Eine Weihnachtsdorf-Inszenierung wie aus dem Märchenbuch
HANNOVER.
Erstmalig inszeniert das Kreativteam der Roncalli Traumfabrik in diesem Jahr ein Weihnachtsdorf auf dem Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof. „Hannover und Roncalli – das hat von Anfang an gepasst“, schwärmt Roncalli Gründer und Direktor Bernhard Paul. „Unser neues Projekt in der Leinemetropole ist die logische Weiterentwicklung unseres hiesigen Engagements. Wir sind seit Monaten in der Planung“, berichtet der Impresario. Das erste Gastspiel des Circus-Theater Roncalli in Hannover geht zurück auf das Jahr 1982.
Kunst statt Kommerz
„Vor der ehrwürdigen Kulisse des Hauptbahnhofs inszenieren wir ein Weihnachtsdorf, das wie aus einem Märchenbuch entsprungen scheint“, erläutert Tobias Ahrens, Mitglied der Geschäftsleitung. Das Weihnachtsdorf prägen viele kleine, unterschiedlich dekorierte Hütten, inspiriert von der niedersächsischen Fachwerkarchitektur. Auch der Eisenbahnromantik wird an diesem besonderen Ort Rechnung getragen. Neben einer hochwertigen Gastronomie, erlesenen Waren und Geschenkideen prägen Kunsthandwerker mit ihren selbst gestalteten Werken und vor Ort erlebbarem Handwerk das Dorfgeschehen.
Insgesamt sind rund 55 Aussteller im Roncalli Weihnachtsdorf präsent.
Highlight ist eine extra für das Weihnachtsdorf entwickelte Projektion auf die Fassade des Hauptbahnhofs. Dreimal täglich um 17 Uhr, 18:30 Uhr und 20 Uhr wird eine besondere Weihnachtsgeschichte erzählt, während zeitgleich das historische Gebäude im Lichterglanz erstrahlt.
Optischer Blickfang des Dorfes ist das historische Riesenrad aus der Sammlung von Bernhard Paul. Die Aussicht daraus auf die festlich beleuchtete Innenstadt ist einzigartig. Ganz digital und rasant geht es hingegen mit der virtuellen Fahrt auf der Rentierkutsche durch die winterliche Weihnachtslandschaft. Betörend für die Sinne und ein Spaß für Groß und Klein.
Speziell für Händler und Kunsthandwerker aus Hannover und der Region bietet Roncalli einen Verkaufsstand mit wöchentlich wechselnden Betreibern. Damit soll kleinen Manufakturen, Start-ups und Kreativschmieden, die nicht fünf Wochen am Stück eine Weihnachtshütte bespielen können, die Möglichkeit gegeben werden, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Interessierte können sich über die Internetseite anmelden.
Händler und Gastronomen freuen sich über engagierte Menschen, die sie beim Verkauf und der Präsentation unterstützen. Interessierte bewerben sich über die Internetseite.
Durchdachte Nachhaltigkeit im Lichterglanz
Für eine möglichst nachhaltige Ausrichtung des Weihnachtsdorfes wird der komplette Markt mit Ökostrom versorgt und energiearmen LED-Lichtquellen ausgestattet. Von einem besonnenen Umgang mit Ressourcen zeugen der Einsatz von Mehrweggeschirr, das Aufstellen von Tannen aus ausschließlich nachhaltiger Forstwirtschaft sowie ein durchdachtes Abfallvermeidungskonzept.
Das Weihnachtsdorf Hannover in Zahlen
Aufbau: ab dem 14. November 2023 Öffnungszeiten: 27. November bis 30. Dezember 2023, täglich von 11 bis 21 Uhr Am 24. Dezember bis 14 Uhr geöffnet, am 25. Dezember geschlossen.
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HANNOVER.
Fach- und Netzwerktag zu „Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche in Hannover“ gut besucht
Der Fach- und Netzwerktag „Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche in Hannover“ an diesem Mittwoch (20. September) stieß auf gute Resonanz: 70 Fachkräfte aus dem Bereich Schule und aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit haben teilgenommen und sich ausgetauscht, um Gewalt zwischen Kindern und Jugendlichen präventiv zu begegnen. Die Veranstaltung fand unter Jahresmottos des Kommunalen Präventionsrates (KPR) der Landeshauptstadt Hannover – „Zusammen für ein gutes Miteinander in unserer Stadt“ – im Neuen Rathaus statt.
Nach einer Eröffnung des Fachtags durch den Ersten Stadtrat, Dr. Axel von der Ohe, sowie den Bürgermeister und KPR-Vorsitzenden, Thomas Hermann, schlossen sich Impulsvorträge an. Prof. Dr. Bliesener, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts, berichtete zu den Erkenntnissen zu Gewaltvorfällen an Schulen. Mario Jansen, Präventionsberater der Gemeinde-Unfallversicherung Hannover, gab einen Impuls dazu, wie eine pädagogisch nachhaltige Gewaltprävention gelingen kann. Im Anschluss stellte Frederick Groeger-Roth vom Landespräventionsrat Niedersachsen das Projekt „Schools That Care – Prävention in der Schule gemeinsam planen und weiterentwickeln“ vor, bevor abschließend Rebekka Stühl, Leiterin des Präventionsteams der Polizeiinspektion Hannover, die Aktivitäten aus dem Jugendbereich des Präventionsteams der PI präsentierte. Am Nachmittag gab es dann die Gelegenheit mit verschiedenen Träger*innen und Institutionen ins Gespräch zu kommen.
Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) und die Polizeidirektion Hannover (PD) hatten im vergangenen Jahr den „Runden Tisch Messervorfälle“ ins Leben gerufen. Neben Stadt und PD sind die Bundespolizei, die Staatsanwaltschaft Hannover, das Landeskriminalamt, das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, die ÜSTRA, die Firma protec, das Deutsch-Europäische Forum für Urbane Sicherheit (Defus) sowie der KPR an dieser Einrichtung beteiligt. Auf repressiver Ebene erfolgte die Einführung einer Verbotszone für das Mitführen von Waffen, Messern und gefährlichen Gegenständen im Bahnhofs- und Steintorviertel. Doch auch das Thema Prävention nimmt der „Runde Tisch Messervorfälle“ in den Fokus. Hier setzt die LHH insbesondere den Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche, die die Erwachsenen von Morgen sind. Ausgehend von polizeilichen Daten sind 30 Prozent der Jugendlichen im Schulalter Täter*innen und Opfer*innen von Taten, bei denen Messer zum Einsatz kommen.
„Dieser Runde Tisch existiert nicht, weil wir so gewaltbereite Kinder und Jugendliche haben – er existiert, weil wir Gewalt zwischen Kinder und Jugendlichen erst gar nicht entstehen lassen wollen. Wir wollen bereits im Kindesalter den gewaltfreien Umgang miteinander vermitteln“, betonte Dr. Axel von der Ohe in der Veranstaltung.
„Lange Nacht der Berufe“ im Rathaus: Eine spannende Entdeckungsreise für junge Leute
Welcher Job passt zu mir? Antworten auf diese Frage gibt jungen Menschen die „Lange Nacht der Berufe“ am 22. September, von 17 bis 22 Uhr, im Neuen Rathaus in Hannover. Die Landeshauptstadt und die Region Hannover laden dazu ein. Kooperationspartnerin ist die Agentur für Arbeit. Mehr als 10000 Besucher*innen werden erwartet.
Zahlreiche Unternehmen suchen Auszubildende. Zudem wandelt sich die Arbeitswelt stetig und neue Berufsfelder entstehen. Aus erster Hand – im direkten Kontakt mit Arbeitgeber*innen – können sich Jugendliche umfassend über Ausbildungsplätze, Studiengänge oder Angebote des dualen Studiums informieren. Es ist die inzwischen 14. Auflage der Ausbildungsmesse. Die Jugendlichen können eine spannende und höchst informative Entdeckungsreise durch die heutige und zukünftige Arbeitswelt unternehmen.
Im Neuen Rathaus sind etwa 140 Unternehmen, Universitäten, Schulen sowie Kammern und Innungen aus der Stadt und der Region Hannover an nahezu 130 Ständen vertreten. Ausbildungsbetriebe unterschiedlichster Branchen zeigen, was sie zu bieten haben. Mit ihren Mitmach-Aktionen und praktischen Übungen stellen die Aussteller*innen die jeweiligen Berufe vor. Die Branchenschwerpunkte sind: Gesundheit, Pflege und Soziales, Handel und Dienstleistung, Handwerk, Hotel und Gaststätten, Industrie, Informationstechnologie, Logistik, Medien, Öffentliche Verwaltung, Schulen, Hochschulen und Universitäten.
Fachleute und Professor*innen, aber auch Auszubildende und Studierende stehen Rede und Antwort. Interessierte können sich so ein besseres Bild von ihrem Wunschberuf machen und vor allem direkt mit Firmen und Bildungseinrichtungen in Kontakt treten. Berufsberater*innen der Arbeitsagentur werden für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Die Dr. Buhmann Schule & Akademie informiert über Schlüsselbranchen wie Informatik, Fremdsprachen, Wirtschaft, Management, Gestaltung und Mediendesign, Berufsausbildung und Fachhochschulreife, die Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt und Bachelor-Studiengänge. Die Lange Nacht der Berufe richtet sich insbesondere an die Schüler*innen aller allgemeinbildenden Schulen ab der neunten Klasse sowie der Berufseinstiegs- und Berufsfachschulen. Weitere Informationen unter www.lange-nacht-der-berufe.de.
