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Donnerstag, April 30, 2026

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Stadtbezirk Döhren-Wülfel: Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner legt Amt und Mandat nieder

Döhren-Wülfels Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück
Döhren-Wülfels Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

HANNOVER. Die Gesundheit machte nicht mehr mit: Antje Kellner, Bezirksbürgermeisterin von Döhren-Wülfel, hat jetzt ihren Rücktritt erklärt und verzichtete gleichzeitig auch auf ihr Mandat im Stadtbezirksrat.

In einer persönlichen Erklärung legte die SPD-Politikerin die Gründe ihrer Entscheidung dar. Das Schreiben im Wortlaut:

 â€žSeit langem engagiere ich mich ehrenamtlich im Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel für unseren schönen und vielfältigen Stadtbezirk, seit über 10 Jahren auch als Ihre Bezirksbürgermeisterin.

In dieser Zeit durfte ich viele engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden aber auch Privatpersonen treffen, denen ihr Stadtbezirk sehr am Herzen liegt. Ich habe diese Begegnungen stets als Bereicherung und Ansporn empfunden, auch wenn ich naturgemäß nicht mit jedem meiner Gesprächspartner einer Meinung war. Gerade auf der niedrigschwelligen Bezirksratsebene trifft Lokalpolitik ja aber tatsächlich immer noch auf reale Bürgerinnen und Bürger und lernt ihre wirklichen Bedürfnisse und Prioritäten kennen.

Diesen spannenden Dialog hätte ich gern noch weitergeführt und das mir Mögliche von Ihren Anregungen gemeinsam mit den Bezirksratsmitgliedern umgesetzt. Leider aber erlaubt mir meine sich rapide verschlechternde Gesundheit nicht, das Amt der Bezirksbürgermeisterin so fortzuführen wie ich das gern möchte.

Ich habe mich daher nach reiflicher Überlegung schweren Herzens entschieden, mit sofortiger Wirkung auf mein Bezirksratsmandat zu verzichten und damit auch vom Amt der Bezirksbürgermeisterin zurückzutreten.

Bei Ihnen allen bedanke ich mich für Ihre Anregungen, für Lob, aber auch für Tadel.

Meinen Ansprechpartnern in der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Hannover danke ich für die stets engagierte Zusammenarbeit und die konstruktive gemeinsame Suche nach zeitnaher Umsetzung von Anregungen.

Meinen Mit-Bezirksratsmitgliedern bin ich für die jahrelange parteienübergreifende und sachorientierte Arbeit im Bezirksrat Döhren-Wülfel dankbar, die immer wieder Kompromisse und einstimmige Beschlüsse möglich machte. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr in der heutigen Zeit.

Meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin wünsche ich stets eine glückliche Hand und tatkräftige Unterstützung von Ihrer Seite.

Behalten Sie bitte unbedingt Ihr Interesse an der Lokalpolitik in Ihrem Stadtbezirk und bleiben Sie miteinander im Gespräch!

Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihre Antje Kellner“

„Der Rücktritt kam nicht überraschend, dennoch macht er mich traurig“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Schade. „Im Stadtbezirk Döhren-Wülfel und in der SPD Döhren-Wülfel geht damit eine Ära zu Ende. Antje Kellner wird uns bei der zukünftigen Arbeit fehlen. Das Amt einer Bezirksbürgermeisterin besteht ja aus mehr als nur die Sitzungen zu leiten und ab und an ein paar Grußworte auf diversen Veranstaltungen zu sprechen. Es ist viel Arbeit im Hintergrund damit verbunden, was indes kaum öffentlich in Erscheinung tritt und deshalb auch nicht immer gebührend gewürdigt wird. Es war jedenfalls der sehr engagierte Einsatz von Antje Kellnerr, der unter anderem dazu geführt hat, dass bei den letzten Kommunalwahlen vor viereinhalb Jahren die SPD im Bezirksrat nicht nur nicht – entgegen den allgemeinen Trend – verloren hat, sondern dass wir vielmehr in Döhren-Wülfel unsere Mandatszahl halten konnten und sogar stärkste Fraktion im Bezirksrat wurden.“

Für die nun anstehende Neuwahl eines Bezirksbürgermeisters wird die SPD Willi Lindenberg nominieren. Lindenberg (geb. 1952) war lange Jahre als Arbeitsdirektor im ÜSTRA-Vorstand tätig. Im Juli 2020 wurde er von Antje Kellner als neuer Bezirksratsherr verpflichtet. Er wohnt schon über 40 Jahre im Stadtbezirk Döhren-Wülfel. Der aus Wiedensahl (Geburtsort von Wilhelm Busch) stammende Sozialdemokrat ist auch außerhalb der Politik vielfältig ehrenamtlich engagiert. Er macht beim Verein „Freunde des Döhrener Turms e.V.“ mit und ist Ehrensenator bei der Funkenartillerie Blau-Weiss Döhren. Auch sonst kann er eine Reihe von Funktionen aufzählen: Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Mitglied des Vorstands des Vereins „Gegen das Vergessen ./. NS-Zwangsarbeit e.V. und Sprecher des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachsen/Bremen und Mitglied der Verkehrs AG auf Bundesebene.

