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Sonntag, Mai 3, 2026

Aktuelle lokale Nachrichten und regionale News aus Kultur, Sport, Wirtschaft, Politik und Unterhaltung.

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Der 14. Borgentrickstein ehrt jetzt Simon Benne

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Heute Vormittag wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde der 14. Borgentrickstein am Döhrener Turm verlegt. Mit diesem Stein ehren der Heimatbund Niedersachsen und die Stadt Hannover Bürger, die sich um ihre Heimat verdient gemacht haben. Preisträger des Jahres 2022/23 ist Simon Benne.

Der 1970 geborene Redakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat sich in vielen Publikationen auch mit der hannoverschen Geschichte befasst. Deshalb wurde er nun mit dem Borgentrick-Stein ausgezeichnet. Der Heimatbund-Preis ist nach Cord Borgentrick benannt, dem es im 15. Jahrhundert gelang, einen Überfall des Braunschweiger Herzogs Heinrichs Heinrich des Älteren auf die Stadt Hannover zu vereiteln.

Ellen Maschke-Scheffler vom Heimatbund würdigte in einer kleinen Ansprache das Engagement des neuen Preisträgers, bevor sie ihm den Gummihammer und den Stein übergab, damit Simon Benne ihn symbolisch im Erdboden festklopfen konnte. „Es freut mich, dass es einen Stein mit meinen Namen gibt und dieser Stein auf dieser Seite der Friedhofsmauer ist“, sagte er in Anspielung auf den nahen Engesohder Friedhof. Benne wies darauf hin, dass in der Reihe der bisher Geehrten der weibliche Anteil eher gering sei und regte an, in Zukunft vermehrt auch nach möglichen Preisträgerinnen Ausschau zu halten.

Zum Abschluss stießen die Gäste, darunter auch Bezirksbürgermeisterin Antje Kellern vom Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel, mit einem Gläschen Saft oder Sekt auf den neuen Stein an.

Drei Mini-Löwen tapsen durch den Löwen-Canyon

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Sie tapsen durch das Gehege: Löwennachwuchs im Erlebniszoo Hannover

Der Löwencanyon in der Sambesi-Themenwelt des Erlebniszoos Hannovers ist zur Kinderstube geworden. Drei neugierige kleine Berberlöwen tapsen durch das Gehege, immer unter den liebevollen Blick von Mutter Zara. „Zara-Sophie war von Anfang an eine sehr gute Mutter, die sich bestens um ihren Nachwuchs gekümmert hat“, erzählte laut einer Mitteilung des Zoos dessen Geschäftsführer Andreas M. Casdorff.

Die Berberlöwin brachte bereits am 20. Februar zwei Mädchen und einen Jungen zur Welt. Seit kurzem dürfen die kleinen niedlichen Fellknäuels nun die Wurfbox hinter den Kulissen verlassen und den Löwencanyon erkunden. Dabei zeigten sich die beiden Mädchen besonders neugierig und mutig.

Die vielen Zoobesucher mit Kameras und langen Objektiven beweisen: Der Berberlöwen-Nachwuchs ist schnell den Hannoveraner ins Herz gewachsen und ist die neue Attraktion im Zoo.

Der Zuchterfolg des hannoverschen Zoos ist auch ein Meilenstein in der Erhaltung dieser Löwenart. Denn in der freien Wildbahn hat der Mensch diese schönen Tiere bereits seit etwa 70 Jahren ausgerottet.

Im Freizeitheim Döhren gibt es die Freude am Unsinn

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"Papageien fressen keine harten Eier", stellte Harry Lion fest

Von Kurt Schwitters bis Heinz Erhardt reichte die Spannweite. Und auch Heinz Rühmann („Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frauen“) wurde nicht vergessen. Aus Anlass des 25. Theaterjubiläums des Südstädter Komöd‘chens bringt die Theatertruppe eine ganz besondere Show auf die Bühne im Saal des Freizeitheims Döhren. „Von der Lust am (Un)sinn“ lautete der Titel, für den sich Mitte Mai an zwei Wochenenden insgesamt sechs Mal der Vorhang öffnete. Heute (20. Mai) und am morgigen Sonntag, jeweils um 16 Uhr, lässt sich die bunte Show noch einmal genießen.

Sogar Hannovers 1. Bürgermeister Thomas schaute gestern Abend (19. Mai)  vorbei und lachte über die Frage, wann der lüneburger Heide endlich bekehrt wird. Denn dieser Herr, der einen großen Hut, einen weiten Mantel und einen Schäferstab trägt, wird mit einem Schild (Überschrift: „Lüneburger Heide“) an der Autobahn besonders geehrt. Und das Publikum erfuhr auch, dass Papageien keine harten Eier fressen.

Scorpions auf Rock Believer World Tour in Hannover

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Scorpions + Special Guest Thundermother rocken die ZAG Arena in Hannover

HANNOVER.

