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Samstag, Mai 2, 2026

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Gerichtsverfahren zu „Wichmann“ – keine abschließende Entscheidung

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Präsident des Verwaltungsgerichts Hannover und Vorsitzender Richter der 4. Kammer beim Ortstermin in Döhren

HANNOVER. Der gerichtliche Streit um die ehemalige „Gastwirtschaft Wichmann“ im Stadtteil Döhren ist – jedenfalls vorerst – beendet. Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts stellte gestern das Klageverfahren auf Erteilung eines positiven Bauvorbescheides für eine massive Bebauung des  Grundstücks Hildesheimer Straße 230  ein, nachdem sowohl der Rechtsanwalt des Investors, Eckhard David, als auch die Vertreter der Stadt Hannover übereinstimmend das Verfahren für erledigt erklärt hatten.

Hintergrund: Der Investor hatte seine Klage – sei es unbewusst, sei es aus prozesstaktischen Gründen – wenige Tage vor dem Inkrafttreten einer Veränderungssperre erhoben. Diese baurechtliche Veränderungssperre soll zur Vorbereitung eines Bebauungsplanes diesen, mit dem nach den bisherigen Überlegungen der Stadt ein Bauprojekt auf die Kubatur des früheren Gaststätte Wichmann beschränkt werden soll. Nachdem Gerichtspräsident Ingo Behrens mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck gebracht hatte, dass die Veränderungssperre wohl rechtlichen Bestand haben wird, wurde die Hauptsache für erledigt erklärt, weil nach Klageerhebung sich die Rechtslage verändert hatte.

Damit ist der ablehnende Bauvorbescheid erst einmal bestandskräftig geworden. Formal steht die Stadt Hannover als Sieger da, allerdings muss sie doch einen Teil der Kosten tragen. Denn bis zum Zeitpunkt der Klageerhebung konnte die Bauverwaltung ihr „Nein“ lediglich auf eine Erhaltungssatzung stützen. Und ob diese so rechtmäßig ist, daran äußerte das Gericht immerhin Zweifel.

Nachdem der Grundeigentümer das historische Gebäude der Gastwirtschaft Wichmann bis auf den letzten Stein abgerissen hatte, stellte sich für die Verwaltungsrichter die Frage, was die Erhaltungssatzung eigentlich noch erhalten soll. Ob durch so eine Satzung allein nur die überkommende Anmutung des früheren Gebäudes geschützt werden kann, ist bislang juristisch nicht geklärt. Dazu gebe es, so Ingo Behrens, noch keine Rechtsprechung. Die Kammer hätte also juristisches Neuland betreten müssen. Zudem fragten sich die Richter, ob dann die Erhaltungssatzung nicht auch die nähere Umgebung hätte mit einbeziehen müssen, anstatt sich auf nur ein Grundstück zu beschränken. „Hätte die Oma das auch für schützenwert angesehen“, zitierte Gerichtspräsident Behrens seine Mitrichterin aus der Kammer hinsichtlich der sich daraus ergebenden Abwägungsfragen. Offenbar neigt die 4. Kammer dazu, die Rechtmäßigkeit der Erhaltungssatzung anzuzweifeln. Dafür spricht letztendlich die Kostenentscheidung, die die Landeshauptstadt ebenfalls belastet.

Vorangegangen war ein mehrstündiger juristischer Schlagabtausch zwischen den Vertretern der Stadt und den Vertretern des Bauinvestors. Erst bei einem Ortstermin in Döhren, dann im Gerichtssaal im Fachgerichtszentrum an der Leonhardstraße. Rechtsanwalt David warf der Stadt vor, die Rechte des Eigentümers zu beschränken und einen Neubau zu verhindern. Es gab doch eine Baugenehmigung für ein Gebäude in Form der früheren Gaststätte; man hätte doch längst bauen können, konterte die Stadt.

Jetzt hängt alles davon ab, ob die Stadt Hannover es schafft, bis zum Auslaufen der Veränderungsspree einen Bebauungsplan aufzustellen. Doch selbst mit so einem Plan wäre noch nicht alles endgültig klar. Denn der zukünftige Bebauungsplan könnte dann ebenfalls vom Grundstückseigentümer oder einen Investor juristisch angegriffen werden. Darüber müsste dann allerdings im Zuge eines sogenannten Normenkontrollverfahrens das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entscheiden.

