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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 24. März 2020

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Indizes vom 23.03.2020 (C) Finanzen.net Indizes vom 23.03.2020 (C) Finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Mit Verlusten sind die europäischen Börse in die neue Woche gestartet. Die Zahl der Coronavirus-Infizierten war weltweit auf über 350.000 gestiegen, die Zahl der an dem Virus verstorbenen Menschen lag bei über 15.000. Die italienische Regierung hatte das Herunterfahren des öffentlichen Lebens weiter verschärft und die Schließung aller nicht notwendigen Unternehmen angeordnet. Der DAX verlor 2,1 Prozent auf 8.741 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,5 Prozent auf 2.486 Zähler nach unten.

Die Ankündigung praktisch unbegrenzter Anleihekäufe durch die Fed, also das US-Pendant zum Vorgehen des früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi, verpuffte an den Märkten weitgehend. "Es hilft doch nichts", merkte ein Händler frustriert an. Die Fed könne durch Wertpapierkäufe keine Produktionsstätten wieder hochfahren, die wegen der Coronakrise stillgelegt worden seien. Für eine nachhaltige Erholung müsse sich zunächst eine Besserung in der Coronakrise selbst abzeichnen. 

Derweil überschlugen sich die Regierungen mit Konjunkturprogrammen. Im Raum steht vor allem ein 2 Billionen Dollar schweres Paket der US-Regierung. Laut Finanzminister Steven Mnuchin stehen Demokraten und Republikaner im Kongress kurz vor einer Einigung. Im einem ersten Testlauf war das Paket im Senat durchgefallen.

Verkaufszahlen für Smartphones brechen ein

Die Welle der Sparmaßnahmen bei Unternehmen riss derweil nicht ab. So meldete auch Royal Dutch Shell (RDS) die Einstellung der Aktienrückkäufe. Ähnliches war bereits von Total zu hören gewesen. "Das dürfte angesichts der Krise von nahezu jedem Unternehmen auch jenseits der Ölbranche kommen", so ein Händler. Damit dürften aber die Gewinnschätzungen zusätzlich unter Druck geraten, die bislang von Rückkäufen künstlich hoch gehalten wurden. RDS gewannen 6,1 Prozent, Total 6 Prozent.

MTU stürzten um 15,2 Prozent ab und stellten damit den Tagesverlierer im DAX. Der Triebwerkshersteller will die Produktionsstandorte in München und im polnischen Rzeszow für drei Wochen schließen. Eine Woche später sollen die Instandhaltungsstandorte in Hannover und Ludwigsfelde folgen.

Eine Verschiebung der für diesen Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie könnte nach Einschätzung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe unter Umständen "unvermeidbar" werden. Adidas gaben daraufhin 5,7 Prozent nach und Puma 5,4 Prozent. Ein Ausfall der Olympischen Spiele dürfte weitgehend eingepreist sein.

Keine ganz schlechte Nachricht sahen Händler hinter dem Einbruch der Verkaufszahlen für Smartphones wegen der Coronaviruskrise. Im Februar seien 38 Prozent weniger Smartphones verkauft worden als im Vorjahresmonat, teilten Marktbeobachter der Firma Strategy Analytics mit. Dies war der stärkste Rückgang in der Geschichte.

"Was bisher überall fehlt, sind quantifizierbare Zahlen über Einbußen und Verluste, die man überhaupt einpreisen kann", sagte ein Händler: "Die Kursverluste waren deshalb so groß, weil jeder nur mit Daumenregeln schätzen konnte". Infineon verloren 0,1 Prozent, STMicro gewannen 1 Prozent, während Dialog um 1,4 Prozent nachgeben.

Bei Hugo Boss geht der CEO

Weiter aufwärts ging es mit Drägerwerk. Der Kurs stieg um 7,6 Prozent. Das Unternehmen soll Beatmungsgeräte an Kliniken liefern. Hugo Boss verloren 3,1 Prozent. CEO Mark Langer scheidet zum 30. September aus dem Vorstand des Modekonzerns aus. Nach dem Ausscheiden dürfte sich die Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens weiter verstärken, so die Citigroup.

Mit Airbus ging es im MDAX um 13,3 Prozent nach unten. Das Unternehmen zahlt zunächst keine Dividende. "Airbus macht nur Nägel mit Köpfen, was andere auch tun", sagte ein Händler. H&M gaben 3,9 Prozent nach. Der schwedische Modekonzern will Tausenden von Mitarbeitern vorübergehend kündigen und die geplante Dividende für 2019 von 9,75 Kronen streichen.

 

(Quelle:finanzen.net)

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