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Treuelisten der Stadt Einbeck übergeben

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Treuelisten der Stadt Einbeck übergeben Treuelisten der Stadt Einbeck übergeben (C) Stadt Goslar
Treuelisten der Stadt Einbeck übergeben

 

- Bundesweihestätte seit 1961 in Goslar -

 

Vom 20. bis 26. Oktober 1952 führte der Verband der Heimkehrer eine Kriegsgefangenen-Gedenkwoche durch, um auf das Schicksal der Kriegsgefangenen aufmerksam zu machen und die Politik aufzufordern, sich für die Freilassung der Kriegsgefangenen einzusetzen.  

 

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, lagen in vielen deutschen Städten Unterschriftenlisten aus. Rund 7 Millionen Menschen drückten mit ihrer Unterschrift die Verbundenheit mit den deutschen Kriegsgefangenen aus und forderten deren Freilassung.

 

Als Aufbewahrungsort der Listen entschied man sich für die 1308 erbaute und im 30-jährigen Krieg zerstörte Greener Burg, deren Bergfried als idealer Ort für die Lagerung der Treuelisten angesehen wurde. Die Unterschriftenlisten lagerten in eigens angefertigten Eiche-Holzschränken, die mit den Wappen der Bundesländer geschmückt waren. Im Turm darüber hing die Freiheitsglocke, die zu besonderen Anlässen ertönte.

 

Der baulich schlechte Zustand des Greener Burgturms, verursacht durch die schwere Last der Glocke, führte Anfang der 1960er Jahre zu Überlegungen, die Treuelisten zu verlagern. Im Februar 1961 entschied der Heimkehrerverband, die Bundesweihestätte nach Goslar zu verlegen. Goslar erhielt den Zuschlag, da der Verband der Heimkehrer die Bundesweihestätte, zu der die Treuelisten gehörten, in unmittelbarer Nähe zur damaligen Zonengrenze untergebracht wissen wollte. 

 

Die Treuelisten fanden in der Kaiserpfalz im Durchgang zwischen Reichssaal und Ulrichskapelle ihren Platz. Dort wurden auch Vitrinen aufgestellt, die Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens aus der Gefangenschaft zeigten. 

 

1996 wurden die Treuelisten auf Beschluss des Rates vom Stadtarchiv Goslar übernommen, da sie der Neugestaltung in der Kaiserpfalz im Wege waren, zudem die klimatischen Bedingungen, vor allem Tageslicht und Probleme mit der Luftfeuchtigkeit, für die Unterlagen auf Dauer nicht geeignet waren.

 

 

Die Treueliste der Stadt Einbeck findet sich dort unter der Signatur „Stadtarchiv Goslar, Bestand Treuelisten, T 123“. Dieser Band beinhaltet 5831 Einträge und wurde am gestrigen Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde der Bürgermeisterin der Stadt Einbeck, Frau Dr. Sabine Michalek, in Form eines hochwertigen Faksimiles übergeben.

 

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