Seltsam: Ingo Behrens zitierte als Vorsitzender Richter der Kammer eine Auskunft des Niedersächsichen Landesamtes für Denkmalpflege. Danach soll das Gebäude von „Wichmann“ nie unter Denkmalschutz gestanden haben. Dies kann aber nur die rückblickende heutige Einschätzung des Landesamtes sein, dass das Haus nie die Denkmaleigenschaft verdient hatte. Denn in der vom Landesamt herausgegebenen Denkmaltopographie für Hannover aus dem Jahr 1983 wird ausdrücklich das Gebäude der Gastwirtschaft als Baudenkmal genannt.

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Vertreter der Stadt Hannover beim Ortstermin auf dem Grundstück mit dinem Modell der vom Investor geplanten Bebbaung
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Oben rechts verläuft die Hildesheimer Straße; der massive Block stellt den vom Investor geplanten Neubau dar.
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So sah es früher einmal aus: Diese Anmutung sollte durch eine Erhaltungssatzung geschützt werden

Triptychon am Turm der Marktkirche

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1.200 Quadratmeter-Triptychon des Künstlers Sebastian Peetz am Turm der Marktkirche sorgt für Aufsehen (im wahrsten Sinne des Wortes) - © Fotos: Lothar Schulz 2025

Kunstwerk von Sebastian Peetz


HANNOVER. Noch vor Beginn des 39. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Hannover hatte die Marktkirche die Sanierung des 97 Meter hohen Kirchturmes gestartet. Bei manchen Steinen des Turmes lösten sich Teile ab, zerbröselten und drohten herunterzufallen. Für die voraussichtlich etwa zwei Jahre andauernden Bauarbeiten wurde der Turm schon vor einigen Wochen eingerüstet und wird für längere Zeit eingehaust. Weiße Planen verhüllten seitdem den Turm. Doch dieser Zustand hat jetzt ein Ende gefunden. Vor die weißen Bauplanen wurden nun Planen montiert, die an drei Seiten des Turmes ein monumentales Triptychon bilden, das den lebendigen Diskurs zwischen Schöpfung, Glauben und wissenschaftlicher Gegenwart aufgreift. Auf beeindruckenden 1.200 Quadratmetern entfaltet der Künstler Sebastian Peetz mit den Werken Leben Jesu, Paradies und Exitus Genesis eine visuelle Sprache, die Brücken schlägt: zwischen Religion und Naturwissenschaft, Vergangenheit und Zukunft, Kirche und Stadtgesellschaft. „Das Triptychon an der Marktkirche ist ein lebendiges Symbol dafür, dass Kunst, Religion und Wissenschaft nicht getrennt voneinander existieren, sondern sich gegenseitig befragen und inspirieren“, erkärte Marktkirchenpastor Marc Blessing. Auch wenn Chemnitz und nicht Hannover 2025 europäische Kulturhauptstadt wurde, blieb die Marktkirchengemeinde ihren geplanten Zielen treu und realisiert ein zentrales Projekt der damaligen Bewerbung: „Religionen funktionieren immer auch über Abgrenzungen zu anderen Religionen. Umso bemerkenswerter ist es, dass 2025 die evangelischen City-Kirchen ihre Häuser der Kunst öffnen. In einer beispiellosen Aktion werden alle evangelischen Kirchen in Hannovers Innenstadt ihre Gebäude der Kulturhauptstadt zur Verfügung stellen. Und zwar das ganze Jahr.« (BidBook, Landeshauptstadt Hannover, 2020) Die Marktkirche, zentraler Ort Hannovers, wird mit dem Triptychon zu einer Plattform, die Kunst, Kultur und Glauben vereint. Sie zeigt, dass Kirche nicht nur ein historischer Raum ist, sondern ein lebendiger Akteur im gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs. Parallel zu diesem Kunstprojekt wird Hannover 2025 Gastgeber des 39. Deutschen Evangelischen Kirchentags (vom 30. April bis zum 4. Mai 2025) sein. Dann wird die Stadt zum Treffpunkt von mehr als 100.000 Gästen aus aller Welt werden, die den interreligiösen und interdisziplinären Ansatz des Kirchentags mit Leben füllen werden. Die Marktkirche, zentraler Veranstaltungsort, bietet mit dem Triptychon einen künstlerischen Höhepunkt, der den Geist des Kirchentags aufgreift und vertieft.