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Willi Lindenberg – hier eine Archivaufnahme – in historischer Üstra-Uniform

Stadt Heide: Größter (unbebauter) Marktplatz Deutschlands

Nahezu unendliche Weiten – der größte (unbebaute) Marktplatz Deutschlands – an seinem Rand gelegen die Kirche St. Jürgen
Nahezu unendliche Weiten – der größte (unbebaute) Marktplatz Deutschlands – an seinem Rand gelegen die Kirche St. Jürgen - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Reihe: Kleine und große Superlative

HEIDE. Die Stadt Heide liegt in Schleswig-Holstein, nicht weit entfernt von der Nordsee, nach Büsum etwa sind es gut 20 Kilometer. Bekannt ist die Kreisstadt von Dithmarschen insbesondere für ihren riesigen Marktplatz. Es handelt sich um den größten (unbebauten) Marktplatz Deutschlands (als größter bebauter Marktplatz Deutschlands gilt der Marktplatz in Freudenstadt im Nordschwarzwald). Die unbebaute Fläche des Marktplatzes von Heide beträgt 47.000 Quadratmeter. Während der Zeit der unabhängigen Bauernrepublik Dithmarschen war der Platz ab 1447 Tagungsort der Landesversammlung. Bereits im 16. Jahrhundert kamen dort die Händler jeden Sonnabend zu einem Wochenmarkt zusammen. Das ist bis heute so geblieben. Außerdem findet auf dem Platz jedes Jahr ein großer Weihnachtsmarkt sowie alle zwei Jahre der „Heider Marktfrieden“ statt – das größte mittelalterliche Volksfest Dithmarschens. Wenn gerade keine Märkte oder Feste auf dem Marktplatz stattfinden wird er zu einem riesigen Parkplatz mit fast unendlich Weiten. Zu den Sehenswürdigkeiten Heides zählt die Kirche St. Jürgen, die den Marktplatz an der Südwestseite säumt. Sie wurde um 1435 als Kapelle erbaut, 1559 bei der Eroberung Heides durch die dänischen Truppen zerstört und danach aus Feldsteinen wieder aufgebaut. Später kamen ein Turm und ein Anbau dazu. Besonderheiten sind der schöne Barockaltar, einige alte Malereien, das Taufbecken und eine Sonnenuhr an einer der Kirchenwände. Die heutige Bebauung um den Marktplatz herum stammt aus dem 19. bis 21. Jahrhundert. Älter sind das alte Pastorrat (1739) und das „Dreestornhus“ (1733) in der Süderstraße.

Einwohnerversammlung für Döhren-Wülfel: Kein Erstaufnahme an der Radrennbahn – die Pläne sind vom Tisch

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hatte zu einer Einwohnerversammlung ins Freizeitheim Döhren eingeladen.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hatte zu einer Einwohnerversammlung ins Freizeitheim Döhren eingeladen.

HANNOVER. An der Radrennbahn in Wülfel wird es keine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge geben. Das gab Oberbürgermeister Belit Onay auf der Einwohnerversammlung für den Stadtbezirk Döhren-Wülfel gestern Abend (9. Februar) im Freizeitheim bekannt. „Aus meiner Sicht ist das kein Standort, der in Betracht kommt“, sagte er, und. „Wir werden die Diskussion nicht weiterführen.“

Die Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 750 Personen hatten im Stadtteil für Unruhe gesorgt. Onay gab nun dem Land die Schuld am Scheitern des Vorhabens. Wie aus einem hier vorliegenden Schreiben des Niedersächsischen Innenministeriums an die Stadt Hannover hervorgeht, hat das Land deshalb einen Rückzieher gemacht, weil die Stadt die Geeignetheit des Grundstücks nicht hinreichend geklärt und auch keine Alternativstandorte benannt hat. Bei wem auch immer letztlich die Schuld für das Scheitern des Projektes liegt, die Wülfeler haben diese Nachricht mit Freude aufgenommen. Eine politische Mehrheit zeichnete sich eh nicht ab; der Bezirksrat Döhren-Wülfel hätte wahrscheinlich geschlossen dagegen gestimmt und im Rat haben SPD, CDU und FDP bereits ihr „Nein“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekräftigt.

Nach einer Begrüßung durch einen Vertreter des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel, einen kleinen Imagefilm über den Stadtbezirk und einer Rede des Oberbürgermeisters Onay bekamen die anwesenden Anwohner das Wort. Debattiert wurden unter anderem die Parkplatzsorgen im Amerikaviertel (Stadtteil Mittelfeld); aber eine alle zufriedenstellende Lösung ist nicht in Sicht.

Christine Ranke-Heck aus Wülfel brachte die gefährliche Situation durch die Fahrbahnverengung auf der Hildesheimer Straße dank der Velo-Route zur Sprache. Eine Abhilfe wurde allerdings auch hier nicht versprochen. Weniger Beifall aus dem Publikum erhielt hingegen der Vorschlag einer Rednerin, Schnee auf den Radwegen doch lieber auf Autoparkplätze oder die Gehwege zu schieben. Da grummelte es merklich in den Sitzreihen.

