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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 2.April 2020

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Indizes vom 01.04.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 01.04.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Besser als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten haben Europas Börsen am Mittwoch nicht gestützt. Damit erfüllte sich die Hoffnung auf einen positiven Quartalsauftakt nicht. Laut ADP-Arbeitsmarktbericht wurden im März nur 27.000 Stellen im Privatsektor abgebaut und damit deutlich weniger als die erwarteten 125.000. Auch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe blieb über den Prognosen. Im Handel hieß es nach dem Motto "aufgeschoben aber nicht aufgehoben", dass die kommenden Lesungen vermutlich deutlich schlechter ausfallen werden.

Der DAX verlor 3,9 Prozent auf 9.545 Punkte, im Tagestief stand der Index bei 9.498 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 büßte 3,8 Prozent auf 2.680 Punkte ein. Einer der Gründe für den Pessimismus an den Börsen dürften Aussagen von US-Präsident Donald Trump gewesen sein. Dieser hat davor gewarnt, dass die Coronavirus-Epidemie in den USA bis zu 240.000 Menschenleben fordern könnte, und das selbst bei Einhaltung der "Social Distance" Vorgaben. Auf Unternehmensseite passten weitere Gewinnwarnungen oder Streichungen von Prognosen in das negative Bild und sorgten gerade bei Einzeltiteln für Abgabedruck.

Munich Re setzt Aktienrückkauf aus

Munich Re verloren 4,9 Prozent. Der Versicherer hat das Gewinnziel für 2020 kassiert und einen geplanten Aktienrückkauf bis auf Weiteres ausgesetzt und zieht damit die Konsequenz aus einer hohen Belastung aus Schäden im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Vor allem Ausfälle und Verschiebungen von Großveranstaltungen schlagen zu Buche. Dessen ungeachtet will Munich Re den Aktionären für das vergangene Jahr aber unverändert eine Dividende von 9,80 Euro je Aktie vorschlagen.

Continental gaben um 7,8 Prozent nach. Der Autozulieferer rechnet für das erste Quartal wegen der Coronavirus-Krise bei sinkenden Umsätzen mit einem Margeneinbruch. Bei Erlösen von rund 9,4 Milliarden bis 9,8 Milliarden Euro erwartet der DAX-Konzern eine bereinigte EBIT-Marge von rund 2 bis 3 Prozent. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte Conti noch 11,0 Milliarden Euro umgesetzt und eine bereinigte Rendite von 8,1 Prozent erzielt.

VW fielen um 7,3 Prozent, nachdem die Produktionspause bis zum 19. April verlängert wurde. Die Aktionäre von Aumann werden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie leer ausgehen. Der Autozulieferer will die Aussetzung der Dividendenzahlung für 2019 vorschlagen. Durch die Einbehaltung des Gewinns soll die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gestärkt werden. Aumann gaben um 2,1 Prozent nach.

AMS bringt Kapitalerhöhung mit Mühe über die Runde

Der österreichische Sensorhersteller AMS hat seine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Osram-Übernahme über die Bühne gebracht, aber nur mit Mühe. 30 Prozent der Aktien wurden von einzelnen Syndikatsbanken entsprechend ihrer jeweiligen Quote übernommen. Damit ist noch ein deutlicher Aktienüberhang vorhanden. AMS verloren 9,1 Prozent. Für Osram ging es um 4,9 Prozent nach unten. Trotz der AMS-Kapitalerhöhung haben einige Anleger Zweifel daran, dass die geplante Übernahme zustande kommen wird.

Bilfinger verbilligten sich um 14,7 Prozent nach dem Streichen der Prognose und dem Überdenken des Dividendenvorschlags von 1 Euro. Bilfinger will Kosten senken und die Liquidität erhöhen, sieht sich aber auch gut für die Krise aufgestellt. Derweil schossen Shop-Apotheke gleich um 17,1 Prozent nach oben. Das Unternehmen gilt als Gewinner der Coronavirus-Krise

 

(Quelle: finanzen.net)

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