AUGSBURG. Kürzlich waren sie auf dem Augsburger Plärrer, Schwabens größtem Volksfest, zu sehen: die Hochseiltruppe Geschwister Weisheit. Die Geschwister Weisheit sind eine Artistenfamilie aus Siebleben, einem Ortsteil von Gotha in Thüringen. Seit 1900 präsentieren sie in mehreren Generationen Hochseilartistik. Die Geschwister Weisheit®, sind ein reines Familienunternehmen. Bereits in der 6. Generation sind sie in Deutschland und der ganzen Welt unterwegs. Tourneen führten sie unter anderem durch Deutschland, Thailand, Italien, Spanien, Rumänien, die Niederlande und die Schweiz. Gegründet wurde die Truppe von Friedrich Wilhelm Weisheit. Dieser, selbst gelernter Büchsenmacher, heiratete Maria Traber, die einer alten Artistenfamilie entstammte. Die zweite Generation wurde vom Sohn Lorenz Weisheit geführt, dem Vater des jetzigen Chefs der Truppe, Rudi Weisheit. Während ihrer langen Karriere erhielten sie viele Auszeichnungen. Dazu gehören die Ehrenmedaille der Artistik in Gold, der Thüringer Verdienstorden und der Sonderpreis der internationalen Jury beim 35. Zirkusfestival in Monte Carlo. Ihre Showprogramme umfassen ein umfangreiches Repertoire: dazu gehören u.a.: eine Fünf-Personen-Pyramide als Drahtseilakt auf dem Hochseil eine sogenannte Steilseildarbietung ohne Netz mit und ohne Balancierstange ebenso wie die Motorradshow mit zehn Artisten und drei Motorrädern in bis zu 40 m Höhe.
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HANNOVER.
Ausstellung „Glänzende Aussichten – 99 Karikaturen zu Klima, Konsum und anderen Katastrophen“ eröffnet
Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover präsentiert, in Kooperation mit dem Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, die Karikatur-Ausstellung „Glänzende Aussichten – 99 Karikaturen zu Klima, Konsum und anderen Katastrophen“. Die Ausstellung ist seit diesem Dienstag (19. September) bis zum 24. Oktober im aufhof (ehemalig Galeria Karstadt Kaufhof), Schmiedestraße 5, zu sehen. Ein vielfältiges Begleitprogramm ergänzt die Exponate. Die Ausstellung ist dienstags bis sonnabends in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Karikaturen regen auf witzige Weise zum Nachdenken an
Mit 99 Karikaturen zu Themen wie Klimawandel, Konsum, Plastik, Klimagerechtigkeit und Lebensstil wagen einige von Deutschlands bekanntesten Karikaturist*innen (unter anderem aus den Publikationen „Stern“, „Der Spiegel“ und Frankfurter Allgemeine Zeitung) einen überraschend anderen Blick auf die Anforderungen unserer Zeit. Auf witzige, verblüffende und manchmal auch erschreckende Weise regen sie zum Nachdenken über die großen weltpolitischen Zusammenhänge und unser individuelles Verhalten an. Die Karikaturen der namenhaften Künstler*innen wollen augenzwinkernd und auf eine zeichnerisch direkte Weise den Zusammenhang zwischen Lebensstil und Klimaveränderung beschreiben und den Betrachter*innen ans Herz legen. Die Hoffnung ist, dass sowohl die Karikaturen als auch das Begleitprogramm uns die Realität über Themen, wie beispielsweise Klimawandel bewusstmachen. Trotz der ernsten Thematik wird man aber dank des Karikaturen-Formats herzhaft lachen oder wenigstens erheitert schmunzeln können.
„Der Stadt Hannover ist Umweltschutz ein wichtiges Anliegen, weshalb sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bevölkerung rund um Natur- und Umweltschutz zu informieren und Bildungsangebote zu machen“, sagt Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel, die die Ausstellung eröffnete. „Die in der Ausstellung gezeigten Themen sind der Stadtverwaltung sehr wichtig und sprechen ähnliche Inhalte an, die auch aktuell von uns bearbeitet werden.“
Alle Informationen über die Ausstellung und das Begleitprogramm sind unter www.hannover.de/glänzende-aussichten zu finden. Das Programm liegt zudem zur kostenlosen Mitnahme im Foyer des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün (Arndtstraße 1) aus. Die Ausstellung findet auch im Zusammenhang mit der bundesweiten „Woche der Klimaanpassung“ (18. bis 22. September) statt.
Die Karikatur-Ausstellung „Glänzende Aussichten“ ist vom MISEREOR-Hilfswerk (Erzbistum Bamberg) entliehen. Seit 1958 unterstützt MISEREOR Menschen an Orten, wo die Armut am größten ist, und setzt sich dafür ein, dass sie ihre Rechte einfordern können. www.misereor.de.
Schul- und Bildungsausschuss tagt öffentlich
Der Schul- und Bildungsausschuss tagt am Freitag, 22. September 2023, 16 Uhr, im Ratssaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2, öffentlich.
Der Jugendhilfeausschuss tagt am kommenden Montag (25. September) um 15 Uhr im Rathaus, Ratssaal, Trammplatz 2, 30159 Hannover, in öffentlicher Sitzung.
Verkehrskonzept für die zukunftsgerechte City in Hannover
HANNOVER.
Mehr Leben und Vielfalt in der Stadt, einladende Stadträume und verkehrsberuhigte Straßen, mehr Platz für spielende Kinder, Gastronomie und Kultur. Insgesamt: mehr Vielfalt und eine erhöhte Aufenthaltsqualität in der City mit Strahlkraft in die ganze Stadt und das Umland. Das ist das Ziel von Hannovers Innenstadtentwicklung. Das passende Mobilitätskonzept hat die Stadt jetzt präsentiert.
Hannover, 19.09.2023. Aus autogerecht wird zukunftsgerecht. Nachdem der Rat der Landeshauptstadt im Herbst 2022 das Konzept für die Entwicklung der Innenstadt bis 2035 verabschiedet hat, liegt nun ein integriertes und umfassendes Mobilitätskonzept vor. In Zukunft wird Hannovers Zentrum nahezu autofrei sein. Ziel ist es, in einem ersten Schritt den Kern der Innenstadt – also den Bereich zwischen Friedrichswall, Schiffgraben, Hauptbahnhof, Kurt-Schumacher-Straße und Steintor – aufzuwerten und verkehrlich umzuorganisieren und in Teilen baulich neu zu gestalten. Hierzu liegen jetzt aufeinander abgestimmte Konzepte für die verschiedenen Verkehrsträger vor, aber auch Planungen z.B. für die Schillerstraße, die Georgstraße, die Schmiedestraße, die Prinzenstraße oder die Joachimstraße. Auch für die Lange Laube sind Pläne ausgearbeitet: diese Fahrradstraße soll künftig ohne Autos funktionieren. Stellplätze für Autos im öffentlichen Raum der Innenstadt sollen weitgehend wegfallen – die Autos finden Platz in den zahlreichen Parkhäusern. All das dient dazu, Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, mehr Raum zu geben. Bis 2030 will die Stadtverwaltung das Konzept umsetzen.
Onay: „Das stärkt auch den Einzelhandelsstandort“
Oberbürgermeister Belit Onay dazu: „Die Zeit der Experimente ist vorbei. Jetzt geht es an die Umsetzung. Wir arbeiten intensiv an der Transformation der Stadt in Verbindung mit der erforderlichen Mobilitätswende. Damit beginnen wir in der City. Die Innenstadt bekommt durch die vorgestellten Maßnahmen Rückenwind für eine nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung. Wir stärken das Zentrum als resilienten Einzelhandels- und Wirtschaftsstandort – attraktive Aufenthaltsräume bekommt man im Onlinehandel nicht. Und den Menschen geben wir Planungssicherheit, was auf sie zukommt.“ Das Konzept, so der Oberbürgermeister, böte Vorteile und Lösungen für alle: die Geschäftsleute, die Bewohner*innen und all jene, die in die City kommen, um eine gute Zeit zu verbringen, ob nun zum Shoppen, für Kulturevents oder auch zum Feiern und Flanieren.
Das Leitbild einer lebenswerten Stadt mit kurzen, barrierefreien und sicheren Wegen stellt ausgehend von der bisherigen Fußgängerzone den Fußverkehr in den Mittelpunkt! Künftig soll auch über diesen Kernbereich hinaus deutlich mehr Platz zum Flanieren und für den Aufenthalt geschaffen werden. Auch der Radverkehr profitiert von dem Vorhaben, sowohl Fahr- als auch Abstellsituationen sollen deutlich verbessert werden. Lücken im Radwegenetz der Stadt werden geschlossen und auch der ÖPNV wird vom neuen Konzept profitieren – denn weniger Autoverkehr bedeutet auch weniger Staus und Wartezeiten für Busse und Bahnen. Der Zugang für mobilitätseingeschränkte Menschen zur City wird insgesamt erleichtert – etwa durch einen barrierefreien Umbau vieler Straßen und eine Erhöhung der Zahl von Behindertenstellplätzen.
