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Samstag, Mai 2, 2026

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39. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hannover

„mutig – stark – beherzt“ - Vom 30. April bis zum 4. Mai findet in der Landeshauptstadt Hannover der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag statt
„mutig – stark – beherzt“ - Vom 30. April bis zum 4. Mai findet in der Landeshauptstadt Hannover der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag statt - © Fotos: Lothar Schulz 2025

Für den reibungslosen Ablauf sind umfangreiche Verkehrsmaßnahmen
erforderlich

HANNOVER. Unter dem Motto „mutig – stark – beherzt“ findet vom 30. April bis zum 4. Mai in der Landeshauptstadt Hannover der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. „Wir freuen uns sehr, den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in der niedersächsischen Landeshauptstadt willkommen zu heißen. Hannover ist weltoffen, lebendig und kann Großveranstaltungen – und wir zeigen das gern. Zugleich wissen wir, dass Events dieser Größe besondere Anforderungen an die Sicherheit und an das Zusammenleben in der Stadt stellen. In enger Zusammenarbeit mit dem Kirchentag, der Polizei und vielen weiteren Akteur*innen haben wir ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellt. Uns ist bewusst, dass es für Anwohner*innen Einschränkungen geben wird. Aber noch wichtiger ist: Die Sicherheit unserer Gäste, Besucher*innen sowie aller Hannoveraner*innen steht an erster Stelle. Wir werden alles für einen friedlichen und erfolgreichen Kirchentag tun“, so Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Um den sicheren und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sind umfangreiche Verkehrsmaßnahmen im Stadtgebiet notwendig – insbesondere rund um das Straßenfest „Abend der Begegnung“ am Mittwoch, 30. April. Zwischen 12 Uhr und 23.30 Uhr wird die Innenstadt für den motorisierten Individualverkehr großflächig gesperrt. Auch an den Folgetagen (Donnerstag bis Sonntag) kommt es zu Einschränkungen rund um die Bühnenstandorte auf dem Opernplatz und dem Platz der Menschenrechte, etwa durch Halteverbote und veränderte Verkehrsführungen. Darüber hinaus sind der Friedrichswall und der Friederikenplatz nicht nur am 30. April von 14 bis 23.30 Uhr, sondern auch vom 1. bis 3. Mai täglich von 17 bis 23.30 Uhr sowie am 4. Mai von 6.30 bis 14 Uhr gesperrt. Die Langensalzastraße ist vom 1. Mai, 10 Uhr, bis 3. Mai, 18 Uhr, gesperrt. Für die gesamte Veranstaltungszeit inklusive Auf- und Abbau vom 30. April, 12 Uhr, bis 4. Mai, 14 Uhr, wird die Georgstraße zwischen Kröpcke und Georgsplatz gesperrt sein. Die Veranstaltung hat auch Auswirkungen auf den Linienverkehr der ÜSTRA in der Zeit vom 30. April bis 4. Mai. Dies betrifft beispielsweise die Ringlinie 100/200, die Linien 120, 121, 134 sowie die sprintH-Linien, die nicht komplett bis zu den Endpunkten in der Innenstadt fahren können. Es bestehen aber in der Regel Anschlussmöglichkeiten an die Stadtbahn, sodass die Fahrgäste trotzdem an ihr Ziel kommen. Die Fahrgäste können sich über die digitale Fahrtauskunft in der ÜSTRA-App oder auf uestra.de informieren oder sich bei Rückfragen an die Servicehotline wenden (0511 1668-0).

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Neben dem roten Faden der durch Hannover führt, gibt es nun auch einen #lila Faden. Die Diakonie in Niedersachsen hat eine digitale Stadttour entwickelt, deren Nutzerinnen und Nutzer mithilfe interaktiver Elemente kirchliche und diakonische Einrichtungen in Hannover finden können
– © Foto: Lothar Schulz 2025


Das große Knabbern

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Abbruchzangen (auch “Knabberer” genannnt) fressen sich durch den Stahlbeton der Südschnellwegbrücke - © Fotos: Lothar Schulz 2025