Am Freitag Abend (19. Mai 2023) fand in der ausverkauften ZAG Arena in Hannover ein mit Spannung erwartetes Konzert der legendären Rockband Scorpions im Rahmen ihrer Rock Believer World Tour statt.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Vor begeisterten 11.000 Fans betraten die Scorpions die Bühne und lieferten eine mitreißende Performance, die das Publikum in ihren Bann zog. Als Special Guest heizte die schwedische Rockband Thundermother die Stimmung bereits zu Beginn des Abends ordentlich an.

Das Konzert begann mit voller Energie und einem wahren Knaller: „Gas in the Tank“ eröffnete den Abend und sorgte sofort für eine elektrisierende Atmosphäre. Die Fans waren von Anfang an begeistert und stimmten sich gemeinsam mit der Band auf einen unvergesslichen Abend ein. Es folgten Klassiker wie „Make It Real“ und „The Zoo“, bei denen das Publikum lauthals mitsang und zu den kraftvollen Gitarrenriffs von Rudolf Schenker und Matthias Jabs abrockte.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Die Band präsentierte auch einige Songs aus ihrem aktuellen Album „Rock Believer“, das bei den Fans sehr gut angekommen ist.

„Coast to Coast“ und „Seventh Sun“ wurden mit großer Begeisterung aufgenommen und zeigten, dass die Scorpions auch nach all den Jahren nichts von ihrer Live-Qualität eingebüßt haben.

Bei „Peacemaker“ sorgte der eingängige Refrain für ausgelassene Stimmung im Publikum, während „Bad Boys Running Wild“ mit seinem mitreißenden Rhythmus für Bewegung sorgte.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Ein besonders emotionaler Moment des Abends war zweifellos die Darbietung von „Wind of Change“. Vor dem Hintergrund der Lyrics für die Ukraine, einer Geste der Solidarität und des Zusammenhalts, berührte der Song die Herzen der Zuschauer. Sänger Klaus Meine verlieh dem Lied mit seiner charismatischen Stimme eine besondere Tiefe, die die Bedeutung des Songs noch verstärkte.

Die Energie auf der Bühne war mitreißend, und die Bandmitglieder zeigten, dass sie auch nach all den Jahren immer noch voller Leidenschaft und Spielfreude sind.

Klaus Meine begeisterte mit seinem kraftvollen Gesang, während Rudolf Schenker und Matthias Jabs ihr Gitarrenspiel perfekt aufeinander abgestimmt präsentierten. Bassist Pawel Maciwoda und Schlagzeuger Mikkey Dee bildeten das solide Fundament für den kraftvollen Sound der Scorpions.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Nach einer beeindruckenden Drum Solo-Einlage von Mikkey Dee, bei der er sein virtuoses Können unter Beweis stellte, folgte der Klassiker „Blackout“, der die Menge erneut in Ekstase versetzte.

„Big City Nights“ brachte das Publikum zum Mitsingen und sorgte für eine euphorische Stimmung in der ZAG Arena.

Als die Zugabe begann, war die Halle voller Vorfreude und Erwartung. Mit „Still Loving You“ lieferten die Scorpions eine gefühlvolle Ballade, die die Herzen der Zuschauer berührte. Der Abend endete mit dem ultimativen Rock-Hymne „Rock You Like a Hurricane“, bei dem die Band noch einmal alles gab und das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Insgesamt war das Konzert der Scorpions in Hannover ein unvergessliches Erlebnis. Die Band bewies eindrucksvoll, dass sie auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch zu den absoluten Größen des Rock gehören. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus kraftvollen Rocksongs und gefühlvollen Balladen begeisterten sie das Publikum und sorgten für eine unvergleichliche Atmosphäre. Die Zuschauer wurden Zeugen einer energiegeladenen Show, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm
Scorpions auf ihrer Rock Believer World Tour 2023 in der ZAG Arena in Hannover am 19.05.23 © Ulrich Stamm

Die Rock Believer World Tour der Scorpions ist zweifellos ein absolutes Muss für alle Rockfans. Mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz und ihrer musikalischen Brillanz versetzen sie das Publikum in einen wahren Rockrausch. Ein Konzert der Scorpions ist nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

 


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ver.di verschärft Streiks bei IKEA

ver.di ruft zu Warnstreiks auf © Ulrich Stamm
ver.di ruft zu Warnstreiks auf © Ulrich Stamm

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen im niedersächsischen Einzelhandel gibt es Streik bei IKEA

LAATZEN/GROSSBURGWEDEL.