Zentrum schnell, sicher und stressfrei erreichbar
Die Herausnahme von Parkflächen im öffentlichen Raum zugunsten des Fuß- und Radverkehrs oder für Stadtgrün, neu ausgezeichnete Wegeführungen sowie ein gutes Miteinander in verkehrsberuhigten Bereichen werden die Innenstadt schnell und stressfrei erreichbar machen. Für die Sicherheit gilt die Maxime der Rücksicht. Je schwächer die Verkehrsteilnehmer*innen bei geteilter Fläche sind, umso mehr muss auf diese Rücksicht genommen werden. Deswegen wird der motorisierte Verkehr künftig in angemessener Geschwindigkeit geführt, also gilt möglichst überall Tempo 20 oder maximal Tempo 30 – insbesondere dort, wo Räume von verschiedenen Verkehrsteilnehmer*innen genutzt werden. Der ÖPNV erschließt das Zentrum auch weiterhin an allen zentralen Punkten und bekommt mehr Raum für ein attraktives Angebot. Anlieferverkehr in die Innenstadt bleibt selbstverständlich weiterhin möglich, sollte jedoch deutlich stressfreier ablaufen. Denn Autos werden vom Cityring auf direktem Wege in die zentral liegenden und bislang bei weitem nicht ausgelasteten Parkhäuser geleitet und ebenso wieder zurückgeführt.
Stadtbaurat Thomas Vielhaber führt aus: „Mit unserem Konzept unterstützen wir den Wandel in der City und schlagen einen Weg ein, den auch andere europäische Städte und Metropolen derzeit gehen. Mit Blick auf die großen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Handel und Gewerbe ist unser Konzept mehr als ein wichtiges Aufbruchsignal. Die Menschen sollen ohne Probleme in die City gelangen und hier eine gute Zeit und einen angenehmeren Aufenthalt erleben können.“
Auf die Frage, ob eine autofreie City bedeute, dass es gar keinen Autoverkehr mehr in der Stadt gebe, antwortet Onay: „Autofrei heißt: Es ist kein Auto zu viel in der Stadt.“ Anlieger*innen könnten selbstverständlich weiter auf ihren privaten Stellplätzen parken. Auch Taxen kämen weiter in die Stadt, der Anlieferverkehr ohnehin. Die Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung würden sogar ausgeweitet und die Parkhäuser blieben allesamt über Stichstraßen erreichbar. „Für diejenigen, die aufs Auto angewiesen sind, wird es zukünftig leichter, in die Stadt zu kommen, weil es weniger konkurrierenden Autoverkehr gibt – aber insgesamt wird die Zahl der Stellplätze nach und nach deutlich reduziert.“
Hintergrund-Info: das Mobilitätskonzept im Detail
Weitreichende Änderungen der Verkehrsführung sind am Steintor vorgesehen. So soll die Münzstraße zukünftig für den motorisierten Individualverkehr nicht mehr befahrbar sein. Hierzu Stadtbaurat Thomas Vielhaber: „Der Platz wird durch die neue Verkehrsregelung abermals aufgewertet. Die Stadtbahn und die Busse fahren weiter wie bisher, aber Verkehrslärm wird es zukünftig kaum mehr geben. Zudem wird die Radverkehrsachse vom City-Radring in die Lange Laube hinein deutlich gestärkt. Die Aufhebung der Trennwirkung der Straßen ergänzt die anstehenden Umbauarbeiten am Steintorplatz ideal und macht die nördliche Bauzeile der Münzstraße zum neuen Platzrand.“
Ergänzend wird die Lange Laube zu einer echten Fahrradstraße. Nur noch Anlieger*innen erhalten die Möglichkeit, mit Autos zu ihren Grundstücken zu kommen. Ansonsten wird die Lange Laube mit dem Auto querbar, aber nicht mehr befahrbar sein. Parkmöglichkeiten wird es dort nicht mehr geben, sodass Konflikte zwischen Auto- und Radverkehr zukünftig hier vermieden werden.
Rund um den Hauptbahnhof wird sich die Verkehrssituation grundsätzlich ändern. Die beiden Tunnel neben dem Hauptbahnhof werden für den motorisierten Verkehr gesperrt. Der Rad- und Fußverkehr wird davon profitieren. Die List und die Innenstadt werden auf diese Weise enger miteinander verwoben. Hierzu Thomas Vielhaber: „Die Tunnel haben derzeit auf viele Menschen eine abschreckende Wirkung. Sie sind laut, teils verdreckt und schlecht beleuchtet. Genau hier setzen wir an und machen sie attraktiver.“ Dies sei insbesondere sinnvoll, da der Posttunnel künftig auch zum Umstieg der Bahnreisenden genutzt werden soll. Mit dem Auto erreichbar bleibt der Bahnhofsvorplatz über die Joachimstraße und die Kurt-Schumacher-Straße.
Wie in vielen Altstädten üblich soll der Autoverkehr hier minimiert werden. Straßenräume wie die Burgstraße, der „Goldene Winkel“ oder die Schmiedestraße in dem noch ausstehenden Bauabschnitt vor der Marktkirche sollen dann nicht mehr für Autos durchfahrbar sein. Vielhaber hebt hervor: „Unsere Absicht ist, den Autoverkehr soweit möglich aus der Altstadt herauszuhalten. Dazu wollen wir Lösungen erarbeiten, die auch für die Anwohner*innen passen.“ Zum Beispiel könnte das Parkhaus Schmiedestraße in Teilen zur Quartiersgarage umgenutzt werden.
Rund um das Kulturdreieck wird der motorisierte Individualverkehr nahezu komplett herausgenommen. Den großen Kultureinrichtungen werden Flächen für dauerhafte oder temporäre Aktionen und Gestaltungen angeboten. Dabei sehen die Planungen zur Prinzenstraße vor, ein nachhaltiges Regenwasser-Management, eine ansehnliche Baumreihe und einladende Aufenthaltsangebote umzusetzen. Die Pläne werden in Kürze vorgestellt.
Die zentrale Achse vom Kröpcke über die Georgstraße und die Straße am Georgsplatz bis zum Aegidientorplatz wird dann ausschließlich vom ÖPNV, Fuß- und Radverkehr zu nutzen sein. Die Parkhäuser an der Oper und Luisenstraße bleiben über die Theaterstraße erreichbar.
Die Karmarschstraße wird zukünftig eine andere, neue Rolle innerhalb des Stadtgefüges annehmen: als verbindendes Element zwischen den bislang getrennten Altstadtbereichen soll sie auf ganzer Länge für Fußgänger*innen querbar sein und zusätzliche Außengastronomieflächen u.a. im Bereich des Historischen Rathauses und der Markthalle bekommen. Gleichzeitig werden die städtebaulichen Planungen für den Köbelinger Markt und das alte Verwaltungsgebäude an der Leinstraße vorangetrieben. Aus einem Parkplatz wird dann ein lebendiger Platz zum Verweilen und Zusammenkommen.
Die Flächen rund um die Aegidienkirche werden verkehrsberuhigt und erhalten einen platzähnlichen Charakter. So erhält dieser zentrale Gedenkort eine angemessene Aufwertung und wird im Stadtbild präsenter.
Der Plan ist, nach Beschlussfassung schon Mitte 2024 mit den ersten Umbauarbeiten zu beginnen, voraussichtlich mit der Schillerstraße. Die Schillerstraße wird ihrer Funktion als City-Radring entsprechend umgestaltet, die Zufahrt zur Galeria-Tiefgarage bleibt erhalten, aber der momentane Rückseitencharakter der Straße wird sich deutlich verändern.
Auch wenn sich die Planungen derzeit auf den Kern der Innenstadt fokussieren, werden die angrenzenden Quartiere bereits jetzt mitgedacht. Das Odeon-Quartier wird im Rahmen der Entwicklung des Postscheckamtes neu konzipiert – die verkehrspolitischen Weichenstellungen für die City werden auch hierhin übertragen. Die Pläne für dieses impulsgebende Innenstadtquartier sollen in den kommenden Monaten vorgelegt werden. Mit Blick auf das Areal zwischen der Bahntrasse und der Berliner Allee läuft derzeit eine städtebauliche Studie an, mit der eine weitreichende Neugestaltung rund um den zentralen „Ankommpunkt“ der Stadt erreicht werden soll. Ein „hinter dem Bahnhof“ soll es dann nicht mehr geben.
Nach der grundsätzlichen Beratung und Beschlussfassung des Mobilitätskonzeptes durch den Stadtrat ist seitens der Stadtverwaltung vorgesehen, für die einzelnen Straßen und Maßnahmen weitere Untersuchungen und anschließende Detailplanungen vorzunehmen. Hierzu werden den Gremien in entsprechender Abfolge Einzeldrucksachen vorgelegt. In diesem Zuge wird es weitere Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit geben.
Oberbürgermeister Belit Onay und Stadtbaurat Thomas Vielhaber stellen die Pläne am 29.09.2023 ab 17.30 Uhr im Aufhof vor. Alle Bürger*innen sind herzlich eingeladen sich im Rahmen der Veranstaltung einzubringen.
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HANNOVER.