Abbrucharbeiten an der Südschnellwegbrücke auch an den Osterfeiertagen


HANNOVER. Nicht nur an Schoko-Ostereiern und an Schoko-Osterhasen wurde an den Osterfeiertagen geknabbert sondern auch an Stahlbeton. Auch an den Osterfeiertagen fraßen sich die Abbruchzangen durch den Stahlbeton der Südschnellwegbrücke. Abbruchzangen (auch als Abbruchscheren, Betonzangen, Betonscheren und umgangssprachlich auch als “Knabberer” bezeichnet) sind Abbruchwerkzeuge, um Stahlbetonbauteile von Bauwerken ohne den Einsatz von Sprengmitteln zerstören zu können. Abbruchzangen sind meist aus massivem und besonders gehärtetem Stahl gefertigt. Betrieben werden die Abbruchzangen durch die Hydraulik eines Hydraulikbaggers. Für die Abbrucharbeiten an der Südschnellwegbrücke musste die Hildesheimer Straße für einige Tage auch für den Stadtbahnverkehr gesperrt werden. Die ÜSTRA hatte für einen Schienenersatzverkehr gesorgt. Viele Schaulustige nutzten den Osterspaziergang um sich einen eigenen Eindruck von den Abbrucharbeiten zu verschaffen und diese im Foto festzuhalten. Der Abbruch der Brücke steht im Zusamenhang mit der Sanierung der Schnellwege in Hannover. Hier soll der neue Südschnellweg (B 3) mit einem etwa einen Kilometer langen innerstädtischen Straßentunnel entstehen. Auftraggeber ist die Niedrsächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.



Die Abbrucharbeiten gehen voran

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Die Bagger sind ständig im Einsatz

HANNOVER. Gearbeitet wird rund um die Uhr und auch an den Osterfeiertagen. Bald sind alle Reste der maroden Südschnellwegbrücke in Döhren verschwunden. Immer noch lockt der Abriss Menschen an, die das ganze mit Fotokamera oder Handy im Bilde festhalten. Nach Ostern sollen dann wieder Straßenbahnen zwischen Döhren und der Südstadt fahren. Zukünftig soll ein Tunnel die alte Hochstraße in Döhren ersetzen.

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Links die provisorische Ersatzbrücke, rechts die Reste der alten Schnellweghochstraße
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Abbrucharbeiten am Südschnellweg in Döhren

Auf der Alten Bult brannte wieder ein Osterfeuer

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Steffen Krach entzündete das Osterfeuer

HANNOVER. Aus dem Veranstaltungskalender für die Südstadt nicht wegzudenken: Am Ostersonnabend luden die Sozialdemokraten des Ortsvereines Südstadt-Bult auch in diesem Jahr wieder zu ihrem traditionellen Osterfeuer auf die Alte Bult. In Sichtweite des blühenden Hiroshima-Kirschbaumhaines entzündeten Stefan Krach, Vorsitzender der SPD-Region Hannover und Regionspräsident, gemeinsam mit Frank Straßburger, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Südstadt-Bult und der Ratsfrau Maxi Carl, den aufgeschichteten Reisighaufen an. Das Ereignis lockte viele Zuschauer an, die dicht gedrängt um die Absperrung herumstanden. Auch der hannoversche Bürgermeister Thomas Hermann und der Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic schauten in die lodernden Flammen. Damit niemand hungrig und durstig nach Hause gehen musste, servierten die SPD-Mitglieder neben Kaffee auch heiße Bratwürste und diverse Kaltgetränke.

Das Boot – H.M.S. Otus

Museums-U-Boot H.M.S. Otus S 18 der Oberon Class im Sassnitzer Stadthafen
Museums-U-Boot H.M.S. Otus S 18 der Oberon Class im Sassnitzer Stadthafen - © Fotos: Lothar Schulz 2025