Ein anderer Bürger wies auf den doch in die Jahre gekommenen Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr in Wülfel hin. Lena Bode vom Fachbereich Gebäudemanagement versprach, dass noch in diesem Jahr mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses an der Erytropelstraße begonnen werden.

Erfreuliches konnten die Einwohner im Foyer an einer Schautafel zum Neubau des Freizeitheims Döhren lesen: Ebenfalls noch 2026 soll ein Architektenbüro die Pläne für einen Neubau des Freizeitheimes an der Peiner Straße 5 bis 9 prüfen. Stadtbibliothek, Bürgeramt und Jugendzentrum sollen einbezogen werden.

Eisschollen und Nebel – Spaziergang am Mittellandkanal

Kanallandschaft im Nebel
Kanallandschaft im Nebel - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Vom Nordhafen bis zum Yachthafen


HANNOVER. Das Wetter trübe, alles grau in grau, eigentlich kein Wetter für einen Spaziergang – doch gleichwohl hat ein Spaziergang im Nebel entlang des mit Eisschollen bedeckten und derzeit zumindest im hannoverschen Bereich für die Schifffahrt gesperrten Mittellandkanal seinen eigenen Reiz. Das Titelfoto für diesen Bericht und die Fotos in der unterstehenden Galerie entstanden entlang des Mittellandkanals vom Nordhafen (Hannover Vinnhorst) bis zum Yachthafen (Hannover List).

Eine neue Pastorin für Wülfel: Celine Beigel wurde heute ordiniert

Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer führte Celine Beigel in ihr neues Amt als Pastorin der Matthäi-Kirche ein.
Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer führte Celine Beigel in ihr neues Amt als Pastorin der Matthäi-Kirche ein.

HANNOVER. Die ev.-luth. Matthäi-Kirche in Wülfel hat endlich wieder eine neue eigene Pastorin. Heute Nachmittag (8. Februar) wurde Pastorin Celine Beigel von der Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer ordiniert und zusammen mit Superintendentin Meike Riedel in ihr Amt eingeführt. Es ist die erste Pastorenstelle der jungen Geistlichen.

Der Glaube lag ihr schon ganz früh am Herzen. „Schon in ganz jungen Jahren hat sie in ein Freundschaftsbuch als Berufswunsch Pastorin geschrieben“, erzählte Regionalbischöfin Schiermeyer.

Den festlichen Gottesdienst umrahmten Torsten Pinkepan an der Orgel, Kordelia Spieß an der Flöte und Katrin Reisch mit Gesang. Im Anschluss lud Jutta Heine-Seela im Namen des Kirchenvorstandes alle Besucher zu einem kleinen Empfang mit Sekt und Schnittchen in den Vorraum der Matthäi-Kirche ein.

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Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer

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Festgottesdienst zur Amtseinführung

Herbert Grönemeyer eröffnet „mittendrin – akustisch“ 2026 in der ZAG Arena Hannover

Herbert Grönemeyer © Erik Weiss
Herbert Grönemeyer © Erik Weiss

12500 Fans feiern ein sensationelles Drei-Stunden-Konzert

Es gibt Konzertabende, die von der ersten Minute an klarmachen: Hier passiert nicht einfach „noch ein Tourtermin“, sondern ein Auftakt mit Signalwirkung. Der 7. Februar 2026 in ZAG Arena ist genau so ein Abend. Herbert Grönemeyer startet in Hannover die Fortsetzung seiner erfolgreichen Konzertreihe „mittendrin – akustisch“ und setzt damit fort, was die ausverkauften September-Shows zuvor ausgelöst hatten: enorme Ticketnachfrage, hohe Erwartungen – und ein Format, das Akustik nicht als leisen Rückzug, sondern als neue Perspektive auf ein riesiges Werk versteht. 

Herbert Grönemeyer © Erik Weiss
Herbert Grönemeyer – Mittendrin Akustisch Tour © Erik Weiss

Schon die Grundidee der Reihe ist stärker als ein Schlagwort. „Mittendrin“ ist nicht nur Motto, sondern Bauplan: gespielt wird auf einer speziell gestalteten Mittelbühne, die das klassische „Frontbühne plus Fernblick“ aufbricht. Das Publikum sitzt und steht rundum, näher dran, mit wechselnden Blickwinkeln, und bekommt dadurch eine andere Form von Arena-Nähe – nicht intim, weil der Raum klein wäre, sondern weil die Inszenierung Distanz bewusst abbaut. Genau das ist in den offiziellen Infos zur Reihe zentral beschrieben: Mittelbühne, besondere Atmosphäre, eigens konzipierte Show. 

Wer bei „unplugged“ automatisch an sanfte Wohnzimmerstimmung denkt, wird bei „mittendrin – akustisch“ schnell korrigiert. Das Konzept ist zwar akustisch gedacht, aber ausdrücklich nicht auf „ausschließlich leise Töne“ reduziert. Im Gegenteil: Schon im Vorfeld wurde klar kommuniziert, dass auch Rockklassiker fest im Programm stehen – Stücke, die normalerweise nach vorne drücken und im Hallenmaßstab funktionieren. 