Neuer Inklusionsbericht vorgestellt:Stadt schafft mehr Barrierefreiheit und Angebote für Menschen mit Behinderung
Bericht erstmals in Leichter Sprache online
Der neue Inklusionsbericht der Landeshauptstadt Hannover wurde heute, 18. September 2023 im Sozialausschuss vorgestellt. Er bildet die städtischen Maßnahmen zur Barrierefreiheit in Hannover in den Jahren 2015 bis 2022 ab. Das Angebot der Schulassistenz bzw. die Bildung von Poolmodellen als Unterstützung für junge Menschen mit einer bestehenden oder einer drohenden Behinderung ist dabei das Schwerpunktthema. Der Bericht enthält darüber hinaus eine Übersicht von ausgewählten Maßnahmen zur Barrierefreiheit an städtischen Liegenschaften und Gebäuden, seit 2014 rund 320, davon allein 265 an Schulen. Es werden Entwicklungen aus den Bereichen Wohnen über Mobilität bis hin zur Bildung oder Kultur skizziert. Die wichtigsten Informationen des Inklusionsberichtes sind in Leichte Sprache übersetzt worden.
„Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch längst nicht am Ziel. Ich möchte den vielen Menschen danken, die sich haupt- und ehrenamtlich für Inklusion in unserer Stadt einsetzen – all denen, deren Leistung oft ein bisschen im Schatten, aber umso wertvoller ist, weil dadurch Teilhabe ermöglicht wird. Inklusion geschieht im Miteinander vor Ort und wir freuen uns darauf, auch künftig gemeinsam daran zu arbeiten“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns aus diesem Anlass.
Andreas Mangelsdorf, Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Hannover, ergänzt: „Inklusion funktioniert nur im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt, aber auch nur, wenn die Gesellschaft Inklusion zulässt. In den letzten Jahren hat sich im Verständnis viel verändert. Dennoch hoffe ich, dass die Selbsthilfe, die Verantwortlichen in der Verwaltung und die Politik nicht müde werden, aus dem reinen Wort ‚Inklusion‘ ein Lebensgefühl, eine Selbstverständlichkeit zu machen.“
Die Schulassistenz basiert auf einem individuellen Rechtsanspruch im Rahmen der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit einer bestehenden oder einer drohenden Behinderung. Eine Schulassistenz wird eingesetzt, wenn eine eigenständige Teilnahme am Unterricht sonst nicht möglich wäre. Beim Pool-Modell an Grundschulen handelt es sich um eine rechtskreisübergreifende (SGB VIII und SGB IX) Maßnahme, die bereits an zwei Grundschulen in Hannover (Otfried-Preußler-Schule seit 2020 und Grundschule Feldbuschwende seit 2022) etabliert wurde. Mit der Etablierung von Poolmodellen wird die sonst übliche Eins-zu-Eins-Betreuung bedarfsgerecht angepasst, das heißt die eine qualifizierte Schulbegleitung betreut zwei, drei oder im Einzelfall auch vier Kinder. Das hat viele Vorteile, die seitens der Eltern und der Kinder sehr schnell geschätzt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass eine Eins-zu-Eins-Assistenz grundsätzlich als Anspruch bestehen bleibt.
Bei den baulichen Maßnahmen geht es nicht nur um Rampen und Türbreiten, sondern auch um die Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung oder kognitiven Einschränkungen und um intelligente bauliche Lösungen, die möglichst allen Bedarfen gerecht werden. Im letzten Jahr wurde beispielsweise eine Rampe im Aula Bereich der Grundschule Am Buchholzer Grün fertiggestellt. Die abgesenkte Aula mit schwellenlos zugänglichem Bühnenbereich ermöglicht größtmögliche Flexibilität in Bezug auf Unterricht, Sport und Inklusion.
Ein Schwerpunkt, insbesondere in Kindertagesstätten und Schulen, ist die Umsetzung einer guten Akustik in den Einrichtungen. Abgesehen von allgemeinen Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik in Schulgebäuden werden hierfür z.B. Akustikdecken eingebaut; sollte dies nicht ausreichen, werden auch akustisch wirksame Wandpaneele oder Pinnwände montiert. So wurde im Jahr 2020 eine Akustikdecke am Gymnasium Käthe-Kollwitz-Schule im Neubau Interimsgebäude als Holzmodulbau eingebaut.
Ein weiteres Beispiel ist der Neubau der Grundschule Otfried-Preußler-Schule in Hannovers Südstadt, die heute aufgrund der dadurch entstandenen Barrierefreiheit und der besonderen Ausstattung für Schulkinder mit unterschiedlichen Behinderungen Inklusion lebt und weit über Hannovers Grenzen hinweg bekannt ist. Die Grundschule wurde im Jahr 2020 Hauptpreisträger Deutscher Schulpreis der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung aufgrund eines besonders innovativen inklusiven Grundverständnisses.
Der gesamte Bericht sowie die Ausgabe in Leichter Sprache steht auf hannover.de als barrierefreies PDF-Dokument zum Download unter folgendem Link bereit:
Der Inklusionsbericht der Landeshauptstadt Hannover fasst Projekte und Maßnahmen mit dem übergeordneten Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Leben und an der Bildung für alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, zusammen. Hervorgegangen ist der über neunzig Seiten starke Bericht aus der Arbeit der dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe Inklusion und der Koordinationsstelle Inklusion innerhalb der Verwaltung.
Konzertreihe Herrenhausen Barock: Eintrittskarten jetzt im Vorverkauf erhältlich
Konzertreihe in der Galerie Herrenhausen vom 16. November 2023 bis 25. Februar 2024 Â
Der Winter wird barock: 18 stimmungsvolle Konzerte präsentiert die Reihe Herrenhausen Barock vom 16. November 2023 bis 25. Februar 2024 im festlichen Galeriesaal in den Herrenhäuser Gärten. Das Programm überzeugt sowohl mit großartigen internationalen Ensembles, wie il Pomo d’Oro, Voces8 und L’Arpeggatia, als auch mit zahlreichen herausragenden Musiker*innen aus Hannover.
„Die Galerie Herrenhausen ist schon seit Zeiten Kurfürstin Sophies das Zuhause der Barockmusik. Für uns als Veranstalter, aber auch für die Künstler*innen sind die Konzerte in der historischen Spielstätte etwas ganz Besonderes“ sagt Dr. Anke Seegert, Direktorin der Herrenhäuser Gärten.
„Mit dem Programm ist es uns gelungen, höchste internationale Qualität und die herausragende Musikszene der UNESCO City of Music Hannover zusammenzubringen“, sagt Dr. Benedikt Poensgen, Intendant der Konzertreihe. „So steht etwa das Voktett Hannover zusammen mit internationalen Stars wie Voces8 sowie L’Arpeggiata auf der Bühne, das wird ein Fest für die Künstler*innen sowie das Publikum. Die Programme sind Großteils eigens für Herrenhausen konzipiert worden. Das zeigt die Bedeutung, die diese Konzertreihe für die internationale Alte-Musik-Szene inzwischen hat.“
Den Auftakt gestaltet das international gefeierte italienische Ensemble il Pomo d’Oro mit den Solisten Giovanni Sollima und Federico Guglielmo. Traditionelle Tänze aus zyprischen und arabischen Traditionen sowie mit Musik von Vivaldi laden ein zu einer Reise nach Venedig. Das berühmte britische Vokalensemble Voces8 sowie das Voktett Hannover gestalten einen Abend mit A-capella-Musik aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und dem fulminanten Händel-Werk Dixit Dominus. In der Adventszeit präsentieren der Norddeutsche Figuralchor und weitere Künstler*innen Monteverdis Marienvesper. Das komplexe Sakralwerk vereint auf eine faszinierende Weise traditionelle Kompositionstechniken mit modernen Elementen und leitet die Zeitenwende zwischen Renaissance und Frühbarock ein. Eine der gefragtesten Musiker*innen der Alte-Musik-Szene, Christina Pluhar, interpretiert mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata die bewegende Purcell-Oper Dido und Aeneas. Beim Konzert des Knabenchores Hannover erklingen ausgewählte Motetten, Kantaten und der Missa G-Dur von J.S. Bach.
Beliebte Klassiker sind auch in dieser Saison wieder dabei: Für das diesjährige Weihnachtskonzert in Herrenhausen hat die Staatsoper Hannover den Violinisten Roman Simovic als Konzertmeister engagiert, einen der weltweit führenden Violinisten. „Amore – Liebe und andere Leiden“ ist in diesem Jahr das Motto des Silvesterkonzerts der Hannoverschen Hofkapelle, dem musikalische Werke von Bach, Telemann und Händel Ausdruck verleihen. Schauspielerin und Sprecherin Alix Dudel bereichert das Programm mit Rezitationen berühmter Liebesbriefe.
Pianist Markus Becker ist gleich mit zwei Aufführungen an einem Wochenende dabei: Mit Herbert Schuch, Gülru Ensari und Josefa Schmidt sowie musica assoluta gestaltet er hochvirtuose Bach-Concerti für zwei, drei und vier Klaviere. Am darauffolgenden Abend lässt er mit Jazzmusiker Lutz Krajenski musikalische Welten aufeinandertreffen – mit spannenden und überraschenden Schnittmengen.