Nach den gescheiterten Verhandlungen am 3. Mai zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ruft ver.di jetzt zu weiteren Arbeitsniederlegungen bei IKEA auf. Betroffen sind dieses Mal beide Einrichtungshäuser in der Region Hannover am selben Tag. „Nach dem erfolgreichen Streikauftakt in Großburgwedel vergangene Woche weiten wir unseren Arbeitskampf nun auch auf das IKEA-Haus in Laatzen aus“, erklärt ver.di-Sprecher Mizgin Ciftci. Die Streikenden beider Häuser versammeln sich vor dem IKEA-Haus in Laatzen am Freitag, den 19. Mai, von 4 Uhr morgens bis ca. 13 Uhr zu einer Kundgebung. Die Beschäftigten aus Großburgwedel legen die Arbeit sogar zweitägig bis Samstag, den 20. Mai, nieder.

Wegen der letzten zwei Streiks in Großburgwedel musste das gastronomische Angebot geschlossen bleiben. „Auch dieses Mal rechnen wir mit Beeinträchtigungen für Kunden“, erklärt Ciftci. Der Grund: „Die Wut der Beschäftigten ist einfach zu groß angesichts des unverschämten Arbeitgeber-Angebots.“ Der Handelsverband Niedersachsen hatte eine Erhöhung der Einkommen im ersten Jahr um 3 Prozent und im zweiten Jahr um 2 Prozent vorgeschlagen. Eine einmalige Inflationsausgleichszahlung in Höhe von 1.000 Euro für Vollzeitbeschäftigte ergänzt das Angebot. ver.di fordert stattdessen 2,50 Euro mehr pro Stunde. Für eine typische Verkäuferin im Einzelhandel käme dies einer Lohnsteigerung von mehr als 14 Prozent gleich.

ver.di: Von der IKEA-Family ist nichts mehr zu spüren

„Der schwedische Möbelgigant spricht gegenüber der eigenen Kundschaft gerne von einer ‚IKEA-Family‘. Die Beschäftigten fühlen sich aber schon lange stiefmütterlich behandelt von ihrem Arbeitgeber“, kritisiert Ciftci das Lohnniveau bei IKEA. „Wir brauchen Lohnsteigerungen, die entlasten und Respekt zum Ausdruck bringen – keine Almosen.“


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2.816.473 Aale für den Arterhalt

Der jüngste Helfer beim Aalbesatz 2023 © Ralf Gerken
Der jüngste Helfer beim Aalbesatz 2023 © Ralf Gerken

Größte Artenhilfsaktion Niedersachsens 2023 für den Aal hatte ihren diesjährigen Abschluß

NIEDERSACHSEN.

Die wohl größte Artenhilfsaktion Niedersachsens hat am letzten Wochenende ihren diesjährigen Abschluss gefunden: Unter Federführung des Anglerverbandes Niedersachsen haben mehr als 200 Angelvereine mit über 1.000 Helfern fast drei Millionen kleine Aale in Hunderten Gewässern zwischen Harz und Ostfriesland ausgewildert.

Anglerinnen und Angler helfen durch Besatz Aale im Gewässerlebensraum zu halten. © Florian Möllers
Anglerinnen und Angler helfen durch Besatz Aale im Gewässerlebensraum zu halten. © Florian Möllers

Die Anglerinnen und Angler hoffen so, den Bestand dieser einzigartigen Fischart in Niedersachsens Flüssen zu erhalten.

Der Aal war einst einer der häufigsten Fische in Norddeutschland und besiedelte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu jeden Fluss, Bach und Graben unserer Heimat. Seit Anfang der 1980er Jahre nimmt die Zahl der vom Meer in Süßwasser aufwandernden sogenannten Glasaale aber dramatisch ab.

Der Anglerverband Niedersachsen (AVN) koordiniert daher gemeinsam mit der oberen Fischereibehörde des Landes seit über 13 Jahren Bemühungen, den Wanderfisch in Niedersachsen zu erhalten. Im Rahmen des niedersächsischen Aalförderprogramms werden von Angelvereinen landesweit jährlich mehrere Millionen junge Aale besetzt, die zuvor in Frankreich schonend und unter strengen Artenschutzauflagen gefangen und im LKW hierher transportiert wurden.

Junge Aale werden in die Weser gesetzt. In ganz Niedersachsen wurden flächendeckend Tiere in Fließgewässer eingebracht. © Florian Möllers
Junge Aale werden in die Weser gesetzt. In ganz Niedersachsen wurden flächendeckend Tiere in Fließgewässer eingebracht. © Florian Möllers

Das Unterfangen ist aufwendig und spielt nur auf Zeit. Langfristig müssten die Gewässer wieder durchgängig und naturnah gestaltet werden, um ein deutschlandweites Aussterben dieser faszinierenden Art zu verhindern. 

Weltenbummler vor Hindernissen

Würden Sie quasi der Liebe wegen mehr als 5.000 Kilometer wandern? Der Aal tut dies. Wenn er mit 10-15 Jahren geschlechtsreif wird, schwimmt er aus unseren Flüssen durch den Atlantik bis in die ferne Sargassosee südlich von Florida. Denn der schlangenförmige Fisch laicht nirgendwo sonst, außer in der Nähe der Bermudas.

