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Dienstag, August 25, 2026

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Anfragen im Bezirksrat: Auf eine S-Bahn-Haltestelle müssen die Döhrener weiter warten – neues Bauprojekt an der Bernwardstraße

Die alte Gummiwarenfabrik soll zu Wohnungen umgebaut werden
Die alte Gummiwarenfabrik soll zu Wohnungen umgebaut werden

HANNOVER. Eine S-Bahn-Station Döhren/Waldhausen ist in weite Ferne gerückt. Der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel hat lange nichts mehr zu den laufenden Planungen zu dem geplanten Haltepunkt der S-Bahn im Stadtbezirk gehört. Deshalb brachte die SPD-Fraktion das Thema auf die Tagesordnung des Bezirksrates Döhren-Wülfel am gestrigen Donnerstagabend (5. Februar) im Freizeitheim Döhren. „Gerade vor dem Hintergrund, dass in einigen Jahren der Bahnhof Bismarckstraße für mindestens ein Jahr geschlossen werden soll, wäre ein funktionierender Haltepunkt im Süden Hannovers von großer Wichtigkeit“ hieß es da. Die Sozialdemokraten wollten wissen, wann kann mit der Indienststellung der geplanten S-Bahn-Station gerechnet werden kann.

Die Antwort der Verwaltung lässt kaum Hoffnung auf eine schnelle Realisierung aufkommen. Zwar berichtete Stadtbezirkskoordinator Sven Berger; „Der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens obliegt dem Eisenbahnbundesamt. Vermutlich kann aber in Kürze damit gerechnet werden.“ Dann kam jedoch der happige bittere Wermutstropfen. „Bisher anvisierte Bauzeiträume in den kommenden zwei, drei Jahren können jedoch seitens der DB InfraGO AG nicht ermöglicht werden. Eine Vielzahl bundesweiter Baumaßnahmen vor allem im Bereich der Generalsanierungen des Hochleistungsnetzes der Deutschen Bahn führen zu zahlreichen großräumigen Umleiterverkehren im Personen- und Güterverkehr. Da im Norden die Güterumgehungsbahn Hannover für diese Umleiterverkehre zwingend benötigt wird, können die im Rahmen des Stationsneubaus temporär benötigten Sperrungen dieser Strecke auf der Eisenbahnüberführung der Hildesheimer Straße nicht parallel erfolgen.“, so Berger.

Der Kärntner Platz ist ein städtischer Schmuckplatz in Waldhausen. Seit Kurzem wurden dort zusätzlich einige junge Bäume gepflanzt. Dr. Gudrun Koch (SPD) wollte wissen, was denn da genau in die Erde gesetzt wurde. „Die Pflanzungen sind z. T. Ersatzpflanzungen am selben Ort und Neupflanzungen. Die Baumarten können seit Kurzem über www.hannover-gis.de ganz einfach selbst

eingesehen werden unter der Rubrik „Bäume“ „Bestandsbäume“ und „Baumpflanzungen“, so Bezirksratsbetreuerin Annina Janz.

Die CDU-Fraktion hakte bei der Frage von Anwohnerparkplätzung rund um das sogenannte Amerikaviertel in Mittelfeld nach. Die dortigen Anlieger leider unter hohem Parkdruck. Doch so schnell wird das ganze nicht gehen. Sven Berger; „Derzeit stehen die innenstadtnahen Quartiere und Stadtteile entsprechend eines Ratsauftrages im Fokus bezüglich der Einrichtung von Bewohnerparkzonen im Stadtgebiet mit dem Ziel das innenstadtnahe Wohnen ausreichend attraktiv zu gewährleisten. Dies bindet die vorhandenen personellen Kapazitäten und erfordert bereits einen erheblichen Umfang an zusätzlich zu beschaffenden Parkraumeinrichtungen sowie einen

entsprechenden Zeitaufwand zur Umsetzung.