Zwei außergewöhnliche Schulprojekte geben herausragenden Nachwuchstalenten eine Bühne. Das Gymnasium Goetheschule mit ihrem Musikzweig setzt höfische, feierliche Musik in Kontrast zu klagenden Kompositionen, untermalt durch von den Schüler*innen eigens entworfene Texte und Lyrik. Die AES Laatzen ist mit dem vom Bund geförderten Opernprojekt „Venus & Adonis“ von John Blow unter der künstlerischen Leitung von la festa musicale zu Gast.
Nach zwei Jahren im Großen Sendesaal ist die NDR Radiophilharmonie mit ihrer Reihe Barock zurück in den Herrenhäuser Gärten. Zwei Konzerte finden unter dem Dach von Herrenhausen Barock statt und präsentieren unter anderen Werke von Bach, Vivaldi sowie das Oratorium Deborah von Georg Friedrich Händel mit dem renommierten englischen Dirigenten Nicholas McGegan und einer internationalen Solist*innen-Riege.
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird auch die Kooperation mit dem Forum Agostino Steffani fortgesetzt. Beim Eröffnungskonzert mit Starbesetzung, unter anderen Valer Sabadus sowie Kai Wessel, erklingt die einaktige Steffani-Oper „La Lotta d’Hercole con Acheloo“. Darauf folgend präsentieren Voces Suaves und Ensemble Scirocco unter der Leitung von Francesco Corti geistliche Werke Steffanis sowie selten zu hörende Werke von Zeitgenossen.
Förderung
Gefördert wird die Reihe Herrenhausen Barock von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Hannover, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der NDR Musikförderung Niedersachsen. Die Konzerte des Forum Agostino Steffani werden zudem von der Stiftung Niedersachsen gefördert.
Die Programmbroschüren liegen in den Herrenhäuser Gärten, an der VorverkaufsÂkasse im Künstlerhaus und in vielen Kultureinrichtungen Hannovers aus. Sie könÂnen auch unter der E-Mail-Adresse 46.kommunikation@hannover-stadt.de bestellt werden.
Eintrittskarten sind bei der Vorverkaufskasse im Künstlerhaus und über Eventim erhältlich. Tickets für Konzerte der NDR Reihe Barock werden über den NDR-Ticketshop verkauft.
Die Tickets beinhalten den Eintritt in den Großen Garten am VeranstalÂtungstag. Die Ticketpreise variieren je nach Konzert zwischen zehn und 50 Euro mit zahlreiÂchen Ermäßigungen.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay übernimmt eine Patenschaft für die im Iran inhaftierte Soha Mortezaei. Die Studentin und Aktivistin setzt sich für die Rechte von Frauen und für mehr Bildungsgerechtigkeit im Iran ein. Deshalb landete sie im Gefängnis. Mit der Patenschaft, die in enger Zusammenarbeit mit Aktivist*innen aus Hannover und mit Unterstützung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) entstanden ist, setzt Onay ein deutliches Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzungen des autoritären iranischen Regimes.
„Der tragische Tod von Jina Masha Amini vor einem Jahr, die im Gewahrsam der iranischen Sittenpolizei unter erschütternden Umständen ums Leben kam, rief eine Welle des Protests und der Empörung hervor. Wir gedenken diesem schmerzlichen Jahrestag und erinnern uns an Jina Masha Amini sowie an alle Menschen, die noch immer unter politischer Repression leiden. Wir müssen weiterhin unsere Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen im Iran richten. Wir dürfen nicht schweigen, während Menschen für ihre Überzeugungen und ihre Stimme inhaftiert werden. Als Oberbürgermeister fühle ich die Verantwortung, auf diese Missstände aufmerksam zu machen und Solidarität zu zeigen“, sagte Onay zu seiner Entscheidung.
Wie viele andere Aktivist*innen im Iran wurde die 33-jährige Mortezaei aufgrund ihrer friedlichen Protestaktivitäten von den Geheimdienstmilizen der Revolutionsgarde festgenommen. Bereits im Jahr 2020 wurde eine sechsjährige Haftstrafe gegen die Studentin verhängt, weil sie an den landesweiten Protesten im November 2019 teilgenommen und sich an einem Sitzstreik an der Uni Teheran beteiligt hatte, um sich für das Bildungsrecht von Frauen einzusetzen. Später wurde sie gegen Kaution freigelassen. Jetzt sollen nach Angaben des Studentengewerkschaftsrats* davon drei Jahre und acht Monate vollstreckt werden, weil sie an den Protesten im November 2022 teilnahm. Derzeit befindet sich Soha Mortezaei im Gharchak-Frauengefängnis, wo sie ihre Haftstrafe verbüßen soll. Berichten zufolge, die der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vorliegen, soll sie während ihrer Verhaftung sexuellen Misshandlungen und schweren Übergriffen durch Vernehmungsbeamte ausgesetzt worden sein. Soha Mortezaei habe dabei zahlreiche Verletzungen sowie Blutergüsse erlitten. Notwendige medizinische Versorgung war ihr vorenthalten worden.
„Ich bin zutiefst bestürzt über die außerordentliche Brutalität und Willkür, mit der das iranische Regime gegen die Menschen im eigenen Land vorgeht. Mit der Übernahme der Patenschaft ist es mein Ziel, die Öffentlichkeit auf die Umstände der Verhaftung und die unmenschlichen Haftbedingungen von Soha Mortezaei aufmerksam zu machen und für ihre Freilassung einzutreten“, erklärt der Oberbürgermeister. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen aufgrund ihrer friedlichen Proteste so behandelt werden. Ich verurteile diesen menschenverachtenden Umgang aufs Schärfste und fordere die iranischen Behörden auf, Soha Mortezaei sowie alle anderen politischen Gefangenen unverzüglich freizulassen.“, erklärt Onay.
Diese Aufforderung werde er in einem Brief direkt an die iranische Botschaft richten. Darüber hinaus werde er sich an die Außenministerin sowie an andere Regierungsvertreter*innen wenden, um verstärkt auf den Fall von Soha Mortezaei aufmerksam zu machen und ihre sofortige bedingungslose Freilassung einzufordern.
Zusätzlich dazu appelliert Oberbürgermeister Onay an hochrangige politische Persönlichkeiten und weitere Städte- und Regierungsvertreter*innen sich ebenfalls für politisch inhaftierte Personen im Iran einzusetzen. Denn gemäß den Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) können Patenschaften in vielen Fällen einen positiven Einfluss bewirken, wie etwa Erleichterungen während der Haft oder eine verbesserte Behandlung der Inhaftierten. Der Oberbürgermeister hegt die gleiche Hoffnung angesichts seiner Übernahme der politischen Patenschaft für Soha Mortezaei.
Im Rahmen dieser Patenschaft wird der Oberbürgermeister regelmäßig von der IGFM über Soha Mortezaeis aktuelle Situation unterrichtet. In enger Abstimmung mit der IGFM wird er sich öffentlich für die Belange und die Freilassung der jungen Studentin einsetzen.
Als Reaktion auf die Gewalt des autoritären iranischen Regimes gegenüber den friedlich Protestierenden im Rahmen der landesweiten Proteste dort im November vergangenen Jahres, hat der Rat der Landeshauptstadt Hannover bereits am 24. November 2022 eine Ratsresolution verabschiedet und das brutale Vorgehen des autoritären Mullah-Regimes mit aller Deutlichkeit verurteilt. Mit der Deutschen Messe AG wurde eine Vereinbarung getroffen, dass es auf keiner von der DMAG ausgerichteten Veranstaltungen bis auf weiteres einen offiziellen iranischen Länderstand oder von der iranischen Regierung organisierten Auftritt geben soll.
Patenschaft für eine politisch inhaftierte Person:
Eine Patenschaft für politisch inhaftierte Personen ist eine Form der Solidarität, bei der eine Person oder eine Gruppe eine Verbindung mit einer Person eingeht, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen oder Handlungen inhaftiert wurde. Das Ziel einer solchen Patenschaft ist es, die inhaftierte Person zu unterstützen und darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Inhaftierung ungerecht oder politisch motiviert ist. Diese Patenschaften werden in der Regel durch verschiedene Patenschaftsprogramme, wie beispielsweise durch die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“, vermittelt.
*Studentengewerkschaftsrat:
Hierbei handelt es sich um eine Student*innen-Organisation, die sich für die Interessen der Studierenden an den iranischen Universitäten einsetzt. Der „Studentengewerkschaftsrat“ wurde im Iran mit dem Ziel gegründet, die Studierenden an der Entscheidungsfindung und Planung für die Gewerkschafts-, Wohlfahrts- und Bildungsangelegenheiten der Studierenden zu beteiligen. Im Iran gibt es an jeder Universität einen „Studentengewerkschaftsrat“. Soha Mortezaei war z.B. Sekretärin des Gewerkschaftsrates an der Universität Teheran. Mit dem o.g. „Studentengewerkschaftsrat“ ist der „Studentengewerkschaftsrat des Landes“ gemeint, der über die Ereignisse an allen iranischen Universitäten berichtet.
*Internationale Gesellschaft für Menschenrechte:
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) (International Society for Human Rights, ISHR) ist eine Menschenrechtsorganisation mit Sektionen in 48 Ländern der Welt, die im Jahr 1972 in Frankfurt a.M. gegründet wurde. Die IGFM setzt sich für politische Gefangene weltweit ein. Seit dem Jahr 2009 hat sie bereits über 300 politische Patenschaften vermitteln können.