Der entscheidende Unterschied ist nicht Lautstärke, sondern Klangarchitektur. Grönemeyer steht hier nicht „abgespeckt“ da, sondern erweitert: Band plus Chor plus Orchester. Der Chor wird nicht als Hintergrundfarbe eingesetzt, sondern als musikalischer Motor: für Spannungsaufbau, für weite Refrains, für diese besondere Mischung aus Wärme und Wucht, die Grönemeyer-Songs in großen Räumen brauchen. Dass der Chordieses Projekts ist und wie das Format gedacht ist (neu arrangierte Unplugged-Versionen, Konzertreihe), ist auch in der Chor-Kommunikation zur Tour so dargestellt. 

Für Hannover war der Ablauf klar: regulärer Einlass am frühen Abend, Konzertbeginn am 20:00-Uhr-Fenster. Solche Zeiten wirken wie Nebensache, sind beim Tourauftakt aber Teil der Dramaturgie – weil die Arena sich spürbar „vollzieht“: erst das Ankommen, dann die Spannung, dann das Licht. Der in Medieninfos genannte Zeitplan (Einlass 18:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr) passte zu diesem Auftaktcharakter. 

Dazu kommt: Der Hannover-Termin ist nicht einfach einer von vielen, sondern ausdrücklich die Auftaktshow der Fortsetzung 2026. In der Kommunikation der Reihe wird er als Startpunkt genannt – nach den September-Abenden in Dortmund und Berlin, die eine enorme Nachfrage ausgelöst hatten. Die Tour umfasst insgesamt acht Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 

Der erste Eindruck entscheidet oft darüber, wie ein Konzert „im Kopf“ abgespeichert wird. Hannover bekommt keinen langsamen Einstieg, kein Warmspielen, keine halbe Sache. Der Auftakt ist a cappella und damit maximal konzentriert: „Unfassbarer Grund“ – gemeinsam mit dem Chor. Genau in dieser Wahl steckt bereits das Programm des Abends: Stimme, Text, Raum. Wenn ein Chor a cappella in einer Arena einsetzt, entsteht eine andere Form von Stille – eine gespannte, nicht leere Stille. Und Grönemeyer nutzt diesen Effekt als Türöffner für die gesamte Showlogik.

Vom ersten Moment ist Grönemeyer voller Energie und dreht Runde um Rundeauf seiner Bühne – singend, hüpfend, zuckend mit Gesten à la Becker-Faust und gestrecktem Arm wie Elton John. Er versprüht Leidenschaft und Freude an Gesang und Musik, die bei seinen Fans ankommt und ihn durch diesen Abend trägt.

Die Setlist macht danach sofort klar: Das wird kein thematisch enger Nostalgie-Abend, sondern eine Reise durch Jahrzehnte, Stimmungen und Tempi. Auf die chorgetragene Konzentration folgt Bewegung, Rhythmus, später auch die großen, bekannten Ausbrüche. Das ist die Stärke von „mittendrin – akustisch“: Die Songs werden nicht „klein gemacht“, sondern anders gebaut – und die Mittelbühne sorgt dafür, dass diese Wechsel nicht wie Programmwechsel wirken, sondern wie Szenen in einer durchkomponierten Live-Erzählung. 

Ein starker Tourstart braucht Momente, über die am nächsten Tag gesprochen wird. Hannover liefert davon mehrere: traditionelle Einsprengsel wie „Steigerlied“ und später „Oh wie ist das schön“ sorgen für kollektive, fast stadionhafte Mitnahme – und stehen gleichzeitig in spannendem Kontrast zur akustischen Grundidee. Dass Grönemeyer diese Traditionstitel in eine Akustik-Show einbettet, wirkt nicht zufällig: Es sind Stücke, die Gemeinschaft sofort hörbar machen.

Noch prägnanter sind die ausdrücklich markierten Tourpremieren. „Was soll das“ als erstes Encore mit dem Zusatz Tourpremiere ist so ein Moment, der signalisiert: Die Setlist ist nicht nur „abgespult“, sondern lebt, verändert sich, öffnet sich. Und später kommt mit „Der Mond ist aufgegangen“ ein Schlussakkord aus dem kulturellen Gedächtnis – ein Lied, das fast jeder kennt, das aber in einem Grönemeyer-Abend eine sehr eigene Schwerkraft bekommt: als Ruhepunkt, als Umarmung, als leiser, aber klarer Kontrapunkt zur großen Show.

Zwischen all den Arrangements und Chorflächen sind es oft Textdetails, die besonders hängen bleiben. In Hannover fällt „Mensch“ mit dem Hinweis auf einen neuen dritten Vers auf. Das ist mehr als eine Randnotiz: „Mensch“ ist ein zentraler Titel im Grönemeyer-Kosmos, emotional aufgeladen, generationenübergreifend bekannt. Eine Veränderung im Text ist deshalb automatisch ein Statement – nicht zwingend politisch, aber künstlerisch: Der Song ist nicht eingefroren, er bewegt sich weiter.