In zwei Anfragen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen griffen die Bezirksratspolitiker den – aus ihrer Sicht – unzureichenden Winterdienst auf. „aha berücksichtigt sensible Bereiche im Rahmen der Fahrbahnräumung bereits in der Einsatzplanung. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass der vorhandene Personalschlüssel es nicht zulässt, auf alle individuellen Bedürfnisse gleichzeitig und unmittelbar zu reagieren. Die Erwartungen an den Winterdienst unterscheiden sich dabei stark: Während einige eine Priorisierung von Alten- und Pflegeheimen erwarten, sehen andere Einrichtungen für

Menschen mit Behinderungen, Kindergärten oder andere Standorte als besonders relevant

an. Diese unterschiedlichen Anforderungen lassen sich organisatorisch nicht vollständig

parallel abbilden. Der Schneefall am Wochenende der 2. Kalenderwoche 2026, auf den sich die aktuelle Kritik hauptsächlich bezieht, stellte zudem ein Extremereignis dar und entspricht nicht dem

Regelfall des Winterdienstes“ lautete die Antwort der Verwaltung. Und soweit nicht ordnungsgemäß geräumte Gehwege beanstandet wurden: „Die Räum- und Streupflicht für Gehwege liegt – mit Ausnahme des Cityrings – nicht bei aha, sondern bei den jeweiligen Anliegern.“

Derzeit sind Bauarbeiten rund um die ehemaligen Gummiwarenfabrik Fritz Wohlenberg an der Bernwardstraße im Stadtteil Döhren im Gange. Stadtplaner Konrad Voges berichtete in der Bezirksratssitzung, dass das historische Fabrikgebäude erhalten bleiben soll. Laut einer Werbung im Internet sollen hier insgesamt 14 neue Wohneinheiten für ein „modernes, gehobenen Wohnen im lebenswerten Döhren“ in einer „In einer liebevoll revitalisierten Fabrik“ entstehen.

Neue Bezirksratsmitglieder in Döhren-Wülfel – keine politische Mehrheit für ein großes Asylzentrum an der Radrennbahn in Wülfel

Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob mit den zwei neuen Bezirksratsmitgliedern Carsten Sawosch und Juana Steberl.
Vize-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob mit den zwei neuen Bezirksratsmitgliedern Carsten Sawosch und Juana Steberl.

HANNOVER. Neue Gesichter im Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel: Für den am ersten Weihnachtstag 2025 verstorbenen Dirk Battke rückte nun der frühere IT-Administrator und jetzige Betriebsratsvorsitzende Carsten Sawosch (Jahrgang 1968) nach und füllt die Reihen der SPD-Fraktion wieder auf. Vize-Bezirksbürgermeisterin verpflichtete im Rahmen der Februar-Sitzung des Gremiums den neuen Bezirksratspolitiker mit Handschlag und einen Blumenstrauß. Einen zweiten Blumenstrauß gab es für Juana Steberl. Sie übernahm das Mandat von der überraschend aus persönlichen Gründen zurückgetreten früheren Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Bezirksrat. Sie arbeitet als Büroleiterin im für den Grünen-Landtagsabgeordneten Evrim Camuz.

Zu Beginn der Sitzung am vergangenen Donnerstag (5. Februar) im großen Saal des Freizeitheims Döhren erhoben sich alle Bezirksratsmitglieder und Zuhörer zu einer Schweigeminute für den verstorbenen SPD-Politiker Dirk Battke.  Der Platz mit seinem Namensschild blieb unbesetzt, eine (elektrische) Kerze flackerte feierlich zu seinem Gedenken.

Eigentlich sollte an diesem Abend ursprünglich im Bezirksrat abschließend über die Pläne zum Bau einer Landesaufnahmeeinrichtung an der früheren Radrennbahn in Wülfel diskutiert und abgestimmt werden. Doch die Stadtverwaltung zog ihre entsprechende Beschlussvorlag kurzfristig wieder zurück. Offizieller Grund: Die Einwohnerversammlung für den Stadtbezirk mit dem Oberbürgermeister solle abgewartet werden. Gleichwohl dürfte die Entscheidung indessen faktisch schon gefallen sein, denn es gibt keine politische Mehrheit für diesen Vorschlag. Sowohl die CDU- als auch die SPD-Bezirksratsfraktion sprachen sie in zwei getrennten Pressemitteilungen gegen das Vorhaben aus. Am selben Abend wurde auch eine gemeinsame Pressemitteilung der drei großen Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP bekannt, in der ebenfalls die Pläne für Wülfel abgelehnt wurden.