U-Boot war auch im Falklandkrieg im Einsatz

SASSNITZ. H.M.S. steht für „Her Majesty’s Ship“. Her Majesty’s Ship Otus S 18 der Oberon Class ist aber gar nicht mehr „Her Majesty’s Ship“ sondern wurde 1991 außer Dienst gestellt. Später wurde das U-Boot von einem deutschen Unternehmer gekauft. Nach der Überführung nach Deutschland wurde es in der Volkswerft Stralsund außenbords überholt und bekam einen neuen Anstrich in Originalfarbe und liegt nun als Museums-U-Boot im Sassnitzer Stadthafen. Im Jahr 1963 war die Otus in den Dienst der Royal Navy gestellt worden und versah ihren Dienst im Ersten U-Boot-Geschwader. Das Boot war 28 Jahre im Einsatz; unter anderem während des Falklandkrieges 1982 und des Golfkrieges 1991 im Rahmen der Operation Granby im Persischen Golf. Im Jahr 2002 wurde das Boot als Museumsschiff öffentlich zugänglich gemacht. In dem 28mm dicken Druckkörper erwartet den Besucher authentisch, beeindruckend und auch beklemmend die Technik und die Enge in so einem Kriegsschiff. Durch raumakustische Anlagen erzeugte authentische Geräuschkulissen begleiten BesucherInnen bei dem Gang durch das Schiff. Die Besatzung der Otus bestand aus 68 Seeleuten. Jedes Besatzungsmitglied hatte seine eigene Koje, musste sich aber ein kleines Holzschapp mit mehreren Seeleuten für private Utensilien teilen. Pro Mann und Tag gab es maximal 3 l Wasser, welches überwiegend für Essen, Trinken und Körperpflege verbraucht wurde. Die Mannschaft war einer erheblichen physischen und psychischen Belastung ausgesetzt. Schichtdienste zwischen 6 und 12 Std, Tauchfahrten bis zu 300 m Tiefe und mehrwöchige Marschfahrten mussten absolviert werden. Aufgetaucht sorgten 2 Dieselmotoren a 1840 PS und 16 Zylindern für eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 10 Knoten. Dies ermöglichte einen Aktionsradius von 9.000 sm= 16.668 km. Gleichzeitig luden 2 Generatoren die Batterien wieder auf. Unterwasser wurde das Schiff angetrieben von 2 Elektromotoren mit jeweils 3000 PS. Die Elektromotoren wurden gespeist von 448 Batterien, jeweils 500 kg schwer (insgesamt 224 t). Auch deshalb nannte man die U-Boote der Oberon Class „silent hunter“ = Stiller Jäger. Eindrucksvoll der Torpedoraum im Vorschiff. Darin wurden 21 Torpedos vom Typ Tigerfish (Reichweite von 5,939 sm = 11.000 m / Geschwindigkeit 40 kn= 74 km/h) für den Abschuss gelagert. Das Boot ist über verschließbare Schotten in 5 Sektionen unterteilt. Zwei Drittel des Bootes sind der Technik, der Operationszentrale sowie den Antriebs- und Tauchsystemen vorbehalten.

HMS Otus – Schiffsdaten:

Flagge Vereinigtes Königreich

Schiffstyp U-Boot

Klasse Oberon-Klasse

Bauwerft Scotts, Greenock

Baunummer 688

Stapellauf 17. Oktober 1962

Indienststellung 5. Oktober 1963

Verbleib Museumsschiff

Schiffsmaße:

Länge 90,7 m (Lüa)

Breite 8,1 m

Tiefgang (max.) 5,5 m

Verdrängung aufgetaucht: 2030 t

getaucht: 2410 t

Elektronik:

Aktiv- und Passiv Abtastsonar und Radar, Funkpeilgerät, Feuerleitsystem, Kurzwellensender, Hydroakustische Anlage

Die Südschnellwegbrücke ist nun Geschichte

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Abriss der alten Südschnelwegbrücke

HANNOVER. Ein Stück Hannoversche Verkehrsgeschichte ist jetzt verschwunden. Rund 65 Jahre lang rollten über die Südschnellwegbrücke an der Hildesheimer Straße in Döhren unzählige Fahrzeuge. Heute (17. April) zertrümmerten Bagger die Betonteile und machten damit den Weg für den geplanten Tunnelbau frei.