Dass der Abend nicht bei „einer“ Zugabe bleibt, sondern gleich drei Encore-Blöcke hat, spricht ebenfalls für Auftaktenergie. Zugaben sind bei Grönemeyer traditionell mehr als Pflicht – sie sind ein eigener Raum, in dem Klassiker, Publikumsnähe und letzte Überraschungen zusammenkommen. In Hannover entstehen daraus drei unterschiedliche Stimmungen:

  1. Encore 1: Direktheit und Klassikerzug Mit „Was soll das“ (Tourpremiere), „Fang mich an“, „Unterwegs“ und „Männer“ wird das Publikum in den „Groove“ geholt – bekannte Titel, klare Reaktionen, ein Block, der trägt.
  2. Encore 2: Gemeinschaft und Tanz „Oh wie ist das schön“ (Traditionstitel), „Kopf hoch, tanzen“, „Mambo“ – das wirkt wie ein kollektiver Schalter: jetzt wird nicht mehr nur zugehört, jetzt wird getragen. Dazu die „Flugzeuge im Bauch“-Reprise als Chor-only-Moment: ein dramaturgischer Kniff, der die Arena noch einmal in etwas anderes verwandelt – weniger Bandshow, mehr Raumklang. Danach „Warum“ und „Morgen“ als Finale dieses Blocks, inklusive Team- und Chorvorstellungen: ein sichtbares „Wir“, das zur „mittendrin“-Idee passt.
  3. Encore 3: Abschluss mit Umarmung „Neuer Tag“, „Halt mich“, „Immerfort“, dann „Der Mond ist aufgegangen“ als Tourpremiere – ein Ende, das nicht auf maximalen Knall setzt, sondern auf Nachhall.

12500 Fans erleben ein maximales Herbert Grönemeyer-Konzertfest in Hannover und danken es dem Künstler und seiner musikalischen Begleitung mit großem Applaus und beeindruckender gesanglichen Unterstützung an diesem Abend.

Setlist Hannover, ZAG Arena, 07.02.2026 (Tourauftakt „mittendrin – akustisch“)

  1. Unfassbarer Grund
  2. Das ist los
  3. Sekundenglück
  4. Flieg
  5. Steigerlied
  6. Bochum
  7. Deine Hand
  8. Doppelherz / Iki Gönlüm
  9. Glück
  10. Herzhaft
  11. Dort und hier
  12. Flugzeuge im Bauch
  13. Der Weg
  14. Fall der Fälle
  15. Turmhoch
  16. Demo (Letzter Tag)
  17. Alkohol
  18. Mensch
  19. Mein Lebensstrahlen
  20. Zeit, dass sich was dreht

Encore 1

21. Was soll das

22. Fang mich an

23. Unterwegs

24. Männer

Encore 2

25. Oh wie ist das schön

26. Kopf hoch, tanzen

27. Mambo

28. Flugzeuge im Bauch (Reprise)

29. Warum

30. Morgen

Encore 3

31. Neuer Tag

32. Halt mich

33. Immerfort

34. Der Mond ist aufgegangen

„Ein Leuchtturmprojekt für den Klimaschutz in Döhren“ – Die Auferstehungskirche macht sich fit für die Zukunft

Die Auferstehungskirche in Hannover-Döhren (hier ein Archivbild)
Die Auferstehungskirche in Hannover-Döhren (hier ein Archivbild)

HANNOVER. Die Pressemitteilung des Kirchenkreises spricht von einem „Leuchtturmprojekt“. Jedenfalls stellt die ev.-luth. Kirchengemeinde der Döhrener Auferstehungskirche an der Helmstedter Straße nun die Weichen für eine nachhaltig Energiewirtschaft. Unter dem Titel „„Zukunftsinitiative Auferstehungskirche“ startet die Gemeinde ein umfassendes Sanierungsprojekt.  Zuerst soll das über 60 Jahre alte Gemeindehaus energetisch fit für die Zukunft gemacht werden.

Im Sommer 2026 soll es beginnen. Die veraltete Ölheizung wird durch eine moderne Wärmepumpe ersetzt; parallel dazu erhält das Dach des Gebäudes eine sehr gute Dämmung und ein innovatives Photovoltaik-Gründach. „Mit Gesamtkosten von rund 465.000 € ist dies eine der bedeutendsten Investitionen der Gemeinde in den letzten Jahrzehnten“, heißt es in der Presseveröffentlichung des Kirchenkreises.