„Aus Sicht der SPD-Bezirksratsfraktion sprechen gewichtige Gründe gegen eine weitere Verfolgung der Planungen. Insbesondere ist mit weitreichenden ökologischen Auswirkungen zu rechnen aufgrund der Nähe zum Landschafts- und Naturschutzgebiet. Darüber hinaus liegt das Gebiet in einem wassersensiblen Bereich der Leinemasch. Aspekte des Hochwasserschutzes sowie Risiken für eine dauerhafte bauliche Nutzung und eine belastbare Zuwegung sind daher besonders kritisch zu bewerten. Hinzu kommen Nutzungskonflikte durch bestehende Lärmbelastungen aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Schießsport-Bundesstützpunkt“, heißt es etwa in der Pressemitteilung der Sozialdemokraten im Bezirksrat Döhren-Wülfel. „Wenn Natur- und Hochwasserschutz, Nutzungskonflikte und die Anforderungen an eine sensible Nutzung gleichermaßen dagegensprechen, bleibt nur eine klare Konsequenz: Der Standort Radrennbahn ist insgesamt ungeeignet und wird von uns abgelehnt“, so Jens Schade, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bezirksratsfraktion.

 Die CDU im Bezirksrat verweist in ihrer Stellungnahme darüber hinaus auf ein weiteres Problem: „Besonders kritisch sieht die CDU das Missverhältnis zwischen der Größe des Stadtteils und dem Umfang der geplanten Einrichtung. Wülfel zählt rund 4.400 Einwohnerinnen und Einwohner“, schreiben die Christdemokraten. „750 zusätzliche Bewohnerinnen und Bewohner auf einen Stadtteil ohne ausreichende soziale Infrastruktur zu verteilen, ist schlicht unverantwortlich. Der Stadtteil wird damit überfordert“, so ihre Fraktionsvorsitzende Natascha Erdmann. Auch eine Mehrheit im Rat der Stadt Hannover steht den Plänen von OB Belit Onay ablehnend gegenüber: „„Die Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP lehnen den geplanten Standort zur Errichtung einer Landesaufnahmebehörde Niedersachsen auf den Flächen der ehemaligen Radrennbahn sowie den angrenzenden Flächen an der Wilkenburger Straße in Wülfel ab“, ist in der gemeinsamen Stellungnahme der drei Ratsfraktionen nachzulesen.

Möglicherweise war die ganze Aufregung aber eh für die Katz. Denn das Land Niedersachsen verhandelte wohl parallel auch mit anderen Städten. Nach einem Bericht auf Sat1/Regional scheint die Entscheidung für Langenhagen inzwischen längst gefallen zu sein. Dort soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für 500 Flüchtlinge entstehen,die Verträge sind laut dem Bericht bereits abgeschlossen und es gibt auch schon einen positiven Bauvorbescheid für Langenhagen.

Winter 2026 stoppt Binnenschifffahrt

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Eis und Schnee bringen den Mittellandkanal an der Schleuse Hannover-Anderten zum Stillstand © Ulrich Stamm


Eis und Schnee bringen den Mittellandkanal an der Schleuse Hannover-Anderten zum Stillstand

Der Winter 2026 hat in Niedersachsen nicht nur Straßen und Schienen belastet, sondern auch die Binnenschifffahrt deutlich getroffen. Auf dem Mittellandkanal führten anhaltender Frost, Schneefall und die Bildung dicker Eisschollen zu immer weiteren Einschränkungen. Besonders sichtbar wurde die Lage im Raum Hannover an der Schleuse Anderten, einem zentralen Knotenpunkt der Wasserstraße.

Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden im Verlauf der Kälteperiode mehrere Abschnitte des Mittellandkanals sowie angrenzende Stichkanäle und Verbindungen schrittweise gesperrt. Für den Bereich in Richtung Osten war der Schiffsverkehr teils bereits eingestellt, bevor weitere Sperrungen folgten. Medienberichte dokumentieren, dass die Vereisung durch Eisschollen an Engstellen zunahm und die Situation sich innerhalb weniger Tage weiter verschärfte. 