Kulturentwicklungsplan der Landeshauptstadt Hannover legt Schwerpunkt auf Diversität und schafft neue Strukturen
Hannover ist eine Einwanderungsstadt. Ein Ziel des Kulturentwicklungsplans ist, dass sich das Kulturangebot in Hannover diesen gesellschaftlichen Entwicklungen anpasst und unter der Überschrift Diversität neue Strukturen schafft.
In der heutigen (15. September) Sitzung des Kulturausschusses wurden beispielgebende Projekte vorgestellt. Darunter der Beirat „Dekolonisierendes Erinnerungskonzept“, mit dem die Erinnerungskultur ihren Fokus erweitert, der bisher insbesondere auf dem kritischen Umgang mit der NS-Geschichte liegt. Weitere Akzente setzen die Musikschule mit dem Projekt „Musik Global“, das Stadtarchiv mit dem Startschuss für ein Einwanderungsarchiv sowie das Postmig Writers Collective Hannover mit dem „Collecting Dreams Festival“.
Neuer Schwerpunkt der Musikschule mit „Musik Global“
Die städtische Musikschule hat das Selbstverständnis, mit ihren Angeboten die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft abzubilden und alle Menschen in Hannover mit einem diversen vielseitigen musikalischen Bildungsprogramm gleichermaßen anzusprechen. Dies spiegelt sich im Kollegium und bei den Schüler*innen wider. Es wurden deshalb gezielt Musiker*innen zum Beispiel aus der Ukraine, dem Iran, der Türkei, der Mongolei, Korea, China, Indonesien aber auch aus Südamerika, Osteuropa, dem orientalischen und afrikanischen Kulturraum eingestellt, die auf Instrumenten, mit Gesang oder Bewegung aus deren jeweiligem Kulturraum Musikunterricht geben. Ein Kernstück ist das Zusammenspiel über Grenzen hinweg im transkulturellen Ensemble Polypol. Flankiert wird das Aktionsprogramm „Musik Global“ durch musikalische Projekte, die zusammen mit den jeweiligen Communitys entwickelt werden. Die Musikschullehrer*innen bilden sich darüber hinaus gezielt in der Thematik der Diversität weiter und beteiligen sich aktiv am aktuellen Diskurs über Rassismus und kulturelle Aneignung.
Am 6. Oktober feiert die Musikschule ihr 70-jähriges Bestehen mit einem öffentlichen Festakt im Galeriegebäude Herrenhausen. Im musikalischen Programm mit dem Thema „Das Paradies“ wird Musik unterschiedlicher musikalischer Kulturen präsentiert, in einem Festvortrag das Thema „Kulturelle Diversität“ von Leyla Ercan reflektiert. Am 7. Oktober geht es ebenfalls in der Galerie in Herrenhausen mit einem musikalisch diversen Aktionstag weiter. Workshop-Ergebnisse aus „Musik Global“ werden im Stundentakt erklingen, alle Besucher*innen sind zu Mitmachaktionen eingeladen, wie zum Beispiel zum Kennenlernen persischer Instrumente oder zum interaktiven Konzert „Die bunten Vögel“ nach einer afrikanischen Erzählung.
Stadtarchiv startet Projekt zum Einwanderungsarchiv in Kooperation mit Universität Osnabrück
Hannover ist eine Einwanderungsstadt. Die Menschen, die aus anderen Teilen der Welt nach Hannover kamen, trugen und tragen ebenso wie deren Nachfahren erheblich zur kulturellen Vielfalt der Stadtgesellschaft bei. Auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen sind weitreichend und nachhaltig.
Das Stadtarchiv Hannover, die älteste Gedächtnisinstitution der Stadt, dokumentiert diese Entwicklung bisher vor allem in Unterlagen der Stadtverwaltung und politischer Gremien. Hier lassen sich viele grundlegende Informationen über Verwaltung und Politik gewinnen, die Vielfalt der Lebensstile und Lebenserfahrungen wird hingegen nur oberflächlich wiedergegeben.
Diese Lücke soll mit dem Aufbau eines „Einwanderungsarchivs“ geschlossen werden. Es geht darum, Dokumente und Erinnerungen von Hannoveraner*innen mit Migrationserfahrungen gezielt zu sammeln, sie zu bewahren und ihre Geschichte für Forschung und Bildung zugänglich zu machen. Das Einwanderungsarchiv ist ein Baustein des geplanten „Bürger*innenarchivs“, das im Rahmen des Kulturentwicklungsplans 2030 der Landeshauptstadt Hannover aufgebaut werden soll.
Für ein umfassendes und wissenschaftlich basiertes Vorgehen kooperiert das Stadtarchiv Hannover mit Prof. Dr. Christoph Rass, Prof. Dr. Lale Yildirim und Dr. Frank Wolff vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück . Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren.
Stadtarchiv und IMIS richten dazu eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Diese erstellt ein umfassendes Konzept, organisiert Workshops mit Expert*innen, potenziellen Schenkenden und Depositalgeber*innen, um sie dafür zu gewinnen, dem Stadtarchiv aussagekräftige historische Dokumente zu übergeben.
Die Durchführung des Projektes vor Ort übernimmt ein*e wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in, der*die insbesondere auf eine enge Vernetzung zwischen dem Archiv und Menschen mit Migrationserfahrung oder migrantisch geprägten Vereinen oder Organisationen hinwirken wird. Von zentraler Bedeutung ist es dabei, Vertrauen zu schaffen, um gemeinsam die vielfältige Geschichte Hannovers dauerhaft zu dokumentieren.
Das Postmig Writers Collective Hannover bereichert die Literaturszene
Bereits seit Sommer 2021 aktiv sind die Postmig Writers, ein Kollektiv aus Schreibenden aus Hannover und der Region in der Trägerschaft von Prisma Queer Migrants e.V. Das Kollektiv besteht aus Schriftsteller*innen, Theatermachenden, Grafic Novellist*innen und Poetry Slammer*innen von People of Color, Menschen mit Migrationserbe, Muslim*innen, Jüd*innen, aber auch insbesondere von Menschen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind.
Ein Projekt des Kollektivs ist das „Collecting Dreams Festival“, das erste postmigrantische Literaturfestival Hannovers, das am vergangenen Wochenende stattgefunden hat – mit Lesungen namhafter Autorinnen wie Kübra Gümüsay und Hadija Haruna-Oelker, und Musikbeiträgen von Musiker*innen of Color. Unter dem Motto „Your story matters to all of us“ hat das Festival angeregte Diskussionen über Diversität im Literaturbetrieb und Erinnerungskulturen in der postmigrantischen Gesellschaft angeboten. Schreib- und Awareness-Workshops sowie Erzählbühnen haben auch dem Publikum interaktive Räume geöffnet.
Hannover: Bis 2025 entstehen deutlich mehr Wohnungen als geplant
Die Landeshauptstadt Hannover übertrifft die selbstgesteckten Ziele im Wohnungsneubau. Das städtische Wohnkonzept sah den Bau von 12300 neuen Wohnungen im Zeitraum 2013 bis 2025 vor. Tatsächlich werden knapp 16000 neue Wohnungen bis 2025 fertiggestellt sein. Die Fortschreibung des Wohnkonzepts bis zum Jahr 2035 stellt Hannover nun vor neue Herausforderungen.
Den Bau neuer Wohnungen ermöglichen: Für die Stadtverwaltung ist das eine der komplexesten und dringlichsten Aufgaben. „Wir arbeiten daran mit Hochdruck und sind auf einem guten Weg“, stellt Stadtbaurat Thomas Vielhaber fest. Das Ziel des ersten, im Jahr 2013 vorgelegten Wohnkonzepts der Stadt sah vor, bis 2025 rund 12300 Wohnungen neu zu bauen. Bis dahin werden jedoch insgesamt 15900 Wohneinheiten neu gebaut sein. 8600 sind bereits realisiert, 7300 befinden sich im Bau oder kurz vor dem Baubeginn.
Unterdessen hat die Stadt das Wohnkonzept bis 2035 fortgeschrieben und der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt. Demnach müssen im Zeitraum 2025 bis 2035 in Hannover 16800 neue Wohnungen gebaut werden. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Stadt beim ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung (Hamburg) in Auftrag gegeben hat.
„Anpassungen in der wohnungspolitischen Strategie sind erforderlich“, begründet der Stadtbaurat die Fortschreibung. Die Gründe: Hannover ist eine wachsende Stadt. Die Zahl der Einwohner*innen ist stark gestiegen. Der Wohnungsbestand muss für eine alternde Bevölkerung angepasst werden. Auch der Klimawandel bringt wohnbauliche Herausforderungen mit sich – es geht darum, klimagerecht zu bauen.
Die Stadt ermittelt nun, welche Flächen für Neubaugebiete zur Verfügung stehen. Laut dem ALP-Gutachten gibt es stadtweit ein Flächen-Potenzial für rund 12000 neue Wohneinheiten im Zeitraum bis 2035. Sofort verfügbar sind demnach beispielsweise Flächen an der Fuhsestraße oder im Eco-Village. Weitere Flächen liegen etwa im zweiten Bauabschnitt der Wasserstadt, nördlich der Lange-Feld-Straße oder im Bereich der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne.
