Bestattet wurde der ehemalige Bundespräsident auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
BERLIN. Am 16. Januar 1931 wurde Johannes Rau als drittes Kind der Eheleute Ewald Rau und Helene Rau, geb. Hartmann in Wuppertal geboren. Von 1969 bis 1970 war er Oberbürgermeister in seiner Geburtsstadt und wurde anschließend Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. Von 1978 bis 1998 war er dann der sechste Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1977 bis 1998 war er auch Landesvorsitzender der SPD. Bei der Bundestagswahl 1987 war er Kanzlerkandidat der SPD gewesen, unterlag jedoch dem seinerzeit amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Mai 1998 trat er als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück und im selben Jahr auch als Landesvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 1994 nominierte die SPD Johannes Rau erstmals als ihren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Er unterlag aber im dritten Wahlgang dem Kandidaten der CDU, Roman Herzog. Seit der Bundestagswahl 1998 hatte Rot-Grün eine Mehrheit im Bundestag und Rau wurde im November 1998 von der SPD erneut als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Am 23. Mai 1999 wählte ihn die Bundesversammlung im zweiten Wahlgang zum achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
Seine Amtszeit als Bundespräsident endete am 30. Juni 2004. Am Vortag war er mit einem Großen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedet worden. Auch religiöse Motive spielten in seinem politischen Wirken eine Rolle. Von 1965 bis 1999 gehörte Johannes Rau der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland an und war stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung. Auch dem Deutschen Evangelischen Kirchentag war Rau eng verbunden: von 1966 bis 1974 war er Mitglied in dessen Präsidium und nahm auch danach regelmäßig am Kirchentag in offizieller Funktion und als Privatmann teil. Eines seiner bekanntesten Zitate lautete „Versöhnen statt spalten“. So wurde Johannes Rau von vielen als moralische Instanz, die stets auf gesellschaftlichen Ausgleich bedacht war, gesehen.
Rau war in vielen Ehrenämtern tätig und übernahm zahlreiche Schirmherrschaften. Johannes Rau starb am 27. Januar 2006 in Berlin im Kreise seiner Familie. Die Beisetzung erfolgte am 7. Februar (anschließend an einen Trauerstaatsakt) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin im engsten Familien- und Freundeskreis. Am heutigen Dienstag (27.01) soll anläßlich des 20. Todestages von Johannes Rau um 11:00 Uhr eine Kranzniederlegeung an seinem Grab erfolgen.
„Hamburg Declaration„-Meilenstein für Europas Energiewende
HAMBURG.
Vom 25. bis 26. Januar 2026 fand in Hamburg der dritte internationale Nordsee-Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs sowie der Energieministerinnen und Energieminister statt. Eingeladen waren neben Deutschland auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen sowie erstmals Island und die NATO. Ziel des Gipfels war der grenzüberschreitende Ausbau der Offshore-Windenergie, der Wasserstoffwirtschaft und der Aufbau einer leistungsfähigen und vernetzten Offshore-Infrastruktur im gesamten Nordseeraum.
Deutschland war Gastgeber dieses richtungsweisenden Treffens. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung gemeinsamer europäischer Lösungen in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten. Mit dem Gipfel sei ein klares Signal für eine souveräne, resiliente und nachhaltige Energiezukunft gesetzt worden. Besonders im Fokus standen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Offshore-Ausbauziele bis 2050, die Förderung grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte sowie die Schaffung robuster Lieferketten und Sicherheitsstandards.
Ein zentrales Ergebnis des Gipfels war die Unterzeichnung der Hamburg Declaration durch die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder. Darin bekennen sich die Unterzeichner zur Transformation der Nordsee zur weltweit größten sauberen Energieerzeugungsregion. Bis 2050 sollen 300 GW Offshore-Windkraft aufgebaut werden – 100 GW davon in grenzüberschreitender Kooperation. Die Staats- und Regierungschefs unterstrichen, dass dieses Ziel ambitioniert, aber erreichbar sei, wenn politische Entschlossenheit, industrielle Investitionen und gesellschaftliche Akzeptanz Hand in Hand gehen.
Die Deklaration betont die Dringlichkeit gemeinsamer Sicherheitsstrategien zum Schutz der Offshore-Infrastruktur vor physischen, hybriden und Cyber-Bedrohungen. NATO und EU sollen künftig enger in die Sicherung der maritimen Energieanlagen eingebunden werden. Auch der verstärkte Informationsaustausch zwischen zivilen, militärischen und privaten Akteuren wurde vereinbart.
Die Herausforderungen durch gestiegene Projektkosten, Inflation und Lieferkettenprobleme wurden offen benannt. Die beteiligten Regierungen erklärten ihre Bereitschaft, Hindernisse beim Genehmigungsprozess abzubauen, private Investitionen zu erleichtern und einen stabilen Ausschreibungsrahmen zu schaffen. Ein gemeinsames Finanzierungsinstrument für grenzüberschreitende Projekte – das sogenannte Offshore Financing Framework (OFF) – soll entwickelt werden. Die EU-Kommission und die Europäische Investitionsbank werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Einen besonderen Höhepunkt des Gipfels stellte die bilaterale Vereinbarung zwischen Deutschland und Dänemark zur Investition in die Bornholm Energy Island dar. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und der dänische Energieminister Lars Aagaard unterzeichneten im Beisein von Bundeskanzler Merz und der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen das erste grenzüberschreitende Projekt seiner Art. Die künstliche Energieinsel soll eine zusätzliche Offshore-Windkapazität von 3 GW schaffen und damit etwa 3 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Die Infrastruktur verbindet das deutsche und dänische Netz miteinander und gilt als strategisches Leuchtturmprojekt für die europäische Energiesicherheit.