Ein wesentlicher Schritt betraf den Bereich bis zur Schleuse Anderten: In der Region Hannover wurde öffentlich kommuniziert, dass der Mittellandkanal ab Hannover-Anderten in Richtung Wolfsburg aufgrund der Kälte und Eisbildung für den Schiffsverkehr gesperrt wird.  Parallel dazu wurde für die West-Ost-Verbindung des Mittellandkanals eine weitergehende Sperrung angekündigt: Ab Freitagabend sollte der Kanal zwischen Minden und der Schleuse Anderten gesperrt werden. 

Die Auswirkungen waren vor Ort unmittelbar erkennbar. Ein regionaler Fernsehbericht beschreibt, dass trotz fortlaufender Eisbrecherfahrten stellenweise kaum noch Betrieb möglich war und Schiffe vor der Schleuse Hannover-Anderten nicht weiterkamen. In dem Beitrag wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Zahl der Schleusungen im Vergleich zum Normalbetrieb deutlich zurückging. 

Die Gründe für solche Maßnahmen sind technisch und sicherheitsrelevant: Bei starkem Eisgang kann sich Eis nach Passage eines Eisbrechers schnell wieder schließen. Zusätzlich können Eisschollen sich aufschieben, an Engstellen stauen und dadurch die kontrollierte Fahrt sowie das Manövrieren im Schleusenbereich erschweren. Berichte nennen Eisschollen, die sich teils deutlich verdichten und an problematischen Stellen stauen können.  Für Betreiber und Wasserstraßenämter steht dabei neben der Sicherheit der Schiffe auch der Schutz der Anlagen im Fokus, insbesondere im Bereich von Schleusen, Brücken und Uferbauwerken.

Der Winter 2026 zeigte damit, dass die Binnenschifffahrt selbst auf einer der wichtigsten künstlichen Wasserstraßen Deutschlands nicht „automatisch“ durchläuft, wenn die Temperaturen über längere Zeit deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen. Die Behörden reagierten mit abgestuften Maßnahmen: zunächst Einschränkungen und Sperrungen einzelner Teilstücke, anschließend Ausweitung auf größere Abschnitte, sobald die Eislage sich weiter verschärfte. 

Für die Logistik sind solche Pausen nicht nur eine lokale Besonderheit. Der Mittellandkanal ist eine zentrale Ost-West-Achse, die Industrie- und Hafenstandorte verbindet. Wenn der Verkehr abschnittsweise stillsteht, betrifft das Transportketten, Umschlagsplanungen und Ankunftszeiten. Regionale Berichterstattung ordnet die Folgen als spürbar ein, weil Fahrten ausfallen und Transporte verschoben werden müssen. 

Am Beispiel Hannover-Anderten wird zudem deutlich, wie stark sich Wetterereignisse auf den Betrieb an einer Schleuse auswirken können. Eine Schleuse ist nicht nur ein „Durchlass“, sondern ein taktgebendes Element für den gesamten Verkehrsfluss: Wenn ein Abschnitt bis zur Schleuse gesperrt wird oder sich Schiffe davor stauen, wirkt sich das auf nachgelagerte Strecken aus. Entsprechend konzentrieren sich Maßnahmen häufig auf die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Anlagenfunktion, bevor ein regulärer Fahrbetrieb wieder aufgenommen wird.

Stand Anfang Februar 2026 ist die Lage auf dem Mittellandkanal maßgeblich von der weiteren Wetterentwicklung abhängig. Mehrere Meldungen betonen, dass die Dauer der Sperrungen nicht sicher vorherzusagen ist und sich mit Temperaturanstieg bzw. Tauwetter erst verlässlich entspannen kann. 

Der Fiedelerplatz soll im Frühjahr saniert werden

Ein ständiges Ärgernis: Große Pfützen auf den Fiedelerplatz. Die Stadt verspricht nun Abhilfe.
Ein ständiges Ärgernis: Große Pfützen auf den Fiedelerplatz. Die Stadt verspricht nun Abhilfe.