Sein Nachwuchs ist nicht weniger erstaunlich. Die kleinen Larven machen sich gleich nach dem Schlupf auf den Weg nach Europa. Zwei bis drei Jahre lassen sie sich in Schwärmen von Aber-Milliarden Tieren vom Golfstrom ostwärts treiben. An den europäischen Küsten angekommen, wandeln sich die weidenblattförmigen Jungtiere dann zu Glasaalen. Bis vor wenigen Jahrzehnten konnte man im Frühjahr überall an unseren Flüssen riesige Schwärme von Glasaalen beobachten, die europaweit nahezu jeden Winkel unserer Fließgewässer besiedelten und zu stattlichen Aalen von bis zu einem Meter Länge heranwuchsen.

Doch damit ist seit den 1980er Jahren vielerorts Schluss: Aus immer noch nicht endgültig nachvollziehbaren Gründen ist die Zahl der aufwandernden Glasaale seitdem um bis zu 98 % zurückgegangen und hat zum Zusammenbruch vieler Aalbestände in unseren Flüssen geführt.

Eine wesentliche Ursache für den Aalrückgang liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Menschen: Alleine in Niedersachsen versperren nach wie vor über 7.000 Wehre den streichholzgroßen Jungaalen den Weg flussauf.  Beim Weg zurück in Richtung Meer müssen die Aale dann über 280 Wasserkraftanlagen passieren, die jährlich Hunderttausende Aale in ihren Turbinen töten. Auch eingeschleppte Parasiten, klimwandelbedingte Änderungen des Golfstroms und hochgiftige Chemikalien, die sich im fettreichen Körpergewebe des Aals anreichern und nicht zuletzt der illegale Schmuggel von jährlich Milliarden von Aalen in ostasiatische Fischfarmen tragen dazu bei, dass es den europäischen Aalpopulationen anhaltend schlecht geht.

In 13 Landkreisen fand der Aalbesatz statt: Gelber Punkt= An diesen Orten wurden Aale mithilfe lokaler Angelvereine in geeignete Gewässer verteilt (nicht maßstabsgetreu). ©niedersachsen.de (modifiziert)
In 13 Landkreisen fand der Aalbesatz statt: Gelber Punkt= An diesen Orten wurden Aale mithilfe lokaler Angelvereine in geeignete Gewässer verteilt (nicht maßstabsgetreu). ©niedersachsen.de (modifiziert)


So helfen Anglerinnnen und Angler

Um dafür zu sorgen, dass in Norddeutschlands Flüssen auch in Zukunft trotzdem noch Aale vorkommen, koordiniert der Anglerverband Niedersachsen ein besonderes Programm. Ralf Gerken, seit 13 Jahren für die landesweite Koordination des Aalbesatzprogramms beim Anglerverband zuständig, kennt die Abläufe: In Frankreich, wo es in einigen Flussmündungen noch ausreichende Mengen an Glasaalen gibt, werden die Jungfische von zertifizierten Fischereibetrieben mit streng überwachten Quoten und schonenden Fangnetzen gefangen und dann per Lastwagen an allen Hindernissen vorbei bis nach Niedersachsen gefahren. Dort werden sie von Angelvereinen wieder in die Freiheit entlassen. Die Kosten übernehmen zu 60% die EU und das Land Niedersachsen. Den Rest stemmen die Anglerinnen und Angler aus der Vereinskasse. In diesem Jahr betrug der finanzielle Aufwand über 400.000 €.

Nur eine Übergangslösung

Gerken ist mit Herzblut bei der Sache, sieht seine Bemühungen aber dennoch kritisch. Er erklärt: „Aalbesatz ist nur eine von drei Säulen der EU-Aalverordnung. Die Reglementierung des Aalfangs und die konsequente Verfolgung von Aal-Schmugglern ist ein weiterer Baustein. Doch sind das nur Symptombehandlungen. Die dritte Maßnahme, nämlich die Schädigungsraten der vom Aussterben bedrohten Tiere durch Wasserkraft zu minimieren, wird von der Politik viel zu halbherzig bis gar nicht angegangen.“ Zudem würde es immer noch zu viele nicht funktionsfähige Fischtreppen geben, die für den Laien vielleicht nach Fischschutz aussähen, von Wanderfischen aber nicht genutzt werden könnten. Der AVN-Biologe und sein Team hoffen, dass sich das bald ändert: Damit Aale wieder alleine durchs Wasser und nicht über die Straße mit Hilfe von Menschen zu ihren ureigenen Lebensräumen gelangen können.

Der Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) ist mit über 100.000 Mitgliedern einer der zwei größten anerkannten Naturschutzverbände und der größte anerkannte Fischereiverband des Landes.

