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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 25.November 2022

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Der Neujahrsempfang im Neuen Rathaus soll am 9.Januar 2023 stattfinden © Ulrich Stamm Der Neujahrsempfang im Neuen Rathaus soll am 9.Januar 2023 stattfinden © Ulrich Stamm

HANNOVER. 

„Ich. Du. Wir. Hannover“: Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters

Der Neujahrsempfang der Landeshauptstadt Hannover (LHH) ist inzwischen zu einer Tradition geworden. Nach einer zweijährigen Pause öffnet das Neue Rathaus am Montag, 9. Januar 2023, um 17 Uhr zum achten Mal seine Türen für alle Hannoveraner*innen.

Das Motto „Ich. Du. Wir. Hannover - Soziale Wärme und Solidarität“ spiegelt die aktuelle Situation in unserer Stadt, ganz Europa und darüber hinaus wider. Es ist allen gewidmet, die sich in Hannover für ihre Mitmenschen engagieren, und natürlich auch denjenigen, die soziale Wärme und Solidarität derzeit benötigen. Dieser Gedanke findet sich in einem umfangreichen kulturellen und informativen Programm wieder, das viele hannoversche Institutionen gemeinsam mit der LHH gestalten.

Außerdem können die Bürger*innen wie gewohnt mit den Dezernent*innen und Bürgermeister*innen ins Gespräch kommen und sich zu den Themen Kommunalpolitik, Integration, Senior*innen und Nachhaltigkeit informieren und beraten lassen.

 

Stadt informiert über geplante IGS Kleefeld und lädt zur Beteiligung ein

Auf einem Grundstück an der Nackenberger Straße soll eine neue Schule entstehen: die Integrierte Gesamtschule (IGS) Kleefeld. Das städtische Gebäudemanagement informiert über die Pläne am Dienstag, dem 6. Dezember, um 15 Uhr in der Aula der Grundschule Nackenberger Straße (Nackenberger Straße 4). In der circa zweieinhalbstündigen Auftaktveranstaltung möchte die Verwaltung zudem zu einem Austausch anregen, der sich ab kommendem Januar in Workshops fortsetzen soll. Interessierte werden um Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis Sonntag, 4. Dezember, gebeten.

Kleefeld wächst

Ausgangspunkt der Planungen sind gestiegene und steigende Bevölkerungszahlen, die den Ausbau der schulischen Infrastruktur erfordern. Im Rahmen des Projekts „Mein Quartier 2030“ der Landeshauptstadt Hannover hat die Stadt im Jahr 2019 – mit dem Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld als Pilotstadtbezirk – ein integriertes Entwicklungskonzept erarbeitet. Das Konzept zeigt auf, wie die Stadtteile den im Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum, aber auch mit dem Klimawandel und dem wirtschaftlichen Strukturwandel einhergehenden Herausforderungen begegnen können. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Ausbau der schulischen Infrastruktur. Aus der Erkenntnis der stark wachsenden Einwohner*innenzahl und der Analyse der vorhandenen schulischen Infrastruktur wurde der Bedarf für neue Schulen im Quartier ermittelt, unter anderem für eine sechszügige IGS der Sekundarstufe I im Stadtteil Kleefeld.

Nach einer umfassenden Standortanalyse hat der Rat der Stadt für diese zwölfte IGS in Hannover ein rund 24.000 Quadratmeter großes Hintergrundstück an der Nackenberger Straße/Berckhusenstraße festgelegt. Dieses zentral im Bedarfsraum gelegene Grundstück befindet sich im Besitz der Landeshauptstadt. Neben dem Schulgebäude soll auch eine Drei-Feld-Sporthalle mit Tribüne entstehen, die sowohl durch die Schule als auch durch Vereine genutzt werden kann.

Beteiligung in der „Phase null“

Lernen funktioniert heute anders als vor 50 Jahren. Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Vielseitigkeit, Veränderbarkeit und Langlebigkeit sind nur einige Herausforderungen, die bei einer heutigen Schulbauplanung behandelt und berücksichtigt werden müssen. Deshalb möchte sich das Gebäudemanagement zum Start – in der „Phase null“ – mit Interessierten austauschen. Workshop-Termine ab Januar 2023 sollen helfen, ein innovatives Raumkonzept auf Basis der neuesten pädagogischen Kenntnisse mit Blick auf die Bedürfnisse im Schulbau (zum Beispiel Inklusion oder Ganztag) zu entwickeln. Vertreter*innen der Stadtverwaltung werden mit externen Fachleuten den Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und Anwohner*innen und mehrere Veranstaltungen zu diesen Themen des Schulneubaus anbieten. Nach Abschluss der Workshop-Phase wird die Verwaltung öffentlich über den Stand des Vorhabens berichten.