HANNOVER. Die Verwaltung sieht derzeit keine Notwendigkeit einer Aufnahme des Fiedelerplatzes in das neue Stadtplatzprogramm. Das wurde jetzt dem Bezirksrat Döhren-Wülfel mitgeteilt.  Die Ortspolitiker hatten auf Antrag der SPD-Fraktion die Stadt aufgefordert, „Döhrens gute Stube“ in das „Stadtplatzprogramm aufzunehmen, um die positiven Potenziale des Platzes als zentralen Stadtteilplatz herauszuarbeiten, seine Aufenthaltsqualität zu steigern und ihn an die klimatischen Herausforderungen der kommenden Jahre anzupassen.“ Doch im Rathaus ist man der Ansicht, dass „an seiner Grundstruktur und seiner Gestaltungslinie … z.Zt. kein Änderungsbedarf“ besteht.

Eine gute Nachricht zum Fiedelerplatz gibt es dennoch. Denn immerhin räum die Stadtverwaltung ein, sie erkenne „die Defizite bzgl. der Stauwasserbildung an“ und verweist auf die für das Frühjahr 2026 vorgesehenen Sanierungsarbeiten der Versickerungsanlage zur Behebung der Pfützenbildung.

Velo-Route 8: Die Ergebnisse der Verkehrszählung liegen immer noch nicht vor.

Die Ergebnisse einer Verkehrszählung für die Velo-Route 8 liegen immer noch nicht vor
Die Ergebnisse einer Verkehrszählung für die Velo-Route 8 liegen immer noch nicht vor

HANNOVER. Die neue Velo-Route 8 in der Wiehbergstraße brachte eine veränderte Verkehrsführung für Kraftfahrzeuge mit. Das rief die Anwohner von Neckar- und Bothmerstraße auf den Plan, die seither unter einem stärkeren Durchgangsverkehr leiden. Die Stadtverwaltung vertröstete Anlieger und den Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel immer wieder auf eine geplante Verkehrszählung. Im September 2025 hieß es dann, die Zahlen lägen mittlerweile vor, die Auswertung werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Weil seither nichts zu hören war, hakte Bezirksratsherr Willi Lindenberg (SPD) im Rathaus nach. In einem aktuellen Schreiben an die Mitglieder des Bezirksrates werden nun die Ortspolitiker erneut vertröstest. Der Fachbereich Tiefbau habe „aus personellen Gründen eine Rahmenvertragsfirma mit der Auswertung der Verkehrszählung beauftragen“ müssen, heißt es. Nunmehr rechne man mit einem Ergebnis bis zu den Osterferien.

Der „Nobiskrug“ – die älteste Schankwirtschaft St. Paulis

Der „Nobiskrug“ - älteste Kneipe auf St. Pauli in der Nähe der Reeperbahn
Der „Nobiskrug“ - älteste Kneipe auf St. Pauli in der Nähe der Reeperbahn - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Neue Reihe: Kleine und große Superlative


HAMBURG. Der „Nobiskrug“ gilt als eine der ältesten Kneipen auf St. Pauli. Laut Eigenwerbung an der Eckkneipe ist die Gastwirtschaft die
älteste Schankwirtschaft St. Paulis. Schon seit 1895 wird hier Bier ausgeschenkt und sicherlich auch so manch anderes alkoholisches Getränk konsumiert. Das Lokal findet man in der Lincolnstraße/ Ecke Am Nobisteich, nur etwa 100 Meter von der Reeperbahn entfernt.

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Eckkneipe „Nobiskrug“ in der Lincolnstraße/Ecke Am Nobisteich nicht weit von der Reeperbahn – © Foto: Lothar Schulz 2026


Zwischen 1526 und 1624 soll es schon einmal an anderer Stelle auf dem Kiez einen Nobiskrug gegeben haben. „Krug“ ist eine norddeutsche Bezeichnung für ländliche Wirtschaften. Die rätselhafte Zusammensetzung mit dem Wort „Nobis“ hat unterschiedliche Herleitungen herausgefordert, nicht nur die naheliegende vom lat. Personalpronomen nobis = uns.

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Der „Nobiskrug“ – gilt als älteste Kneipe auf St. Pauli – © Foto: Lothar Schulz 2026


Laut Wikipedia ist „Nobiskrug“ ein seit dem 15. Jahrhundert bekannter Name bestimmter Gasthäuser, die meist abseits der Städte lagen. In der religiös-moralisierenden Literatur der Reformationszeit kommt das Wort als Bezeichnung eines fiktiven Wirtshauses vor, in dem sich jüngst Verstorbene bei einem luziferischen Wirt versammeln. Die Vorstellung von der Hölle als Schenke und dem Teufel als Wirt hat mittelalterliche Ursprünge.