Bornholm Energy Island ist Teil der EU-weiten Initiative zur Schaffung von acht sogenannten „Energieautobahnen“ und erhält eine Förderung von 645 Millionen Euro aus der Connecting Europe Facility. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam durch die Netzbetreiber 50Hertz (Deutschland) und Energinet (Dänemark). Die Finanzierung des Projekts wird zwischen beiden Ländern entsprechend der Stromflüsse aufgeteilt – ein Novum in der europäischen Energiepolitik.
Neben der Windenergie war auch die Wasserstoffwirtschaft ein zentrales Thema. Die Gipfelteilnehmer vereinbarten eine intensivere Zusammenarbeit beim Aufbau von Infrastruktur zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von grünem Wasserstoff im Nordseeraum. Damit sollen Industrie und Verkehr dekarbonisiert sowie neue Märkte für europäische Technologieunternehmen erschlossen werden. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sollen praxisnah weiterentwickelt werden, um Investitionen zu beschleunigen.
Die Hamburg Declaration sieht zudem die Förderung beruflicher Weiterbildung und Fachkräftesicherung vor. Der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften für Offshore-Wind, Wasserstofftechnik und Netzbetrieb wird als Herausforderung für alle Mitgliedstaaten erkannt. Gemeinsame Ausbildungsstandards und der grenzüberschreitende Austausch von Know-how sollen helfen, diese Lücke zu schließen.
Die Unterzeichner betonten die Bedeutung koordinierter Raumplanung, die neben dem Ausbau der Energieinfrastruktur auch den Schutz der maritimen Ökosysteme berücksichtigen soll. Ziel sei ein nachhaltiger, naturverträglicher Ausbau der Nordsee als Energieraum, der sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Interessen wahrt.
Mit dem Nordsee-Gipfel 2026 wurde ein weiterer Meilenstein in der europäischen Energiekooperation gesetzt. Die Erklärung sendet ein starkes Signal der Einigkeit, der Investitionsbereitschaft und des politischen Willens, die Nordsee als gemeinsames Kraftzentrum Europas zu etablieren. Die nächste Überprüfung der Fortschritte ist für Anfang 2027 geplant.
HANNOVER. Glückwunsch an die zwei Kronenkraniche im Erlebniszoo Hannover. Ihre Art wurde nun zum „Zootier des Jahres“ gewählt. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des hannoverschen Zoos hervor. Die Zoologische Gesellschaft für Arten – und Populationsschutz wählte den Vogel mit seiner eleganten Erscheinung, um auf die wachsende Bedrohung des Vogels und seines Lebensraumes aufmerksam zu machen.
Der Kronenkranich lebt in den Feuchtgebieten und Grasländern Südost-Afrikas. Er erreicht 100 bis 110 cm Kopfhöhe bei bis zu 200 cm Flügelspannweite und ernährt sich u.a. von Amphibien und Insekten. Auf der „Roten Liste“ wird das Tier als „stark gefährdet“ geführt. Weil Feuchtgebiete in landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewandelt werden, zudem durch den Klimawandel einige Landstriche immer trockener werden, gibt es immer weniger Plätze zum Brüten. Auch der Mensch stört zusehends den Vogel.
HANNOVER. Photography“ – also das Fotografiestudium mit journalistischem Schwerpunkt an der Hochschule Hannover – werden die Abschlussarbeiten der Absolventen in der Galerie für Fotografie (GAF) in der Seilerstraße (Südstädter Eisfabrik) ausgestellt. Seit der Vernissage gestern Abend (21. Januar) sind nun die Arbeiten der 16 fertigen Bachelor-Fotografen (und natürlich auch Fotografinnen) hier zu sehen.
Lassen wir die GAF selbst aus ihrer Ankündigung zu Worte kommen:
„Die 16 Bachelorarbeiten … zeigen Themen von individueller Lebensgestaltung über Umwelt- und Arbeitsfragen bis hin zu politischen, sozialen und historischen Prozessen. Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, wie Landschaften, Städte und Kulturen sich verändern und wie Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit visuell erzählt werden können. Präzise und sensibel fotografieren und filmen die Absolvent:innen Menschen, Orte und Ereignisse und hinterfragen bestehende Narrative auf subtile, aber eindringliche Weise.
