Sogar am Maschsee-Westufer stehen Teile der Grünanlagen unter Wasser
HANNOVER. Angst vor den Fluten? Noch ist Hannover beim Hochwasser gut weggekommen. Doch die Leine strömt durch ein prallgefülltes Flussbett. In der Leineaue heißt es bereits zum Teil „Land unter“ und selbst am Maschsee bekommen Spaziergänger, die über Wiesen gehen, nasse Füße.
Das Leinebett ist gut gefüllt.Sogar am Maschsee-Westufer stehen Teile der Grünanlagen unter Wasser
HANNOVER. In der zurückliegenden Silvesternacht waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sehr stark gefordert. Neben dem Einsatz bei einem Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Schulenburger Landstraße (Stadtreporter berichete) rückten die hannoverschen Brandschützer in der Silvesternacht zwischen 18:00 Uhr und 06:00 Uhr zu 188 weiteren Brandeinsätzen und und 15 technischen Hilfeleistungen aus. Damit lag das Einsatzaufkommen bei den Brandeinsätzen etwas höher als im Vorjahr. Zudem wurde ein Feuerwehrangehöriger durch Feuerwerkskörper verletzt. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten sich durch zusätzliches Personal in der Regionsleitstelle und eine erhöhte Anzahl von fest besetzten Einsatzfahrzeugen gut auf das erhöhte Einsatzaufkommen in der Silvesternacht vorbereitet. In einer Pressemitteilung gab die Feuerwehr weiter folgende Informationen – auszugsweise -: „Bei den Brandeinsätzen mussten die Einsatzkräfte überwiegend brennende Müllbehälter, Papiercontainer, Hecken und Büsche löschen, die vermutlich durch Feuerwerkskörper entzündet worden waren. Mehrere Brände auf Balkonen bzw. unmittelbar an Gebäuden sowie brennende Schuppen waren ebenfalls zu verzeichnen. Einsatzkräfte konnten alle Feuer schnell löschen und dadurch größere Sachschäden vermeiden. Bereits gegen 21 Uhr wurden bei einem der Papiercontainerbrände die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Buchholz mutwillig mit Feuerwerkskörpern beworfen, wobei ein Feuerwehrangehöriger verletzt und in eine Klinik transportiert wurde. Im weiteren Verlauf der Silvesternacht wurden vorrangig an zwei Stellen im Stadtgebiet die Einsatzkräfte gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen. In diesen Bereichen konnten die Einsätze teilweise nur mit Polizeibegleitung abgearbeitet werden. Zusätzlich zu den o.g. Brandeinsätzen lösten automatische Brandmeldeanlagen in besonders geschützten Objekten Alarm aus. Hier war Brandrauch von abgebranntem Feuerwerk in die Gebäude eingedrungen und von den Rauchmeldern detektiert worden.“… „Mit 189 Einsätzen waren es etwas mehr Brände als im Vorjahr (2022/2023= 168). Im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie ist zudem ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (2019/2020= 112).
Der Rettungsdienst musste in den Notfalleinsätzen der Silvesternacht vielfach bei Alkoholvergiftungen und Verletzungen nach Stürzen oder Auseinandersetzungen von Personen qualifizierte Hilfe leisten. Leider waren auch wieder vereinzelte Verletzungen nach dem unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu versorgen. Mit 177 Einsätzen des Rettungsdienstes ereigneten sich etwas weniger Notfälle als im Vorjahr (2022/2023= 192).Feuerwehr und Rettungsdienst hatten sich, wie auch in den vergangenen Jahren, durch zusätzliches Personal in der Regionsleitstelle und eine erhöhte Anzahl von fest besetzten Einsatzfahrzeugen gut auf das erhöhte Einsatzaufkommen in der Silvesternacht vorbereitet. An 13 Standorten der Freiwilligen Feuerwehr besetzten rund 160 ehrenamtliche Einsatzkräfte zwischen 18:00 Uhr am Silvesterabend und 06:00 Uhr am Neujahrsmorgen ihre Löschfahrzeuge. Insgesamt waren in dieser Nacht 50 Einsatzfahrzeuge fest mit Personal besetzt. Die Berufsfeuerwehr stellte zusammen mit den Hilfsorganisationen 13 zusätzliche Rettungsmittel für die Notfallrettung bereit und war somit gut vorbereitet. Die Regionsleitstelle disponierte in der Silvesternacht von 18:00 bis 06:00 Uhr insgesamt 969 Einsätze in der gesamten Region Hannover. Dies ist etwas mehr als im Vorjahr (2022/2023= 920). Außerhalb der Landeshauptstadt mussten die Feuerwehren in der Region zu 111 Brandeinsätzen ausrücken. Zusätzliches Personal fragte die große Zahl an Notrufen über den Feuerwehrruf 112 ab und alarmierte die notwendigen Einsatzmittel.