Alphaville – Forever! LIVE – Best Of 40 Years in Hannover

Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm
Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm

Alphaville feiert vierzigsten Geburtstag in Hannover

Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm
Alphaville-Forever!LIVE – Best of 40 Years – Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm

Die Swiss Life Hall war an diesem Abend gut gefüllt. Alphaville, mit Sänger Marian Gold als charismatischem Mittelpunkt, präsentierte eine perfekt zusammengestellte Setlist, die sowohl Klassiker als auch weniger bekannte Songs umfasste, die die Fans im Vorfeld online bestimmen konnten. Die großen Hits wie „Big in Japan“„Sounds Like a Melody“ und das ikonische „Forever Young“ sorgten für euphorische Reaktionen im Publikum. 

Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm
Alphaville-Forever!LIVE – Best of 40 Years – Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm

Die Performance war geprägt von Marians unverwechselbarer Stimme, die auch nach all den Jahren nichts von ihrer Kraft und Magie eingebüßt hat. Begleitet wurde er von einer hervorragend eingespielten Band, deren Musiker sowohl die elektronische Essenz der Originalaufnahmen als auch kraftvolle Live-Elemente meisterhaft kombinierten. Besonders beeindruckend war der Einsatz moderner Visuals, die auf einer riesigen Leinwand hinter der Band gezeigt wurden und thematisch perfekt zu den Songs passten.

Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm
Alphaville-Forever!LIVE – Best of 40 Years – Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm

Ein besonderes Highlight war eine emotionale Interpretation von „A Victory of Love“, die das Publikum in andächtiges Schweigen und schließlich in tosenden Applaus versetzte. Ebenso bewegend war die spontane Ansprache von Marian Gold, der sich sichtlich gerührt bei den Fans bedankte und erklärte, wie sehr ihm diese 40 Jahre Musik und die Unterstützung der Fans bedeuteten.

Bei „Forever Young“ sang das ganze Publikum mit und viele hielten ihre leuchtenden Smartphones hoch, was die Halle in ein magisches Licht tauchte.

Das Publikum war bunt gemischt – von langjährigen Fans, die Alphaville schon in den 80ern live erlebt hatten, bis hin zu jungen Zuhörern, die die Band erst in den letzten Jahren entdeckt haben. Diese Generationenvielfalt zeigt die zeitlose Relevanz und den anhaltenden Einfluss von Alphaville. Während des Konzerts standen die Zuschauer immer wieder auf, um zu tanzen, zu singen und ihre Begeisterung auszudrücken. Standing Ovations waren eher die Regel, nicht die Ausnahme.

Alphaville-Forever!LIVE - Best of 40 Years - Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm
Alphaville-Forever!LIVE – Best of 40 Years – Swiss LIfe Hall in Hannover am 24.01.2025 © Ulrich Stamm

Das “Forever! LIVE – Best Of 40 Years”-Konzert in der Swiss Life Hall war mehr als nur ein musikalischer Rückblick – es war eine emotionale Zeitreise, die die Kraft von Alphavilles Musik eindrucksvoll unter Beweis stellte. Marian Gold und seine Band schufen einen Abend voller Nostalgie und Leidenschaft für gute Musik. 

Was wird aus Wichmann? Jetzt entscheidet das Verwaltungsgericht

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So sah sie aus: Die historische Gastwirtschaft Wichmann

HANNOVER. Am kommenden Dienstag, den 28. Januar, kommt das Verwaltungsgericht Hannover in den Stadtteil Döhren. Prozessbeteiligte und Richter treffen sich am Grundstück der ehemaligen Gastwirtschaft Wichmann an der Hildesheimer Straße 230. Es geht um die zukünftige Bebauung des inzwischen leergeräumten Grundstücks.

Ursprünglich war nach dem Verkauf der historischen Gastwirtschaft Wichmann an einem Investor versprochen worden, die Außenwände der historischen Gastwirtschaft Wichmann zu erhalten und nur von innen ein neues Gebäude zu errichten. Dann ließ der neue Eigentümer 2021 nach und nach alle Teile einer der letzten Erinnerungen an die dörfliche Vergangenheit doch abbrechen; stattdessen sollte die Gastwirtschaft in alter Form neu errichtet werden. Davon ist jetzt jedoch auch keine Rede mehr.