So zeigt «While we are still here» von Aaron Leithäuser die Bewohner:innen des Wohnprojekts »Lebenstraum Lebensgemeinschaft Jahnishausen« und fragt nach Selbstbestimmung im Alter, während »Zwischen Innen und Außen« von Joshua Lennart Hummel die Bedeutung von Arbeit für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen beleuchtet. Stefan Nieland dokumentiert in »Megaincendio« die Folgen des verheerenden Großbrandes in ValparaÃso, Chile, und Moritz Schorpp verhandelt in »The Melody of a Fallen Tree« Herkunft, Erinnerung und Verlust in seiner Heimatregion Schwarzwald. Mit »Fluch der Algen – algues maudites« thematisiert Emilie Herbst die ökologische und gesundheitliche Bedrohung durch die massive Ausbreitung von Grünalgen an den Küsten der Bretagne. »Spiridons Erben« von Timo Jaworr porträtiert die außergewöhnliche Disziplin von Läufer:innen des 100 Marathon Clubs, während Felix Posner in »Stage of Inclusion« Einblicke in die Ausbildung von Schauspielstudierenden mit geistiger Behinderung gibt. In »Democracy Dies in Daylight« untersucht Rafael Heygster die Selbstinszenierung und das Erstarken rechter Bewegungen in Deutschland. Lorenz Alois Huter hinterfragt in »Kitzbühel – a Rigid Gaze?« touristische Bildwelten seiner Heimatstadt, während Lasse Branding in »The Atlas of Evidence: Visual Perspectives of the ICTY« Fotografien als juristische Beweisstücke und historische Zeitzeugnisse analysiert. Simon Eymann macht in »Jurtopia« alternative Lebensformen mittels Virtual Reality erfahrbar. »Songs of the Taiga« von Nora Schwarz thematisiert das stille Verschwinden borealer Urwälder in Schweden, Alex Martin untersucht in »UTOPIA« die Geschichte und den möglichen Niedergang der ungarischen Industrie- und Planstadt Dunaújváros, Andreas Briese richtet in »Fettes Land« den Blick auf die Schwarzerde der Hildesheimer Börde, während Martin Albermann in »Wo Marx nie war« den Wandel der Stadt Chemnitz zwischen Aufbruch und Stillstand beschreibt. In »Arbeit an der Pause« schließlich beobachtet Martin Ly kurze, oft übersehene Momente der Erholung im Arbeitsalltag.“
Die Bilderschau ist bis zum 01. Februar 2026 täglich von 12 bis 20 Uhr zu sehen. Anschrift: Eisfabrik
Hier an der Erythropelstraße soll eine neue Feuerwache entstehen – und nun auch das Ausweichquartier für die Grundschule Beuthener Straße
HANNOVER. Im Ratssaal des Neuen Rathaus von Hannover herrschte heute Nachmittag (21. Januar) ungewohnte Einmütigkeit. In einer gemeinsamen Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel sowie des Bau- und des Finanzausschusses des Rates wurde jeweils einstimmig grünes Licht für die Notfallpläne der Verwaltung zur Grundschule Beuthener Straße gegeben. Und alle Redner bedankten sich bei der Stadtverwaltung für die schnelle Reaktion. Am ersten Adventswochenende hat ein Brand die Aula, die Sanitäranlagen und den Verbindungstrakt zu den Klassenräumen zerstört. Seitdem ist das Schulgebäude für den Unterricht nicht mehr nutzbar.
Die Stadt nimmt nun den Brand zum Anlass, die ohnehin geplante Sanierung der Grundschule vorzuziehen. Bis die Um- und Erweiterungsbauarbeiten in Mittelfeld in ein paar Jahren aber abgeschlossen sind, bedarf es einer Übergangslösung. Dies im Rathaus erarbeiteten Pläne fanden Zustimmung quer durch alle Parteien und Fraktionen. Die Redner bedankten sich bei der Verwaltung für die schnelle Problemlösung.
Über die jetzt diskutierten Vorschläge der Verwaltung wurde bereits berichtet. In der Beschlussdrucksache heißt es u.a., in einem ersten Schritt konnten die Schüler und Lehrer der Grundschule Beuthener Straße schon kurz nach dem Brandereignis von der Käthe-Paulus-Schule des benachbarten Stadtteils aufgenommen werden. Diese Schule wächst allerdings derzeit auf, so dass die Flächen der neu gebauten Schule in den kommenden Schuljahren vollständig belegt sein werden. Die Grundschule Beuthener Straße kann deshalb nur mit den Jahrgängen 1-3 für ein weiteres Schuljahr in der Käthe-Paulus-Schule bleiben, während im Schuljahr 2026/27 der 4. Jahrgang in der GS Kronsberg beschult werden muss. Ein Bustransfer stellt in dieser Zeit den Schülertransport zum Kronsberg sicher. Mit Beginn des Schuljahres 2027/28 muss daher ein Interimsstandort auf dem städtischen Grundstück Erythropelstraße entwickelt werden. Das Grundstück Erythropelstraße liegt rund 500 m Luftlinie und ca. 10 Minuten Fußweg von der Grundschule Beuthener Straße entfernt.
In Modulbauweise sollen hier die Räume für vierzügige Grundschule geschaffen werden. Kosten rund 25 Millionen Euro. Demnächst soll als erster Schritt mit der Sanierung des belasteten Erdbodens auf der Fläche begonnen werden. Eigentlich ist das Grundstück für den Neubau der Feuerwache der Ortswehr Wülfel vorgesehen. Dieses Vorhaben, so verspricht die Stadt, werde aber weiterhin umgesetzt. Es sei genügend Platz vorhanden.
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Wegen eines Brandschadens derzeit nicht nutzbar: Grundschule Beuthener Straße
Mitglieder des Bezirksrates Döhren-Wülfel - nicht alle Anwesenden sind auf dem Foto – bei der Sondersitzung im Ratssaal am Maschpark
Grandioser Auftakt von vier ausverkauften Konzertabenden in der ZAG Arena
HANNOVER.