Der Fall des Brückenbauwerkes war weit in Döhren hinein zu hören. Es ratterte, rumpelte und rumorte. Das Ereignis lockte viele Schaulustige an. An den Bauzäunen standen die Menschen, zückten ihr Handy und hielten das Ereignis für die Nachwelt fest, derweil einige Bauarbeiter mit dem Wasserschlauch versuchten, die Staubwolken in den Griff zu bekommen. Der Verkehr auf den Schnellweg selbst lieft dank der Ersatzbrücke ungestört.

Schon seit Dienstag war die ganze Kreuzung der Hildesheimer Straße in Döhren gesperrt. Anwohner der Helmstedter Straße stöhnten zunächst über den Verkehr in ihrer Straße. Denn Anfangs schienen viele Autofahrer wohl nicht ganz zu glauben, dass es nicht weiter Richtung Norden ging. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als über die Helmstedter Straße wieder zurück zu fahren. Doch dieser unnötige Verkehr hat inzwischen stark nachgelassen.

Noch stehen links und rechts der Hildesheimer Straße weiterhin Teile der bisherigen Brücke. Aber auch diese Reste werden bald abgeräumt.

Ab Dienstagmorgen – so ist es geplant – sollen dann wieder Stadtbahnen auf ihren Schienen über die Kreuzung rollen. Bis dahin müssen der Schutt und die unter der alten Brücke als sogenanntes „Fallbett“ aufgeschichtete Erde abgefahren sein.

Zwillingsosterkerzen für die Osternacht

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hannover (ACKH) lädt zum Ostermontag, 21. April, um 20:00 Uhr zu einem ökumenischen Ostergottesdienst in die Aegidienkirche ein
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hannover (ACKH) lädt zum Ostermontag, 21. April, um 20:00 Uhr zu einem ökumenischen Ostergottesdienst in die Aegidienkirche ein - © Foto: Lothar Schulz 2025


Zahlreiche Gottesdienste in Stadt und Region Hannover


HANNOVER. In der Osternacht werden sie wieder erstmals entzündet: die Zwillingskerzen in der evangelisch-lutherischen Marktkirche und der katholischen Basilika St. Clemens. Bereits am 04. April wurden die Zwillingsosterkerzen übergeben, die die besondere Verbindung zwischen der katholischen Basilika St. Clemens und der evangelisch-lutherischen Marktkirche ausdrücken. „Mit den Kerzen bauen wir eine Gebetsbrücke zwischen unseren beiden Kirchen“, erklärte Wolfgang Semmet, Propst an St. Clemens und Regionaldechant der Katholischen Kirche bei der Übergabe und Marktkirchenpastor Marc Blessing ergänzte: „Wir sind vereint im Glauben an die österliche Hoffnung.“

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links im Bild Marktkirchenpastor Marc Blessing, rechts Propst Wolfgang Semmet
bei der Übergabe der Zwillingsosterkerzen in der Basilika St. Clemens – © Foto Credit: pkh/Wala

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit: Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi und damit das Zeichen, dass das Leben stärker ist als der Tod. In diesem Jahr fallen die Osterfeste der Ost- und Westkirche auf das gleiche Datum. Aus diesem besonderen Anlass lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hannover (ACKH) am Ostermontag, 21. April, um 20:00 Uhr zu einem ökumenischen Ostergottesdienst in die Aegidienkirche ein. Im Mittelpunkt steht das Heilige Feuer aus Jerusalem, das von den Gläubigen mit Kerzen nach Hause mitgenommen werden kann. In den Tagen zuvor, von Gründonnerstag, 17. April, an werden in den 23 Pfarreien der Katholischen Kirche in der Region Hannover mit ihren 60 Kirchorten über 250-mal Menschen zum Gottesdienst zusammenkommen: zur Messe vom letzten Abendmahl, zu Kreuzwegen, zur Karfreitagsliturgie, zur Feier der Osternacht und zu Begegnungen am Ostermontag. Eine Auflistung aller Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag ist unter www.kath-kirche-hannover.de/ostern zu finden.

Über 100 Gottesdienste zu Ostern finden im Kirchenkreis Hannover (evangelisch) statt. Einzelheiten können unter www.kirche-hannover.de nachgelesen werden.