Ein neuer Bauherr möchte nun direkt an der Hildesheimer Straße ein mehrgeschossiges Wohn – oder Hotelgebäude errichten. Das lehnte die Stadt Hannover jedoch ab. Denn für das Grundstück wurde auf Betreiben des Bezirksrates Döhren-Wülfel bereits 2015 eine Erhaltungssatzung erlassen. Dadurch sollte die überkommende Kubatur der historischen Gastwirtschaft als stadtbildprägendes Merkmal des alten Dorfes Döhren zu erhalten bleiben. Danach sind nur neue Gebäude zulässig die dem Altbestand optisch entsprechen. Hierdurch sollte die Andersartigkeit in Bezug auf Eingeschossigkeit, Walmdach und Giebelständigkeit des Gebäudes sowie in Bezug auf den Garten als Gegensatz zur sonst an der Hildesheimer Straße üblichen Blockbebauung erhalten werden.

Das Verwaltungsgericht teilt in einer Pressemitteilung mit: „Im August 2023 stellte die Klägerin eine Bauvoranfrage für ein Wohngebäude und/oder Hotelgebäude, das – anders als die vorherige Gaststätte „Wichmann“ – direkt an die Hildesheimer Straße angebaut und mehrgeschossig sein sollte. Die Ablehnung dieser Bauvoranfrage durch die Landeshauptstadt Hannover ist Gegenstand der Klage.“ Zudem hat im Dezember 2023 die beklagte Landeshauptstadt Hannover für das Vorhabengrundstück die Aufstellung eines Bebauungsplanes sowie eine Veränderungssperre bis zu dessen Inkrafttreten beschlossen. Die Klägerin und die Stadt Hannover streiten nun die Fragen, ob die Erhaltungssatzung und/oder die Veränderungssperre der begehrten Bebauung entgegenstehen. Sollte dies zu verneinen sein, müsste sich die Bebauung gemäß § 34 BauGB in die nähere Umgebung einfügen. Auch dies ist zwischen den Beteiligten streitig.

Die mündliche Verhandlung der 4. Kammer laut dem Verwaltungsgericht am 28. Januar 2025 um 9 Uhr an der Hildesheimer Straße 230 und soll anschließend im Saal 4 des Fachgerichtszentrums fortgesetzt werden (Az.: 4 A 65/24).

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Seit einigen Jahren liegt das Grundstück an der Hildesheimer Straße 230 brach.

SPD-Ratsfraktion wählte neue Doppelspitze

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Die neu gewählten Fraktionsvorsitzenden Kerstin Klebe-Politze und Bala Ramani mit dem Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes Adis Ahmetovic MdB (M.). Copyright: SPD-Ratsfraktion Hannover

HANNOVER. Nach den plötzlichen Rücktritt von Lars Kehlich hat die hannoversche Ratsfraktion der Sozialdemokraten eine neue Doppelspitze gewählt. Kerstin Klebe-Politze und Dr. Bala Ramani stehen jetzt der SPD-Fraktion vor.

Dazu versandte jetzt die Fraktion eine Pressemitteilung. Der Wortlaut:

Die SPD-Ratsfraktion hat mit Kerstin Klebe-Politze und Dr. Bala Ramani erstmals eine Doppelspitze gewählt. Gemeinsam übernehmen die beiden die Führung der Fraktion und richten ihren Blick auf die zentralen Aufgaben der kommenden anderthalb Jahre bis zur Kommunalwahl 2026. Ihr Ziel: Hannover soll eine Stadt für alle sein, in der soziale Gerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum, Klimaschutz und Familienfreundlichkeit keine Visionen, sondern gelebte Realität sind.
„Für uns ist diese Wahl ein großer Vertrauensbeweis, den wir mit ganzer Kraft und Verantwortung annehmen“, erklärt Klebe-Politze: „Mir persönlich liegt es sehr am Herzen, die sozialdemokratischen Kernanliegen, wie Bildung, Jugend, Familie und andere soziale Themen, wieder stärker in den Fokus der öffentlichen Debatte zu rücken – Themen, die entscheidend für den Zusammenhalt unserer Stadt und die Chancengleichheit ihrer Menschen sind.“
Bala Ramani ergänzt: „Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Kerstin diese neue Aufgabe zu übernehmen. Als Doppelspitze bringen wir unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und völlig unterschiedliche Lebensgeschichten mit – und genau diese Vielfalt ist unsere Stärke. Sie hilft uns dabei, Hannover zukunftsorientiert und sozial zu gestalten.“
Neben den großen Herausforderungen, wie dem Ausbau bezahlbaren Wohnraums, der kommunalen Wärmeplanung, dem Ausbau der Bildungsinfrastruktur und dem Klimaschutz, betonen beide Vorsitzenden, dass sie auf Geschlossenheit und Dialog setzen: „Wir wollen nicht nur gestalten, sondern auch zuhören – sowohl innerhalb der Fraktion als auch im Dialog mit den Hannoveranerinnen und Hannoveranern. Unsere Stärke ist die Zusammenarbeit, und gemeinsam wollen wir Hannover als lebenswerte Stadt für alle weiterentwickeln“, so Ramani.
Die Wahl der Doppelspitze ist Teil eines umfassenden Neustarts in der Fraktionsführung. Mit Anja Schollmeyer, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, wurde zudem eine neue stellvertretende Fraktionsvorsitzende gewählt. Zum neuen Beisitzer wurde der baupolitische Sprecher Philipp Schmalstieg gewählt. Die stellvertretenden Vorsitzenden Hülya Iri und Florian Spiegelhauer bleiben in ihren Ämtern.
„Diese Teamaufstellung spiegelt nicht nur unsere Vielfalt wider, sondern zeigt auch unseren festen Willen, mutig voranzugehen und die wichtigen Weichen für Hannover zu stellen. Mit der Unterstützung dieses starken Teams wollen wir 2026 stärkste Kraft im Rat werden und dafür sorgen, dass Hannover eine sozialdemokratische Stadt bleibt“, betonen Klebe-Politze und Ramani abschließend.“