Am Sonntag Abend (18.Januar 2026) hat Hannover einen dieser Arena-Abende erlebt, bei denen man schon vor der ersten Minute merkt: Das ist nicht „nur“ ein Konzert, das ist ein Statement.
Apache 207 eröffnete in der ZAG Arena den ersten von vier ausverkauften Hannover-Terminen – ein Konzertblock, der in der Stadt insgesamt auf rund 50.000 Besucher hinausläuft. Der Auftakt war ein 2,5-stündiges Spektakel, das vor allem optisch neue Maßstäbe setzt: Bühne und Lichtshow wirkten nicht wie Begleitung zur Musik, sondern wie ein eigenständiges, präzise choreografiertes Erlebnis.
Der zentrale Grund dafür steht mitten in der Halle – im wahrsten Sinne. Apache 207 spielt diese Tour mit einer Center-Stage, also einer Bühne, die mittig in der Arena platziert ist und damit Nähe in alle Richtungen schafft. Dieses Konzept ist Teil der offiziellen Touranlage: Die Bühne steht „mitten in der Halle, ganz nah am Publikum“, Technik und Bühnenbild wurden über lange Zeit geplant und mit großer Crew umgesetzt. In Hannover wird aus dieser Idee ein echter Wow-Moment, weil die Center-Stage nicht abstrakt bleibt, sondern als riesiges Objekt inszeniert wird: ein weißer Düsenjet, der sich zum Konzert hin öffnet und eine Bühne auf drei Ebenen und über die Tragflächen hinweg freigibt.
Das Bühnenbild wirkt wie eine Mischung aus Filmkulisse, High-End-Design und augenzwinkerndem Markenuniversum. Andere Tourproduktionen arbeiten mit LED-Wänden, Pyro und Laufstegen – Apache 207 stellt ein Flugzeug ins Zentrum und macht daraus ein bespielbares Set. Medien hatten das Motiv im Vorfeld bereits als „Jet als Bühne“ angekündigt. In Hannover sieht man dann, warum das mehr ist als ein PR-Satz: Der Jet ist nicht Dekoration, sondern Spielfläche. Er bietet Höhe, Tiefe, Perspektiven – und er erlaubt eine Regie, die den Raum dreidimensional nutzt. Für die 12.000 Fans in der Arena (und für die nächsten drei ausverkauften Abende) ist das der entscheidende Unterschied: Man schaut nicht auf eine weit entfernte Bühne, man erlebt einen Mittelpunkt, der permanent „arbeitet“.
Die Lichtshow ist dabei der zweite Hauptdarsteller. Sie ist nicht nur hell und laut, sondern intelligent gesetzt: mal kalt und futuristisch, mal warm und weich, mal als harte Kante, mal als fließender Sog, der die Halle in Bewegung bringt. Der Jet wird zur Projektionsfläche, die Ebenen werden zu Lichtkorridoren, und immer wieder entstehen diese Momente, in denen man spürt, wie exakt Musik und Visuals zusammen gedacht sind. Dass diese Produktion logistisch groß ist, überrascht nicht: Laut Pressemappe des Künstlers wurden Bühne und Technik über einJahr geplant und bei jedem Termin mit großer Crew realisiert – in Hannover wirkt es so, als wäre jede Sekunde dieser Planung auf der Bühne sichtbar.
Auch Apache 207 selbst setzt ein klares Bild. Er beginnt den Abend im dunklen Anzug mit Weste und Krawatte, dazu ein langer schwarzer Zopf – eine Erscheinung, die eher nach „Premiere“ als nach „Rap-Standardoutfit“ aussieht. Es passt zur Inszenierung: Der Jet, die Mitte der Halle, das Licht – alles wirkt wie ein Auftakt, der nicht beiläufig sein will. Und trotzdem bleibt Apache 207 nicht in der Distanz eines „Showpiloten“. Er bewegt sich viel, spielt mit Nähe, greift Blicke und Reaktionen aus allen Richtungen auf. Genau hier punktet die Mittelbühne: Es gibt keine „schlechte Seite“, weil er die Arena wie ein Kreis bespielt. Das Publikum hat ihn ständig vor Augen – mal nah, mal erhöht, mal seitlich, mal frontal – und diese Perspektivwechsel halten die Spannung hoch.
In der zweiten Konzerthälfte folgt der sichtbare Stilbruch: Apache 207 wechselt in eine gelb-schwarze Lederkombi, trägt die Haare offen und setzt mit Ohrringen ein deutlich rockigeres, aggressiveres Detail. Dieser Wechsel ist nicht bloß Garderobe, sondern dramaturgisch spürbar. Der Abend bekommt noch einmal eine andere Temperatur: weniger „Eröffnungsglanz“, mehr „Druck“, mehr Bewegung, mehr Attacke. Man merkt, wie sehr er seine Shows als Gesamterzählung versteht – nicht nur musikalisch, sondern auch visuell.
Musikalisch lebt der Hannover-Auftakt von einer Setlist, die Apache 207s ganze Spannweite zeigt: melodisch, treibend, sentimental, dann wieder auf Tempo. Die Auswahl ist hitlastig, ohne eindimensional zu werden, und sie lässt Raum für die neueren Kapitel seiner Karriere.