 

Stadt kauft ehemalige Unfallklinik

Die Landeshauptstadt Hannover hat das Gebäude der ehemaligen Unfallklinik in der Marienstraße von der DIAKOVERE gGmbH erworben. Neben dem Haupthaus gehört zu dem Ensemble ein bisher für Büro- und Wohnzwecke genutztes Gebäude in der Arnswaldtstraße 24 und 26. Die früheren Klinikräume will die Stadt weiterhin zur Unterbringung Geflüchteter nutzen. In den heute leerstehenden Büros und Wohnungen sollen perspektivisch Appartements für Studierende entstehen.

„Das ist ein hervorragender Immobilienstandort in zentrumsnaher Lage. Der Ankauf des Gesamtensembles erlaubt uns dort eine dauerhafte Nutzung für städtische Zwecke oder langfristig auch eine Entwicklung im Hinblick auf Wohnen und gewerbliche Einrichtungen wie Büros oder Praxen. Und aktuell hilft uns diese Immobilie bei der Unterbringung Geflüchteter“, sagt Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel. „Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit DIAKOVERE konnten wir in der ehemaligen Unfallklinik schnell Geflüchtete unterbringen. Ebenso reibungslos verlief die Zusammenarbeit beim Erwerb des Gesamtensembles.“

„Wir freuen uns, dass wir der Stadt Hannover bei der wichtigen Aufgabe der Unterbringung Geflüchteter aus der Ukraine helfen können. Deshalb haben wir unsere Reservekapazitäten auf andere Standorte verteilt“, betont Stefan David, Vorsitzender der DIAKOVERE-Geschäftsführung.

Seit dem Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine im Februar befinden sich laut UNHCR mehrere Millionen Menschen auf der Flucht. Derzeit müssen Städte und Kommunen innerhalb kürzester Zeit Aufenthaltsmöglichkeiten für überwiegend flüchtende Frauen und Kinder aus vielen Regionen der Welt schaffen. Die Landeshauptstadt Hannover hat in den vergangenen Jahren bis heute bereits mehrere Tausend Geflüchtete aus Krisengebieten in regulären und Notunterkünften wie zu diesem Zweck angemieteten Hotels und neu geschaffenen Unterkünften untergebracht. Aktuell sind 5.860 Menschen in den städtischen Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Hiervon sind 950 Personen Geflüchtete aus der Ukraine.

In dem seit Mitte April 2022 genutzten Gebäude der ehemaligen Unfallklinik stehen derzeit rund 200 Plätze in Mehrbettzimmern zur Verfügung. Diese ursprünglich auf einem Pachtvertrag basierende Nutzung kann nach dem Erwerb nunmehr erweitert und verstetigt werden. Gemeinschaftsräume sind dort ebenfalls vorhanden. Die Bewohner*innen werden vor Ort beraten und sozial betreut. Aktuell sind in dieser Unterkunft 184 Menschen untergebracht.

 

Lebensmittel und Ernährung im Fokus des Agenda-Plenums am 30. November

Vier verschiedene Berichte und Vorträge sind für das nächste Agenda-21-Plenum am kommenden Mittwoch (30. November) geplant: Stefanie Reimann vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün referiert zum Thema „Regio-Challenge: (bio)regionales Essen – Vielfalt des Angebotes rund um Hannover“. Unter dem Titel „Ernährungswende jetzt - Der Ernährungsrat Hannover und Region e.V. stellt sich vor“ berichtet Daria Kistner vom Netzwerk Ernährungsrat Hannover und Region e.V.

Kaja Tippenhauer, NaturKultur Solawi Hannover e.V., trägt vor zum Thema „Solidarische, regionale und ökologische Landwirtschaft macht Schule“. Abschließend ist noch ein Vortrag von Foodsharing Hannover mit dem Titel „Gemeinsam für mehr Lebensmittelwertschätzung“ geplant.

Die Veranstaltung des städtischen Nachhaltigkeitsbüros im Mosaiksaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2, beginnt um 17 Uhr und dauert etwa zwei Stunden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bis zum 28. November an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ist erwünscht.

