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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. August 2019

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Indizes vom 12.08.2019 (C9 finanzen.net Indizes vom 12.08.2019 (C9 finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag knapp im Minus geschlossen. Die Kursgewinne zum Handelsstart nutzten Investoren, wie bereits in der Vorwoche, um ihr Risiko abzubauen. Die belastenden Themen haben sich über das Wochenende nicht verändert. Die Sorgenliste bleibt lang: Die Angst vor einer Rezession, ein anhaltender Handelsstreit zwischen China und den USA und möglicherweise eine neue Krise in Italien.

Nach dem Bruch der populistischen Regierungskoalition sollen am Montag im italienischen Parlament Beratungen über einen Misstrauensantrag gegen den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte beginnen. Der Antrag war am Freitag von Lega-Innenminister Matteo Salvini eingebracht worden. Salvini will Neuwahlen, was an den Märkten kritisch gesehen wird, da diese mit den Haushaltsverhandlungen zusammenfallen könnten. 

Der DAX schloss 0,1 Prozent leichter bei 11.680 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,2 Prozent nach unten. In Spanien verlor der Ibex mit 0,9 Prozent deutlicher. Sorgen wegen einer Rückkehr der populistischen Politik in Argentinien lasteten auf den Aktien der spanischen Unternehmen, vor allem Banken, die in dem südamerikanischen Land teils stark engagiert sind. In Argentinien brach der Peso zeitweise um 30 Prozent ein, der Index sackte in ähnlicher Höhe ab.

AMS fährt Bain und Carlyle in die Parade

Osram legten gegen den Trend zu, nachdem ASM hat ein Übernahmeangebot über 38,50 Euro je Aktie vorgelegt hat. AMS fährt mit dem Übernahmegebot den Beteiligungsgesellschaften Bain und Carlyle in die Parade. Das Private-Equity-Konsortium bietet 35 Euro je Osram-Aktie. Allerdings muss Osram zuerst ein Stillhalteabkommen aufheben, das die beiden Unternehmen am 4. Juni 2019 geschlossen hatten, bevor AMS die Offerte den Aktionären unterbreiten kann.

Die Chancen für AMS dürften zuletzt gestiegen sein, nachdem der Großaktionär Allianz Global Investor, der rund 9 Prozent der Osram-Anteile hält, das Gebot von Bain/Carlyle als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Damit ist fraglich, ob die Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent überhaupt zu erreichen ist. Eine Senkung der Schwelle lehnen Bain/Carlyle ab. AMS möchte sich durch eine Osram-Übernahme breiter aufstellen und die hohe Abhängigkeit von Apple verringern. Osram legten um 10,4 Prozent zu, AMS fielen dagegen in der Schweiz um 11,8 Prozent.

Bei den Anlegern kam gut an, dass der schweizerische Industriekonzern ABB mit dem Schweden Björn Rosengren einen neuen CEO gefunden hat. "Rosengren hat bisher einen Top-Job gemacht", hieß es von den Vontobel-Analysten. In der Vergangenheit habe er in mehreren Positionen bewiesen, dass er einen Mehrwehrt erzielen kann. Seine Bestellung sollte die Transformation bei ABB hin zu einer dezentralisierten Struktur vorantreiben. Während die Aktien von ABB um 3 Prozent zulegten, fielen die Titel von Rosengrens vorigem Arbeitgeber Sandvik um 1,7 Prozent.

Die Aktie von Thyssenkrupp gab um 3 Prozent nach und schloss mit 9,95 Euro das erste Mal seit 16 Jahren wieder einstellig. Seit Tagen steht die Aktie unter Abgabedruck. Als ziemlich sicher gilt, dass die Aktie per September den DAX verlassen wird.

M&C Saatchi brechen mit Bilanzunregelmäßigkeiten ein

M&C Saatchi brachen mit Bilanzproblemen an der Londoner Börse um gut 24 Prozent ein. Das Werbeunternehmen stieß auf bilanzielle Unregelmäßigkeiten und muss deswegen eine einmalige Belastung verbuchen. Peel Hunt rechnet mit kurzfristigem Druck auf die Aktie, sieht das Unternehmen übergeordnet aber weiterhin auf einem guten Weg.

Leoni erwischten mit Abgaben von knapp 15 Prozent einen schwachen Wochenauftakt und markierten bei 9,09 Euro ein Mehrjahrestief. Im Handel wurde auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung verwiesen. Laut verschiedenen Medienberichten in der vergangenen Woche soll es zu einem Treffen zwischen Gläubigern und dem Unternehmen gekommen sein. Die Zeiten für Automobilzulieferer sind schwierig und derzeit zeichnet sich keine Besserung für den Sektor ab.

Talanx stiegen um 0,8 Prozent. Der Versicherungskonzern hat die Prognose erhöht. Statt mit rund 900 Millionen Euro rechnet er nun mit einem Gewinn von über 900 Millionen Euro. Deutsche Pfandbriefbank schlossen nach Geschäftszahlen 0,9 Prozent im Minus.

Salzgitter (minus 7 Prozent) konnte im zweiten Quartal nicht an den starken Jahresstart anknüpfen. Bei leicht sinkenden Umsätzen verzeichnete der Stahlkonzern operativ einen Gewinneinbruch. Für das Gesamtjahr äußerte sich der Konzern pessimistischer.

Die Schwäche der deutschen Banken machte sich auch in deren DAX-Sektor-Index bemerkbar, der mit 61,17 auf einem Rekordtief notierte. Zuvor fiel die Aktie der Commerzbank bereits auf Allzeittief, am Nachmittag kam dann auch die Aktie der Deutschen Bank (minus 5,5 Prozent) zusehends unter Druck.

(Quelle:finanzen.net)

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