Apache 207 will auf dieser Arena-Tour die großen Signaturen wie „Roller“, „Komet“ und „Breaking Your Heart“ spielen und gleichzeitig Songs vom aktuellen Album „21 Gramm“ integrieren – in Hannover spürt man genau diese Mischung aus Bestätigung und Weiterentwicklung.
Der Abend beginnt (nach der in Hannover gespielten Setlist) mit „Ein Lied für Dich“ und geht schnell in einen Block, der die Arena auf Betriebstemperatur bringt: „Fame“, „Sport“, „200 km/h“, „Kein Problem“, „Die Welt“. Diese frühe Phase ist der Teil, in dem die ZAG Arena sich wie ein einziger Körper anfühlt: tausende Stimmen, die Refrains mitnehmen, tausende Hände, die im Takt arbeiten, und ein Bassfundament, das den Jet im Zentrum fast vibrieren lässt. Die Mittelbühne macht das körperlicher als bei einer klassischen Frontbühne: Der Sound kommt nicht „von vorn“, sondern liegt im Raum.
Einer der stärksten Live-Momente folgt mit „Neunzig“ – weil Apache 207 ihn während eines Gangs entlang der Absperrung wieder aufnimmt und damit diese unmittelbare Nähe sucht, für die Fans Tickets kaufen: kurz dran sein, kurz Blickkontakt, kurz das Gefühl, Teil der Sache zu sein. Ähnlich gebaut ist „Wolken“ auf einer bewegten „Cloud Stage“, die wie eine zweite, schwebende Spielfläche wirkt. Solche Ideen sind nicht neu im Popgeschäft, aber bei Apache 207 fügen sie sich in das Jet-Universum so organisch ein, dass es nicht nach Effektkiste aussieht, sondern nach einer klaren Showlogik: Bewegung im Raum als Teil der Musik.
Danach hält die Setlist die Balance aus Tempo und Gefühl: „Loser“, „Was weißt du schon“, „Gefunden“, „Lamborghini Doors“, „Madonna“, „Breaking your heart“. Gerade in den melodischen Stücken zeigt Apache 207, warum er mehr ist als ein Rap-Phänomen: Er arbeitet mit Pop-Melodik, mit Hooks, die live nicht kleiner werden, sondern größer. Und er nutzt die Lichtregie, um Emotionen nicht zuzukleistern, sondern zu schärfen – weniger Kirmes, mehr Stimmung.
Der zweite Set-Teil zieht die Spannung noch einmal anders an: „GWHF“, „7er“, „Fühlst du das auch“, „Coco Chanel“, „Mann muss“, „Miami“ – und dann der große Fixpunkt: „Komet“. Dass dieser Song in einer Arena so funktioniert, liegt nicht nur an seiner Bekanntheit. Es liegt daran, dass er eine klare Dramaturgie hat: groß, offen, mitsingbar, aber nicht banal.
In Hannover wirkt „Komet“ wie ein gemeinsamer Moment, der die 12.000 nicht nur laut, sondern auch konzentriert macht. Und dass „Komet“ historisch ohnehin ein Ausnahmetitel ist – 21 Wochen Platz 1 in Deutschland, gemeinsam mit Udo Lindenberg – gehört zum Hintergrund, der diese Reaktion erklärt: Viele im Publikum verbinden mit dem Song eine Zeit, einen Sommer, einen bestimmten Punkt in ihrer eigenen Biografie.
Die Zugaben sind dann genau das, was sie sein müssen: nicht nur ein Nachschlag, sondern ein Finale. „morgen“, „Nie mehr gehen“, und als Schlusspunkt „Roller“ – der Song, der Apache 207s Karriere für viele endgültig sichtbar gemacht hat. Dass „Roller“ in der Arena am Ende steht, ist keine Überraschung. Überraschend ist eher, wie frisch es wirkt, wenn es in diese neue Show eingebettet ist: Jet, Center-Stage, Lichtkorridore, Bewegungsachsen – und eine Halle, die längst nicht mehr „Zuschauerraum“ ist, sondern Mitspieler.
Was bleibt vom ersten Hannover-Abend? Vor allem das Gefühl, dass Apache 207 mit dieser Tour tatsächlich einen neuen Standard für Hallenkonzerte setzt – zumindest im Genre und in dieser Größenordnung. Die vier ausverkauften Shows in Hannover sind nicht nur ein Ticketrekord, sie sind auch eine Ansage, dass sein Live-Konzept im Moment die richtige Mischung trifft: Nähe durch Mittelbühne, Größe durch Produktion, Wiedererkennung durch Hits, Spannung durch Inszenierung.Â
Und es ist ein Abend, der zeigt, wie sehr Apache 207 als Künstlerbild funktioniert: seltene Interviews, Fokus auf Musik, klarer Stil, ein eigener Kosmos – und dann live eine Show, die nicht „größer um des Größer-Seins willen“ ist, sondern präzise gebaut.Â
Hannover hat davon am ersten Abend bereits die volle Dosis bekommen. Wer die nächsten Termine besucht, wird vermutlich feststellen: Das ist kein Zufallsabend gewesen, sondern ein durchkonzipiertes Flugsystem der Feder Airlines – und der Jet in der Mitte ist nur das sichtbarste Symbol dafür.