 

Teilhabe im Alter: Digitale Haushaltshelfer*innen auf Basis von künstlicher Intelligenz

Ein Staubsaugerroboter, ein tragbares EKG-Gerät, ein Fensterputzroboter – das sind digitale Haushaltshelfer*innen, die auf Basis von künstlicher Intelligenz funktionieren. Einen Fundus dieser Geräte hat die Landeshauptstadt Hannover angeschafft, um ältere Menschen an die Vorteile digitaler Geräte für ihr alltägliches Leben heranzuführen und neueste Technologien auszuprobieren. Die Stadt Hannover hatte dazu an der Ausschreibung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO) „Digital souverän mit KI“ teilgenommen und die Finanzmittel damit sichergestellt.

„Ich halte es für ganz wesentlich diese neuen Markttechnologien bereitzustellen, um älteren Menschen die Chance zu geben, den Mehrwert für ihr tägliches Leben selbst auszuprobieren. Dadurch gewährleisten wir Teilhabe im höheren Lebensalter. Ich freue mich sehr, dass wir durch das Projekt der BAGSO Senior*innen aus Hannover und insbesondere auch der türkischen Gemeinde Niedersachsen e.V. als Kooperationspartnerin die Möglichkeit zur Erprobung der Geräte geben können“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay im Rahmen der Veranstaltung.

Die Digitalisierung und die weitere Entwicklung von Teilhabe-Angeboten insbesondere auch für ältere Menschen aus anderen Herkunftsländern sind wichtige Bausteine der Senior*innenarbeit der Landeshauptstadt Hannover.

Insgesamt zwölf Geräte hat die Stadt Hannover im Rahmen dieses Projektes angeschafft, darunter neben den oben skizzierten auch einen Sprachassistenten mit Bildschirm, einen Gerätefinder, eine Virtual Reality Brille und einige mehr. Gerade ältere Menschen könnten von diesen neuen Technologien profitieren, denn Sprachassistenten erleichtern den Alltag, smarte Haushaltsgeräte nehmen körperlich anstrengende Arbeit ab und Apps helfen, bei Sehbeeinträchtigungen die Umgebung besser wahrzunehmen.

Ziel des Projektes ist es Senior*innen die Bedienung, den Nutzen und Einsatzzweck schnell und einfach zu vermitteln. Die Geräte stehen in der `Musterwohnung Gundlach“ in der Seniorenanlage am Roderbruch zur Verfügung und können von interessierten Senior*innen im Rahmen von Schulungen ausprobiert werden. Für ein „Praxis-Feedback“ werden die Tester*innen gebeten, mittels Fragebogen die Produkte zu bewerten, in Bezug auf Einrichtung, Bedienung, Einschätzung zur Sicherheit des Gerätes etc.

Das Projekt der BAGSO endet zum Ende dieses Jahres doch die Produkte können nach Absprache in der Musterwohnung oder bei einem Senior*innen Nachmittag im Stadtteil weiterhin erprobt werden. Der Fachbereich Senioren der Stadt Hannover wird das Thema künstliche Intelligenz im Rahmen von Vorträgen und Diskussionsrunden weiterbearbeiten.

Die Stadt Hannover setzt beim Thema „Digitalisierung und Teilhabe im Alter“ schon seit langem Akzente, beispielsweise durch die Entwicklung einer digitale Stadtkarte, die auf einen Blick und einen Klick alle sozialen Angebote für Senior*innen in Hannover aufzeigt  https://www.hannover-gis.de/GIS/, bundesweit eine der ersten.

Besonders nachgefragt ist das Projekt der ehrenamtlichen Medien- und Techniklots*innen, das die Stadt in Kooperation mit der VHS Hannover 2016 initiiert hat. Rund 30 Ehrenamtliche geben älteren Menschen individuelle Hilfestellungen im Gebrauch von Smartphone und Tablet und das in Form von „Hausbesuchen“ oder von Techniksprechstunden und Computer-, Tablet- und Smartphonekursen in den kommunalen Begegnungsstätten im Quartier an.

 

Christian Peters soll Fachbereichsleitung Wirtschaft von Kay de Cassan übernehmen

Christian Peter © LHH

 

Kay de Cassan © Ulrich Stamm

 

Christian Peters soll der neue Leiter des städtischen Fachbereichs Wirtschaft werden. Er würde damit auf Kay de Cassan folgen, die Anfang Dezember in den beruflichen Ruhestand eintritt. Der 56-jährige Beamte ist seit 29 Jahren bei der Stadtverwaltung beschäftigt, die überwiegende Zeit davon in den Bereichen Grundstücksvermarktung und Wirtschaftsförderung. Diese geplante Stellenbesetzung wurde heute (23. November) im Organisations- und Personalausschuss beraten und wird am morgigen Donnerstag (24. November) dem Verwaltungsausschuss vorgelegt.