Zusätzlich zum silvesterbedingten Einsatzgeschehen und den damit verbundenen Vorkehrungen blieb der Einsatzstab für das nach wie vor bestehende Hochwasser in der Silvesternacht in Rufbereitschaft. Ebenso wurden im Laufe des 31.12.2023 die festgelegten Kontrollpunkte im Vierstundentakt bis in die Abendstunden überprüft.“
HANNOVER. Die Schulenburger Landstraße scheint sich zu einem Schwerpunkt für Feuerwehreinsätze zu entwickeln. Im Jahr 2023 kam es am Karfreitag in der Schulenburger Landstraße im Bereich Hainholz zu einem Wohnungsbrand und im Bereich Vinnhorst musste am 02.12. ein Wohnungsbrand in der Schulenburger Landstraße gelöscht werden. Am 30.12. ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall auf der Schulenburger Landstraße in Höhe der Friedenauer Straße. Nun mußte die Feuerwehr am frühen Morgen des Neujahrtages 2024 schon wieder in die Schulenburger Landstraße ausrücken. Nur wenige Meter entfernt von der Stelle an der sich der Verkehrsunfall ereignet hatte, war es nun in einem Mehrfamilienhaus zu einem Dachstuhlbrand gekommen. Hier hatte sich das Dach im Bereich der Dachrinne entzündet. Um den Brand löschen zu können, musste die Dachhaut durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr geöffnet werden. Der Dachbereich wurde zudem von innen durch Einsatzkräfte unter Atemschutz kontrolliert. Es kam auch eine Feuerwehrdrohne zum Einsatz. Unmittelbar unterhalb des Daches befanden sich ausschließlich Lagerräume, sodass die darunter befindlichen Wohnungen nicht beeinträchtigt wurden. Nach circa eineinhalb Stunden konnten die HausbewohnerInnen wieder in Ihre Wohnungen zurückkehren. Angaben zur Höhe des entandenen Sachschadens und zur Brandursache liegen nicht vor. Die Schulenburger Landstraße war während des Feuerwehreinsatzes stadtauswärts für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Vier Fahrzeuge beteiligt – vier Personen leicht verletzt
HANNOVER. Um 20:20 Uhr am Samstagabend (30.12.) wurde der Regionsleitstelle ein Verkehrsunfall auf der Schulenburger Landstraße in Höhe der Friedenauer Straße gemeldet. Daraufhin wurden drei Wagen des Rettungsdienstes, ein Notarzt, Kräfte von Berufsfeuerwehr und der Ortsfeuerwehr (Freiwillige Feuerwehr) Vinnhorst an den Unfallort geschickt. Bei dem Unfall hatte sich ein Mercedesfahrer (m. 29) mit seinem Auto überschlagen und war auf dem Dach liegengeblieben. Ein weiterer Nissan-PKW, besetzt mit drei Personen (m. 20, m. 30 und w. 29), wurde durch den Unfall stark beschädigt und blieb mittig auf der Straße stehen. Zwei am Fahrbahnrand abgestellte PKW wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Trotz massiver Zerstörungen an beiden beteiligten PKW wurden alle Fahrzeuginsassen glücklicherweise nur leicht verletzt. Die 29-jährige Beifahrerin des Nissan wurde in ein Krankenhaus transportiert. Die übrigen Betroffenen lehnten einen Transport ab. Die Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle ab und leuchtete sie aus. Der Brandschutz wurde sichergestellt und die Fahrzeugbatterien abgeklemmt. Für den Zeitraum der Unfallaufnahme und die Versorgung der Betroffenen wurde die Schulenburger Landstraße stadtauswärts gesperrt. Die Unfallursache sowie die Schadenhöhe sind unklar. 12 Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit rund 45 Einsatzkräften bis um 21:00 Uhr vor Ort.