Straßen dicht: Wegen Bauarbeiten am Südschnellweg müssen Umwege gefahren werden.

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Die Schützenallee im Bereich der Querung des Südschnellweges (hier ein Archivbild aus dem vergangenen Jahr) wird wieder voll gesperrt.

HANNOVER. Die Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung des Südschnellweges führen wieder zu einigen Straßensperrungen im Bereich des Stadtteils Döhren. Autofahrer, zum Teil aber auch andere Verkehrsteilnehmer, müssen Umwege einplanen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau – zuständig für die Arbeiten am Südschnellweg – kündigte nun entsprechende Einschränkungen an.

Wegen Vermessungsarbeiten am Brückenneubau über der Hildesheimer Straße in beiden Fahrtrichtungen ist der Südschnellweg selbst in diesem Bereich vom 31. Januar 2025, 22:00 Uhr bis 3. Februar 2025, 5:00 Uhr, voll gesperrt. In der Mitteilung der Behörde heißt es jedoch, dass „die Auffahrten von der Hildesheimer Straße auf den Schnellweg in Fahrtrichtung Kreuz Seelhorst (Osten) sowie die Auffahrt von der Schützenallee auf den Schnellweg in Fahrtrichtung Landwehrkreisel (Westen) … für den Verkehr zur Verfügung [stehen] und … nicht geschlossen“ werden.

Daneben stehen Abbrucharbeiten an der bisherigen Bestandsbrücke über die Schützenallee an. Die Schützenallee wird deshalb in der Zeit vom 7.Februar 2025, 9.00 Uhr bis 10.Februar 202, 5.00 Uhr für alle Verkehrsteilnehmer (also Fahrbahn, Geh- und Radweg) voll gesperrt.

Spaziergänger und Radfahrer, die gerne entlang der Leine durch die Masch fahren, müssen in der Zeit vom 3. Februar bis zum 28. Februar 2025 aufpassen. An der Ostseite der Leine werden dann Kampfmittelsondierung durchgeführt. Die auf der Ostseite der Leine befindliche Unterführung unter der Leinebrücke im Verlauf des Weges „Döhrener Masch“ ist dann ebenfalls gesperrt.

Die Galerie für Fotografie zeigt die aktuellen Bachelorarbeiten des  Studienganges Visual Journalism

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Vernissage der Abschlussarbeiten des zukünftigen Fotojournalisten

HANNOVER. Fünfzehn Absolventen des Studienganges „Visual Journalism annd Documentary Photogrphy“ zeigen bis zum 2. Februar ihre Abschlussarbeiten in der Galerie für Fotograf (GaF). Die jungen Frauen und Männer haben sich mit ihrer Kamera sehr unterschiedlichen Themen genähert. Lennard Schwarz beispielsweise erforschte die deutsche Brotkultur. „Im Bewusstsein der Herausforderungen einer ganzen Branche, fragt er nach Wegen, die Brotkultur angesichts von Klimawandel und wirtschaftlichem Strukturwandel nachhaltig zu bewahren“, heißt es dazu in der Ankündigung der in der Eisfabrik (Südstadt, Seilerstraße 15d) beheimateten Fotogalerie. Seine Kommilitonin Marie-Luise Kolb ging hingegen der Frage nach, welche Bedeutung das Gemüse Spargel in Deutschland hat.