Die Mitglieder der rund 340 AVN-Vereine leisten jedes Jahr aktiven Naturschutz: Durch die Wiedereinbürgerung bedrohter Arten, das Monitoring von Fischen und anderen Wasserlebewesen, Aufzucht und Besatz bedrohter Kleinfischarten, dem Schutz von Großkrebsen und Muscheln, regelmäßigen Wasseranalysen sowie Müllsammel- und Pflanzaktionen, tragen die organisierten Angler dazu bei, Gewässer mit ihren ufernahen Lebensräumen zu erhalten und nachhaltig zu fördern.

Bemessen in Zahlen wenden die AVN-Vereine jedes Jahr über 200.000 Stunden im Ehrenamt und siebenstellige, überwiegend private, Geldmittel für Natur- und Artenschutzmaßnahmen an Gewässern auf. Davon profitieren neben den Fischen viele weitere Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt auch alle Erholungssuchenden am Wasser.


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Zeckengefahr: Schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Zecken haben unterschiedliche Größen © Matthias Falk
Zecken haben unterschiedliche Größen © Matthias Falk

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, daher ist es wichtig, Vorsorgemaßnahmen zu treffen

REGION HANNOVER.

Zecken stellen nicht nur in der freien Natur, sondern auch in Parks und Gärten eine Gefahr dar. Experten des Landesgesundheitsamtes wurden in der Parkanlage des alten Stadtfriedhofs am Lindener Berge in Hannover schnell fündig.

Dr. Masyar Monazahian, Virologe am Landesgesundheitsamt, erklärt, dass Zecken sich besonders gerne am Waldrand und in Grünstreifen aufhalten, um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Diese Bereiche bieten ihnen optimale Bedingungen.

In Deutschland können Zecken zwei Krankheiten übertragen: Borreliose und FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). Borreliose kann man sich überall in Niedersachsen zuziehen, da bis zu 40% der Zecken diesen Erreger in sich tragen. Bei FSME gibt es jedoch einzelne Hotspots, wie zum Beispiel den Landkreis Emsland, der 2019 vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft wurde.

Das Landesgesundheitsamt sammelt seit mehreren Jahren Zecken in ausgewählten Gebieten Niedersachsens und untersucht sie auf das FSME-Virus, um mehr über dessen Verbreitung zu erfahren.

Dr. Masyar Monazahian berichtet, dass FSME-Viren vereinzelt in Zecken im Landkreis Cuxhaven, in Nienburg, im Emsland und in der Region Hannover nachgewiesen wurden. Dies zeigt, dass das FSME-Virus auch außerhalb des Landkreises Emsland in Niedersachsen vorkommt. Dennoch ist eine Infektion in den meisten Gebieten immer noch sehr unwahrscheinlich.

Um sich vor einer FSME-Infektion zu schützen, ist eine Impfung ratsam. Insbesondere im Landkreis Emsland als Risikogebiet wird diese Impfung ausdrücklich empfohlen. Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit häufig in der Natur aufhalten und einer intensiven Zeckenexposition ausgesetzt sind, sollten ebenfalls nach einer individuellen Risikobewertung eine solche Impfung in Betracht ziehen.

Bettina Wilhelm, Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen im Gesundheitsamt der Region Hannover, betont die Bedeutung der Impfung und empfiehlt auch Urlaubern, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten, sich vor der Reise ärztlich über die Impfung zu informieren.#

Zecken sind kleine, blutsaugende Parasiten, die in Wald- und Graslandschaften vorkommen. Sie können verschiedene Krankheiten wie die Borreliose und die durch Zecken übertragene Enzephalitis (FSME) übertragen. Daher ist es wichtig, sich vor Zeckenstichen zu schützen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vorsorgemaßnahmen Sie ergreifen können und welche Zeckenarten in der Region Hannover anzutreffen sind.

  1. Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche:
  • Tragen Sie beim Durchstreifen von Unterholz und Gras helle, körperbedeckende Kleidung. Dadurch können Sie Zecken besser erkennen und rechtzeitig entfernen. Verwenden Sie auch festes Schuhwerk, um Ihre Füße zu schützen.
  • Benutzen Sie zeckenabweisende Hautschutzmittel. Diese bieten jedoch keinen vollständigen Schutz vor Zeckenstichen. Es ist daher wichtig, sich regelmäßig auf Zecken abzusuchen.
  • Insbesondere nach Aufenthalten in Wald- und Wiesenbereichen sollten Sie Ihren Körper gründlich auf Zecken absuchen. Konzentrieren Sie sich dabei auf dünne und warme Hautstellen wie Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf und den Schritt.
  • Auch Haustiere, die während eines Spaziergangs mitgeführt werden, sollten auf Zecken kontrolliert werden. Zecken können auf den Menschen übergehen, wenn sie noch nicht angesaugt sind.
  1. Entfernung einer Zecke:

Wenn Sie eine Zecke auf der Haut entdecken, entfernen Sie sie so schnell wie möglich. Zecken können auch andere Krankheiten übertragen, gegen die keine Impfung möglich ist, wie die Borreliose. Die Zecke kann mit den Fingerspitzen oder einem Hilfsmittel wie einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentferner entfernt werden. Fassen Sie die Zecke dabei nahe an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, und ziehen Sie sie vorsichtig heraus, ohne sie zu zerquetschen. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle gründlich desinfiziert werden.