Informationen der Feuerwehr zur Hochwasserlage in Hannover
HANNOVER. Am 30.12. gab die Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover folgende Informationen und Hinweise zur Hochwasserlage:
Auf Grund der über Nacht weiter gefallenen Pegel hat sich die Hochwasserlage in Hannover etwas entspannt. Eine vollständige Entwarnung bedeutet dies jedoch nicht. Trotz der aktuell im Stadtgebiet von Hannover gesunkenen Pegel von Leine und Ihme besteht noch immer kein Grund, die getroffenen Einsatzmaßnahmen zurückzunehmen. Die Pegel stehen immer noch deutlich über der Meldestufe drei (Überschwemmung größerer Flächen und Überschwemmung einzelner Grundstücke, Straßen und Keller sind möglich) des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Es laufen auch weiterhin intensive Kontrollfahrten an besonderen Punkten im Stadtgebiet. Auch die verbauten mobilen Hochwasserschutzsysteme werden engmaschig durch die Feuerwehr überprüft. Die Einsatzbereitschaft von Personal und Material für einen kurzfristigen Einsatz ist auch weiterhin gegeben.
Auch weiterhin gilt:
Fahren Sie auf gar keinen Fall in gesperrte Straßen oder Bereiche ein! Beim Befahren eines Hochwassergebietes besteht Lebensgefahr für Sie und die Einsatzkräfte, die dann zu ihrer Rettung ausrücken müssen.
Betreten Sie keine Deichanlagen oder vergleichbare Einrichtungen, die dem Hochwasserschutz dienen. Das Betreten von Deichkronen kann den Deich schwächen.
HANNOVER. Neben den zahlreichen hochwasserbedinten Einsätze in den letzten Tagen mußte die Feuerwehr auch zu anderen “normalen” Einsätzen ausrücken. So kam am Donnerstagmittag (28.12.) auf der Eisenbahnstrecke in Höhe der Unterführung der Lange-Feld-Straße ein ICE aufgrund eines Oberleitungsschadens zum Stehen. Gegen 11:30 Uhr lief der Notruf bei der Regionsleitstelle Hannover ein, welche umgehend einen Löschzug zur Einsatzstelle alarmierte. Vor Ort wurde in Zusammenarbeit mit dem Notfallmanager der deutschen Bahn entschieden, dass die Feuerwehr bei der Evakuierung der Fahrgäste des ICE zu unterstützend tätig wird. Hierfür wurde die Freiwillige Feuerwehr Kirchrode nachgefordert. Die etwa 250 Fahrgäste des ICE konnten teils zu Fuß über eine Treppe den Bahndamm heruntergeführt werden, teils wurden sie mit mit Hilfe einer Drehleiter vom Bahndamm heruntergeholt. Im Anschluss beförderte ein eingerichteter Schienenersatzverkehr die Fahrgäste weiter. Nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen wurde die Einsatzstelle der Deutschen Bahn übergeben. Insgesamt waren etwa 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Hannover sowie der Polizei im Einsatz.