Auch historisch ist dieser Hannover-Block eine Marke: Vier ausverkaufte Arena-Abende hintereinander in derselben Tour sind in der Landeshauptstadt ein seltenes Kunststück. In dieser Größenordnung kennt Hannover bislang nur wenige Vergleichsfälle – etwa Phil Collins, der im September 1994 gleich viermal das Niedersachsenstadion füllte und damit einen Besucherrekord setzte.Â
Und auch Helene Fischer zeigte 2023, wie extrem die Nachfrage in Hannover sein kann: Sie spielte in der ZAG Arena sogar fünf Termine innerhalb einer Woche.Â
Dass Apache 207 nun ebenfalls mit vier ausverkauften Shows (18., 19., 21. und 22. Januar 2026) in kurzer Folge die ZAG Arena dominiert, stellt ihn in genau diese Liga der ganz großen Publikumsmagneten – ein Rekordformat, das in Hannover nur sehr wenige Künstler überhaupt erreicht haben.Â
35 Jahre Bandgeschichte mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach neu erzählt
HANNOVER.
Der Kuppelsaal im Hannover Congress Centrum hat am Sonnabend, 17. Januar 2026, einen dieser Abende erlebt, die man nicht einfach „Konzert“ nennt und dann zur Tagesordnung übergeht. Es war ausverkauft, es war eng getaktet, es war winterkalt vor der Tür – und es wurde im Saal dennoch überraschend schnell warm. Schon vor dem Einlass zeigte sich, wie hoch die Erwartung war. Die Besucherschlange zog sich von beiden Seiten fast einmal um das HCC mit dem Kuppelsaal herum. Geduld war gefragt, dicke Jacken ebenso. Aber wer dort stand, stand nicht aus Zufall: Viele Fans waren von weit her angereist, aus allen Himmelsrichtungen, manche mit der ersten Bahn, manche mit langen Autofahrten im Rücken. Das Warten in der Kälte war spürbar, doch die Stimmung blieb freundlich – weil alle wussten: Heute passiert etwas Besonderes.
Als die Türen endlich aufgingen, war es, als würde sich ein Knoten lösen. Drinnen tauschten sich die letzten Gespräche in ein erwartungsvolles Summen, dann in gespannte Ruhe. Und als das Licht aufging, war sofort klar: Dieser Abend lebt nicht nur von dem, was oben auf der Bühne passiert. Die Band wollte es ausdrücklich – und das Publikum lieferte es vom ersten Ton an. Die Prinzen hatten ihre Fans als „größten Backgroundchor“ der Tour angekündigt. Hannover nahm das wörtlich. Schon beim Opener sang der gesamte Saal mit, klatschte, bewegte sich, als hätte man sich auf ein gemeinsames Versprechen verständigt: Wir machen das heute zusammen.
Musikalisch war das Konzert eine Kraftdemonstration – aber eine, die nicht laut schreit, sondern souverän wirkt. Die sieben Prinzen, Sebastian Krumbiegel, Tobias Künzel, Wolfgang Lenk, Jens Sembdner, Henri Schmidt, Mathias Dietrich und Alexander „Ali“ Zieme, standen gemeinsam mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach auf der Bühne und zündeten ein Hitfeuerwerk, das über rund zweieinhalb Stunden kaum Luft holte. Dieses „Symphonica“-Projekt ist nicht die übliche Pop-Idee „wir stellen ein paar Streicher dazu“. Es war spürbar eine eigenständige Produktion, mit Arrangements, die die bekannten Stücke größer, weiter und in vielen Momenten auch berührender machten. Das Orchester hob die Songs in einen neuen Klangraum – und damit tatsächlich auch die Band: Die Prinzen wirkten an diesem Abend wie in einen Königsstand gesetzt, ohne dass sie ihren typischen Charme, ihren Witz oder ihre Pop-Energie verloren.
Das Publikum reagierte auf diese Mischung so, wie es selten passiert: nicht nur im „Hit-Mitsing-Modus“, sondern mit echter Aufmerksamkeit. Natürlich gab es die großen kollektiven Momente, wenn Refrains den Saal übernahmen und man eher fühlte als hörte, wie viele Stimmen da gleichzeitig mitsingen. Aber genauso prägend waren die leiseren Passagen. Bei ruhigeren Titeln wurden im Kuppelsaal zahllose Handyleuchten aktiviert – kein flackernder Event-Schnickschnack, sondern dieses ruhige, fast zärtliche Funkeln, das einen Raum verändert. Plötzlich steht man in einem Meer aus kleinen Lichtern, und die Musik bekommt eine zweite Ebene: Gänsehaut nicht, weil es „dramatisch inszeniert“ ist, sondern weil es echt ist. Solche Momente haben Hannover den besonderen Stempel aufgedrückt.
Dabei blieb der Abend trotz großer Emotionen konsequent „Prinzen“. Tobias Künzel und Sebastian Krumbiegel führten mit vielen kleinen Anekdoten durch das Programm – nicht ausufernd, nicht als Comedy-Block, sondern genau richtig dosiert. Diese kurzen Geschichten und Seitenhiebe sorgten immer wieder für Lächeln und lockerten die Übergänge auf. Und sie taten noch etwas: Sie bauten Nähe. In einem Konzert, das mit Orchester und großer Produktion leicht distanziert wirken könnte, fühlte sich Hannover erstaunlich direkt an. Die Band sprach mit dem Publikum, nicht über es – und die Fans antworteten. Mit Gesang, mit Rhythmus, mit Bewegung. In den schnelleren Nummern wurde getanzt, in den Refrains wurde geklatscht, und selbst in den Momenten, in denen es ruhiger wurde, blieb der Saal wach und präsent.