Das Bauvorhaben wird mit über 98.000 € aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und durch das Land Niedersachsen gefördert. Bei den hohen Gesamtkosten reicht das natürlich nicht aus. Pastor Dr. Michael Wohlers zeigt sich dankbar für das bürgerschaftliche Engagement aus der Gemeinde.: „Bis Mitte Januar sind bereits rund 12.000 € an Spenden eingegangen. Das sichert uns die notwendigen Eigenmittel, um die Fördergelder überhaupt abrufen zu können.“ Auch langfristig hofft die Gemeinde auf eine weiter bestehende Spendenbereitschaft. Dr. Wohlers: „Jeder Beitrag hilft uns, dieses ‚dicke Brett‘ der Sanierung zu bohren. Jede Unterstützung wirkt – zu 100% hier direkt vor Ort!“

„Unsere Gebäude sind Orte der Begegnung, belasten aber aktuell das Klima und den Haushalt“, so Dr. Wohlers weiter. „Wir wollen zeigen, dass der ökologische Umbau auch im Bestand gelingt und wir ganz konkret unseren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten.“

Technisch setzt das Projekt auf Synergieeffekte, wie die Baubeauftragte und Architektin Marion Knauer erklärt: „Ein Gründach kombiniert mit Photovoltaik ist eine Win-win-Situation. Die Pflanzen kühlen die Umgebung, was den Wirkungsgrad der PV-Module an heißen Tagen steigert. Gleichzeitig fördern wir die Biodiversität im städtischen Raum.“

Aus dem Bezirksrat Döhren-Wülfel: Neuer Ordnungsbotschafter und eine alte Zisterne im Untergrund

Immer wieder kommt es zu großen Pfützen auf dem Fiedelerplatz. An der alten Zisterne liegt das aber nicht

HANNOVER. In Döhren befindet sich eine alte Zisterne unterhalb des Fiedelerplatzes. Am gestrigen Donnerstag (5. Februar) wollte die SPD in der Bezirksratssitzung im Freizeitheim Döhren mehr dazu wissen.  Laut Stadtverwaltung liegen die Anlagen in einer Tiefe von rund 0,5 bis drei Metern und bestehen aus etwa 25 zylindrische Einzelschachtbauwerke, die vermutlich in den 1940er-Jahren als Löschwasserzisternen angelegt wurden. Genaueres kann aber die Stadt nicht sagen, erfuhr der Bezirkstag auf eine weitere Anfrage der Sozialdemokraten. Stadtbezirkskoordinator Sven Berger: „Trotz umfangreicher Archiv-Recherchen konnten seinerzeit keine Bauzeichnungen oder sonstigen Unterlagen bezüglich Bauweise und Funktion gefunden werden. Genauere Kenntnisse über den technischen Zustand aller Einzelschächte und eine Eignung zur Wasserspeicherung nach den aktuellen technischen Regeln liegen ebenfalls nicht vor.“ Und weiter: „Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Wassernutzung insbesondere für die Baumbewässerung wäre eine Sanierung der Zisternenanlage sicherlich sinnvoll. Die Bauweisen und die technischen Regeln für die Entwässerung des Straßenraumes sowie der Platzfläche haben sich in den letzten 60 Jahren jedoch grundlegend geändert, sodass eine Reaktivierung der Zisterne sowohl technisch als auch wirtschaftlich nicht abbildbar ist.“ Auf keinem Fall jedoch habe die Zisterne etwas mit dem mangelhaften Wasserablauf von der Oberfläche zu tun. Das liege vielmehr an der 23 Jahre alte Versickerungsanlage, die im kommenden Frühjahr saniert werden soll.

Vorstellung im Bezirksrat: Der Stadtbezirk hat jetzt auch einen Ordnungsbotschafter Björn Misselhorn wird sich nun zukünftig auf Streifengängen um die Sicherheit und Ordnung in Döhren-Wülfel kümmern und als Ansprechpartner für die Bürger bereitstehen. Erreichbar ist er über die Sammeltelefonnummer des Ordnungsdienstes 0511/168 55555.

Einstimmig forderten die Ortspolitiker die Stadt auf Antrag der CDU auf¸ an der Emmy-Noether-Allee das Hinweisschild zur Sicherung der alten Mülldeponie Bemerode 1 zu erneuern. Die derzeitige Hinweistafel sei aufgrund von Verwitterung und Alterung nicht mehr leserlich. Bei Stimmengleichheit wurde hingegen ein Antrag der Grünen abgelehnt, an zwei Sitzbänken im Stadtbezirk versuchsweise extra Aschenbecher für Raucher anzubringen.

Anfragen im Bezirksrat: Auf eine S-Bahn-Haltestelle müssen die Döhrener weiter warten – neues Bauprojekt an der Bernwardstraße

Die alte Gummiwarenfabrik soll zu Wohnungen umgebaut werden
Die alte Gummiwarenfabrik soll zu Wohnungen umgebaut werden

HANNOVER. Eine S-Bahn-Station Döhren/Waldhausen ist in weite Ferne gerückt. Der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel hat lange nichts mehr zu den laufenden Planungen zu dem geplanten Haltepunkt der S-Bahn im Stadtbezirk gehört. Deshalb brachte die SPD-Fraktion das Thema auf die Tagesordnung des Bezirksrates Döhren-Wülfel am gestrigen Donnerstagabend (5. Februar) im Freizeitheim Döhren. „Gerade vor dem Hintergrund, dass in einigen Jahren der Bahnhof Bismarckstraße für mindestens ein Jahr geschlossen werden soll, wäre ein funktionierender Haltepunkt im Süden Hannovers von großer Wichtigkeit“ hieß es da. Die Sozialdemokraten wollten wissen, wann kann mit der Indienststellung der geplanten S-Bahn-Station gerechnet werden kann.