  1. Zeckenarten in der Region Hannover:

In der Region Hannover besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Zecken, die Krankheiten übertragen können. In diesem Jahr wurde erstmals die Buntzecke (Dermacentor reticulatus), auch als Auwaldzecke bekannt, in der Region nachgewiesen.

Dermacentor-Maennchen-und-Weibchen © Institut für Pathologie , TiHo Hannover
Dermacentor-Maennchen-und-Weibchen © Institut für Pathologie , TiHo Hannover

Diese Zeckenart ist durch eine marmorierte Körperoberfläche gekennzeichnet. Sie kann unter anderem die Hundebabesiose übertragen, eine Krankheit, die Hunde schwer beeinträchtigen kann. Hundebesitzer sollten daher besonders auf einen wirksamen Zeckenschutz achten.

Zudem besteht die Gefahr, dass Zugvögel tropische und subtropische Zeckenarten nach Deutschland einschleppen. Im Jahr 2018 wurden vermehrt Zecken der Gattung Hyalomma in Deutschland gefunden, obwohl sie normalerweise hier nicht vorkommen. Hyalomma-Zecken sind durch ihre auffällig große Größe und gestreifte Beine leicht zu erkennen.

Hyalomma rufipes © Institut für Pathologie , TiHo Hannover
Hyalomma rufipes © Institut für Pathologie , TiHo Hannover

Sie können das Krim-Kongo-Virus sowie Bakterien der Gattung Rickettsia übertragen, die beim Menschen schwere fieberhafte Erkrankungen auslösen können. Forscher befürchten, dass mit den Zecken auch das Krim-Kongo-Virus in die Region eingeschleppt werden könnte.

Das Institut für Parasitologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) führt Untersuchungen durch, um die Verbreitung und Infektionsraten der verschiedenen Zeckenarten zu erforschen. Die Forscher bitten die Bevölkerung, Hyalomma- und Auwald-Zecken mit Angabe des Fundortes einzusenden, um ihre Studien zu unterstützen.

Fazit:

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, daher ist es wichtig, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um Zeckenstiche zu vermeiden. Tragen Sie helle, körperbedeckende Kleidung, verwenden Sie zeckenabweisende Hautschutzmittel und suchen Sie sich und Ihre Haustiere regelmäßig nach Zecken ab. Entfernen Sie eine Zecke schnell und sorgfältig, falls sie gestochen hat. Informieren Sie sich über die Zeckenarten in Ihrer Region und unterstützen Sie gegebenenfalls Forschungsprojekte zur Zeckenbekämpfung und -prävention. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen können Sie Ihre Gesundheit vor Zeckenstichen schützen.


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Börsennachrichten und Wirtschaftsnews vom 18. Mai 2023

Indizes vom 17.05.2023 © finanzen.net
Indizes vom 17.05.2023 © finanzen.net

Marktberichte der Börse Frankfurt

FRANKFURT/MAIN.

Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) hat am Montag an seine maue Vorwoche angeknüpft und geringfügig nachgegeben. Der Leitindex der Eurozone litt etwas unter dem verhaltenen Handel an der Wall Street und gab um 0,03 Prozent auf 4316,41 Punkte nach. Etwas auf die Stimmung drückte ein Einbruch der Industriestimmung im US-Bundesstaat New York.

Für den französischen CAC 40 ging es um 0,05 Prozent auf 7418,21 Punkte aufwärts. Der britische FTSE 100 („Footsie“) stieg um 0,30 Prozent auf 7777,70 Zähler und profitierte damit von deutlichen Gewinnen bei den schwer gewichteten Rohstoffwerten.

Turbulenter ging es an der Istanbuler Börse zu. Dort war der Leitindex ISE 100 nach der Wahl in der Türkei zunächst um bis zu 6,4 Prozent abgesackt. Zwischenzeitlich schrumpfte das Minus auf 2 Prozent, bevor das Börsenbarometer wieder unter Druck geriet und am Ende mehr als 6 Prozent einbüßte. Börsianer verwiesen auf die Ungewissheiten in puncto Wirtschaftspolitik, da Präsident Recep Tayyip Erdogan durchaus gute Chancen auf eine Wiederwahl hat. Unter dessen Führung hatte die Wirtschaft des Landes in den vergangenen Jahren stark gelitten.