In den vergangenen knapp zwei Jahren verantwortete Peters den Bereich Immobilienverkehr und war bereits Stellvertreter der Fachbereichsleiterin. Im Laufe seiner Tätigkeit war er unter anderem an der Entwicklung der „Science Area 30x“ in Marienwerder beteiligt und hat die Ansiedlung der neuen Konzernzentrale der Continental AG an der Hans-Böckler-Allee koordiniert. Vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen für Unternehmen auch in Hannover werden die zukunftsorientierte Ausrichtung des Fachbereichs und die Intensivierung der Digitalisierung zu seinen Aufgaben gehören.

„Mit Christian Peters haben wir einen Fachmann gefunden, der die hannoversche Wirtschaft gut kennt und viel Erfahrung, aber auch neue Ideen für die Aufgaben des Fachbereichs mitbringt“, sagt Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und führt weiter aus: „Kay de Cassan hat schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie so lange die Funktion der Fachbereichsleitung innehatte, Maßstäbe gesetzt. Insbesondere ihr umfangreiches Erfahrungswissen, die gute Vernetzung und ihre Kommunikationsfähigkeit sind hervorzuheben. Ich bin sicher, dass Herr Peters als ihr bisheriger Stellvertreter gut daran anknüpfen kann.“

De Cassan war seit fast 37 Jahren in der Stadtverwaltung tätig, davon knapp 20 Jahre als Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft. Zu Beginn ihrer beruflichen Tätigkeit baute sie als Referentin unter anderem das Umweltdezernat mit auf und führte dann mehrere Jahre das Büro des Oberstadtdirektors. In ihre Amtszeit fiel unter anderem die Entwicklung des Kronsbergs, des Expo-Geländes, des Stadions zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sowie des Strandbads.

Zum Fachbereich Wirtschaft mit insgesamt 107 Beschäftigten gehören die Aufgabengebiete Immobilienverkehr und -verwaltung, die städtische Wirtschaftsförderung sowie das Marktwesen.

 

Hannover als Gastgeberin des Städtetags: Das Krisen-Management vorantreiben

Empfang im Neuen Rathaus in Hannover: Burkhard Jung (v.l), Vizepräsident des Deutschen Städtetages (DST) und Oberbürgermeister von Leipzig, Helmut Dedy, DST-Hauptgeschäftsführer, Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, Markus Lewe, DST-Präsident und Oberbürgermeister von Münster, Herbert Schmalstieg,ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover. Foto: LHH/Jensen

110 Stadtoberhäupter zu Gast in Hannover: Beim Empfang des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages (DST) am Dienstag (22. November) im Neuen Rathaus betonte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay, die Tagung schärfe den Blick für die Rolle der Kommunen - gerade in Krisenzeiten. Städte benötigten aber mehr Spielraum, den Länder und Bund gewähren müssten.  „Wir haben den Willen, die Zukunft zu gestalten.“

Die Energiekrise und die Aufnahme von Geflüchteten waren  Themen, die auf der Agenda der Tagung ganz oben standen.  In einer Pressekonferenz an diesem Mittwoch (23. November) forderte der Deutsche Städtetag Bund und Länder auf, gemeinsam das Katastrophen- und Krisenmanagement voranzutreiben. Das Wichtigste sei jetzt Stabilität, meinte DST-Präsident Markus Lewe. Deutschland müsse krisenfester werden.

Die Entlastungen mit der Strom- und Gaspreisbremse brauchten einen gesetzlichen Rahmen. Die Preisbremsen müssen dabei rechtssicher und operativ umsetzbar sein. Für eine bessere Versorgungssicherheit gelte es außerdem, die erneuerbaren Energien viel schneller auszubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Der Städtetag bekräftigte seine Haltung, dass die Kommunen weiterhin zu ihrer humanitären Verantwortung stehen und die Kapazitäten für die Aufnahme Geflüchteter ausbauen. Das könnten sie aber nicht allein. Bund und Länder seien hier mit den Kommunen in einer  Verantwortungsgemeinschaft.

Am Rande des Treffens gab es eine viel beachtete Solidaritätsbotschaft an das um seine Rechte und seine Freiheit kämpfende iranische Volk. Zuvor diskutierte Belit Onay mit den Journalistinnen Natalie Amiri und Düzen Tekkal, die in eindringlichen Worten über die Lage im Iran berichteten. Die Unterstützung durch deutsche Kommunen sei ein wichtiges Signal, stellten Amiri und Tekkal fest.

