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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19. Oktober 2019

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Indizes vom 18.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 18.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Freitag mit leichten Verlusten geschlossen. Die Anleger agierten vorsichtig vor der Brexit-Abstimmung im britischen Parlament am Samstag. Ob Premier Boris Johnson eine Mehrheit unter den Parlamentariern für sein mit der EU ausgehandeltes Abkommen findet, ist völlig unklar. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 12.634 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent auf 3.579 Punkte nach unten.

Daneben bleibt China aus Marktsicht weiter ein Risiko. Die dortige Wirtschaft ist im dritten Quartal nur mit 6 Prozent gewachsen und damit mit der niedrigsten Rate seit 1992. Die Markterwartung lag bei 6,1 Prozent. Zudem werden die USA, wie angekündigt, ab dem heutigen Freitag auf Flugzeugimporte aus der EU Strafzölle in Höhe von 10 Prozent erheben. Daneben soll es auf weitere EU-Produkte Aufschläge von bis zu 25 Prozent geben. Auch deutsche Unternehmen sind betroffen. Brüssel hat als Reaktion Strafzölle auf US-Produkte angekündigt. 

Serie von Gewinnwarnungen aus Frankreich

Von Unternehmensseite kamen schlechte Nachrichten vor allem aus Frankreich: Dort haben Accor, Danone, Thales, Remy Cointreau und Renault schwächere Zahlen oder Prognosen veröffentlicht.

Europaweiten Druck auf die Autobranche übte die Gewinnwarnung von Renault aus. Die Aktien brachen um 11,5 Prozent ein. Die Warnung per se war laut Jefferies keine große Überraschung. Allenfalls deren Umfang war unerwartet hoch. Jefferies zeigte sich besorgt wegen des Cashflows und verwies auf die schwierige Lage rund um die CO2-Regulierung für Renault. Die Gewinnerwartungen würden um rund 20 Prozent und die Dividendenerwartung um rund 50 Prozent reduziert.

Peugeot verloren im Gefolge 1,7 Prozent, im DAX fielen Daimler um 1,4 Prozent, VW um 0,5 und BMW um 0,7 Prozent. Continental büßten 0,5 Prozent ein, am Vortag hatte bereits der französische Zulieferer Faurecia gewarnt und die Aktie belastet. Der Auto-Index war mit minus 1,7 Prozent einer der schwächsten Sektoren in Europa.

Nach Geschäftszahlen ging es für die London Stock Exchange (LSE) um 0,8 Prozent nach oben. Morgan Stanley sprach von soliden Ergebnissen über alle Sparten hinweg. Die Umsätze hätten 4 Prozent über den Schätzungen gelegen.

Fnac verdirbt Ceconomy-Aktionären die Stimmung

Die Aktie des Lebensmittelkonzerns Danone brach um 8,4 Prozent ein. Er konnte zwar einen steigenden Umsatz im dritten Quartal vermelden, musste aber dennoch die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr senken. Wie bei Nestle am Vortag reagierte der Markt auch hier sehr empfindlich auf solche Aussagen.

Frankreichs Rüstungskonzern Thales hat beim Umsatz gewarnt. Thales hat nicht nur den Umsatzausblick unter den unteren Rand der Prognosen gesenkt, sondern sieht auch ein geringeres organisches Umsatzwachstum für das laufende Jahr. Wie erwartet entpuppt sich dies als "böse Überraschung" angesichts der derzeit beliebten Investmentstory "Rüstung" und schickte die Aktien 5,4 Prozent tiefer. Rheinmetall gaben um 1,5 Prozent nach.

Die Aktie der Ceconomy-Beteiligung Fnac Darty brach um 14 Prozent ein. Die Unterhaltungselektronikkette aus Frankreich konnte den Trend einer fallenden Bruttomarge im dritten Quartal nicht drehen. "Das zweite Halbjahr wird schwieriger als erwartet", hieß es von Bryan Garnier. Während der Umsatz überzeugte, fiel die Bruttomarge um 70 Basispunkte. Ceconomy verloren 11,1 Prozent. Wirecard büßten trotz der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms 6,3 Prozent ein.

AMS will es bei Osram noch einmal wissen

Positive Nachrichten gab es dagegen von Munich Re. Der Rückversicherer erwartet im laufenden Geschäftsjahr, den Ausblick von 2,5 Milliarden Euro beim Nettogewinn zu übertreffen. Munich Re legten um 1,1 Prozent zu.

Osram gewannen 3,0 Prozent auf 40,15 Euro. AMS hat angekündigt, ein neues Gebot vorzulegen. AMS will zwar weiterhin nur 41 Euro je Osram-Titel bieten, will allerdings die Annahmeschwelle senken auf 55 Prozent. Die neue Offerte dürfte damit bessere Erfolgsaussichten als das alte Gebot haben, auch da Advent/Bain zugleich bekannt gegeben haben, bis auf weiteres kein neues Gebot für Osram zu unterbreiten.

(Quelle:finanzen.net)

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