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Die Zwillingsosterkerzen mit der Aufschrift: Jesus lebt – © Foto Credit: pkh/Wala

Heute vor 100 Jahren wurde der „Vampir“ von Hannover enthauptet

Ehrengrab für die Opfer des Serienmörders Fritz Haarmann auf dem Stadtfriedhof in Hannover-Stöcken (Abteilung 49 D, Nr. 189/192)
Ehrengrab für die Opfer des Serienmörders Fritz Haarmann auf dem Stadtfriedhof in Hannover-Stöcken (Abteilung 49 D, Nr. 189/192)- © Fotos: Lothar Schulz 2025

Der „Totmacher“ Fritz Haarmann starb unter dem Fallbeil


HANNOVER. Er wurde auch als der Vampir, der Schlächter, der Kannibale oder der Werwolf von Hannover bezeichnet: der Serienmörder Fritz Haarmann. Geboren wurde Friedrich „Fritz“ Heinrich Karl Haarmann am 25. Oktober 1879 in Hannover. Polizeibekannt wird Haarmann zunächst als Kleinkrimineller und als Spitzel. Im Jahr 1918 wurde Haarmann nach seinem ersten Mord beinahe gefasst. In den Jahren 1918 bis 1924 soll Haarmann 27 Menschen ermordet haben. Zwischen Mai und Juni 1924 fanden Kinder fünf menschliche Schädel in der Leine zwischen dem Leineschloss in Hannover und Garbsen. Nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen stammten sie von jungen Männern und wurden vermutlich mit einem Messer vom Körper abgetrennt. Nach dem Fund des vierten Schädels am 13. Juni 1924 kamen die Ermittlungen in Richtung eines Serienmörders ins Rollen. Nach Ansicht des Publizisten Theodor Lessing spielte die hannoversche Polizei bei den Ermittlungen eine dubiose Rolle. Die Polizei ermittelte lange schlampig, verhaftet wurde Haarmann nur durch einen Zufall. Der Gerichtsprozess dauerte vom 4. bis 19. Dezember 1924. Haarmann wurde des Mordes an 27 Menschen in den Jahren 1918 bis 1924 angeklagt. Davon gab er neun Taten zu, weitere zwölf Tötungen hielt er für möglich. Sechs Taten bestritt er, von denen ihm aber fünf nachgewiesen werden konnten. Die Zahl der vermissten Jungen, die mit Haarmann in Verbindung gebracht werden konnten, belief sich auf 27, alle im Alter zwischen zehn und 22 Jahren.

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Ehrengrab für die Opfer des Serienmörders Fritz Haarmann – © Foto: Lothar Schulz 2025


Für Aufregung in der Öffentlichkeit sorgten auch Details der Tötungen, die bei den Verhandlungen bekannt wurden. Haarmann hatte die Leichen zerstückelt und in die Leine geworfen. Die sterblichen Überreste der Opfer des Serienmörders wurden im Februar 1925 in einem Ehrengrab auf dem Stadtfriedhof in Hannover-Stöcken bestattet (Abteilung 49 D, Nr. 189/192). Nach mehrjährigem Kampf der Eltern der getöteten Jungen mit der hannoverschen Stadtverwaltung um den Wortlaut der Grabinschrift wurde im April 1928 ein Grabmal aufgestellt

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Auf dem Grabmal in Form eines Flügelaltars sind Namen und Alter der Opfer von Fritz Haarmann genannt – © Foto: Lothar Schulz 2025


Ein großer Granitstein in der Form eines Flügelaltars trägt in der Mitte zwischen dem Relief einer Flammenschale und einer geknickten Rose die Inschrift „DEM GEDÄCHTNIS / UNSERER LIEBEN / VON SEPTBR 1918 / BIS JULI 1924 VER- / STORBENEN SÖHNE“. Das Wort „ermordet“ wurde von der Friedhofsverwaltung nicht zugelassen. Nachdem Haarmann am 19. Dezember 1924 zum Tode verurteilt worden war, nahm der Scharfrichter Carl Gröpler aus Magdeburg die Hinrichtung durch Enthaupten mit dem Fallbeil am frühen Morgen des 15. April 1925 unbemerkt von der Öffentlichkeit im Hof des Gerichtsgefängnisses in Hannover vor (das Gerichtsgefängnis stand teilweise auf dem Gelände des heutigen Raschplatzes und des Pavillons). Haarmanns Kopf wurde eingeäschert und im März 2014 anonym bestattet. Vier Hirn-schnittpräparate von Haarmann befinden sich noch in München. Sie waren zwischenzeitlich dort nicht auffindbar und wurden im Jahr 2016 wiederentdeckt.

