaß, ein Ortspolitiker (Ortsbürgermeister) aus Melle und dort auch in der Heimatforschung tätig. Bei seiner Recherche über Verwandte der Bodensteins stieß er auf Hedwig Mahlstedt und seine Spur führte nach Hannover-Waldhausen.
Bevor zum Abschluss der kleinen Feierstunde Blumen am neuen Stolperstein für Hedwig Mahlstedt niedergelegt wurde, betonte Bezirksbürgermeister Willi Lindenberg, die Bedeutung der Stolpersteine. „Sie sind wichtige Erinnerungen an die damalige schreckliche Zeit“, sagte er.
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Der neue Stolperstein für Hedwig Mahlstedt
Der neue Stolperstein für Hedwig Mahlstedt
Bezirksbürgermeister Willi Lindenberg (l.) und Melles Ortsbürgermiester Uwe Plass (r.)
Bezirksbürgermeister Willi Lindenberg (l.) und Melles Ortsbürgermiester Uwe Plass (r.)
Ansprache von Bezirksbürgermeister Willi Lindenberg
Ansprache von Bezirksbürgermeister Willi Lindenberg
Bis zum geplanten Neubau der GS Beuthener Straße sollen die Mittelfelder Kinder in eine Interimsschule gehen
HANNOVER. So geht es mit der Interimschule für die GS Beuthener Straße weiter. Die Stadt Hannover legte jetzt einen Zeitplan für das Bauvorhaben vor.
Ende November letzten Jahres zerstörte ein Brand die zentrale Aula sowie angrenzende Sanitärbereiche und Flure der Mittelfelder Grundschule an der Beuthener Straße vollständig, so dass an der Beuthener Straße mit zu einem Schulneubau kein regulärer Unterricht mehr möglich ist. Übergangsweise wurden die Schüler bislang an der Käthe-Paulus-Schule aufgenommen. Doch das ist nur eine kurzfristige Notlösung, weil in den kommenden Jahren die Bemeroder den Platz für eigene Kinder benötigen. Deshalb soll an der Erytropelstraße in Wülfel – rund 10 Minuten Gehweg von der alten Schule entfernt – in Modulbauweise eine Interimsschule entstehen.
Das gesetzlich vorgeschriebene Vergabeverfahren für die Errichtung der Modulanlage ist jetzt erfolgreich abgeschlossen. In einer Pressemitteilung stellte die Landeshauptstadt nun den weiteren Zeitplan vor:
Bauantrag 07/2026
Beginn Bauarbeiten, Baustelleneinrichtung, Medien, Baugrund 09/2026
Modulmontage ab Ende 10/2026
Richtfest 12/2026
Ab 12/2026 Fassade, Innenausbau, etc.
Schlussabnahme und Übergabe Anfang 08/2027
Schulbeginn 18.08.2027
Geplant ist eine dreigeschossige Modulanlage für eine vierzügige Ganztagsgrundschule. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. Das Raumprogramm umfasst unter anderem Unterrichtsbereiche für alle Jahrgänge, Differenzierungs- und Freizeitflächen, eine Mensa, Fachunterrichtsräume, eine Schülerbibliothek sowie Verwaltungsbereiche.