Bei der Präsidentenwahl in der Türkei erhielt Erdogan die meisten Stimmen, muss sich aber nach 20 Jahren an der Macht erstmals einer Stichwahl stellen, weil er die absolute Mehrheit von 50 Prozent verfehlte. Sein Herausforderer ist der Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu. Die Stichwahl ist für den 28. Mai geplant.

„Der große Gewinner war wohl Sinan Ogan, der gut 5,1 Prozent der Stimmen erhielt und die Stichwahl entscheiden könnte, je nachdem, wem er seine Unterstützung gibt“, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Das gebe ihm als potenziellem Königsmacher in den nächsten Wochen eine Menge Macht.

Ogan kündigte an, eine Wahlempfehlung für Recep Tayyip Erdogan oder den CHP-Kandidaten Kemal Kilicdaroglu nur gegen Zugeständnisse zu geben. Der Rechtsaußenkandidat wolle etwa eine Zusicherung, dass „Syrer und alle anderen Flüchtlinge“ die Türkei verlassen werden und zum „Kampf gegen den Terrorismus“, sagte Ogan der Deutschen Presse-Agentur.

Erlam fuhr fort: „Das Ergebnis war eine böse Überraschung für die türkischen Märkte.“ Ein Sieg Erdogans bedeute mehr unkonventionelle Geldpolitik, Inflation und Risiko, wofür es in den letzten Jahren mehr als genug Beweise gegeben habe.

Unter der Unsicherheit mit Blick auf die politische Entwicklung der Türkei litt besonders die Bank BBVA, deren Aktien als klares Schlusslicht im EuroStoxx mehr als vier Prozent verloren. Das Finanzinstitut ist stark in dem Land engagiert.

Der französische Versicherer AXA traut sich auf Basis einer neuen Rechnungslegung in diesem Jahr einen kräftigen Gewinnsprung zu. Die Papiere stiegen um 2,4 Prozent und gehörten zu den Top-Werten im europäischen Leitindex.

An der Spitze des Cac 40 zogen die Anteilsscheine von Alstom um 5,2 Prozent an und profitierten damit von einem positiven Analystenkommentar der US-Investmentbank Bank of America. Bei dem Zugbauer verbessere sich die Verschuldung, hieß es.

(Quelle: finanzen.net)


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Stadtverwaltung und Bezirksrat weihten neues Spielhaus in Mittelfeld ein

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Das neue Spielgerät am Gundelachweg wurde eingeweiht

HANNOVER. Der Spielplatz Gundelachweg im Stadtteil Mittelfeld ist um eine Attraktion reicher. Eine neue „Sandbaustelle“ bietet nun auch für kleiner Kinder Platz für ein phantasiereiches Spiel. In einem Sandkasten ist ein Spielhaus mit kleiner Rutsche entstanden. Am heutigen Mittwochnachmittag (17. Mai) weihten Vertreter der Stadt und Mitglieder des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel das taufrische Spielangebot ein.

Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabi Jakob freute sich, dass nun das lang gewünschte Spielgerät aufgebaut und auch vier neue, schattenspendende Bäume gepflanzt wurden. „Vor drei Jahren haben wir uns hier zu einem Ortstermin getroffen“, erinnerte sie und stelle zufrieden fest, dass es nun endlich wirklich schön geworden sei. Jakob eröffnete in Vertretung der verhinderten Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner offiziell das neue Kletter- und Spielgerät. Der Bau des Sandbereichs kostete insgesamt 11.500 Euro und wurde dank finanzieller Unterstützung des Stadtbezirksrats Döhren-Wülfel und des Integrationsbeirats Döhren-Wülfel möglich.

Zum Schutz des Hirschkäfers wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten

Der Hirschkäfer mit seinem unverwechselbaren Merkmal - dem hirschgeweihartig vergrößerten Oberkiefer. © Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Der Hirschkäfer mit seinem unverwechselbaren Merkmal - dem hirschgeweihartig vergrößerten Oberkiefer. © Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Sichtungen des bedrohten Käfers können online und per Post gemeldet werden

NIEDERSACHSEN / HANNOVER.

Über die Verbreitung und den Bestand des stark gefährdeten Hirschkäfers in Niedersachsen gibt es bislang nur unzureichende Informationen. Um dies zu ändern, bittet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Bevölkerung um Mithilfe: Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können Sichtungen des bedrohten Käfers dem NLWKN melden. Dazu steht ein digitaler Hirschkäfer-Meldebogen auf der Website des NLWKN bereit, um Sichtungen schnell online mitzuteilen. Fundmeldungen können auch per Post dem NLWKN gemeldet werden.

„Gemeldete Sichtungen sind für unsere Arbeit sehr wichtig. Nur wenn wir die geographische Verbreitung des Käfers kennen, können wir Schutzmaßnahmen anpassen und dem drastischen Rückgang des Hirschkäfers entgegenwirken“, sagt André Apel aus dem Bereich Artenschutz in der NLWKN-Betriebsstelle Hannover-Hildesheim. 