Am Donnerstagabend wurde die Feuerwehr dann zu einem gemeldeten Balkonbrand in Vahrenheide alarmiert. Gegen 20:15 Uhr wurde der Regionsleitstelle ein Feuer im Sahlkamp gemeldet. Aus bisher ungeklärter Ursache war auf einem Balkon im vierten Obergeschoss eines viergeschossigen Mehrfamilienhauses ein Feuer ausgebrochen, welches sich schnell zu einem Vollbrand des betroffenen Balkons entwickelte. Die betroffene Wohnung wurde verqualmt, jedoch vom Feuer verschont. Aufgrund der Brandintensität griffen die Flammen jedoch auf den Dachstuhl über. Die Brandbekämpfer der Feuerwehr leiteten umgehend die Brandbekämpfung von außen sowie mit mehreren Trupps im Inneren des Gebäudes ein und konnten somit eine weitere Ausbreitung im Dachbereich gezielt verhindern. Die Bewohner des betroffenen Gebäudebereiches hatten sich glücklicherweise bereits vor Eintreffen der Feuerwehr ins Freie retten können. Durch die aufwändige Brandbekämpfung im Dachbereich dauerte der Einsatz noch bis etwa 23:00 Uhr. Angaben zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen nicht vor. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen. Im Einsatz waren etwa 35 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Vinnhorst, dem Rettungsdienst sowie der Polizei
Suche nach möglicherweise Verunglückten ergebnislos abgebrochen
HANNOVER. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover sieht sich veranlasst erneut auf die Einhaltung der allgemeinen Verhaltensmaßnahmen bei Hochwasser hinzuweisen. Einer der Gründe: heute um 12:40 Uhr gingen bei der Feuerwehr Hannover Notrufe zu einem mutmaßlich gekenterten Kanu auf der überfluteten Leine im Bereich des Stockhardtwegs in Limmer ein. Zeugen hatten hier zwei Kanuten gesichtet, die kurz danach nicht mehr erkennbar waren. Vor Ort eingetroffenen Einsatzkräften der Feuerwehr wurde die gemeldete Lage von Passanten/Passantinnen bestätigt. Es war unklar, ob die Personen möglicherweise bereits selbstständig die Wasserflächen verlassen hatten. Rund zwei Dutzend Einsatzkräfte der Feuerwehr, darunter auch Spezialkräfte für die Wasserrettung, suchten mit Drohnen, Schlauchbooten und per Fuß nach den mutmaßlich Vermissten. Trotz der umfangreichen Suchmaßnahmen konnten die beiden vermissten Kanuten nicht gefunden werden. Aufgrund dessen wurde die Suche gegen 14:30 Uhr eingestellt und die Einsatzstelle der Polizei übergeben. Solche Einsätze sind häufig mit erheblichen Gefahren für die Einsatzkräfte verbunden. Die wegen des Hochwassers gesperrten Gebiete dürfen daher auf keinen Fall befahren oder betreten werden. Hier herrscht Lebensgefahr für die Betretenden und für die im Notfall agierenden Einsatzkräfte. Von der Feuerwehr wurde festgestellt, dass verschiedentlich Absperrungen ins Hochwassergebiet beiseite gerückt und durchfahren werden. An anderen Stellen werden Hochwasserschutzsysteme betreten oder überquert. Hierbei kann es zur Beschädigung solcher Systeme kommen, weshalb diese im Falle eines Falles ausfallen können. Das Betreten entsprechender Deichanlagen oder Schutzsysteme ist daher unbedingt zu unterlassen. Im Übrigen gibt die Feuerwehr folgendes Update zur Hochwasserlage in Hannover: Trotz aktuell stagnierender Pegelstände ist die Hochwasserlage in der Landeshauptstadt weiterhin angespannt. Die Feuerwehr beobachtet die Lage engmaschig und trifft weiter Vorbereitungen um auf Lageveränderungen kurzfristig reagieren zu können. Aufrechterhalten bleiben die allgemeinen Verhaltenshinweise, nach denen Gefahrenbereiche und Schutzanlagen nicht zu betreten sind. Die Feuerwehr Hannover ist weiterhin an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet tätig, um der Hochwassersituation zu begegnen. So befüllten rund 25 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Ortsfeuerwehren Wülferode und Davenstedt im Verlauf des Tages rund 100 Bigpacks mit Sand, um erforderlichenfalls tieferliegende Verkehrswege kurzfristig schließen zu können. Weiterhin kontrollierten Führungsdienste über den ganzen Tag hinweg die bereits verbauten Hochwasserschutz-Systeme sowie ausgewählte Kontrollpunkte an den Gewässern.
Besuch der Aller-Überschwemmungsgebiete in Hodenhagen und am Serengeti Park
HODENHAGEN.
