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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 24.Januar 2020

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Indizes vom 23.01.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 23.01.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Ausbreitung des neuen Coronavirus hat am Donnerstag die Stimmung an den europäischen Börsen belastet. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,9 Prozent auf 3.736 Punkte, der DAX gab um 0,9 Prozent auf 13.388 Punkte nach. Besonders schwach tendierten die von China abhängigen Rohstofftitel sowie die Aktien der Reise- und Freizeitbranche. Aber auch der im DAX wichtige Autosektor stand deutlich unter Druck.

China hat weitere Städte unter Quarantäne gestellt, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. "Das Pferd ist aber bereits aus dem Stall", so ein Händler mit Blick darauf, dass nun bereits in mehreren Ländern Erkrankungen festgestellt wurden. Der Index der Rohstoffaktien fiel um 2,9 Prozent, das Pendant der Reise- und Freizeitaktien um 1,8 Prozent. 

Mit dem Index der Auto-Aktien ging es um 2 Prozent nach unten. Er litt nicht nur unter China, sondern auch unter Sorgen von Einfuhrzöllen der Trump-Regierung auf europäische Autos. Zudem hatten die Analysten der Citigroup Renault auf "Verkaufen" gesenkt und Conti von der Kaufliste gestrichen: Conti fielen um 3,4 Prozent und Renault um 5 Prozent.

EZB-Sitzung stützt Versorger

Wenig Einfluss ging von der Sitzung der Europäischen Zentralbank aus: "Die Rede hätte so auch eins zu eins von Mario Draghi kommen können", sagte ein Händler zur EZB-Pressekonferenz von Christine Lagarde. Entsprechend wenig bewegt zeigten sich im Umfeld der EZB-Sitzung die Märkte. Die zunehmende Risiko-Aversion sorgte aber unter dem Strich für einen fallenden Euro und für sinkende Renditen. Die zinsreagiblen Versorgertitel lagen so auch mit einem Plus von 0,7 Prozent ihres Stoxx-Indexes im positiven Terrain, die Geldpolitik muss laut Lagarde noch lange unterstützend bleiben. Allerdings sind die Versorger auch stärker inlands- und damit weniger vom internationalen Handel abhängig als andere Branchen.

Wirecard im DAX vorn

Im DAX stiegen Wirecard gegen den Trend um 4,2 Prozent. "Der Newsflow wird zunehmend positiver", sagte ein Händler. Er verwies auf den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Eichelmann. Der sagte, das Unternehmen schaffe gerade neue Compliance-Strukturen und lasse sich dabei extern beraten. So habe der Aufsichtsrat einen Ausschuss für Risk and Compliance eingerichtet. Nun warte der Aufsichtsrat auf die Ergebnisse der KPMG-Prüfung, die Ende März fertig sein sollten.

STMicro sehr fest - Branchentitel gestützt

Der TecDAX - in dem Wirecard hoch gewichtet sind - lag so auch zeitweise weiter auf Rekordkurs, zum Schluss fiel er nur geringfügig um 0,3 Prozent auf 3.170 Punkte. Der TecDAX profitierte damit auch von festen Halbleiterwerten. Infineon zogen um 0,8 Prozent an und Siltronic um 0,7 Prozent. Sie alle profitierten von neuen Geschäftszahlen von STMicro, die fast 7 Prozent gewannen.

Im vierten Quartal hat STMicro laut Citigroup beim Umsatz um 2 Prozent oberhalb der Prognose gelegen. Dies ging vor allem auf das Konto der starken Sparte AMS und hier wohl vor allem der bildgebenden Verfahren. Beim Gewinn je Aktie sei die Erwartung sogar noch deutlicher übertroffen worden, was unterstützt worden sei unter anderem durch die günstigere Steuerquote.

Relativ gut angesichts der Virus-Krise in China hielten sich Lufthansa mit einem Minus von 0,4 Prozent. Denn Presseberichte über einen eventuellen Börsengang der Wartungssparte Lufthansa Technik stützten die Aktie. "Investoren würden einen so stabilen Cashflow-Bringer lieben", sagte ein Händler. Die herausgelöste Aktie käme dann auf eine höhere Aktienbewertung wie eine MTU und litte nicht unter den Abschlägen eines Hochzyklikers wie der Lufthansa. Die Summe aus einzeln notierter Lufthansa-Technik und Lufthansa-Touristen wäre mehr wert als die aktuelle Lufthansa allein.

Die Aktien des französischen Luft- und Raumfahrtkonzern Safran stiegen um 1,3 Prozent. Hier trieben Aussagen des neuen Boeing-CEO David Calhoun, der noch vor dem Sommer die Produktion der Krisenmaschine 737 Max wieder aufnehmen möchte. Vor allem erteilte er einer kompletten Einstellung des 737-Programms eine Absage. Safran stellt zusammen mit General Electric im Gemeinschaftsunternehmen CFM Triebwerke für dieses Flugzeug her.

Kurseinbruch bei Hochtief - Verbio gesucht

Einen Kurseinbruch um 8 Prozent erlitten Hochtief. Händler verwiesen auf die Australien-Tochter Cimic, die die Abschlussdividende für 2019 streicht. Der Aktienkurs von Cimic war an der Börse in Sydney um 20 Prozent eingebrochen. Nachdem der Wettbewerber Cropenergies bereits starke Geschäftszahlen vorgelegt hatte, erhöhte nun auch Verbio den Ausblick. Dabei verwies das Unternehmen auf eine gute Nachfrage. Für die Aktie ging es um fast 17 Prozent nach oben.

(Quelle:finanzen.net)

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