Doch nicht nur leibliche Genüsse standen im Fokus. Michael Braunschädel etwa nimmt die Betrachter seiner Fotos mit auf die Intensivstation des Mannheimer Universitätsklinikums. Aber auch Migration oder etwa die politischen Verhältnisse in Moldau, Buschfeuer in Südafrika, Landminen in Bosnien sowie d Religion waren Themen, denen sich der Fotonachwuchs widmete.


Prof. Dr. Karen Fromm eröffnete heute Abend mit einer Rede die Vernissage, auch weil die frischgebackenen Bildjournalisten eine Rede verdient haben. Sie wies aber auch darauf hin, dass es heute nicht mehr so einfach sei, wenn jemand diesen Studiengang wähle, um seine Hobbies Fotografieren und Reisen mit Geld verdienen zu kombinieren. Die Zeiten, in denen große Magazine Fotografen für Bildreportagen durch die Welt schickten, lägen schon etwas zurück.

Die Bilderschau ist täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Prof. Dr. Karen Fromm eröffnete die neue Fotoausstellung
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Das LWL-Museum Zeche Hannover in Bochum - © Fotos: Lothar Schulz 2025
LWL-Museum Zeche Hannover 

Industriekultur erleben in Bochum

BOCHUM. Wohl nur die wenigsten Hanoveranerinnen und Hannoveraner dürften es kennen: das LWL-Museum Zeche Hannover – kein Wunder, denn die Anlage steht in Bochum. Sie gehört zum Verbund von acht LWL-Museen für Industriekultur (LWL – Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Wer sich der Zeche nähert, könnte sie aus der Ferne zunächst für eine mittelalterliche Burg halten. Es ist der mächtige Malakowturm der das äußere Erscheinungsbild des Zechengeländes prägt. Von 1857 bis 1973 wurde hier Steinkohle gefördert. Die Zeche Hannover entstand 1857 auf einem Acker am Rande der Bauernschaft Hordel und erhielt ihren Namen nach dem Wohnsitz ihres Gründers Carl Hostmann im damaligen Königreich Hannover. Der Essener Industrielle Alfred Krupp kaufte die Zeche Hannover im Jahr 1872 zur Versorgung seiner Gussstahlfabrik mit hochwertiger Kohle und errichtete im nahe gelegenen Günnigfeld die Schachtanlage Hannover III. Mit dem Bau eines Kraftwerks, einer neuen Kokerei und des neuen Förderschachtes V wurde die Zeche Hannover bis 1908 zur Großzeche ausgebaut. Die Zeche Hannover erwies sich als Entwicklungszentrum für Spitzentechnologie. Neben zahlreichen Innovationen bei Kohlegewinnung und Transport war die Zeche federführend in der Entwicklung der Fördersysteme. In der Maschinenhalle drehte sich die große Treibscheibe der Dampffördermaschine von 1893. Für Schauvorführungen wird sie heute noch in Betrieb genommen. Sie ist das älteste Exemplar, das im Ruhrgebiet am Originalstandort zu erleben ist. Die Zeche Hannover ist ein Beispiel für die Entwicklungen in der gesamten Region. Zuwanderung spielte hier schon in der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Ein Strukturwandel in der Stadt wurde durch die Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1973 eingeleitet. Vielfalt und Wandel prägten die Entwicklung und sind zentrale Themen im Industriemuseum. Auch für die Jüngsten hat das Museum etwas zu bieten: auf dem zum Museum gehörigen Bergbauspielplatz „Zeche Knirps“ können sich die Kleinen so richtig austoben. Ein Besuch des LWL-Museums Zeche Hannover lohnt sich also für alle Bergbauinteressierten, seien sie nun Hannoveranerinnen und Hannoveraner oder sonstwo her. Das Museum befindet sich allerdings bis zum 21. März 2025 in der Winterpause. Führungen und museumspädagogische Programme können trotzdem ganzjährig gebucht werden.