Die Hochwassersituation in Niedersachsen bleibt angespannt, insbesondere an der Mittelweser und an den Oberläufen von Aller, Leine und Oker ist nach Auskunft des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) noch mit weiter steigenden Pegelständen zu rechnen. In der Gemeinde Winsen mussten 300 Wohnungen evakuiert werden. Das Hochwasser hat auch den Serengeti-Park Hodenhagen stark getroffen: weite Teile des Geländes sind überflutet.
Ministerpräsident Stephan Weil hat sich am Donnerstag (28.12.2023) in Hodenhagen in Begleitung von Regierungsbrandmeister Uwe Quante, Bürgermeister Carsten Niemann und Landrat Jens Grote ein Bild von der Lage an der Aller gemacht.
Stephan Weil: „Die Bilder gleichen sich und doch sind sie vielerorts erschreckend: Riesige Wassermassen dort, wo sich sonst vergleichsweise kleine Flüsse durch die Landschaft schlängeln, mit Sandsäcken verstärkte Deichanlagen, Pumpen im Dauerbetrieb. Was mich beruhigt und beeindruckt: zehntausende haupt- und ehrenamtlich tätige Menschen stemmen sich an unzähligen Stellen in Niedersachsen gegen die Fluten. Die Lage ist kritisch, aber stabil. Wir sind aktuell auf einer Art Hochplateau unterwegs. Es gibt noch keine nennenswerte Entlastung, aber derzeit auch keinen extremen weiteren Zulauf. Das ist schon mal eine gute Nachricht.
Viele Fachleute und Anwohnerinnen und Anwohner aber sind nach wie vor in Sorge, ob die Deiche der Dauerbelastung durch hohen Wasserdruck standhalten werden. Wo Schwachstellen erkennbar sind, wird möglichst schnell nachgebessert. Ganz große Schäden konnten bislang verhindert werden. Aber die Lage ist noch nicht vorbei und der Druck auf die Deiche hält an. Ich hoffe sehr, dass es auch am Wochenende keine größeren Niederschläge geben wird.
Insgesamt sind in Niedersachsen über 100.000 Menschen im Einsatz gegen das Hochwasser. Die Berufs- und die freiwilligen Feuerwehren, zahlreiche Hilfsorganisationen und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger sind überall im Land aktiv. Dieses großartige Engagement hilft denjenigen, die sich Sorgen um ihr Hab und Gut machen. Sie sind nicht auf sich allein gestellt. Gelebte Solidarität – das macht Niedersachsen aus!
Was gar nicht akzeptabel ist, ist der leider mancherorts zu beobachtende Katastrophentourismus. Mein eindringlicher Appell an alle Neugierigen lautet: Lassen Sie es bleiben, gehen Sie irgendwo anders spazieren oder bleiben Sie zuhause. Die Helferinnen und Helfer haben alle Hände voll zu tun, viele arbeiten Tag und Nacht. Man darf ihnen ihre schwierige Arbeit wirklich nicht noch schwerer machen.
Insgesamt ist das, was wir in diesen Tagen an den niedersächsischen Flüssen erleben, sehr ungewöhnlich. Ein Hochwasser diesen Ausmaßes hat es hier bei uns zuvor nie gegeben. Experten warnen seit langem davor, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen. Wir müssen also auch in Zukunft nicht nur unser Engagement in der Hochwasserprävention weiter verstärken, sondern auch den CO2-Ausstoß dringend weiter reduzieren.“
Wasserrettungseinsatz der Feuerwehr in Hannover-Döhren
HANNOVER. Die Feuerwehr Hannover hatte wiederholt davor gewarnt Hochwassergebiete sowie Deichanlagen zu betreten oder zu befahren. Alle diese Warnungen und Appelle missachtend befuhr heute gegen 13:40 Uhr ein 75-jähriger Radfahrer die wegen des Leinehochwassers abgesperrte Brückstraße in Richtung Hemmingen. Aufgrund der starken Strömungsverhältnisse fiel der Mann vom Fahrrad und wurde ca. 20 Meter in einen angrenzenden Wald abgetrieben. Nachdem sich der Rentner an einem Ast festhalten konnte, informierte er mit seinem Mobiltelefon selbstständig die Regionsleitstelle. Das führte dazu, dass ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften in die Döhrener Masch beordert wurde. An der Einsatzstelle angekommen, konnte der Mann von den Einsatzkräften zunächst nicht gesichtet werden. Mittels zweier Drohnen der Feuerwehr wurde das Gebiet abgesucht und der Verunfallte schließlich lokalisiert. Spezialkräfte der Wasserrettung haben ihn anschließend – ausgerüstet mit Schutzanzügen und Sicherheitsleinen – gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. An dem Einsatz waren insgesamt ca. 40 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei beteilligt. Während der Rettungsmaßnahmen stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich teils mit Wathosen ausgestattete Personen im Hochwassergebiet aufgehalten haben. Die Feuerwehr Hannover appelliert daher erneut, die betroffenen Hochwassergebiete sowie Deichanlagen nicht zu betreten. Durch solchen Leichtsinn bringen sich diese Menschen unnötig in Lebensgefahr. Des Weiteren werden bei erforderlichen Hilfeleistungen im Notfall Einsatzkräfte gebunden und in Gefahr gebracht. Diese Kräfte werden während der momentanen Hochwasserlage aber dringend an anderen Einsatzstellen benötigt.