Der Ausbau von Dachgeschossen böte weitere Möglichkeiten, ebenso der Abriss von Altbauten, die durch dichtere Wohnbebauung ersetzt werden können.
Klar ist: Auch wenn die Stadt ihre Hausaufgaben erledigt, bleibt es eine schwierige Aufgabe, Wohnraum zu schaffen. Stadtbaurat Vielhaber verweist auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und in der Bauwirtschaft. Höhere Bau- und Energiekosten, Fachkräftemangel in den Baufirmen, die Auswirkungen der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine, steigende Zinsen und Inflation sind Faktoren, die den Wohnungsbau bremsen können. Umso wichtiger sei es, der Wohnungsbranche ausreichend Flächen anbieten zu können, sagt Thorsten Warnecke, Fachbereichsleiter Planen und Stadtentwicklung. Die Unwägbarkeiten bei der Umsetzbarkeit von Vorhaben erforderten genügend Flächenreserven, um die für 2035 gesetzten Ziele im Wohnungsbau tatsächlich zu erreichen.
Stadt richtet Notfallsprechstunde für Wohnungslose ein
Ab heute, 15. September werden die bisherigen Öffnungszeiten des städtischen Fachbereichs „Wohnen und Leben in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen“ um eine Notfallsprechstunde für wohnungslose Menschen erweitert.
Um zu verhindern, dass wohnungslose Menschen über das Wochenende keinen Schlafplatz zur Verfügung haben, findet die Notfallsprechstunde ab sofort jeden Freitag von 9.00 Uhr bis 10.30 Uhr in der Leinstraße 14 statt. Die Notfallsprechstunde ist für Personen gedacht, die akut von Obdachlosigkeit betroffen sind. Wie auch zu den regulären Sprechzeiten kann dann unmittelbar eine Zuweisung in einer der städtischen Unterkünfte erfolgen. Die Unterkunft wird nach Geschlecht (je nachdem, ob Männer, Frauen oder Familien vorsprechen), besonderen Herausforderungen, beispielsweise dem Erfordernis der Barrierefreiheit und der Verfügbarkeit an freien Plätzen ausgewählt. Eine vorige Terminvereinbarung ist nicht nötig. Anliegen wie Umzugswünsche und Gebührenfragen werden in diesem Rahmen nicht bearbeitet, sondern auf die weiteren Öffnungszeiten verwiesen.
Die neuen Öffnungszeiten des städtischen Fachbereichs „Wohnen und Leben in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen“:
Montags: 09:00 – 11:30 Uhr
Dienstags: 15:00 – 17:00 Uhr
Donnerstags: 09:00 – 11:30 Uhr
Freitags (für Notfälle): 09:00 – 10:30 Uhr
Landeshauptstadt Hannover setzt Beirat für ein dekolonisierendes Erinnerungskonzept ein
Hannover geht einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden dekolonisierenden Erinnerungskonzept. Die politischen Gremien der Landeshauptstadt Hannover werden über die Besetzung eines Beirates für diese Aufgabe entscheiden.
Ende April dieses Jahres hatten die Ratsgremien beschlossen, dass ein Beirat eingerichtet werden soll, der die Verbindungen der Stadt Hannover zur Kolonialgeschichte und deren bis heute reichende Auswirkungen aufarbeitet, deren Zeichen in der Stadt hinterfragt und Handlungsempfehlungen benennt. Das ZeitZentrum Zivilcourage hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt und eine Vorschlagsliste der künftigen Mitglieder des Beirates erarbeitet.
Der Beirat wird – vorbehaltlich des noch ausstehenden Beschlusses des Verwaltungsvorschlags – lokale und überregionale Expertise vereinen. Die künftigen Mitglieder haben Kompetenzen im Bereich der Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen, der Provenienzforschung sowie der dekolonisierenden Erinnerungskultur, aber auch in den Handlungsfeldern Rassismus, Empowerment und Teilhabe. Von zentraler Bedeutung ist die vorgesehene Einbindung von Menschen der Zivilgesellschaft, die sich intensiv für das Thema engagieren.
Neben historischen Fragestellungen und dem Umgang mit den Spuren des Kolonialismus im Stadtbild wird der Beirat auch die heute noch spürbaren gesellschaftlichen Folgen der Zeit des Kolonialismus thematisieren. Es gilt, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass viele Lebensbereiche noch heute Bezüge zum Kolonialismus aufweisen. Der verbreitete Alltagsrassismus ist dafür ein zentraler Beleg. Aber auch weltweite Wirtschafts- und Handelsstrukturen, Schwerpunktsetzungen in Politik und Medien oder die unterschiedliche Betroffenheit der Weltregionen von den Folgen der Klimakatastrophe sind dafür Beispiele. Zentrale gegenwärtige politische Probleme sind nur dann umfassend zu verstehen und zu bearbeiten, wenn man die Geschichte des Kolonialismus und ihre nachhaltigen Folgen kennt.
Oberbürgermeister Belit Onay betrachtet die Einsetzung des Beirates als Meilenstein: „Ein dekolonisierendes Erinnerungskonzept ist nicht nur für die BPoC-Community in unserer Stadt bedeutend, es ist auch zentral für eine demokratische Gesellschaft, in der gleichberechtigte Teilhabe und Vielfalt hohe Bedeutung haben.“
Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf hebt die Bedeutung des nun begonnenen Prozesses hervor: „Eine plurale und diverse Stadt muss sich intensiv mit ihrem kolonialen Erbe beschäftigen, das bis heute prägend wirkt. Der Beirat wird uns in dieser Hinsicht wichtige Impulse geben.“
Die Städtische Erinnerungskultur wird die Arbeit des Beirats begleiten und ab dem 1. Oktober 2023 Brenda Davina als wissenschaftliche Koordinatorin „Koloniales Erbe“ für die Bearbeitung dieses Themenfelds einsetzen. Die Kultur- und Bildungswissenschaftlerin Brenda Davina verfügt über langjährige und vielfältige Erfahrung in der Bildungsarbeit sowie der ehrenamtlichen Arbeit in den Vereinen Afrosources und Future of Ghana Germany.
Erfreuliche Entwicklung bei den Schwimmkursen
In diesem Jahr haben bereits 661 Kinder in städtischen Bädern Schwimmen gelernt. Bis zum 20. August waren das 160 Kinder mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die meisten Kurse wurden im Stadionbad durchgeführt (237), gefolgt vom Nord-Ost-Bad (163) und dem Vahrenwalder Bad (96).
Darüber hinaus haben auch 26 Erwachse das Schwimmen erlernt. In dieser Saison wurde im Ricklinger Bad auch ein Projekt für Kinder und Frauen mit dem Quartiersmanagement Mühlenberg durchgeführt, 15 Kinder und 6 Frauen haben sich daran beteiligt (in der Gesamtzahl enthalten).
Premierenlesung mit Thorsten Sueße in der Stadtbibliothek Hannover: „Ein Mord ist nicht genug“
Der Autor Thorsten Sueße liest am Dienstag, 19. September, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, erstmals aus seinem Kriminalroman „Ein Mord ist nicht genug“. Der Eintritt kostet acht Euro, mit Hannover-Aktiv-Pass ist er kostenlos. Karten gibt es an der Abendkasse.
Zum Autor
Dr. med. Thorsten Sueße, geboren 1959, wohnt mit seiner Frau im Umland von Hannover. Seit vielen Jahren schreibt er Kriminalromane, in denen er großen Wert auf die anschauliche Darstellung des psychologischen Täterprofils legt – und das nicht ohne Grund. Thorsten Sueße weiß, worüber er schreibt. Er ist – genauso wie seine Romanfigur Dr. Mark Seifert – Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, leitet den Sozialpsychiatrischen Dienst der Region Hannover und hat früher Personen wegen begangener Gewalttaten auf ihre Schuldfähigkeit begutachtet. Bei der Darstellung der Handlung seiner Kriminalromane orientiert er sich an seinem eigenen Arbeitsalltag, der durch eine regelmäßige Zusammenarbeit mit der Polizei Hannover geprägt ist. Daneben betätigt er sich als Schauspieler, hauptsächlich im Bereich Theater, hat aber auch Sprechrollen in Film- und Fernsehproduktionen.
Konzert zum Weltkindertag im Kinderwald
Anlässlich des Weltkindertags wird am Sonnabend, 23. September, von 14 bis 17 Uhr für eine gerechte und lebenswerte Zukunft für alle Kinder und Jugendlichen gesungen und getanzt. Die Kinderwaldchöre unter der Leitung von Katja Arff werden unterstützt durch Unmada Manfred Kindel und weiteren musikalischen Gästen, dies sind unter anderem Chris von Jeremys Jukebox und Christian Kruse von Figurentheater Neumond. Clown Fidolo ist mit seiner wunderbaren Mitmachshow ebenso dabei wie der Kinderwald-Kooperationspartner „Hannover summt!“.
Treffpunkt ist das Amphitheater im Kinderwald. Für Kaffee, Kuchen und kalte Getränke ist gesorgt. Besucher*innen werden gebeten, eigene Trinkbecher mitzubringen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Der Kinderwald ist wie folgt zu erreichen: Stadtbahnlinie 6 bis Endstation Nordhafen, von dort aus zu Fuß durch den Mecklenheider Forst (circa 25 Minuten); oder Buslinie 490/491, Haltestelle Hansastraße, von dort aus zu Fuß zum Kinderwald (circa 15 Minuten).