Die Antwort der Verwaltung lässt kaum Hoffnung auf eine schnelle Realisierung aufkommen. Zwar berichtete Stadtbezirkskoordinator Sven Berger; „Der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens obliegt dem Eisenbahnbundesamt. Vermutlich kann aber in Kürze damit gerechnet werden.“ Dann kam jedoch der happige bittere Wermutstropfen. „Bisher anvisierte Bauzeiträume in den kommenden zwei, drei Jahren können jedoch seitens der DB InfraGO AG nicht ermöglicht werden. Eine Vielzahl bundesweiter Baumaßnahmen vor allem im Bereich der Generalsanierungen des Hochleistungsnetzes der Deutschen Bahn führen zu zahlreichen großräumigen Umleiterverkehren im Personen- und Güterverkehr. Da im Norden die Güterumgehungsbahn Hannover für diese Umleiterverkehre zwingend benötigt wird, können die im Rahmen des Stationsneubaus temporär benötigten Sperrungen dieser Strecke auf der Eisenbahnüberführung der Hildesheimer Straße nicht parallel erfolgen.“, so Berger.

Der Kärntner Platz ist ein städtischer Schmuckplatz in Waldhausen. Seit Kurzem wurden dort zusätzlich einige junge Bäume gepflanzt. Dr. Gudrun Koch (SPD) wollte wissen, was denn da genau in die Erde gesetzt wurde. „Die Pflanzungen sind z. T. Ersatzpflanzungen am selben Ort und Neupflanzungen. Die Baumarten können seit Kurzem über www.hannover-gis.de ganz einfach selbst

eingesehen werden unter der Rubrik „Bäume“ „Bestandsbäume“ und „Baumpflanzungen“, so Bezirksratsbetreuerin Annina Janz.

Die CDU-Fraktion hakte bei der Frage von Anwohnerparkplätzung rund um das sogenannte Amerikaviertel in Mittelfeld nach. Die dortigen Anlieger leider unter hohem Parkdruck. Doch so schnell wird das ganze nicht gehen. Sven Berger; „Derzeit stehen die innenstadtnahen Quartiere und Stadtteile entsprechend eines Ratsauftrages im Fokus bezüglich der Einrichtung von Bewohnerparkzonen im Stadtgebiet mit dem Ziel das innenstadtnahe Wohnen ausreichend attraktiv zu gewährleisten. Dies bindet die vorhandenen personellen Kapazitäten und erfordert bereits einen erheblichen Umfang an zusätzlich zu beschaffenden Parkraumeinrichtungen sowie einen

entsprechenden Zeitaufwand zur Umsetzung.

In zwei Anfragen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen griffen die Bezirksratspolitiker den – aus ihrer Sicht – unzureichenden Winterdienst auf. „aha berücksichtigt sensible Bereiche im Rahmen der Fahrbahnräumung bereits in der Einsatzplanung. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass der vorhandene Personalschlüssel es nicht zulässt, auf alle individuellen Bedürfnisse gleichzeitig und unmittelbar zu reagieren. Die Erwartungen an den Winterdienst unterscheiden sich dabei stark: Während einige eine Priorisierung von Alten- und Pflegeheimen erwarten, sehen andere Einrichtungen für

Menschen mit Behinderungen, Kindergärten oder andere Standorte als besonders relevant

an. Diese unterschiedlichen Anforderungen lassen sich organisatorisch nicht vollständig

parallel abbilden. Der Schneefall am Wochenende der 2. Kalenderwoche 2026, auf den sich die aktuelle Kritik hauptsächlich bezieht, stellte zudem ein Extremereignis dar und entspricht nicht dem

Regelfall des Winterdienstes“ lautete die Antwort der Verwaltung. Und soweit nicht ordnungsgemäß geräumte Gehwege beanstandet wurden: „Die Räum- und Streupflicht für Gehwege liegt – mit Ausnahme des Cityrings – nicht bei aha, sondern bei den jeweiligen Anliegern.“

Derzeit sind Bauarbeiten rund um die ehemaligen Gummiwarenfabrik Fritz Wohlenberg an der Bernwardstraße im Stadtteil Döhren im Gange. Stadtplaner Konrad Voges berichtete in der Bezirksratssitzung, dass das historische Fabrikgebäude erhalten bleiben soll. Laut einer Werbung im Internet sollen hier insgesamt 14 neue Wohneinheiten für ein „modernes, gehobenen Wohnen im lebenswerten Döhren“ in einer „In einer liebevoll revitalisierten Fabrik“ entstehen.

Neue Bezirksratsmitglieder in Döhren-Wülfel – keine politische Mehrheit für ein großes Asylzentrum an der Radrennbahn in Wülfel

Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob mit den zwei neuen Bezirksratsmitgliedern Carsten Sawosch und Juana Steberl.
Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob mit den zwei neuen Bezirksratsmitgliedern Carsten Sawosch und Juana Steberl.