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Der „Nobiskrug“ – gilt als älteste Kneipe auf St. Pauli – © Foto: Lothar Schulz 2026


Sowohl in dichterischer Prosa als auch der religiösen Streit- und Erbauungsliteratur des 16. und noch des 17. Jahrhunderts finden sich zahlreiche Belege für den Gebrauch von Nobiskrug oder Nobishaus als Metapher für Hölle, oder doch wenigstens für einen Durchgangsort der Toten. Als literarisches Motiv hat der Nobiskrug eine Tradition bis ins 20. Jahrhundert. Weitgehend unabhängig von diesen Texten ist auf Holzschnitten um 1500 und vereinzelt auf Flugblättern des 17. Jahrhunderts eine eigene Bildtradition fassbar.

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Der „Nobiskrug“ – gilt als älteste Kneipe auf St. Pauli – © Foto: Lothar Schulz 2026

Eiszeit in Hamburg – Wetter-Bilanz für Januar

Eiszeit in Hamburg – Eisschollen vor der Altonaer Fischauktionshalle
Eiszeit in Hamburg – Eisschollen vor der Altonaer Fischauktionshalle - © Fotos: Lothar Schulz 2026

Schnee in der Stadt und Eisschollen auf der Elbe


HAMBURG. Insgesamt 21 Tage hat es im Januar in Hamburg eine Schneedecke gegeben. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) stellt das den höchsten Wert seit dem Jahr 2010 dar. Zwischenzeitlich gab es aber auch vergleichsweise milde Tage. Die Temperaturen bewegten sich zwischen + 12° und – 14°. Um den 10 Januar herum hatte das Sturmtief Elli die Stadt mit Schnee, Eis, Sturmböen und Schneeverwehungen überzogen. Dadurch ergaben sich hohe Belastungen für die Stadtreinigung und die Winterdienste. Auch für die kommenden Tage ist noch eisiges Wetter vorausgesagt. Es wird mit Tagestiefsttemperaturen von bis zu – 4° gerechnet.

Bezirksrat Döhren-Wülfel: Brisantes Thema kurzfristig von der Tagesordnung abgesetzt

Auf Wunsch des Oberbürgermeisters wird am Donnerstag nicht über diese Vorlage abgestimmt.
Auf Wunsch des Oberbürgermeisters wird am Donnerstag nicht über diese Vorlage abgestimmt.

HANNOVER. Am kommenden Donnerstagabend, den 5. Februar, tagt der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel wieder ab 18 Uhr im Freizeitheim Döhren. Auf der Tagesordnung dabei ein brisantes Thema: die Stadtverwaltung wollte ihre Pläne für eine Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Standort der ehemaligen Radrennbahn Wülfel absegnen lassen. Wie zu vernehmen war, wäre wohl aber mit starkem Gegenwind aus den Reihen der Ortspolitiker zu rechnen gewesen. Doch nun wurde genau dieser Punkt wieder von der Tagesordnung gestrichen.

„Wir möchten Sie nun darüber informieren, dass die Verwaltung daher auf Wunsch des Oberbürgermeisters entschieden hat, die Drucksache zu TOP 4.1. (Bebauungsplan Nr. 1944 – Wilkenburger Straße / Wülfeler Maschweg, Nr. 2663/2025) von der Tagesordnung der Sitzung am 05.02.2026 zu nehmen“, heißt es in einem jetzt verschickten Rundschreiben aus dem Rathaus an die Bezirksratsmitglieder. Der offizielle Grund: Der Oberbürgermeister möchte erst auf der Einwohnerversammlung am 9. Februar im Freizeitheim Döhren das Thema behandeln. Voraussichtlich kann der Bezirksrat deshalb frühestens in der März-Sitzung über den vorgeschlagenen Bebauungsplan diskutieren.

Etwas seltsam mutet die Begründung aus dem Rathaus allerdings schon an. Denn der Bebauungsplanentwurf war bereits von der Verwalung auf die Tagesordnung der Dezembersitzung der Bezirksrates gesetzt und zur Abstimmung gestellt worden und damit vor der ursprünglich für Anfang Januar geplanten Einwohnerversammlung. Zwar war mit einem „Ziehen der Vorlage in eine Fraktion“ durchaus zurechnen (wie es dann auch gekommen ist), sicher war das indes nicht.