Friedrich Merz auf Wahlkampf-Tour in Langenhagen

Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen - Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm
Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen - Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm

CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz startet seine Bundeswahlkampf-Tour 2025 im Maritim Airport Hotel Langenhagen

Am Samstag Nachmittag (18.01.2025) startete die Bundeswahlkampftour des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz, MdB in Langenhagen. Mit 1100 Besucherinnen und Besuchern war der große Saal im Maritim Hotel Airport bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Nachmittag unter großem Beifall Dr.Hendrik Hoppenstedt, (Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag) und Sebastian Lechner (Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen) den CDU-Bundesvorsitzenden und Kanzlerkandidaten Friedrich Merz zum Rednerpult begleiteten.

Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen - Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm
Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen – Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm

In seiner rund 80-minütigen Rede stellte Merz die Wahlkampfziele der CDU verbunden mit den Slogan „Wieder nach vorne“ und „Herzlich willkommmen für den Politikwechsel in Deutschland“ vor.

Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen - Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm
Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen – Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm

„Werde jetzt zum Kanzlermacher“ war die Aufforderung von Friedrich Merz an sein Publikum, die die Argumentationen und Ziele des CDU-Kanzlerkandidaten immer wieder mit lautem Beifall unterbrachen.

Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen - Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm
Auftakt Bundestagswahlkampf 2025 der CDU mit Kanzlerkandidat Friedrich Mer im Maritim Hotel Airport in Langenhagen – Maritim Hotel Airport in Langenhagen am 18.01.2025 © Ulrich Stamm

„Deutschland kann seine Probleme aus eigener Kraft lösen“ war das Schlussstatement von Friedrich Merz; mit der Nationalhymne endete die CDU-Bundestagswahlkampfveranstaltung in Langenhagen. Für Friedrich Merz geht nun seine Bundeswahlkampftour quer durch die Republik bis zum 22.Februar 2025 mit dem Ziel weiter, einen Politikwechsel zu erreichen und nächster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden.

Vorletzte Ausstellung in der Galerie im Keller – Wolfgang Niess zeigt Strukturen im Foto

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Dietmar Lehne und Wolfgang Niess begrüßten die Gäste zur Vernissage der Fotoausstellung „Strukturen“

HANNOVER. Bei einigen Aufnahmen ist das Motiv klar, andere Bilder sind hingegen rätselhaft und einige könnten statt auf fotografischen Wegen auch durch die Hand eines abstrakten Malers entstanden sein. Wolfgang Niess (geb. 1952 in Hannover) hat sich mit der Kamera seinen Motiven angenähert und damit aus dem Zusammenhang gerissen. Was bleibt sind grafische Strukturen, deren Farben und Formen für sich sprechen.

Besucher der Fotogalerie „Galerie im Keller“ im Untergeschoß des Freizeitheims Linden können jetzt solche großformatigen Lichtbilder näher betrachten und versuchen, die Motive hinter den Mustern zu erkennen. Denn heute Abend (17. Januar) wurde hier eine neue Fotoausstellung mit Aufnahmen von Wolfgang Niess unter dem Titel „Strukturen“ eröffnet.

„Wenn wir Gegenstände, ob natürlichen oder künstlichen Ursprungs, auf einen Ausschnitt und dabei auf ihre Oberfläche reduzieren, werden aus der dreidimensional eindeutig erkennbaren Bestimmung in etlichen Fällen zweidimensionale Rätselbilder. Raten Sie also mit, aus welchem Zusammenhang die Fotos gerissen sind oder freuen sich über Bilder von Materialien, die Sie zwar einfach erkennen, aber deren künstlerische Dimension bisher verborgen war“, heißt es dazu im einleitenden Text zu der Bilderschau.

Die bis zum 2. April 2025 laufende Ausstellung dürfte die letzte Einzelausstellung eines Fotografen im Keller des Freizeitheims an der Windheimstraße 4 in Linden sein. Dietmar Lehne vom Galerieteam kündigte an, dass die Fotogalerie aus Altersgründen von den bisherigen Machern nicht mehr weiterbetrieben werden soll. Allerdings ist noch eine große Abschlussausstellung mit Fotos von verschiedenen Fotografen, die schon einmal in der Kellergalerie zu Gast waren, geplant. Mehr verriet Lehne allerdings noch nicht.

Für die Fotoszene in Hannover ist das absehbare „Aus“ für die Galerie im Keller ein großer Verlust.

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Bis zum 2. April sind die Werke von Wolfgang Niess im Freizeitheim Linden zu sehen