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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 20.März 2020

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Indizes vom 20.03.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 20.03.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben sich am Donnerstag erholt. Hauptgrund hierfür war die Ankündigung eines Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) durch die EZB, was am Markt als ein "Whatever it takes 2.0" interpretiert wurde. Das neue Programm hat ein Volumen von zunächst 750 Milliarden Euro und wird bis mindestens Ende 2020 laufen. Daneben senkte die Bank of England erneut die Leitzinsen und erhöhte das Volumen der Anleihekäufe.

Der Einbruch des Philadelphia-Fed-Index machte die Anleger am Nachmittag genauso wenig nervös wie dies am Vormittag nach dem Einbruch des ifo-Geschäftsklimaindex der Fall gewesen war. Im Handel war von einem gewissen Gewöhnungseffekt die Rede. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass den Einbrüchen der Daten in den kommenden Wochen noch zahlreiche weitere folgen werden. Der DAX gewann 2 Prozent auf 8.610 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 legte 2,9 Prozent auf 2.454 zu.

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im März drastisch auf 87,7 von 96 eingebrochen und damit auf den tiefsten Stand seit 2009. Nach Einschätzung der Commerzbank deutet der Index darauf hin, dass Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr "drastisch" zurückgehen wird. Der Philadelphia-Fed-Index stürzte derweil im März auf minus 12,7 von 36,7 Punkten ab und blieb damit weit unter der Prognose von 9.

Italienische Anleihen dank EZB wieder gefragt

Mit den Ankündigungen der EZB gerieten die Renditen der europäischen Staatsanleihen kräftig unter Druck. Vor allem die zuvor gemiedenen Titel aus der Peripherie waren nun wieder gefragt. So fielen die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien um 64 Basispunkte. Damit engte sich der zuletzt ausgeweitete Spread zu deutschen Bundesanleihen deutlich ein.

Signale aus China können als erste Hoffnungsschimmer interpretiert werden: Wie die dortige Regierung mitteilte, soll es keine Neuansteckungen innerhalb Chinas mehr gegeben haben. Fallende Zahlen werden vom Markt als "der" Trigger schlechthin für eine Erholung gesehen. Nach dem Ausverkauf vom Vortag erholten sich die Ölpreise am Donnerstag. Der Öl- und Gassektor erholte sich um 3,4 Prozent.

Aktien des niederländischen Versicherers Aegon sprangen um 9,8 Prozent nach oben. Aufgrund der Coronavirus-Krise sei es zu keinen größeren Schadensforderungen gekommen, teilte Aegon mit. Die Liquidität sei gut, die Dividende solle wie geplant gezahlt werden und die Solvabilitätsquote II liege bei 190 Prozent per Quartalsende. Im Gefolge stiegen auch die Versicherer-Aktien im DAX.

Adidas erholten sich von dem jüngsten Ausverkauf mit einem Plus von 6,1 Prozent - trotz Coronakrise ist das Unternehmen zuversichtlich mit Blick auf die Wachstumsaussichten. Auch MTU Aero erholten sich mit Aufschlägen von 15,5 Prozent. Hier half auch eine Kaufempfehlung der Citigroup.

Heidelbergcement brachen um 5,9 Prozent ein. Der Konzern hat bei Vorlage seiner Zahlen die Dividende angehoben, gibt allerdings keine Prognose für 2020 ab. Noch zu Jahresbeginn habe es nach leichtem Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis ausgesehen, teilte der Baustoffkonzern mit.

Osram-Aktie findet keinen Boden

Als gut wurden die Jahreszahlen für 2019 von Morphosys im Handel beschrieben. Die Aktie gewann 2,9 Prozent. Die Geschäftsschließungen bei Hugo Boss und der entsprechend kassierte Jahresausblick überraschten kaum, wie Händler sagten. Aber die Titel verloren dennoch nochmals 7,3 Prozent. Siemens Healthineers gewannen 9,7 Prozent. Trotz Corona laufe das Geschäft stabil.

Für die Osram-Aktie scheint es kein Halten mehr zu geben. Das Papier brach um weitere 17,8 Prozent auf 22,20 Euro ein. Die Aktie schloss damit fast die Hälfte unter dem AMS-Gebotspreis von 41 Euro. Osram wurden nach Angaben aus dem Handel gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Zum einen habe das Unternehmen am Vortag im späten Geschäft die Prognose kassiert. Zum anderen glaubten die Anleger offenbar nicht mehr an eine Übernahme durch AMS.

Keine einheitliche Reaktion zeigten die Aktien französischer Banken. Dort hat die Finanzaufsicht den Geldinstituten genehmigt, angesichts der Coronakrise ihre Kapitalpuffer komplett für Liquiditätszwecke zu nutzen. Damit würden rund 8 Milliarden Euro kurzfristig frei, hieß es. Credit Agricole verloren 0,4 Prozent, BNP Paribas gewannen 3 Prozent, während Societe Generale um 2,5 Prozent nachgaben.

(Quelle:finanzen.net)

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