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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19. Juli 2019

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Indizes vom 18.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 18.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag im Minus. Die Anleger werden vorsichtiger, nachdem mehrere Unternehmen schwache Quartalszahlen geliefert haben, einige kommen an einer Gewinnwarnung nicht vorbei. Enttäuschende Ertragszahlen kommen aus fast allen Branchen, wobei sich die Gewinnwarnungen jüngst besonders im Automobilsektor gemehrt haben. Am Berichtstag war es die SAP-Aktie, die nach einer enttäuschenden Margenentwicklung den DAX nach unten zog. Der Index gab um 0,9 Prozent auf 12.228 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,5 Prozent auf 3.483 nach unten.

Der Euro gab am Mittag auffallend gegenüber dem Dollar nach, während die Bundesanleihen einen kurzen Satz nach oben machten. Wie es am Markt hieß, will die EZB laut Kreisen das Inflationsziel überarbeiten. "Anscheinend zielt das darauf ab, zeitweise auch Inflationsraten von mehr als 2 Prozent zuzulassen", so ein Händler. Der Euro handelt aktuell bei rund 1,1225 Dollar und hat den Rücksetzer damit nahezu wieder aufgeholt.

SAP belasten zyklischen Technologiesektor

Der Druck auf den europäischen Technologiesektor ging hauptsächlich vom DAX-Schwergewicht SAP aus. "Die Quartalszahlen sind enttäuschend ausgefallen", so ein Händler. SAP ist bei der angestrebten Margenverbesserung im zweiten Quartal nicht vorangekommen, hält aber trotzdem an der Jahresprognose 2019 wie auch an den Erwartungen für 2020 und 2023 fest. Die höher als geplant ausgefallenen Ausgaben für Abfindungen im Zuge des Personalumbaus belasteten das Ergebnis ebenso wie das verhaltener laufende Lizenzgeschäft. Weiterhin auf strammem Wachstumskurs befindet sich das Cloudgeschäft. Die Analysten der Citigroup sprachen von enttäuschenden Margen. Für das SAP-Papier ging es 5,6 Prozent nach unten, Technologiewerte verloren europaweit 1,6 Prozent.

Novartis stützt defensive Pharma-Titel

Gute Zahlen hat dagegen die Schweizer Novartis geliefert. Der Pharmakonzern hob nach starkem Wachstum im zweiten Quartal die Gewinnprognose für das Gesamtjahr abermals an und rechnet mit einem operativen Konzernergebnis, das zwischen 10 und 15 Prozent wächst, und einem Umsatzwachstum zwischen 5 und 10 Prozent. Unterstellt wird dabei, dass im laufenden Jahr kein Nachahmermedikament für Gilenya in den USA auf den Markt kommt. Laut Citigroup hat Novartis die Erwartungen für den Gewinn im zweiten Quartal um 9 Prozent übertroffen. Das wiurde mit einem Kursplus von 3,1 Prozent honoriert, im Stoxx ging es für den Sektor um 0,8 Prozent nach oben.

Ubisoft schafften nach sehr starken Quartalszahlen ein Plus von 4,3 Prozent. Die Umsätze im ersten Quartal sind laut Analysten weit über den Schätzungen ausgefallen. Das PC-Geschäft habe sich gut entwickelt. Zwar muss das Wachstum des Videospielherstellers im zweiten Halbjahr noch deutlich anziehen, um die Ziele zu erreichen. Die Analysten halten dies nun allerdings für zunehmend realistisch und schätzen auch die mittelfristigen Wachstums- und Margenziele als machbar ein.

Enttäuschende Zahlen auf breiter Front

Nach einer Gewinnwarnung brachen Heidelberger Druck über 15 Prozent ein. Laut Unternehmen war es die allgemeine Investitionszurückhaltung, die im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni für sinkende Auftragseingänge und Umsätze sowie für höhere Verluste gesorgt hat. Mit einem Minus von 9 Prozent erging es Hochtief kaum besser - hier drückt der schwache Aktienkurs der Australien-Tochter Cimic nach Zahlenausweis. Die Titel der Hochtief-Mutter ACS verloren 4,2 Prozent.

Givaudan verbilligten sich nach Zahlenausweis um 2 Prozent. Wie Davy anmerkt, sind zwar die Umsätze wie auch die währungsbereinigten Erlöse über den Schätzungen ausgefallen. Allerdings ist das EBITDA unter der Davy-Schätzung sowie der Marktschätzung geblieben. Die Aktie des Mitbewerbers Symrise gab 1,5 Prozent nach.

Nordea büßten 6,3 Prozent ein. Der Gewinn habe die Erwartungen deutlich unterboten, heißt es am Markt. Statt 750 Millionen habe Nordea netto nur 681 Millionen Euro verdient. Am Vortag hatten mit Swedbank und Handelsbanken bereits zwei andere skandinavische Banken enttäuscht.

Der Lkw-Hersteller Volvo AB hat im zweiten Quartal von deutlichem Wachstum bei Verkäufen und Service profitiert, doch für das zweite Halbjahr deutet sich eine holprige Entwicklung an. Volvo kündigte angesichts rückläufiger Neuaufträge Kürzungen der Produktion an. Volvo verloren 2,2 Prozent und hielten sich damit noch vergleichsweise gut.

 

(Quelle: finanzen.net)

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