Bald fährt die Stadtbahn wieder geradeaus

Die Straßenbahnschienen kommen am Südschnellweg wieder in Mittellage
Die Straßenbahnschienen kommen am Südschnellweg wieder in Mittellage

HANNOVER. Die Sanierung des Südschnellweges bring erneut auch Behinderungen für die Fahrgäste der Stadtbahn mit. Derzeit werden Schienen und Oberleitung der Stadtbahnlinien 1, 2 und 8 an der Kreuzung Hildesheimer Straße / Südschnellweg wieder in Mittellage gebracht. Die große Kurve entfällt zukünftig.

Wegen der Schienenarbeiten kann in Döhren und Waldhausen derzeit keine Stadtbahn fahren. Die Linien 1,2 und 8 enden am Altenbekener Damm bzw. an der Haltestelle Bothmerstraße. Die Lücke wird mit Bussen des Schienenersatzverkehrs überbrückt. Die Üstra bittet, deshalb längere Fahrzeiten einzuplanen. Bis Mittwoch, 4. Februar 2026, 03:00 Uhr sollen die Arbeiten andauern. Danach werden die Stadtbahnen hoffentlich wieder normal verkehren.

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Die Straßenbahnschienen kommen am Südschnellweg wieder in Mittellage

Markus Thielemann las im Quartierstreff Döhren aus seinem zweiten Buch

v.l.: Autor Markus Thielemann, Maria Hesse, Tatjana Hattig und Christan Recha
v.l.: Autor Markus Thielemann, Maria Hesse, Tatjana Hattig und Christan Recha

HANNOVER. Trotz Schnee und Matsch kamen heute Abend (30. Januar) viele Gäste in die Räume des Quartierstreff in der Borgentrickstraße in Döhren. Der Schriftsteller Markus Thielemann las hier aus seinem zweiten Roman „Von Norden rollt ein Donner“. Eingeladen hatte dazu die Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld zusammen mit Quartierskoordinatorin Tatjana Hattig.

Nach der Lesung gab es starken Beifall, und natürlich musste der Autor im Anschluss eine ganze Reihe von Büchern signieren, die an einem Büchertisch an diesem Abend zum Kauf bereit lagen. Anschließend konnte Maria Hesse, Vorsitzende der Kulturinitiative, endlich dem Gast als kleines Dankeschön neben einem Blumenstrauß auch ein paar Andenken an Döhren überreichen. Damit wurde dann auch endgültig klargestellt, dass die Lesung nicht, wie Thielemann anfangs fälschlich meinte, in der Südstadt, sondern im ältesten Stadtteil der Landeshauptstadt stattfand.

Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Hannover Pur“. „Hier sollen Bücher von hannoverschen Autoren vorgestellt werden“, beschreibt Christian Recha von der Kulturinitiative.  Autor Markus Thielemann wurde zwar in Ludwigsburg geboren und wuchs in Winsen und Nienburg auf; heute lebt er aber in der hannoverschen Nordstadt.

„Von Norden rollt ein Donner“ ist der zweite Roman des 1992 geborenen Schriftstellers. Er spielt in der Südheide. Der „Donner“ im Titel bezieht sich dabei nicht auf ein Unwetter von Oben, sondern auf das Krachen von Panzermunition. Das Testgelände eines Rüstungsbetriebes liegt in der Nähe des Handlungsortes, ebenso wie ein Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Inhaltlich geht es in dem Werk um die Rückkehr des Wolfes, die damit verbundenen Konflikte und das Leben einer Schäferfamilie. „Zwei Jahre“, so berichtet Thielemann auf eine entsprechende Nachfrage, habe er an den Roman gearbeitet. Seine in Kritiken als „Anti-Heimatroman“ bezeichnete Erzählung wurde im Juli 2024 vom NDR zum „Buch des Monats“ erklärt und landete danach auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024.

Gibt es ein drittes Buch von Markus Thielemann? Der Autor nickte bei der Frage. Aber mehr wollte er dann nicht verraten. Es bleibt spannend.