HANNOVER. Es ist auch weiterhin mit einem steigenden Pegel der Leine im Bereich der Landeshauptstadt Hannover zu rechnen. Es laufen Vorbereitungen der Feuerwehr. Die Feuerwehr stellt fest, dass trotz ihrer wiederholten Aufrufe immer wieder Personen in gesperrten oder bereits überfluteten Bereichen festzuzstellen sind. Deshalb erneuert die Feuerwehr ihren Appell: Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich nicht in die bereits überfluteten Gebiete zu begeben und geringfügige Wasserschäden in Gebäuden selbstständig zu beseitigen. Vom Hochwasser geflutete Wiesen und Wege stellen eine oft unterschätzte Gefahr dar. Stolperfallen können durch das Wasser oftmals nicht erkannt werden und es besteht u. a. die Gefahr, mit der Strömung mitgerissen zu werden. Spaziergänge und Ausflüge in betroffene Gebiete sollen unterlassen werden. Auf gar keinen Fall darf in gesperrte Straßen oder Bereiche eingefahren werden! Beim Befahren eines Hochwassergebietes besteht Lebensgefahr auch für die Einsatzkräfte, die dann zur Rettung ausrücken müssen. Auch Deichanlagen oder vergleichbare Einrichtungen, die dem Hochwasserschutz dienen, sollen nicht betreten werden. Das Betreten von Deichkronen kann den Deich schwächen. Neben den Vorbereitungen auf die ansteigenden Flusspegel wird die Feuerwehr zurzeit durch eine Vielzahl an kleinen Einsatzstellen gefordert. Hierbei handelt es sich zwar um Wasserschäden, diese stehen aber nur indirekt mit der aktuellen Hochwasserlage in einem Zusammenhang. Durch die stark gesättigten Böden kann das Niederschlagswasser nicht versickern und der Grundwasserspiegel steigt an. Dies führt dazu, dass Wasser in Gebäude eindringt und die Feuerwehr alarmiert wird. Häufig handelt es sich hierbei um geringe Mengen an eingedrungenem Wasser. Bevor in diesen Fällen der Notruf der Feuerwehr gewählt wird, sollte unbedingt geprüft werden, inwieweit der Wasserschaden mit eigenen Mitteln beseitigt werden kann. Dies würde zu einer Entlastung der Feuerwehr beitragen und deren Ressourcen für größere Einsatzstellen freihalten. Bei geringen Mengen an Wasser in Gebäuden kann die Feuerwehr nicht tätig werden, hier stehen die Eigentümer in der Verantwortung, sich eigenständig um eine Schadensbehebung zu kümmern. Die präventiven Hochwasserschutzmaßnahmen haben bisher größere Probleme durch den Hochwasserstand der Leine und Ihme in der Landeshauptstadt verhindert. Die Pegelstände werden von der Feuerwehr beobachtet und engmaschig Kontrollfahrten in fraglichen Überflutungsbereichen durchgeführt.