Der Käfer hat einige markante Merkmale, anhand dessen er eindeutig zu identifizieren ist. Mit seinen bis zu acht Zentimetern Körperlänge, den hirschgeweihartig vergrößerten Oberkiefer der Männchen und dem auffälligen Flugverhalten gehört er zu den spektakulärsten und bekanntesten Insekten in Niedersachsen. Obwohl er so auffällig ist, ist über seine Verbreitung und seinen Bestand zu wenig bekannt. Dies liegt auch daran, dass sein Bestand seit langer Zeit stark rückläufig ist und eine Sichtung des Tieres somit immer unwahrscheinlicher wird. „Am ehesten sind die Tiere noch in alten, totholzreichen Laubwäldern in besonnter und wärmebegünstigter Lage zu sehen. Aber auch in alten Parkanlagen, waldnahen Obstbeständen sowie einzelnen oder gruppierten Bäumen im Offenland kann der Hirschkäfer beobachtet werden“, erklärt Apel. Die Tiere sind von Ende Mai bis Juli an windstillen, warmen Abenden in der Dämmerung besonders flugaktiv und durch das laute „Gebrumm“ weithin hörbar.

Der NLWKN bittet Bürgerinnen und Bürger, Beobachtungen des Tieres unter Verwendung des speziellen Hirschkäfer-Meldebogens  zu melden. Dieser kann per Mail an: naturschutz-meldebogen@nlwkn.niedersachsen.de geschickt werden. Auch postalisch ist der Meldebogen einreichbar:

NLWKN

– Betriebsstelle Hannover-Hildesheim –

Aufgabenbereich Artenschutz

Göttinger Chaussee 76 A

30453 Hannover


Der Hirschkäfer ist mit 3 bis 8 cm Gesamtlänge unser größter heimischer Käfer. Seinen Namen verdankt er den markanten, bis zu 3 cm langen Oberkiefern, die zu hirschgeweihartigen Zangen umgebildet sind. Nur die Männchen tragen dieses „Geweih“, die Weibchen haben einen schmaleren Kopf und normal entwickelte Oberkiefer.

Hirschkäfer besiedeln alte, totholzreiche Laubwälder in südexponierten und wärmebegünstigten Lagen, aber auch Laubwaldreste, alte Parkanlagen und waldnahe Obstplantagen mit einem hohen Anteil an absterbenden Althölzern und Baumstümpfen. Randlagen werden anscheinend bevorzugt.

Im Juni/Juli schwärmen die Tiere in der Dämmerung aus. Eichen mit anhaltendem Saftfluss sind Nahrungsquellen, aber auch wichtige Rendezvousplätze für Männchen und Weibchen. In dieser Zeit kommt es zu Rivalenkämpfen. Die Männchen führen mit ihren mächtigen Oberkiefern Zweikämpfe um die Weibchen aus. Dabei versuchen sie, den Gegner vom Zweig zu werfen.

Der Hirschkäfer ist wegen seines drastischen Rückgangs in der bundesweiten Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft und nach der Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“. In der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU ist der Käfer als Art „von gemeinschaftlichem Interesse“ aufgelistet, für dessen Erhaltung die Mitgliedsstaaten eine besondere Verantwortung und Verpflichtung haben.

Beobachtungstipps

Über die Verbreitung und den Bestand des Hirschkäfers in Niedersachsen gibt es trotz seiner Größe nur unzureichende Informationen.

Die meisten Hirschkäfer werden eher zufällig entdeckt. Funde von toten Tieren sind ebenfalls möglich und wichtig. Gezielt suchen kann man Hirschkäfer am besten in ihren bevorzugten Lebensräumen (besonders an Eichensaftflüssen und geeigneten Brutsubstraten). Dies sind z.B.

  • Eichen-Althölzer mit einem möglichst hohen Anteil von alten und absterbenden Bäumen (v.a. Eichenstümpfe > 40 cm Durchmesser an lichten, trockenen, südexponierten Stellen)
  • Baumreihen, Baumgruppen
  • möglichst licht stehende Alt-Eichen, die in Beständen anderer Baumarten eingestreut sind
  • alte Parkanlagen und Obstplantagen
  • Straßen- und Gebäudelampen in Ortsrandlage.

Am besten kann man die Tiere von Ende Mai bis Juli an warmen, windstillen Abenden in der Dämmerung beobachten. In dieser Zeit schwärmen insbesondere die Männchen mit „Gebrumm“ um ihre Nahrungsbäume.Gegen Ende des Sommers bleiben immer weniger Hirschkäfer übrig. Werden die Tiere nicht von Feinden gefressen, sterben sie nach etwa 60 Tagen an Altersschwäche.