Die Setlist zeigte, wie dicht dieses Jubiläumsprogramm gebaut ist. Aus rund 120 Songs, die Die Prinzen im Laufe ihrer Karriere veröffentlicht haben, präsentierten sie in Hannover nahezu 30 Titel – eine Reise durch 35 Jahre Bandgeschichte, die nicht wie eine nüchterne „Best-of-Abhakliste“ wirkte, sondern wie ein bewusst komponierter Abend. Der Start machte sofort klar, wohin die Reise geht: „Krone der Schöpfung“ eröffnete, danach folgten „Mann im Mond“, „Millionär“ und „Königin“ – also frühe Ankerpunkte, die das Publikum sofort auf Betriebstemperatur brachten. Und Hannover war da: nicht abwartend, sondern schon nach wenigen Minuten voll im Geschehen, als wäre der Saal selbst ein Teil der Band.
Im ersten Teil des Abends lagen Energie und Atmosphäre dicht beieinander. Titel wie „Wo bin ich, wenn ich schlafe“ bekamen im symphonischen Gewand eine zusätzliche Tiefe, während „Blaue Augen“ und „Ich will dich haben“ wieder stärker in die direkte, poppige Schlagseite gingen. Auch „Immer auf mich zählen (Alpaka Song)“ war so ein Moment, in dem der Kuppelsaal spürbar mitging: kein distanziertes Zuhören, sondern ein gemeinsamer, sehr lebendiger Chor. Genau hier zeigte sich die Stärke dieser Tour: Das Orchester machte es nicht „brav“, sondern dynamischer. Wenn der Song Tempo wollte, gab es Tempo. Wenn er Raum wollte, gab es Raum.
Bis zur Pause führte die Setlist durch 14 Titel: 1. Krone der Schöpfung, 2. Mann im Mond, 3. Millionär, 4. Königin, 5. Wo bin ich, wenn ich schlafe, 6. Blaue Augen, 7. Ich will dich haben, 8. Immer auf mich zählen (Alpaka Song), 9. Es war nicht alles schlecht, 10. Geliebte Zukunft, 11. Der Mann im Mond ist ein Mädchen, 12. Dürfen darf man alles, 13. Überall, 14. Ganz oben. Schon in diesem Block wurde klar, wie sehr Hannover als Publikum „arbeitet“: Da wurde nicht nur am Ende applaudiert, da wurde permanent mitgestaltet. Und genau das passte zu der Ansage der Band, Hannover als größten Backgroundchor der Tour erleben zu wollen.
Nach der Pause zog der Abend noch einmal an. Der zweite Teil wirkte wie das bewusste Aufdrehen einer Schraube: 15. Suleimann, 16. Alles mit’m Mund, 17. Vergammelte Speisen, 18. Abgehau’n, 19. Gabi und Klaus, 20. Dumme Ideen, 21. Leben strengt an, 22. Küssen verboten, 23. Deutschland. Hier war der Kuppelsaal endgültig in dieser besonderen Mischung aus Konzert und gemeinsamer Feier. Es wurde geklatscht, getanzt, mitgesungen – und gleichzeitig hörte man, wie präzise das Orchester die Songs trägt. Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach spielte nicht „hinten“ oder „dazu“, sondern als gleichwertiger Motor. Gerade in den dynamischen Momenten wirkte das wie ein großer, atmender Klangkörper: Band und Orchester als Einheit, der Saal als achtes Element.
Dass es am Ende Zugaben geben würde, war spätestens nach den letzten Takten des regulären Sets keine Frage mehr. Die Fans wollten nicht, dass dieser Abend endet. Und die Band ließ sich die Freude daran anmerken. Hannover hatte sie nicht nur gehört, sondern ihnen etwas zurückgegeben: ein Saal, der vom ersten Song an mitsang; ein Publikum, das im schnellen Teil Party kann und im leisen Teil diese stillen Lichter hochhält, die einem den berühmten Kloß im Hals machen.
Auch als Tourmoment ist Hannover bemerkenswert. Es war das sechste Konzert der „Symphonica“-Tour, und nach Eindruck aus dem Umfeld der Veranstaltungsreihe zugleich der bislang größte Konzertsaal. Gerade deshalb ist die Leistung an diesem Abend so eindrucksvoll: Große Räume können Energie schlucken, wenn die Verbindung zwischen Bühne und Publikum nicht steht. Im Kuppelsaal war es umgekehrt. Die Größe machte die Momente größer – die Chorpassagen, die Handyleuchten, das gemeinsame Klatschen. Man hatte das Gefühl, dass dieses Format genau dafür gemacht ist: Prinzen-Songs, die ohnehin seit Jahrzehnten Teil der deutschen Pop-DNA sind, in einem symphonischen Gewand, das nicht nur Glanz liefert, sondern Emotion verstärkt.
