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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 20.September 2019

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Indizes vom 19.09.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 19.09.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN.Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag Gewinne verzeichnet. Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 12.458 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,7 Prozent auf 3.553 Punkte zu. Getragen wurde der Markt von der Perspektive anhaltend niedriger Zinsen. Es war der große Tag der Notenbanken. Gestartet wurde er bereits am Vortag durch die US-Notenbank. Sie hatte, wie mehrheitlich erwartet, die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt. Mit konkreten Aussagen über den weiteren Zinstrend hielt sich US-Notenbankchef Jerome Powell zurück. Er betonte zwar die Stärke der heimischen Wirtschaft, zugleich ließen die Zentralbanker die Tür für weitere Zinssenkungen aber offen und waren über die Zinsentscheidung und den Zinspfad gespalten.

Am frühen Vormittag haben dann in der Schweiz die Notenbanker getagt. Der Franken zog zum Euro an, nachdem die Schweizerische Nationalbank wie erwartet den Leitzins unverändert bei minus 0,75 Prozent belassen hat. Allerdings hatten einige Akteure auch eine Zinssenkung nicht gänzlich ausgeschlossen, nachdem die EZB in der Vorwoche ihre Geldpolitik gelockert hatte; die Aufwertungstendenz des Franken zum Euro bereitet der SNB schon länger Sorgen. Aktuell kostet der Euro 1,0972 Franken, verglichen mit gut 1,1000 vor der Entscheidung.

Die norwegische Zentralbank erhöhte gegen einen globalen Trend ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent. Es ist die zweite Erhöhung innerhalb von vier Monaten. Die Bank of England (BoE) hat angesichts des festgefahrenen Brexit-Prozesses ihren Leitzins am Mittag nicht angetastet und bei 0,75 Prozent bestätigt.

Prognosesenkung von U.S. Steel belastet Stahlwerte

Nach den eher etwas falkenhaft interpretierten Aussagen der US-Notenbank stellten die Banken in Europa den Gewinner, der Sektor-Index legte um 1,9 Prozent zu. Die Analysten von Sentix hatten zuletzt darauf hingewiesen, dass die Anleger ihre starke Unterinvestierung in Bankaktien überdenken dürften wegen der teilweisen Befreiung der EZB-Einlagen vom Negativzins

Eine Gewinnwarnung des US-Stahlkonzerns U.S. Steel belastete auch die europäischen Branchentitel. U.S. Steel spricht von einer geringeren Nachfrage seiner Kunden und hat zum zweiten Mal in diesem Jahr die Stahlausstoß-Prognose gesenkt. Zuvor in dieser Woche hatte bereits Nucor einen eher trüben Ausblick gegeben. Arcelormittal verbilligten sich um über 4,8 Prozent, Outukumpo um 3,5 Prozent und Thyssenkrupp notierten knapp im Minus.

Bauer nach Gewinnwarnung stark unter Druck

Die Bauer-Aktie brach um fast ein Viertel ein. Der Tiefbauspezialist hat aufgrund einer schlechten Auslastung den Ausblick gesenkt. Bauer verwies auf Projektverschiebungen im zweiten Halbjahr. Statt mit 95 Millionen Euro rechnet Bauer beim operativen Ergebnis nun nur noch mit 70 Millionen.

Holidaycheck fielen nach einer Gewinnwarnung Richtung Jahrestief, der Kurs verlor 4,2 Prozent auf 2,28 Euro. Rocket Internet notierten nach anfänglichen Gewinnen 2 Prozent im Minus. Investoren sollten sich bei Rocket Internet für die nächsten Börsengänge in Geduld üben. Der Internet-Inkubator erwartet nicht, dass eines der jungen Unternehmen es in nächster Zeit in das Portfolio der ausgewählten Unternehmen oder an die Börse schafft.

Nach einem negativen Analystenkommentar zeigte der Kurs der Deutschen Börse mit plus 0,2 Prozent relative Schwäche. Berenberg hat die Aktie zum Verkauf gestellt. Für das Minus der Lufthansa-Aktie von 3 Prozent wurde ebenfalls ein Analystenkommentar verantwortlich gemacht. Morgan Stanley hat sich negativ zur Branche geäußert und Lufthansa von "Overweight" auf "Underweight" gesenkt. Bei Wirecard belastete nach Aussage eines Marktteilnehmers eine Wandelanleihe, die Aktie verlor 5,3 Prozent.

Schwacher Start in Herbst-/Wintersaison belastet Next

Die Aktie der Bekleidungskette Next fiel an der Londoner Börse um 5,7 Prozent. Die am Morgen vorgelegten Halbjahrszahlen wurden von Beobachtern als "solide" bezeichnet. Den Ausblick auf das Geschäftsjahr hat Next zwar bekräftigt, gleichzeitig aber von einem enttäuschenden Auftakt der Herbst-/Wintersaison berichtet. Vermutlich habe wohl eher das warme Wetter Anfang September die Nachfrage nach warmer Kleidung gedämpft als das politisch aufgeheizte Klima in Großbritannien, sagten die Analysten von Shore Capital.

(Quelle:finanzen.net)

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