Der Plenarsaal – Herzstück der parlamentarischen Demokratie
HANNOVER. Der Plenarsaal im Leineschloss in Hannover, dem Sitz des Niedersächsischen Landtages (seit 1962), ist das Herzstück der parlamentarischen Demokratie in Niedersachsen. Auf 690 m² finden bis zu 160 Landtagsabgeordnete*, 12 Regierungsmitglieder, 30 Medienschaffende sowie 260 BesucherInnen Platz. Zu den markantesten Merkmalen des Plenarbereichs zählen seine Offenheit, Funktionalität und Transparenz. Eine 27 Meter breite und 7,5 Meter hohe Innenfassade aus Glas trennt den Plenarsaal von der einladenden Portikushalle. Die Eingangshalle ist für die Öffentlichkeit die gesamte Woche von 9:00 Uhr bis 20:00 Uhr zugänglich. Sie bietet reichlich Platz für Veranstaltungen und Ausstellungen. Am Sonnabend den 16. September war, am Tag des offenen Penarsaals, derselbe auch für alle interessierten BesucherInnen geöffnet. LandtagsmitarbeiterInnen gaben Auskünfte zu zahlreichen Fragen, die an sie herangetragen wurden. Und auch mit der Präsidentin des Landtages Hanna Naber und den fünf Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten konnten die BesucherInnen ins Gespräch kommen.
* Die für den Niedersächsischen Landtag im Landeswahlgesetz festgelegte Mindestzahl liegt bei 135 Abgeordneten. Derzeit besteht der Landtag aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten aus 146 Mitgliedern. Danach verteilen sich die Sitze der Fraktionen auf die im Landtag vertretenen Parteien wie folgt: SPD 57 Sitze, CDU 47 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 24 Sitze und AfD 18 Sitze.
Umweltgruppen, Kirchen und Gewerkschaften sind mit dabei
HANNOVER. Die Klimabewegung „Fridays for Future“ (FFF) hat am Freitag den 15. September wieder weltweit für mehr Klimaschutz protestiert. In Niedersachsen gab es in 32 Städten mehr oder weniger große Demonstrationen, die größte Kundgebung fand in Hannover statt. Nach VeranstalterInnenangaben beteiligten sich etwa 6.000 Menschen an der Demonstration, nach Polizeiangaben sollen es etwa 3.300 Teilnehmende gewesen sein. Es beteiligten sich nicht nur junge Menschen wie SchülerInnen und Studentinnen/Studenten an dem Protest, sondern auch zahlreiche ältere Menschen bis hin zu den „Omas gegen Rechts“. Und es waren nicht nur Umweltgruppen die mehr Klima- und Umweltschutz und insbesondere auch eine Verkehrswende mit einer Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs forderten, sondern auch kirchliche Gruppen und Gewerkschaftmitglieder z.B. von ver.di, die sich diesen Forderungen anschlossen. Nach der Kundgebung auf dem Opernplatz führte die Demonstration über den Aegi am Rathaus vorbei am Leibnizufer entlang zum Königsworther Platz und von dort vorbei an der Christus-Kirche in die Nordstadt. Dort fand auf der Kreuzung von Engelbosteler Damm und An der Lutherkirche bzw. Kopernikusstraße die Abschlußkundgebung mit Musik- und Redebeiträgen statt.
NÜRNBERG. In der Galerie Mensing in der Kaiserstraße 36 in Nürnberg treffen Kunstliebhaber auf eine einzigartige Welt der Kunst. Das außergewöhnliche Geschäftshaus, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Architekt Heinrich Wallraff in einer gelungenen Mischung aus Historismus und Vormoderne geschaffen wurde, ist ein geschütztes Baudenkmal und beherbergt nun die derzeit schönste und größte Mensing-Galerie. Auf über 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche in stilvollem Ambiente können hier die größten Kunstwerke der gegenständlichen Malerei, der Klassischen Moderne sowie der führenden Künstler der internationalen Pop-Art bewundert werden. Seit einem Jahr gibt es diese Galerie und ist von der unerwarteten Resonanz überrascht worden. Aus diesem Grund und als „Dankeschön“ hat die Galerie zu einem ART-BRUNCH zusammen mit TOM BOSTON für kommenden Sonntag in ihre Räumlichkeiten eingeladen. Am verkaufsoffenen Sonntag können dort (angemeldete! BesucherInnen) in einer Sonderausstellung „DIAMONDS OF ART“ weitere spektakuläre Werke von MR. BRAINWASH, CRAIG ALAN, Patrick RUBINSTEIN, LUIGI ROCCA oder BRAM REUNDERS entdecken.
Die Velo-Route in Wülfel war wieder einmal Gegenstand der Diskussionen im Stadtbezirksrat.
HANNOVER. Viele Bürger aus Wülfel haben den örtlichen SPD-Politikern berichtet, dass es infolge der Velo-Route immer wieder zu Staus auf der Hildesheimer Straße kommt. Diese seien so schlimm, dass selbst Rettungswagen nicht mehr durchkämen und es auch zu Behinderungen des ÖPNV kommen soll. Die Sozialdemokraten griffen das Thema auf und fragten in der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel (14. September) nach, welche Maßnahmen die Verwaltung ergreifen gedenkt, um das ungehinderte Passieren von RTWs und des ÖPNV auf diesem Teil der Hildesheimer Straße zu ermöglichen.
Die Antwort lautet: keine. Der Verwaltung sei keine „unzumutbare Staubildung“ auf der Hildesheimer Straße bekanntgeworden. Eine Evaluation habe die Maßnahmen zur Velo-Route als Erfolg gemeldet, die Maßnahmen sollen deshalb verstetigt werden.
„Was ideologisch nicht sein darf, das ist auch nicht da. Und wenn die Wirklichkeit doch anders ist – umso schlimmer für die Tatsachen“ seufzte der Fraktionsvorsitzender der SPD bei dieser Antwort.
Während die Verwaltungsstellungnahme bei CDU und SPD Kopfschütteln hervorrief, sah Sebastian Hoff von den Grünen in der Anfrage eine Attacke gegen Ratsbeschlüsse. Die Bezirksratsfraktion der SPD habe gefälligst sich den Ansichten der Mehrheit im hannoverschen Rat anzuschließen, hielt er den Sozialdemokraten vor. Daraufhin Vize-Bürgermeisterin Gabi Jakob (CDU) empört: „Wir sind von den Bürgern im Stadtbezirk gewählt und haben hier die Interessen unserer Bürger zu vertreten.“
Viel Informationsbedarf: Einstimmig beschloss der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel zwei Anträge der Sozialdemokraten. Zum einen soll eine Anhörung zum Thema „Kommunale Wärmeplanung“ im Stadtbezirk Döhren-Wülfel durchgeführt werden. Willi Lindenberg (SPD): „Die Umstellung der Wärmeversorgung hat viele Einwohner des Stadtbezirks Döhren-Wülfel verunsichert. Ziel dieser Anhörung soll es daher sein, Klarheit über die Wärmeplanung im Stadtbezirk zu erlangen.“ Daneben beantragte die SPD, dass die Stadtverwaltung die sogenannte Starkregenhinweiskarte im Stadtbezirksrat der Öffentlichkeit vorstellt und erläutert.
Die SPD möchte gern, dass die Stadt die Region Hannover auffordert, etwa in Höhe des Karl-Schurz-Weges eine weitere Stadtbahnhaltestelle einzurichten. „Die Fußwege zu den bestehenden Haltestellen „Am Mittelfelde“ und „Messe Nord“ sind unverhältnismäßig lang. Platz wäre im genannten Bereich durchaus für den Bau einer weiteren Haltestelle. Gerade im Hinblick auf die neu entstehenden Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Spittaschule sollte hier das ÖPNV-Angebot attraktiver werden“, heißt es zur Begründung. Eine Entscheidung über diesen Antrag wurde noch nicht getroffen. Die CDU hat noch Beratungsbedarf und bat um Vertagung.
„Wann ergreift die LHH effektivere Maßnahmen, um das Problem der ordnungswidrig abgestellten E-Scooter in den Griff zu bekommen?“, wollte die SPD-Fraktion in einer weiteren Anfrage wissen. Die Antwort aus dem Rathaus war wenig befriedigend. Die Verwaltung strebe an, weitere Regelungen auf den Weg zu bringen, um Konflikte mit E-Rollern zu vermeiden. Die Vorarbeiten dazu würden nun beginnen und sollen im Lauf des Jahres 2024 abgeschlossen werden.
Die Drehwippe auf dem Spielplatz an der Suthwiesenstraße wurde abgebaut und wird, so Anja Schollmeyer, „seitdem von den Kindern vermisst.“ „Es besteht ein Ersatzbedarf um die Attraktivität des Spielplatzes und das Angebot für die Kinder zu erhalten“, sagte sie und erkundigte sich danach, warum hier nichts geschehe.
Die Antwort: Die Drehwippe kommt zwar wieder. Doch voraussichtlich werden die Arbeiten erst in der zweiten Jahreshälfte 2024 erfolgen. Bis dahin müssen sich die Kinder also gedulden.