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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 26.März 2020

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Indizes von 26.03.2020 (C) finanzen.net Indizes von 26.03.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Börsen haben sich die Kurse am Mittwoch weiter erholt. Nach einer Achterbahnfahrt schloss der DAX 1,8 Prozent im Plus bei 9.874 Punkten. Vorübergehend war er schon bis auf 10.138 Punkte gestiegen, aber auch bis auf 9.461 Punkte zurückgefallen. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 3,1 Prozent auf 2.800 Punkte, wobei die meisten Stoxx-Branchenindizes den Handel ebenfalls im Plus beendeten.

"Der Markt ist weiterhin hin- und hergerissen zwischen den Fiskalpaketen und den negativen Szenarien zum Coronavirus", sagte ein Marktteilnehmer. Einerseits habe die Verabschiedung des rund 2 Billionen Dollar schweren Fiskalpakets in den USA die Stimmung gestützt. Der Gesetzentwurf bringt für viele Amerikaner direkte Finanzhilfen, eine drastische Ausweitung der Arbeitslosenversicherung sowie hunderte von Milliarden an Krediten für kleine und große Unternehmen. Zudem erhalten Anbieter im Gesundheitswesen zusätzliche Ressourcen, wenn sich das Virus weiter ausbreitet. 

Andererseits brachen die Geschäftserwartungen in Deutschland ein: Der ifo-Geschäftsklima-Index war im März auf 86,1 nach 96 abgesackt. Er blieb damit unter der Schätzung von 87,4. Laut Marktteilnehmern waren die zuletzt befragten Unternehmenslenker sogar noch deutlich schlechter gestimmt. "Der Markt wird noch länger mit hohen Schwankungen und Kursausschlägen leben müssen", sagte ein Händler. Die Indizes für die so genannte Volatilität oder Schwankungsanfälligkeit liegen weiterhin auf extrem hohen Ständen.

Adidas und Puma profitieren von Nike-Zahlen

Adidas zogen um 8 Prozent an und Puma um 13,4 Prozent. Nike hatte am Vorabend positive Geschäftszahlen vorgelegt. "Die Absage sämtlicher Großveranstaltungen von EM bis Olympia belastet eigentlich, aber Nike konnte zeigen, dass der Online-Handel den Einbruch durch geschlossene Ladengeschäfte überkompensieren konnte", hieß es im Handel. Diese Entwicklung könnte sich auch bei Adidas zeigen, das sei aber noch nicht sicher.

Eon gewannen 6,5 Prozent. Händler verwiesen auf die Ankündigung nachhaltig stabiler Dividenden. Die Geschäftszahlen lagen dagegen im Rahmen der Erwartungen.

Gewinner Nummer eins im DAX waren MTU, die sich um weitere 13,6 Prozent von den Crash-Verlusten erholten. In Europa stiegen Aston Martin um 32 Prozent, Societe Generale um 11,4 Prozent, Dior um 8,8 Prozent und Remy Cointreau um 13,2 Prozent.

Unter den Automobilaktien gewannen VW 4,6 Prozent. Der Konzern will rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland in Zwangsurlaub schicken. UBS hatte die Aktie weiter zum Kauf empfohlen, das Kursziel allerdings auf 140 von 220 Euro gesenkt.

Lufthansa unter Druck nach IATA und Citi - IAG und Easyjet fest

Lufthansa fielen um 3,2 Prozent zurück. Die Laune verdarb hier die Citi mit einer Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von nur 50 Cent - nach zuvor noch 10 Euro. "Die Analysten unterstreichen aber, dass es aufgrund der aktuellen Volatilität und dem Risiko von Staatsbeteiligungen Schwierigkeiten bereite, aus dem Bewertungsmodell ein Kursziel abzuleiten", so ein Händler.

Belastender sei eher, dass der Verband IATA am Vortag vor Masseninsolvenzen gewarnt hatte und Staatshilfen fordert. "Die sind aber am wahrscheinlichsten in Großbritannien", so der Händler. Daher stiegen Easyjet um 12,2 und IAG um 6,8 Prozent. Der Index der Reise- und Touristikwerte legte um 5,7 Prozent zu. Der Index der Öl- und Gasaktien stieg um 6,5 Prozent. Die Öllagerbestände in den USA sind zuletzt deutlich langsamer gestiegen als befürchtet.

Dagegen gewann der Index der Chemiewerte magere 0,1 Prozent. BASF gaben um 2 Prozent auf 42,84 Euro nach. JP Morgan hatte das Kursziel auf 39 von 55 Euro zurückgenommen und die Ratingagentur S&P überprüft nun die Kreditwürdigkeit des Ludwigshafener Konzerns.

In der zweiten Reihe stiegen Thyssenkrupp um 3,9 Prozent. Der Konzern will im Stahlgeschäft rund 3.000 Stellen abbauen. "Das zeigt, wie schwach das restliche Stahlgeschäft von Thyssenkrupp aufgestellt ist", sagte ein Händler: "Die Coronakrise gibt einen guten Vorwand, um die Restrukturierung schneller und druckvoller durchzuführen".

Jenoptik wiederum verloren 3,5 Prozent. Das Unternehmen ließ wissen, dass die unveränderte Dividende von 0,35 Euro je Aktie "überprüft" werden soll. "Das macht das Einpreisen komplizierter als wenn sie sie einfach gestrichen hätten", sagte ein Händler.

Gewinnwarnung von Zooplus

Hamburger Hafen gewannen 4,4 Prozent. "Mit den Jahreszahlen hat das aber wenig zu tun", sagte ein Händler. Denn die Aktie habe sich seit Ende Februar mehr als halbiert, weil sie als ein Hauptleidtragender der internationalen Rezession gesehen wurde. Die Prognose für einen "starken Ergebnisrückgang" 2020 überrasche daher nicht. "Klar positiv ist aber, dass sie die Dividende nicht komplett streichen, wie viele vermutet haben", so der Händler.

Für Verstimmung im Handel sorgte die Gewinnwarnung von Zooplus. Die Aktien brachen um 17,4 Prozent ein. Dagegen gewannen Ströer 15,2 Prozent auf 47,94 Euro. Die Deutsche Bank hat die Aktie mit einem Kursziel von 75 Euro zum Kauf empfohlen. Sixt stiegen um 25,7 Prozent, der Autovermieter will bis zu 100 Millionen Euro an Personal- und Sachkosten sparen.

 

(Quelle: finanzen.net)

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