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Das Wort „ermordet“ in der Grabinschrift wurde von der Friedhofsverwaltung nicht zugelassen – Haupteingang des Stadtfriedhofs Hannover-Stöcken – © Foto: Lothar Schulz 2025

Der Frühling ist in den Erlebniszoo Hannover eingezogen

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Frühling im Erlebniszoo Hannover

HANNOVER. Die fleißigen Gärtner des Erlebniszoos Hannover haben dafür gesorgt, dass der Frühling eingezogen ist. Überall blüht es. Das gibt schöne Motive für uns Fotografen. Nicht umsonst heißt der Zoo ja eigentlich auch in volle Länge „Zoologischer Garten„. Und zu einem Garten gehören noch mal auch Pflanzen. Aber keine Sorge. Tiere gibt es im Erlebniszoo natürlich ebenfalls weiterhin zu sehen.

Umweltalarm im Wald Seelhorst: Hier war Diesel ausgelaufen

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Der Wald Seelhorst ist ein beliebtes Naherholungsgebiet zwischen Döhren-Wülfel und Bemerode

HANNOVER. Ende März gab es bei der Stadtentwässerung Alarm. Dieselkraftstoff war im Wald Seelhorst ausgelaufen und hatte auch den Seelhorster Bach verunreinigt. Die Mitglieder des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel waren beunruhigt. Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner (SPD) fragte daher bei der Stadt nach. In einem jetzt an die Ortspolitiker gerichteten Rundschreiben wird ausgeführt, dass die „Feuerwehr … als Sofortmaßnahme eine Ölsperre am Dreibirkenweg ausgelegt [hatte]“, und dass die Mitarbeiter der Stadtentwässerung weitere Sperren gelegt haben.

„Das zulaufende Kraftstoff-Wasser-Gemisch wurde an den Sperren, soweit möglich, abgesaugt, entfernt und fachgerecht entsorgt“, heißt es in der Mitteilung, und weiter: „Bis zu unserem Einsatz war schon einiger Kraftstoff in das weitläufige Seelhorster Grabensystem gelaufen und hatte sich verteilt. An zugänglichen Stellen haben wir weitere Barrieren gelegt und die Oberfläche abgesaugt. Nichtsdestotrotz gab es einige kleinere Rückstände, die in den schwer zugänglichen Bereichen an natürlichen Barrieren hängen geblieben sind und dort nicht abgesaugt werden können. Insofern wird eine 100-prozentige Entfernung des Schadstoffs nicht möglich sein.

Wir haben die Dieselrückstände zurückverfolgt und die Kanalisation gereinigt. Dazu wurde diese am Gewässer abgesperrt, um weitere Einträge zu verhindern. Seit der Benachrichtigung waren unsere Mitarbeitenden jeden Tag im Einsatz, um entweder die Kanalisation zu reinigen oder von der Gewässerfläche abzusaugen.“

Die Ölsperren sollen noch bis nach Ostern bestehen bleiben und werden weiterhin beobachtet. Nach Einschätzung der Unteren Wasserbehörde soll sich der Restdiesel mit der Zeit verflüchtigen oder zumindest stark verdünnen. Die zuletzt von der Stadt Hannover gezogenen Proben aus dem Gewässer haben jedenfalls keine besonderen Auffälligkeiten mehr ergeben. Aber, so die Stadt: „Das Bachwasser sollte allerdings nicht als Trinkwasser genutzt werden.“  

Wie es in der Mitteilung abschließend heißt, kommen „Öl- oder Kraftstoffunfälle, wie in der Seelhorst“ häufiger im Jahr vor, „allerdings meistens an Stellen, die nicht so stark von Erholungssuchenden frequentiert werden und damit nicht so präsent sind.“

Über den Verursacher des Umweltschadens wurde nichts mitgeteilt.