HANNOVER. Neue Gesichter im Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel: Für den am ersten Weihnachtstag 2025 verstorbenen Dirk Battke rückte nun der frühere IT-Administrator und jetzige Betriebsratsvorsitzende Carsten Sawosch (Jahrgang 1968) nach und füllt die Reihen der SPD-Fraktion wieder auf. Vize-Bezirksbürgermeisterin verpflichtete im Rahmen der Februar-Sitzung des Gremiums den neuen Bezirksratspolitiker mit Handschlag und einen Blumenstrauß. Einen zweiten Blumenstrauß gab es für Juana Steberl. Sie übernahm das Mandat von der überraschend aus persönlichen Gründen zurückgetreten früheren Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Bezirksrat. Sie arbeitet als Büroleiterin im für den Grünen-Landtagsabgeordneten Evrim Camuz.

Zu Beginn der Sitzung am vergangenen Donnerstag (5. Februar) im großen Saal des Freizeitheims Döhren erhoben sich alle Bezirksratsmitglieder und Zuhörer zu einer Schweigeminute für den verstorbenen SPD-Politiker Dirk Battke.  Der Platz mit seinem Namensschild blieb unbesetzt, eine (elektrische) Kerze flackerte feierlich zu seinem Gedenken.

Eigentlich sollte an diesem Abend ursprünglich im Bezirksrat abschließend über die Pläne zum Bau einer Landesaufnahmeeinrichtung an der früheren Radrennbahn in Wülfel diskutiert und abgestimmt werden. Doch die Stadtverwaltung zog ihre entsprechende Beschlussvorlag kurzfristig wieder zurück. Offizieller Grund: Die Einwohnerversammlung für den Stadtbezirk mit dem Oberbürgermeister solle abgewartet werden. Gleichwohl dürfte die Entscheidung indessen faktisch schon gefallen sein, denn es gibt keine politische Mehrheit für diesen Vorschlag. Sowohl die CDU- als auch die SPD-Bezirksratsfraktion sprachen sie in zwei getrennten Pressemitteilungen gegen das Vorhaben aus. Am selben Abend wurde auch eine gemeinsame Pressemitteilung der drei großen Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP bekannt, in der ebenfalls die Pläne für Wülfel abgelehnt wurden.

„Aus Sicht der SPD-Bezirksratsfraktion sprechen gewichtige Gründe gegen eine weitere Verfolgung der Planungen. Insbesondere ist mit weitreichenden ökologischen Auswirkungen zu rechnen aufgrund der Nähe zum Landschafts- und Naturschutzgebiet. Darüber hinaus liegt das Gebiet in einem wassersensiblen Bereich der Leinemasch. Aspekte des Hochwasserschutzes sowie Risiken für eine dauerhafte bauliche Nutzung und eine belastbare Zuwegung sind daher besonders kritisch zu bewerten. Hinzu kommen Nutzungskonflikte durch bestehende Lärmbelastungen aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Schießsport-Bundesstützpunkt“, heißt es etwa in der Pressemitteilung der Sozialdemokraten im Bezirksrat Döhren-Wülfel. „Wenn Natur- und Hochwasserschutz, Nutzungskonflikte und die Anforderungen an eine sensible Nutzung gleichermaßen dagegensprechen, bleibt nur eine klare Konsequenz: Der Standort Radrennbahn ist insgesamt ungeeignet und wird von uns abgelehnt“, so Jens Schade, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bezirksratsfraktion.

 Die CDU im Bezirksrat verweist in ihrer Stellungnahme darüber hinaus auf ein weiteres Problem: „Besonders kritisch sieht die CDU das Missverhältnis zwischen der Größe des Stadtteils und dem Umfang der geplanten Einrichtung. Wülfel zählt rund 4.400 Einwohnerinnen und Einwohner“, schreiben die Christdemokraten. „750 zusätzliche Bewohnerinnen und Bewohner auf einen Stadtteil ohne ausreichende soziale Infrastruktur zu verteilen, ist schlicht unverantwortlich. Der Stadtteil wird damit überfordert“, so ihre Fraktionsvorsitzende Natascha Erdmann. Auch eine Mehrheit im Rat der Stadt Hannover steht den Plänen von OB Belit Onay ablehnend gegenüber: „„Die Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP lehnen den geplanten Standort zur Errichtung einer Landesaufnahmebehörde Niedersachsen auf den Flächen der ehemaligen Radrennbahn sowie den angrenzenden Flächen an der Wilkenburger Straße in Wülfel ab“, ist in der gemeinsamen Stellungnahme der drei Ratsfraktionen nachzulesen.

Möglicherweise war die ganze Aufregung aber eh für die Katz. Denn das Land Niedersachsen verhandelte wohl parallel auch mit anderen Städten. Nach einem Bericht auf Sat1/Regional scheint die Entscheidung für Langenhagen inzwischen längst gefallen zu sein. Dort soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für 500 Flüchtlinge entstehen,die Verträge sind laut dem Bericht bereits abgeschlossen und es gibt auch schon einen positiven Bauvorbescheid für Langenhagen.