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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. August 2019

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Indizes vom 09.08.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 09.08.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. -Europas Börsen haben am Freitag wieder ihre Abwärtsbewegung aufgenommen. Druck kam gleich von mehreren Seiten. Der Yuan wurde mit 7,0136 wieder über der wichtigen 7er-Marke gefixt. Die Furcht vor einer drohenden Abwertungsspirale wurde dadurch jedoch nicht geringer. Zudem fiel der Rückgang der chinesischen Erzeugerpreise stärker als erwartet aus, was bereits als Signal für fallende Nachfrage und damit eine Folge des Handelskonflikts gewertet wird. Nahrungsmittel in China verteuerten sich stärker als befürchtet. Hinzu kamen schwache Wirtschaftsdaten aus Frankreich und Großbritannien.

Zugleich ist Italien wieder zum Belastungsthema für die Finanzmärkte geworden. Angesichts eines Koalitionsstreits fordert Vize-Regierungschef Matteo Salvini schnellstmöglich Neuwahlen. An der Börse wird die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen als Risiko eingestuft, bereits am Vortag standen die italienischen Staatsanleihen unter Druck. Der Druck dauerte am Freitag an. Der DAX verlor 1,3 Prozent auf 11.694 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,2 Prozent auf 3.334 nach unten. Gold blieb in dem Umfeld stark nachgefragt - der Preis für die Feinunze lag zu Börsenschluss leicht über 1.500 Dollar.

Hoffen auf Glyphosat-Vergleich bei Bayer

Das "neue Politiktheater" in Italien komme zur Unzeit, da der Staatshaushalt für 2020 das aktuell brennendste Thema in Italien sei, hieß es von QC Partners. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass etwaige Neuwahlen im Oktober abgehalten werden. Ende Oktober könnte zudem Großbritannien ohne Folgeabkommen aus der EU ausscheiden. An der Mailänder Börse ging es mit den Kursen um 2,5 Prozent nach unten. Verkauft wurden vor allem Bankentitel: Intesa Sanpaolo gaben 3,6 Prozent nach, Unicredit 5,1 Prozent oder Ubi Banca 8,4 Prozent. Branchenweit ging es 2,5 Prozent nach unten.

Gegen den Trend stiegen Atlantia an der Mailänder Börse um 2,9 Prozent. Die Aktie des Infrastrukturbetreibers profitierte von der Aussicht auf baldige Neuwahlen. Bei solchen zeichnet sich ein deutlicher Stimmenverlust für 5 Sterne ab. 5 Sterne hat sich in der Vergangenheit dafür stark gemacht, dass Atlantia die Lizenz entzogen wird. Hintergrund ist der Einbruch der Autobahnbrücke in Genua, die von Atlantia betrieben wurde.

 

Bayer gewannen gegen den Trend 2,6 Prozent. In der Spitze lag die Aktie sogar zweistellig im Plus. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob das Unternehmen in den USA im Hintergrund an einem Vergleich mit den Glyphosat-Klägern arbeitet. Einem Bericht zufolge soll der Betrag im Bereich von 8 Milliarden Dollar liegen und damit deutlich niedriger als zuvor befürchtet. Die Forderung der Anwälte der Kläger soll bei 10 Milliarden liegen, was auch noch positiv für Bayer zu werten wäre. Analysten schätzen die Hürden für einen Deal aber als hoch ein.

Dazu gibt es noch einige Unternehmensergebnisse, nachdem die Berichtssaison am Vortag ihren Höhepunkt erreicht hatte. Für einen Freudensprung von 7,2 Prozent beim britischen Werbekonzern WPP sorgten die Quartalszahlen. Der Umsatzrückgang im ersten Halbjahr von 0,6 Prozent auf vergleichbarer Basis war weniger drastisch als befürchtet. Das zweite Quartal wies sogar einen leichten Umsatzanstieg um 0,1 Prozent aus. Dies wird als Zeichen gewertet, dass der Abwärtstrend gebremst wird.

Pfund bleibt unter Abgabedruck

Trotz einer Erhöhung der Umsatz- und Gewinnprognose ging es mit Novo Nordisk leicht um 0,2 Prozent nach unten. Freenet verloren 1,2 Prozent trotz guter Zahlen. Bei Autozulieferer Hella ging es gleich 6,6 Prozent abwärts. Die Citigroup sprach von einem düsteren Ausblick, den Hella gegeben habe. Ein besserer Umsatzausblick trieb dagegen Carl Zeiss Meditec um 4,2 Prozent nach oben. Bechtle verloren nach Zahlen 5,2 Prozent - einige Anleger dürften sich an der Marge gestört haben. LEG Immobilien (plus 1,9 Prozent) und Innogy (minus 1,1 Prozent) legten ebenfalls Ergebnisse vor.

Am Devisenmarkt stand das Pfund unter Druck und rutschte unter die Marke von 1,2100 Dollar. Hier drückten schwache britische Konjunkturdaten sowie der Schatten eines möglichen harten Brexit Ende Oktober.

(Quelle:finanzen.net)

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