So wurde dieser Abend zu einem musikalischen Startschuss für das Konzertjahr 2026, der im Gedächtnis bleibt. Nicht wegen Pathos, sondern weil es ehrlich war: Das geduldige Warten draußen, die gespannte Vorfreude drinnen, dann zweieinhalb Stunden Musik, Humor, Erinnerungen und neue Klangfarben – und ein Publikum, das sich nicht bedienen ließ, sondern mitmachte. Der ausverkaufte Kuppelsaal war nicht nur Kulisse, sondern Teil der Show. Und genau deshalb fühlte sich „Symphonica“ in Hannover nicht wie ein Jubiläum an, das zurückschaut, sondern wie eine Band, die nach 35 Jahren immer noch weiß, wie man einen Saal in Bewegung bringt – und wie man ihn im nächsten Moment zum Funkeln bringt.
Die Prinzen auf SYMPHONICA-Tour 2026 - Alle Hits mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach ...
Die Stadtbahngleise werden am Südschnellweg wieder in die Straßenmitte zurückverlegt.
HANNOVER. Die Stadtbahngleise innerhalb der Baustelle Südschnellweg sollen wieder in die Straßenmitte verlegt werden. Als Termin für diese Arbeiten sind die Zeugnisferien Ende Januar/Anfang Februar vorgesehen. Deshalb fahren im Zeitraum vom 30. Januar 2026, 19:00 Uhr bis 04. Februar 2026, 3:00 Uhr zwischen den Stadteilen Döhren und Waldhausen keine Stadtbahnen. Von der Haltestelle Bothmerstraße bis zur U.Bahn-Station Station Altenbekener Damm wird in beiden Fahrtrichtungen ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der Kfz-Verkehr auf der Hildesheimer Straße ist von diesen Maßnahmen nicht betroffen.
Autofahrer müssen sich aber auf eine Schnellwegsperrung im Zeitraum vom 26. Januar 2026 ab 09:00 Uhr bis 01. Februar 2026 einrichten. Wegen Arbeiten an der Straße in beiden Fahrtrichtungen soll der Verkehrsweg zwischen Landwehrkreisel und Kreuz Seelhorst voll gesperrt werden. Zusätzlich sind in dieser Zeit auch die Durchgänge unter dem Südschnellweg (Düsternstraße, Döhrener Masch) aus Gründen der Verkehrssicherheit geschlossen.  Eine Umleitung wird ausgeschildert.
Ende Januar und Anfang Februar gibt es in Döhren einen Schienenerstazverkehr
Sturmtief Elli schickt weiße Grüße nach Hannover
HANNOVER. Am Freitag erwischte es Hannover eiskalt. Sturmtief Elii legte das Leben in und um Hannover herum weitgehend lahm. Zwei Stadtbahnen in Hannover entgleisten nach heftigem Schneefall. Da die Personenbeförderung außerhalb von Tunneln bereits eingestellt worden war, waren glücklicherweise auch keine Fahrgäste in den verunglückten Bahnen. Der S-Bahn-, Zug-, Stadtbahn- und Busverkehr war in und um Hannover herum aufgrund der Witterungsverhältnisse stark eingeschränkt oder teilweise ganz ausgesetzt. Die Witterungsverhältnisse führten auch dazu, dass die Stadt kurzzeitig das Streusalzverbot (bis zum 23. Janauar) ausgesetzt hat. Nicht nur der Schulunterricht fiel aus, abgesagt wurde wegen der Wetter -und Verkehrsverhältnisse auch der mittlerweile schon traditionelle Neujahrsempfang der Stadt, der am Freitagabend im Neuen Rathaus stattfinden sollte. Die Entscheidung darüber, ob die Schulen auch am Montag, den 12. Januar geschlossen bleiben und der Untericht ausfällt, wollen Stadt und Region Hannover am heutigen Sonntagnachmittag treffen. Die Winterdienste waren im Dauereinsatz. Aha wollte am Wochenende in zwei Schichten rund um die Uhr mit 200 Fahrzeugen im Einsatz sein. Und auch in den Krankenhäusern hatte man gut zu tun.
HANNOVER. Prominenter Gast auf der Kanzel der Auferstehungskirche. Für den Gottesdienst am heutigen Sonntagvormittag (11. Januar) konnte die Döhrener ev.-luth. Kirchengemeinde einen prominenten Redner gewinnen. Matthias Brodowy – laut seiner Homepage „Kabarettist, Musiker, Moderator, Comedian und Vertreter für gehobenen Blödsinn“ – kann auch in einer Kirche predigen. Er nahm sich dabei den Begriffen „Demut“ und Sanftmut“ an. „Demütig, sanftmütig zu sein, heißt nicht leise zu sein“, betonte Brodowy. Denn die Kirche müsse „natürlich auch politisch sein“ und aktuelle Probleme und Ungerechtigkeiten thematisieren. Schließlich stecke sowohl in „Sanftmut“ als auch in „Demut“ das Wort „Mut“.
Nach dem Gottesdienst lud Pastor Dr. Michael Wohlers im Namen der Gemeinde alle Gottesdienstbesucher zum traditionellen Neujahrsempfang „unter der Empore“. Bei einem Gläschen Sekt zum Anstoßen und Salzgebäck zum Knabbern konnten sich die Gäste zu lockeren Gesprächen um die hier aufgebauten Stehtische zusammenfinden.
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Matthias Brodowy
Eine Flasche Sekt als Dankeschön
Mit einem Gläschen Sekt konnte auf das neue Jahr angestoßen werden