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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. Juli 2019

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Indizes vom 09.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 09.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Eine Gewinnwarnung von BASF hat am Dienstag auf die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten gedrückt. Der DAX fiel um 0,9 Prozent auf 12.437 Punkte und der Euro-Stoxx-50 um 0,4 Prozent auf 3.510 Punkte. Vor allem konjunktursensitive Aktien gaben deutlich nach. Die Titel anderer Branchen konnten sich dagegen im Verlauf schon wieder stabilisieren. Sie profitierten nach wie vor von den niedrigen Zinsen, auch wenn die Renditen am Anleihenmarkt etwas stiegen und leicht über den jüngsten Rekordtiefs schlossen.

Positiv für den DAX wurde bewertet, dass er punktgenau auf dem Eröffnungsstand schloss, nachdem er zeitweise noch deutlich tiefer handelte. Am Aktienmarkt spricht das Bild nun für eine Seitwärtsbewegung bei uneinheitlicher Tendenz", sagt ein Analyst, der von einer Aufspaltung des Markts sprach.

Wie schon im Verlauf des Dienstags könnten Aktien der Telekom-Branche, aus dem Versorger-Sektor sowie Pharma-, Nahrungsmittel-, Konsum- und Versicherungstitel in den kommenden Tagen tendenziell wieder gesucht sein. Die konjunkturabhängigen Chemie-, Auto-, Maschinenbau-, Rohstoff- und Baustoff-Titel könnten sich dagegen zwar auf dem tieferen Niveau stabilisieren, tendenziell aber weiter vernachlässigt werden.

Begründet hat der Ludwigshafener Chemiekonzern das Senken der Prognosen mit den zunehmenden Handelsbarrieren und der schwächeren Nachfrage aus der Automobilbranche. BASF selbst verloren 3,3 Prozent.

"Über eine mögliche Gewinnwarnung wurde zwar bereits spekuliert", sagte ein Marktteilnehmer. Doch das Ausmaß sei erschreckend. Statt eines Plus beim operativen Gewinn von 1 bis 10 Prozent rechnet der Konzern nun mit einem Minus von bis zu 30 Prozent.

Lanxess bestätigt Ausblick - FMC stark unter Druck

Positiv kamen am Markt Aussagen von Lanxess an. Nachdem auch Lanxess im Sog von BASF sehr schwach notierten, hat das Unternehmen den Ausblick bestätigt. Lanxess notierten nur noch 0,4 Prozent leichter.

Im Sog von BASF verloren dagegen Covestro und Wacker Chemie deutlich. Der europäische Stoxx-Branchenindex der Chemie-Aktien gab um 1,2 Prozent nach. Noch stärker traf es den Index der Auto-Aktien, der 1,6 Prozent verlor. Denn BASF hat ausdrücklich auf die schwache Autokonjunktur verwiesen. Angeführt wurde der Abschwung hier von Renault, die um 2,3 Prozent fielen.

Größter DAX-Verlierer waren allerdings Fresenius Medical Care (FMC), die um 5,4 Prozent einbrachen. "Der Markt rechnet mit Kostensenkungsmaßnahmen der US-Regierung für den Dialyse-Bereich", sagte ein Händler. Das würde die Gewinne der dort tätigen Unternehmen schmälern. Deshalb gerieten FMC in den Sog des US-Konkurrenten Davita, dessen Aktien um mehr als 8 Prozent absackten.

Fluggesellschaften von französischer Ökosteuer belastet

Schwach im Markt lagen auch die Aktien der Fluggesellschaften. Air France KLM verloren 3 Prozent und Lufthansa 2,6 Prozent. Ryanair gaben 4,8 Prozent ab.

Belastet wurden die Aktien der Branche von den Plänen für eine Ökosteuer in Frankreich. Sie soll im kommenden Jahr eingeführt werden und zunächst für alle Flüge gelten, die in Frankreich starten. Geplant ist ein Aufschlag zwischen 1,50 und 18 Euro je Ticket.

Die französische Regierung rechnet mit einem Erlös von jährlich gut 180 Millionen Euro. Er soll vor allem der Bahn zugute kommen.

Deutz brechen um 16 Prozent ein

Unter massivem Verkaufsdruck stand auch die Aktie von Deutz, die um 16 Prozent auf 6,84 Euro einbrach. Im Handel wurde auf Aussagen des Vorstandschefs Frank Hiller verwiesen, er sieht den Gipfel in der Nachfrage überschritten.

Die Aktionäre der Deutschen Bank können sich nicht mit den Plänen zum Konzernumbau von CEO Christian Sewing anfreunden, die Aktie gab um weitere 4,2 Prozent nach.

TLG Immobilien stiegen gegen den Markttrend um 1,9 Prozent. Als klar positiv für TLG wurde gewertet, dass das Immobilienportfolio eine Höherbewertung erfahren hat. Von dieser profitiert zudem der Verschuldungsgrad, der in der Folge unter 30 Prozent fällt. Die Berliner Gewerbeimmobilien seien ein potenzieller Nutznießer der Mietstopppläne für Wohnimmobilien, hieß es von Jefferies.

Nach einer festeren Eröffnung drehten Shop Apotheke im Verlauf deutlich ins Minus. Der Kurs fiel um 2,9 Prozent. "Offensichtlich ist der frühe Kursanstieg zum Ausstieg genutzt worden", so ein Händler. Die am Morgen veröffentlichten Geschäftszahlen hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen.

ABB trennt sich von Solarwechselrichtergeschäft

ABB hat einen Schlussstrich unter das Geschäft mit Solarwechselrichtern gezogen, die italienische Fimer übernimmt die Sparte. "Eine Zahlung für den Ausstieg aus einem Geschäftsbereich ist nie eine gute Sache", hieß es von den Analysten der Citi. Aber die Entwicklung spiegele die Probleme bei Power One und die schwierigen Marktbedingungen wider, die seit Zeitpunkt des Kaufs 2013 zu beobachten gewesen seien. ABB notierten 2,3 Prozent schwächer.

Auch die Aktien der Personaldienstleister notierten deutlich im Minus. Nachdem Goldman Sachs Randstad gleich um zwei Stufen auf "Sell" gesenkt hat, verlor der Wert 4,2 Prozent. Auch die Aktien der Wettbewerber gerieten unter Druck, so gaben Adecco um 5,3 Prozent nach.

 

(Quelle:fianzen.net)

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