 

Stadttafel am Heinemanhof enthüllt

Der Geburtstag von Dannie N. Heineman jährt sich heute (23. November) zum 150. Mal. Dieses Datum hat die Stadt zum Anlass genommen, am Heinemanhof, dem von ihm gestifteten Ruhesitz für ältere jüdische Damen, eine neue Stadttafel anzubringen.

 

Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf und Sozialdezernentin Sylvia Bruns haben die Tafel gemeinsam mit Petra Stittgen, Stadtbezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode, und Dr. Rainer Lütke, Geschäftsführer der Minna-James-Heineman-Stiftung (Essen), enthüllt. Sie hängt an der Brabeckstraße 86 und bietet historische Informationen über den Heinemanhof. Im Anschluss an die Enthüllung führten Architekt Daniel Wunder und Holger Geis vom Fachbereich Senioren über das Außengelände und durch die Ausstellung im Gebäude des Heinemanhofs.

Der Stifter: Dannie N. Heineman

Dannie N. Heineman wurde am 23. November 1872 in Charlotte/North Carolina geboren und starb am 31. Januar 1962 in New York.

Seine jüdischen Vorfahren stammen aus Deutschland. Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns James Heineman kehrte die Mutter Minna nach Deutschland zurück und ließ sich 1883 mit ihrem Sohn in Hannover nieder, wo sie 1927 starb. Ihrem und ihres Mannes Andenken ist die 1928 gegründete Minna-James-Heinemann-Stiftung gewidmet.

Der Stiftungszweck bestand darin, „dass älteren, bedürftigen, alleinstehenden Damen der gebildeten Stände, vorzugsweise Hannoveranerinnen jüdischen Glaubens, in einem eigenen Stiftungsheim aufzunehmen und ihnen dort kostenlos Wohnung und Verpflegung bis an das Lebensende zu gewähren sei.“ Für diesen Zweck erwarb Heineman in Kirchrode das Grundstück Brabeckstraße 86.

Zur Geschichte des Heinemanhofs

Heineman beauftragte den namhaften Architekten Henry van de Velde mit dem Bau, der in den Jahren 1929 bis 1930 mit besonders großzügig gestalteten Appartements errichtet wurde. Zunächst lebten circa 60 Personen im Heinemanhof. Jeder Frau stand ein eigenes Appartement mit Schlaf- und Wohnzimmer, Vorraum und Balkon zur Verfügung, also eine außerordentlich großzügige Planung. Den in seiner ursprünglichen Konzeption nicht mehr erhaltenen Garten schuf der Landschaftsarchitekt Wilhelm Hübotter.

Das Schicksal der Bewohner*innen

Spätestens im September 1941 änderte sich die Situation für die Heimbewohnerinnen dramatisch: Der Heinemanhof wurde zwangsweise als sogenanntes „Judenhaus“ umfunktioniert und mit fast 200 Menschen völlig überbelegt. Die Insass*innen wurden bis zum Jahresende in andere „Judenhäuser“ in Hannover gebracht oder am 15. Dezember 1941 direkt ins Ghetto Riga deportiert.

Nachkriegsgeschichte

Die von den Nationalsozialisten enteignete Minna-James-Heineman-Stiftung wurde 1951 mit verändertem Stiftungszweck neu gegründet und Gebäude und Grundstück 1960 an die Stadt Hannover unter der Auflage verkauft, es wieder als Altenheim zu führen.

Als städtische Einrichtung ist der Heinemanhof heute ein Pflegezentrum und Kompetenzzentrum Demenz. Er wurde zwischen 2010 und 2020 als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung aufwendig saniert.

Stadttafeln

Die hannoverschen Stadttafeln gibt es auf Initiative von Rudolf Hillebrecht. Sie sind Teil der Stadtgeschichte. Das aktuelle Stadttafelprojekt sieht neben dem Austausch beschädigter oder verschwundener der ursprünglich 134 Tafeln sukzessive auch die Anbringung neuer Tafeln im Stadtgebiet vor. Insgesamt soll eine Anzahl von rund 200 Tafeln erreicht werden. Dadurch werden in der Vergangenheit diagnostizierte Lücken gefüllt.

Die zirka 104 Zentimeter hohen und 52 Zentimeter breiten Stadttafeln sind mit historischen Bildern sowie deutschen und englischen Kurztexten bedruckt.

 

Jugendhilfeausschuss tagt öffentlich

Der Jugendhilfeausschuss tagt am kommenden Montag (28. November) um 15 Uhr im Rathaus, Ratssaal, Trammplatz 2, 30159 Hannover, in öffentlicher Sitzung.

Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird allen Teilnehmenden und Besucher*innen empfohlen, Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten und FFP2-Masken im Gebäude zu tragen. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

 

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